
Städel Mixtape
Städel Museum & ByteFM
Beschreibung
Der Podcast wird ermöglicht: In Partnerschaft mit Deutsche Bank.
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Chartplatzierungen
Aktuelle Platzierungen in den öffentlichen Podcast-Charts und in unseren eigenen Kategorien.
Apple Podcasts
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Corinne Wasmuht - Barrier
Einführung in Barrier von Corinne Wasmuth
Der Podcast thematisiert das Kunstwerk "Barrier" von Corinne Wasmuth, das in einer bewegten Bilderwelt zwischen Erinnerung und Realität schwebt. Die Zuhörer werden eingeladen, sich in die komplexe Bildsprache einzutauchen, die mit vertrauten, aber auch surrealen Elementen spielt.
Der kreative Prozess
Wasmuths Werk entsteht aus einer Vielzahl von Bildfragmenten, die aus Alltag und digitalen Quellen stammen. Sie wählt sorgfältig aus, um eine neue, dichte Collage zu schaffen, die in der Ölmalerei auf Holztafeln umgesetzt wird. Die langsame, detailverliebte Arbeitsweise steht in starkem Kontrast zu unserer schnelllebigen Bildkultur.
Musikalische Parallelen
Die Episode zieht Parallelen zwischen Wasmuths bildnerischem Schaffen und der Musik, insbesondere zu Genres wie Plunderphonics, in denen bestehende Werke neu zusammengesetzt werden. Diese künstlerischen Verfahren erfordern sowohl Geduld als auch ein tiefes Verständnis für die Beziehung zwischen den Teilen.
Visuelle und digitale Welten
Barrier wird als ein Raum beschrieben, der digitale und reale Elemente verbindet. Die Zuhörer erfahren, dass die Wahrnehmung von Realität in der heutigen Zeit durch die Flut an Bildern und Informationen komplexer geworden ist. Wasmuths Werk fordert dazu auf, innezuhalten und genauer hinzusehen.
Schlussfolgerung
Der Podcast diskutiert, wie Barrier nicht nur ein Kunstwerk ist, sondern auch eine Reflexion über unsere Wahrnehmung von Realität und Identität in einer von Bilddaten überfluteten Welt. Die Zuhörer werden ermutigt, über die Ursprünge von Motiven nachzudenken und wie diese in unsere eigene Wahrnehmung einfließen.

Lotte Laserstein - Russisches Mädchen mit Puderdose
Die Bedeutung der Morgenroutine
Die tägliche Routine des Selbstmake-ups, die oft als privat angesehen wird, hat sich in der heutigen Zeit zu einem beliebten Format in sozialen Medien entwickelt. Millionen von Zuschauern verfolgen Get-Ready-With-Me-Videos, die zeigen, wie Menschen sich für den Tag vorbereiten und dabei Produkte präsentieren. Dies reflektiert nicht nur persönliche Eitelkeit, sondern auch eine öffentliche Inszenierung des Selbstbildes.
Das Gemälde von Lotte Laserstein
Im Mittelpunkt der Episode steht das Gemälde "Russisches Mädchen mit Puderdose" von Lotte Laserstein aus dem Jahr 1928. Das Werk zeigt eine junge Frau, die sich konzentriert im Spiegel einer Puderdose betrachtet, und thematisiert die gesellschaftlichen Umbrüche der 1920er Jahre sowie neue Frauenbilder und den Wunsch nach Sichtbarkeit.
Frauen in den 1920er Jahren
Die 1920er Jahre waren geprägt von einem Wandel in der Wahrnehmung von Frauen und deren Rollen. Frauen erkämpften sich neue Freiheiten und Rechte. Der Bubikopf wurde zum Symbol einer modernen Frau, die Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit verkörperte. Künstlerinnen wie Laserstein und Sängerinnen wie Claire Waldorf prägten dieses neue Bild der Frau.
Der Einfluss der Kunst und Kultur
Lasersteins Kunst steht im Spannungsfeld zwischen Anerkennung und Vorurteilen in einer von Männern dominierten Kunstwelt. Ihr Werk, das aus einem Wettbewerb hervorging, zeigt eine Selbstbestimmtheit, die für die neue Frau der 1920er Jahre charakteristisch ist. Die Episode beleuchtet auch den Einfluss von Musik und Film auf die Darstellung des modernen Frauenbildes.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Der Aufstieg des Nationalsozialismus stellte die Erfolge von Künstlerinnen wie Laserstein in Frage und führte zu ihrer Emigration. Ihre Kunst bleibt jedoch ein bleibendes Zeugnis der Emanzipation und der Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert waren, um in der Gesellschaft anerkannt zu werden.

Meister von Flémalle - Heilige Veronika
Beschreibung der Darstellung und Bedeutung der Heiligen Veronika
Eine lebensgroße, älteren Frau darstellende Heilige hält ein feines, transparentes Tuch, in dem sich das Antlitz Jesu zeigt. Die Szene verbindet sichtbare Texturen von Stoff, Gold und Brokat mit einer beinahe real wirkenden Präsenz der Heiligen. Die Darstellung zielt darauf ab, das Erlebnis von Trost, Göttlichem Bild und Heilung zu vermitteln, das über Jahrhunderte hinweg Gläubige und Betrachter berührt hat.
Herkunft, Künstlerfrage und rätselhafter Meister
Der Maler wird als Meister von Flemal bezeichnet, ein Notname für eine Gemeinschaftsarbeit in einer Werkstatt, wahrscheinlich unter Leitung von Robert Campin. Die Zuordnung des Werks bleibt unsicher, doch die Verbindung von Öltechnik, feinen Details und gemeinschaftlicher Handschrift prägt das Bild. Die Spurensuche erinnert an Detektivarbeit in der Kunstgeschichte, bei der Namen und konkrete Urheber bis heute offenbleiben.
Symbolik von Stoff, Pflanzen und Schmuck
Unter dem Tuch liegt ein kostbarer Brokathintergrund, der wie ein Türrahmen eines Altars wirkt. Die Pflanzen an den Füßen – Brennnessel, Nelken, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht – dienen als Heil- und Leidenssymbole, während Edelsteine am Gewand Heilkräfte assoziieren. Das Bild verbindet irdische Elementarwelt mit göttlicher Sphäre, wodurch eine Brücke zwischen Erde und Himmel entsteht.
Restaurierung, Kontext und Bedeutung heute
Zwischen Renovierung und wissenschaftlicher Untersuchung wurde die Tafel intensiv erforscht, wodurch verborgene Unterzeichnungen, Vorzeichnungen und frühere Übermalungen sichtbar wurden. Die Restaurierung macht wieder greifbar, wie Leuchtkraft, Stoffe und Details wirken sollten. Damit verliert das Bild nicht seine Geschichte, sondern gewinnt neue Klarheit darüber, wie mittelalterliche Ikonografie in der Gegenwart wahrgenommen wird.