
Früher war mehr Verbrechen
Nina & Katha
Beschreibung
Dabei besprechen die beiden nicht nur die Relevanz der Fälle für die Gegenwart, sondern schöpfen auch immer wieder aus ihrem großen Vorrat an Humor und (Selbst-)Ironie. Der Respekt vor den Opfern wird jedoch stets gewahrt.
Wenn Ihr auch mehr über vergangene Verbrechen erfahren wollt, hört Euch rein in „Früher war mehr Verbrechen“!
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#109 Medea (Teil 1) - Im 12. Jhd. v. Chr. war weniger verräterische Tochter
Einführung in die Geschichte von Medea
Die Episode behandelt die komplexe Geschichte von Medea, einer der faszinierendsten Figuren der griechischen Mythologie, und beleuchtet die Verbrechen, die sie begangen hat. Die Erzählung beginnt mit Medeas Loyalität zu Jason, die sie dazu bringt, ihre Familie zu verraten und ihm zu helfen, das goldene Vlies zu stehlen.
Die Rolle der Götter und Medeas Hilfe
Medea, als mächtige Zauberin, ist entscheidend für Jasons Erfolg. Sie verhilft ihm zu übernatürlicher Stärke und zur Lösung seiner scheinbar unlösbaren Aufgaben, was zu ihrer tiefen emotionalen Zerrissenheit führt, als sie erkennt, dass sie ihre Familie verrät.
Medeas Verbrechen
Die Episode hebt mehrere Verbrechen hervor, darunter den Verrat an ihrer Familie, die Beihilfe zum Mord an ihrem Bruder Absyrtos und die Anstiftung zum Mord an Pelias. Diese Taten werden als schwerwiegende Vergehen betrachtet, die die antiken Werte und die Konsequenzen von Verrat reflektieren.
Gesellschaftliche und mythologische Kontexte
Die Diskussion rund um Medeas Taten wird von der Betrachtung der gesellschaftlichen Normen und der Rolle von Frauen in der griechischen Mythologie geprägt, die oft von Männern dargestellt wurden. Zudem wird auf die Bedeutung von Vergehen und deren Konsequenzen in der antiken Gesellschaft eingegangen.
Ausblick auf die Tragödie von Euripides
Abschließend wird auf die kommenden Themen eingegangen, insbesondere auf die Tragödie von Euripides, die Medeas Charakter weiter vertieft und die moralischen Fragestellungen ihrer Taten thematisiert. Die Episode endet mit der Vorfreude auf die nächste Diskussion über Medeas noch schrecklichere Verbrechen.

#108 Deutschlands letzte Hexe – 1775 war mehr Todesurteil
Einführung in den Fall
Die Episode behandelt den Fall von Anna Maria Schwegelin, die 1775 als letzte Frau in Deutschland wegen Hexerei verurteilt wurde. Sie sitzt in einer Zelle und wartet auf ihr Urteil, das in drei Tagen verkündet werden soll. Die Moderatoren Nina und Katharina begrüßen die Hörer und danken denen, die den Fall vorgeschlagen haben.
Hintergrund und Anklage
Anna Maria Schwegelin wurde im Armen- und Zuchthaus in Langeneck beschuldigt, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Die Anklage basiert auf den Aussagen einer ehemaligen Mitinsassin, die als Denunziantin gilt. Der Richter Johann Franz Wilhelm Treuchtlinger leitet die Untersuchung, obwohl Hexenprozesse zu dieser Zeit bereits als überholt galten.
Das Leben von Anna Maria Schwegelin
Ihr Leben war geprägt von Armut und ständiger Arbeitssuche. Nach dem Tod ihrer Eltern war sie auf der Suche nach Anstellungen, bis sie ins Armenhaus eingewiesen wurde. Hier wurde sie schließlich denunziert. Anna Maria hat möglicherweise psychische Probleme und äußert sich in ihren Verhören merkwürdig, was die Vorwürfe verstärkt.
Der Prozess und das Urteil
Nach mehreren Verhören kommt der Richter zu dem Schluss, dass Anna Maria tatsächlich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Das Todesurteil wird erlassen, und die Vollstreckung soll am 11. April stattfinden. Überraschenderweise wird die Hinrichtung jedoch nie vollzogen.
Nachwirkungen und historische Bedeutung
Die Episode schließt mit der Feststellung, dass Anna Maria Schwegelin nicht hingerichtet wurde und 1781 nachweislich starb. Der Fall ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern wirft auch Fragen zur Rolle von Wissenschaft und Religion in der damaligen Zeit auf. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Hexenverfolgungen auch heute noch in vielen Ländern stattfinden.

#107 Der Piltdown Mensch – 1912 war mehr Missing Link
Der Piltdown-Mensch: Ein berühmter Hoax
Im Jahr 1912 wurden in Sussex menschliche Schädelfragmente entdeckt, die als die ältesten Beweise für menschenähnliche Vorfahren in England gefeiert wurden. Die Funde, die als Piltdown-Mensch bekannt wurden, schienen das fehlende Bindeglied in der menschlichen Evolution zu sein. Experten, angeführt von Arthur Smith Woodward und Charles Dawson, präsentierten die Entdeckung mit großer Begeisterung, obwohl erste Zweifel aufkamen.
Die Fälschung wird entlarvt
Nach Jahrzehnten der Anerkennung und wissenschaftlichen Diskussion stellte sich 1953 heraus, dass die Funde gefälscht waren. Analysen zeigten, dass die Fragmente viel jünger waren als ursprünglich angenommen und Teile eines Orang-Utans waren. Der Hoax wurde als eine Warnung für die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet, nicht blind den Autoritäten zu vertrauen und alle Funde kritisch zu hinterfragen.
Charles Dawson: Der mögliche Täter
Die Untersuchung der Umstände führte zu Charles Dawson, dem Hobbyarchäologen, der als Hauptverdächtiger gilt. Er hatte das nötige Wissen und die Möglichkeit, um die Fälschungen durchzuführen, und es stellte sich heraus, dass viele seiner anderen Funde ebenfalls gefälscht waren. Dawson starb 1916, ohne dass der Skandal um den Piltdown-Menschen aufgeklärt werden konnte.
Die Auswirkungen auf die Wissenschaft
Der Piltdown-Mensch verhinderte lange Zeit die Anerkennung bedeutender Funde in Afrika und Asien, was die Sicht auf die menschliche Evolution stark beeinflusste. Erst nach der Aufdeckung des Hoaxes erhielten diese anderen Entdeckungen die Aufmerksamkeit, die sie verdienten, und halfen, das Bild der Menschheitsgeschichte zu korrigieren.