
Blick in die Bibel
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Die Bibel steckt voller spannender Erzählungen – gemeinsam mit wöchentlich wechselnden Expertinnen und Experten sprechen wir über das Evangelium des Tages und was das Buch der Bücher für uns heute bedeuten kann.
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Episodenübersicht

Wie wird man Apostel und Jünger Jesu - Gespräch mit Joana Drießen
28.10.2026
Was bedeutet es, Apostel zu sein? Für Joana Drießen ist es wichtig, dass Jesus keine großen Könige oder angesehenen Persönlichkeiten als Apostel auserwählt hat, sondern scheinbar einfache Menschen. Er sieht in ihnen eine große Offenheit und Sehnsucht. Als Apostel oder Jünger zu leben bedeutet dabei mehr, als Jesus nah zu sein: Es heißt, seine Lebensweise zu teilen und seinen Glauben weiterzutragen. Auch Frauen, wie Maria Magdalena, waren Teil dieser Gemeinschaft um Jesus und haben hier die Männerschar enorm bereichert. Die heilende Kraft Jesu versteht Driessen als Wirken des Heiligen Geistes, der Menschen innerlich berührt und bewegt. Diese Kraft lässt sich nicht auf Knopfdruck abrufen. Es braucht Offenheit und Wachsamkeit, um Gottes Wirken im eigenen Leben wahrzunehmen.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel: Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus, Johannes, Philíppus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Simon, genannt der Zelót, Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskáriot, der zum Verräter wurde. Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Und In jener Zeit kamen einige Pharisäer zu Jesus und sagten zu ihm: Geh weg, zieh fort von hier, denn Herodes will dich töten. Er antwortete ihnen: Geht und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen, heute und morgen, und am dritten Tag werde ich vollendet. Doch heute und morgen und am folgenden Tag muss ich weiterwandern; denn ein Prophet darf nicht außerhalb Jerusalems umkommen. Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, in der ihr ruft: Gepriesen sei er, der kommt im Namen des Herrn! (Lk 13,31-35)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

Von der heilenden Kraft einer Umarmung - Gespräch mit Joana Drießen
26.10.2026
Was Menschen blockiert und ihnen die Kraft nimmt, sich dem Guten zuzuwenden, beschreibt Joana Drießen als das Gegenteil von Gott. Die erste Gemeindereferentin am Paderborner Dom spricht im Podcast „Blick in die Bibel“ über das Lukasevangelium (Lk 13,10–17), in dem Jesus eine Frau heilt, die seit vielen Jahren von einem Geist geplagt wurde. Besonders berührt Drießen, dass Jesus durch Berührung, das heißt durch Auflegen der Hände, heilt. Körperliche Nähe, eine Umarmung, eine tröstende Hand: Das könne spürbar machen, dass man mit seinen Belastungen nicht allein ist. Auch Jesu Heilung am Sabbat ist für Drießen ein Zeichen seiner Haltung: Trotz aller Regeln stellt er den Menschen in den Mittelpunkt. Jesus hält den Menschen den Spiegel vor und fragt, worum es wirklich geht. Denn der Glaube soll immer für die Menschen da sein und ihre Sorgen und Nöte im Blick behalten. Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge. Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Geist geplagt wurde; sie war ganz verkrümmt und konnte nicht mehr aufrecht gehen. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott. Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat! Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Diese Frau aber, die eine Tochter Abrahams ist und die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen? Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die großen Taten, die er vollbrachte. (Lk 13,10-17)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)

"Gnade für den trägen Feigenbaum" - im Gespräch mit Dr. Thomas Lemmen
24.10.2026
„Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle umkommen“: Die Worte Jesu im Lukasevangelium (Lk 13,1–9) klingen drastisch. Dr. Thomas Lemmen erklärt, was Jesus mit zwei rätselhaften Unglücksfällen deutlich macht: Weder die von Pilatus getöteten Galiläer noch die Opfer eines einstürzenden Turms wurden für ihre Sünden bestraft. Vielmehr ist die Botschaft ein eindringlicher Aufruf zur Umkehr. Zugleich macht das Gleichnis vom Feigenbaum Mut: Obwohl er lange keine Früchte trägt, bekommt er noch eine Chance. Für Lemmen liegt darin eine tröstliche Hoffnung: Es lohnt sich, nicht vorschnell aufzugeben, sondern noch einmal Hand anzulegen und darauf zu vertrauen, dass Gutes wachsen kann.Aus dem Evangelium nach Lukas:Zu jener Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen! (Lk 13,1-9)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)
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