F.A.Z. Bücher-Podcast
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F.A.Z. Bücher-Podcast

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Beschreibung

Die F.A.Z.-Redakteure Maria Wiesner, Fridtjof Küchemann und Kai Spanke stellen im Bücher-Podcast der F.A.Z. ausgewählte Neuerscheinungen und Klassiker der Literatur vor. Sie sprechen mit Schriftstellern, Übersetzern und anderen Experten des Literaturbetriebs und beschäftigen sich mit den Eigenheiten des literarischen Lebens und Lesens. Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!

Die E-Mail-Adresse für Anmerkungen, Nachfragen, Lob und Kritik: buecher-podcast@faz.de. Der Bücher-Podcast auf Instagram: @fazbuecher.

Alle Folgen können jederzeit hier angehört werden: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-buecher-podcast

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

„Uns verbindet die Gewalt“: Edgar Selge über seinen Roman „Juras letzter Winter“

27.09.2026
Fridtjof Küchemann im Gespräch mit dem Autor – und ein neues Literaturrätsel „Uns verbindet die Gewalt. Dich und mich. Es ist so viel Brutalität in mir. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Dieser tobsüchtige Vernichtungswille, diese kalte Wut, diese kulturelle Arroganz, die euch in Leningrad einkesselt und verhungern lässt, das ist alles noch in mir.“ So entfährt es einem Mann Mitte siebzig, Mitte der Zweitausendzwanzigerjahre im inneren Zwiegespräch, als ihn sein imaginiertes Gegenüber fragt, warum er sich ausgerechnet in dessen Tagebuch hatte vertiefen müssen. Das Tagebuch, das der Erzähler in Edgar Selges neuem Roman „Juras letzter Winter“ zu seinem Projekt gemacht hat, stammt von Jura Rjabinkin. Sein letzter Eintrag ist auf den 6. Januar 1942 datiert, Jura war 16 Jahre alt. Seine erhaltenen Aufzeichnungen beginnen am 22. Juni 1941, dem Tag, an dem Hitler-Deutschland die Sowjetunion angegriffen hat. Vom 8. September 1941 an hatte die Wehrmacht Leningrad eingeschlossen, insgesamt 872 Tage lang. Zu Beginn der Blockade lebten zweieinhalb Millionen Menschen in Leningrad, am Ende waren mehr als 1,1 Millionen von ihnen tot, die allermeisten verhungert. Jura, davon muss man ausgehen, ist einer von ihnen. Als seine Frau ihn einmal fragt, wie er vorankommt mit seinem Projekt, gesteht der Erzähler, es laufe schlecht, weil ihm ständig eigene Erinnerungen dazwischenkommen, weil er sich ständig mit seinem Jura verwechselt. Ihr Rat: Genau darüber soll er schreiben. Edgar Selge, in dieser Folge zu Gast im Bücher-Podcast der F.A.Z., hat ein Buch über die Lebensgeschichte dieses Jugendlichen in Leningrad vor 85 Jahren geschrieben. Über dessen Lebensumstände, über den Weg, den Juras Tagebuch bis zur Veröffentlichung in Russland genommen hat, und darüber, wie es in Deutschland bekannt wurde. Darüber, was es heute heißt, Jura Rjabinkin zu lesen und nicht umhinzukommen, dabei den eigenen Vater in den Blick zu nehmen, der am Russlandfeldzug der Wehrmacht teilgenommen hatte, und auch sich selbst. Im Anschluss gibt es ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen, die Lösung des Rätsels aus dem August 2026 und den Namen des Gewinners oder Gewinnerin eines Buchs aus der Anderen Bibliothek, wie es auch diesmal unter den richtigen Einsendungen verlost worden ist. Host: Fridtjof Küchemann Aufnahme und Produktion: David Brucklacher und Kevin Gremmel Mehr zum Thema „Juras letzter Winter“ von Edgar Selge auf der Website des Rowohlt Verlags Der Preis des Literaturrätsels im September 2026, die Adresse für Ihre Einsendung und die Teilnahmebedingungen Kontakt und weitere Angebote Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik[Links zu Artikeln bitte hier einfügen] Laden Sie die F.A.Z.-App herunter und bleiben Sie auch unterwegs informiert. Hören Sie mit FAZ+ unsere exklusiven Podcast-Folgen auf FAZ.NET, in der FAZ-App sowie über Apple Podcasts und Spotify – inklusive Zugriff auf alle Artikel der F.A.Z. Testen Sie FAZ+ jetzt 3 Monate lang für nur 4 € im Monat. Hier geht’s zum Angebot. Werbepartner Mehr über die Angebote unserer Werbepartner finden Sie hier.
Fridtjof Küchemann im Gespräch mit dem Autor – und ein neues Literaturrätsel

„Uns verbindet die Gewalt. Dich und mich. Es ist so viel Brutalität in mir. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Dieser tobsüchtige Vernichtungswille, diese kalte Wut, diese kulturelle Arroganz, die euch in Leningrad einkesselt und verhungern lässt, das ist alles noch in mir.“ So entfährt es einem Mann Mitte siebzig, Mitte der Zweitausendzwanzigerjahre im inneren Zwiegespräch, als ihn sein imaginiertes Gegenüber fragt, warum er sich ausgerechnet in dessen Tagebuch hatte vertiefen müssen.

Das Tagebuch, das der Erzähler in Edgar Selges neuem Roman „Juras letzter Winter“ zu seinem Projekt gemacht hat, stammt von Jura Rjabinkin. Sein letzter Eintrag ist auf den 6. Januar 1942 datiert, Jura war 16 Jahre alt. Seine erhaltenen Aufzeichnungen beginnen am 22. Juni 1941, dem Tag, an dem Hitler-Deutschland die Sowjetunion angegriffen hat. Vom 8. September 1941 an hatte die Wehrmacht Leningrad eingeschlossen, insgesamt 872 Tage lang. Zu Beginn der Blockade lebten zweieinhalb Millionen Menschen in Leningrad, am Ende waren mehr als 1,1 Millionen von ihnen tot, die allermeisten verhungert. Jura, davon muss man ausgehen, ist einer von ihnen.

Als seine Frau ihn einmal fragt, wie er vorankommt mit seinem Projekt, gesteht der Erzähler, es laufe schlecht, weil ihm ständig eigene Erinnerungen dazwischenkommen, weil er sich ständig mit seinem Jura verwechselt. Ihr Rat: Genau darüber soll er schreiben.

Edgar Selge, in dieser Folge zu Gast im Bücher-Podcast der F.A.Z., hat ein Buch über die Lebensgeschichte dieses Jugendlichen in Leningrad vor 85 Jahren geschrieben. Über dessen Lebensumstände, über den Weg, den Juras Tagebuch bis zur Veröffentlichung in Russland genommen hat, und darüber, wie es in Deutschland bekannt wurde. Darüber, was es heute heißt, Jura Rjabinkin zu lesen und nicht umhinzukommen, dabei den eigenen Vater in den Blick zu nehmen, der am Russlandfeldzug der Wehrmacht teilgenommen hatte, und auch sich selbst.

Im Anschluss gibt es ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen, die Lösung des Rätsels aus dem August 2026 und den Namen des Gewinners oder Gewinnerin eines Buchs aus der Anderen Bibliothek, wie es auch diesmal unter den richtigen Einsendungen verlost worden ist.

Host: Fridtjof Küchemann

Aufnahme und Produktion: David Brucklacher und Kevin Gremmel


Mehr zum Thema

„Juras letzter Winter“ von Edgar Selge auf der Website des Rowohlt Verlags

Der Preis des Literaturrätsels im September 2026, die Adresse für Ihre Einsendung und die Teilnahmebedingungen


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So werden junge Männer zu Terroristen

19.07.2026
Kai Spanke im Gespräch mit Dirk Laabs Ein junger Mann ist frustriert, er verbringt viel Zeit im Internet, radikalisiert sich dort, ist voller Hass, lässt das auch andere laufend wissen, er besorgt sich Waffen – und begeht einen politisch motivierten Anschlag. Die breite Öffentlichkeit ist schockiert, seine Community hingegen begeistert, man lobt ihn, sieht in ihm einen Heiligen. Je mehr Menschen er getötet hat, desto euphorischer sind seine Anhänger. Dieses Muster wiederholt sich immer wieder. Der Terrorismusexperte, Autor und Filmemacher Dirk Laabs hat mit „Armee der Einzeltäter“ ein Buch über das Phänomen geschrieben. In dieser Folge des Bücher-Podcasts erklärt er, ob es sich dabei um eine neue Form des Extremismus handelt, welche Rolle die sozialen Medien für künftige Terroristen spielen, warum man Donald Trump hier nicht außen vor lassen kann und weshalb Killerspiele nicht zu unterschätzen sind. Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik Hören Sie mit FAZ+ unsere exklusiven Podcast-Folgen auf FAZ.NET, in der FAZ-App sowie über Apple Podcasts und Spotify – inklusive Zugriff auf alle Artikel der F.A.Z. Testen Sie FAZ+ jetzt 3 Monate lang für nur 4 € im Monat – hier geht’s zum Angebot. Mehr über die Angebote unserer Werbepartner finden Sie HIER.
Kai Spanke im Gespräch mit Dirk Laabs

Ein junger Mann ist frustriert, er verbringt viel Zeit im Internet, radikalisiert sich dort, ist voller Hass, lässt das auch andere laufend wissen, er besorgt sich Waffen – und begeht einen politisch motivierten Anschlag. Die breite Öffentlichkeit ist schockiert, seine Community hingegen begeistert, man lobt ihn, sieht in ihm einen Heiligen. Je mehr Menschen er getötet hat, desto euphorischer sind seine Anhänger. Dieses Muster wiederholt sich immer wieder.

Der Terrorismusexperte, Autor und Filmemacher Dirk Laabs hat mit „Armee der Einzeltäter“ ein Buch über das Phänomen geschrieben. In dieser Folge des Bücher-Podcasts erklärt er, ob es sich dabei um eine neue Form des Extremismus handelt, welche Rolle die sozialen Medien für künftige Terroristen spielen, warum man Donald Trump hier nicht außen vor lassen kann und weshalb Killerspiele nicht zu unterschätzen sind.

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Dich der Welt zurückgeben: Radka Denemarková über ihren Roman „Schokoladenblut“

28.06.2026
Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel Eine Frau schleppt sich durch das winterliche Prag, am Ende ihrer Kräfte, am Ende ihres Lebens. Alle haben sich von ihr abgewandt. Heute liest jedes Schulkind in Tschechien ihren einzigen Roman. Und der zeigt nicht einmal, was für eine Schriftstellerin sie hätte sein können. Eine Frau flieht nach Paris und schert sich nicht um das, was einer Frau in ihrer Zeit angeblich zusteht und was nicht. Sie mischt in den Debatten ihrer Zeit mit, wechselt ihre Liebhaber, kleidet sich wie ein Mann – und wird unter ihrem männlichen Autorenpseudonym berühmt. Ein Mann schaut auf die Erdölfelder Pennsylvanias und lässt sich neue Mittel und Wege einfallen, alles an sich zu reißen. Er würde sich einen gläubigen Menschen nennen, doch Barmherzigkeit kennt er nicht. Heute sehen wir ihn als Fährmann in eine skrupellose Welt. Drei Biografien, die stellvertretend für das 19. Jahrhundert stehen, für ein Jahrhundert, in dem so vieles seinen Anfang nahm, mit dem wir heute zu leben, mit dem wir heute zu kämpfen haben, stellt die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková ins Zentrum ihres neuen Romans „Schokoladenblut“, der Anfang des Monats in deutscher Übersetzung erschienen ist. Wer sind diese drei, was haben sie uns hinterlassen, welche Linien ziehen sich durch ihre Leben und von dort in unsere Gegenwart? In dieser Folge das Bücher-Podcasts der F.A.Z. ist Radka Denemarková mit „Schokoladenblut“ zu Gast. Nach dem Gespräch kommt ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen nebst Lösung des Rätsels aus dem Mai 2026 und dem Namen der Gewinnerin oder des Gewinners eines Buchs, das wie immer unter den richtigen Einsendungen verlost wurde. Radka Denemarkovás „Schokoladenblut“ auf der Website des Verlags Hoffmann & Campe Der Preis des Literaturrätsels im Juni 2026, die Adresse für Ihre Einsendung und die Teilnahmebedingungen Die Adresse für Anregungen, Lob, Kritik Hören Sie mit FAZ+ unsere exklusiven Podcast-Folgen auf FAZ.NET, in der FAZ-App sowie über Apple Podcasts und Spotify – inklusive Zugriff auf alle Artikel der F.A.Z. Testen Sie FAZ+ jetzt 3 Monate lang für nur 4 € im Monat – hier geht’s zum Angebot. Mehr über die Angebote unserer Werbepartner finden Sie hier.
Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel

Eine Frau schleppt sich durch das winterliche Prag, am Ende ihrer Kräfte, am Ende ihres Lebens. Alle haben sich von ihr abgewandt. Heute liest jedes Schulkind in Tschechien ihren einzigen Roman. Und der zeigt nicht einmal, was für eine Schriftstellerin sie hätte sein können.

Eine Frau flieht nach Paris und schert sich nicht um das, was einer Frau in ihrer Zeit angeblich zusteht und was nicht. Sie mischt in den Debatten ihrer Zeit mit, wechselt ihre Liebhaber, kleidet sich wie ein Mann – und wird unter ihrem männlichen Autorenpseudonym berühmt.

Ein Mann schaut auf die Erdölfelder Pennsylvanias und lässt sich neue Mittel und Wege einfallen, alles an sich zu reißen. Er würde sich einen gläubigen Menschen nennen, doch Barmherzigkeit kennt er nicht. Heute sehen wir ihn als Fährmann in eine skrupellose Welt.

Drei Biografien, die stellvertretend für das 19. Jahrhundert stehen, für ein Jahrhundert, in dem so vieles seinen Anfang nahm, mit dem wir heute zu leben, mit dem wir heute zu kämpfen haben, stellt die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková ins Zentrum ihres neuen Romans „Schokoladenblut“, der Anfang des Monats in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Wer sind diese drei, was haben sie uns hinterlassen, welche Linien ziehen sich durch ihre Leben und von dort in unsere Gegenwart? In dieser Folge das Bücher-Podcasts der F.A.Z. ist Radka Denemarková mit „Schokoladenblut“ zu Gast. Nach dem Gespräch kommt ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen nebst Lösung des Rätsels aus dem Mai 2026 und dem Namen der Gewinnerin oder des Gewinners eines Buchs, das wie immer unter den richtigen Einsendungen verlost wurde.

Radka Denemarkovás „Schokoladenblut“ auf der Website des Verlags Hoffmann & Campe

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