
myMONK Podcast
Tim Schlenzig | myMONK
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#295 Was soll ich mit meinem Leben anfangen?
Taxigeschichte als Spiegel innerer Orientierung
Eine Begebenheit am Taxistand zeigt, wie Menschen oft wissen, was sie hassen, ohne ein klares Ziel zu haben. Der Fahrer verweigert verschiedene Orte, doch bleibt bewegungslos. Die Narrative fixieren sich auf das Vermeiden statt auf das Finden eines Ziels. Der Gast des Taxifahrers erkennt, dass Zeit verfliegt, wenn es kein klares Vorhaben gibt, und dass eine Richtung fehlt, um voranzukommen.
Selbstreflexion: ADHS, Interesse und Lebensgestaltung
Der Erzähler schildert eine Phase intensiver Selbstbefragung nach einer ADHS-Diagnose. Er erkennt, dass echte Neugier und Interesse am Prozess wichtiger sind als äußere Ziele. Monotones Abarbeiten funktioniert nicht; das Gehirn braucht Sinneseindruck und Beteiligung. Erst das Eintauchen in Dinge, die wirklich fesseln, erlaubt fokussierte, nachhaltige Entwicklung statt oberflächlicher Anstrengung.
Werteorientierung, Experimente statt starre Planung
Statt festgelegter Ziele rät die Perspektive, Werte in den Mittelpunkt zu stellen. Welche Fragen berühren wirklich? Welche Lebensrichtung lässt sich klein beginnen testen? Durch kleine Experimente lassen sich passende Wege finden, ohne sich zu früh festzulegen. Die Idee, dass man erst prüfen muss, bevor man entscheidet, wird als hilfreiche Orientierung beschrieben, während man dennoch offen für neue Erfahrungen bleibt.
Beobachtungen zum Mentoring und zu Neurodivergenz
Es wird angedeutet, dass Menschen mit Neurodivergenz vermehrt Interesse an Mentoring zeigen, auch wenn dieses nicht offen kommuniziert wird. Übungen und Austausch helfen beim Finden des individuellen Wegs, sei es beruflich oder persönlich. Die Darstellung betont, dass gegenseitiges Verständnis und individuelle Lebensentwürfe wichtiger sind als generische Ratschläge.

#294 Heute hör ich auf zu zweifeln (mit Sarah Desai)
Was das Imposter-Syndrom kennzeichnet
In dem Gespräch geht es um Selbstzweifel als zentrale Erfahrung, die viele Menschen begleitet. Das Imposter-Syndrom wird als psychologisches Phänomen beschrieben, das über Lebensphasen hinweg auftreten kann und bei etwa sieben von zehn Menschen wiederkehrt. Zwei Ausprägungen werden unterschieden: Der aushaltende Perfektionismus, der zu Überforderung führt, und der stille Rückzug, der das Handeln einschränkt. Beides erzeugt das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören.
Ursachen, Ausprägungen und Alltagsbezug
Der Umgang mit Zweifeln ist eng mit dem Bedürfnis verbunden, dazuzugehören und anerkannt zu werden. Das Gespräch verweist darauf, wie frühkindliche Prägungen, soziale Bewertungen und äußere Räume das Selbstwertgefühl beeinflussen. Oft führen äußere Erfolge dazu, dass innere Zweifel lauter werden, während Komplimente schwer angenommen werden. Die Angst, zu versagen oder zu entlarven zu sein, prägt das Verhalten in Beruf, Beziehungen und Alltag.
Ursprünge in der frühen Prägung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Es wird erläutert, wie sich im Kleinkindalter Spiegelung, Nähe und Ablehnung in das Selbstbild einschreiben. Zwänge durch Gruppenzugehörigkeit, Rollenbilder und Machtverhältnisse verstärken das Muster, besonders bei Minderheiten oder in privilegierten Strukturen. Der Gender-Kontrast, etwa der Pay-Gap, wird als äußere Bestätigung der inneren Zweifel beschrieben, wodurch sich Leistungserwartungen und Selbstwertgefühl verschränken.
Wege, die Selbstzweifel zu beobachten und zu transformieren
An praktischen Ansätzen wird betont, Zweifel anzunehmen statt zu verdrängen. Ansätze wie Acceptance and Commitment Therapy, das Beautiful Mess Effect-Konzept und der Blickwechsel von innerem Ich zu äußerer Wahrnehmung helfen, Handlung zu ermöglichen, ohne sich zu verausgaben. Die Illusion der Transparenz wird als Mischung aus Selbstbeobachtung und Fremdwahrnehmung erklärt, die reduziert werden kann, indem man sich auf konkrete wahrnehmbare Details konzentriert.

#293 Große Veränderungen, Selbsterkenntnis und mein neues Buch
Persönlicher Umgang mit ADS, Depressionen und Angststörungen
Der Sprecher beschreibt langanhaltende Schwierigkeiten mit emotionaler Regulation, Überforderung und Zweifeln an sich selbst. Depressionen und Angsterkrankungen begleiten sein Leben, teils verbunden mit unausgereifter ADS-Diagnostik. Durch Erkenntnisse und innere Veränderungen gewinnt er Verständnis dafür, wie diese Kombination seine Erfahrungen geprägt hat und warum frühere Anstrengungen oft nicht zu dem gewünschten Fortschritt führten.
Wandel durch Fokus, Schreiben und Sichtbarkeit
In einer Phase konzentrierten Arbeitens konnte er mehrere Buchprojekte vorantreiben. Ein neues Buch mit dem Titel Der kleine Kiosk der Weisheiten markiert einen Wendepunkt: Geschichten statt Ratgeber helfen ihm, Sinn zu finden, und er versucht, offener über seine Arbeit und Erlebnisse zu sprechen, ohne sich zu verstecken oder zu entwerten.
Brüche in der Selbstwahrnehmung und Umgang mit Kritik
Er reflektiert, dass er sich früher oft als unfähig und „nicht gut genug“ sah. Die Angst vor Kritik führte zu Zurückhaltung gegenüber eigener Arbeit. Gleichzeitig erkennt er, dass laute Marketing- und Erfolgsstrategien oft dominieren, während gute Qualität möglicherweise unentdeckt bleibt. Der Fokus liegt auf echter Auseinandersetzung mit dem eigenen Schaffen.
Buchkonzept: Geschichten als therapeutischer Weg
Das Buch vereint 111 Geschichten aus Gesprächen, Büchern, Therapien und dem Podcast. Die Erzählerfigur Kröger im Kiosk spricht mit Menschen, hört zu und teilt eine Geschichte, um Blickwinkel zu erweitern. Die Erzählungen behandeln zeitlose Themen wie Belastung, Wärme, Selbstfürsorge und den Umgang mit innerem Druck.