
Auf die Ohren - Der Museums-Podcast
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Beschreibung
Museumsdirektor Arnulf Schlüter und Roxane Bicker, Leitung der Kulturvermittlung, nehmen euch mit in die Welt des alten Ägypten. Sie erzählen von spannenden Objekten, besonderen Menschen, dem Alltag und historischen Zusammenhängen – und werfen dabei immer wieder einen Blick hinter die Kulissen des Museums.
In Staffel 7 geht es auf eine Reise durch Ägypten und darüber hinaus: Wir erkunden bedeutende Orte, Landschaften und ihre Geschichten – von Alexandria bis Naga im heutigen Sudan.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Magie für Mutter und Kind
Einführung in die altegyptische Magie
Der Podcast behandelt die Bedeutung der Magie im alten Ägypten, insbesondere im Kontext der Kindheit und Mutterschaft. Magie wurde als eine reale Kraft angesehen, die das tägliche Leben durchdrang und mit dem Schutz von Mutter und Kind eng verknüpft war.
Die Rolle von Heka
Die Ägypter betrachteten Heka, die magische Kraft, nicht als Gegensatz zur Wissenschaft oder Medizin, sondern als integralen Bestandteil des Lebens. Magie und Religion waren untrennbar verbunden, wobei Magie oft zur Abwehr von Unheil und zur Sicherung des Lebens angewandt wurde.
Magische Praktiken und Objekte
Magie war omnipräsent und wurde durch Amulette, Zaubersprüche und spezielle Rituale praktiziert. Insbesondere in gefährlichen Lebensphasen wie Schwangerschaft und Geburt waren magische Schutzmaßnahmen von großer Bedeutung. Dazu zählten beispielsweise Geburtsziegel und Schutzgottheiten wie Bes und Toeris.
Magische Texte und Quellen
Es gibt zahlreiche alte ägyptische Texte, die die Funktion und Bedeutung von Magie erläutern, darunter der Papyrus Ebers, der medizinische Rezepte und Zaubersprüche kombiniert. Magie wurde als legitime Wissensform angesehen, die von Priestern und Ärzten praktiziert wurde.
Alltagsanwendung von Magie
Im Alltag der Ägypter war Magie eine Methode, um mit sichtbaren und unsichtbaren Gefahren umzugehen. Sie fand Anwendung bei der Geburt, im häuslichen Alltag und sogar im Umgang mit dem Tod, wo sie entscheidend war, um das Weiterleben im Jenseits zu sichern.
Abschluss und Ausblick
Der Podcast schließt mit einem Rückblick auf die erfolgreiche Ausstellung „Kindheit am Nil“ und lädt die Hörer ein, die magischen Objekte und deren Bedeutungen bei zukünftigen Museumsausstellungen zu erkunden.

Kinder in der Kunst
Ägyptische Kunst als medio zur Ordnung
Anstatt Kunst im modernen Sinn zu verstehen, dient ägyptische Bildsprache der Herstellung von Ordnung, Dauer und Wirksamkeit. Bilder, Reliefs und Statuen zielen darauf ab, kosmische, soziale und religiöse Strukturen sichtbar zu machen, statt flüchtige Augenblicke abzubilden. Die Kunst strebt nicht nach Realismus, sondern nach einem idealen, erfahrenen Ganzen, das dauerhaft und handlungsleitend bleibt.
Darstellung von Kindern als Zeichen der Zukunft
Kinder erscheinen in der Kunst nicht als realistische Miniaturen, sondern durch ikonische Zeichen wie Nacktheit, Jugendlocke und Geste am Mund. Sie repräsentieren Heilleben, Nachfolge, Regeneration und die Fortsetzung der kosmischen Ordnung. In königlichen Kontexten verweisen sie zudem auf dynastische Stabilität, während sie in Gräbern als Teil idealisierter Familienbilder fungieren.
Bildsprache, Perspektive und Bedeutung
Die ägyptische Kunst arbeitet mit einer streng normierten Bildlogik, die Blickwinkel und Proportionen kombiniert und Bewegung analytisch statt illusionistisch darstellt. Es gibt keinen privilegierten Betrachterstandpunkt; das Bild zeigt vielmehr die grundlegende Natur eines Wesens. Diese Konventionen ermöglichen, dass Dinge dauerhaft als Wirklichkeit fungieren und nicht als flüchtiger Eindruck.
Alltagsleben und rationale Einordnung
Bilder geben Hinweise auf Kindheit im Alltag, bleiben aber filterte Darstellungen, die religiöse und gesellschaftliche Programme widerspiegeln. Kinder erscheinen oft in Grabreliefs, Familiengruppen oder Alltagsgegenständen; dennoch müssen wir Kontext, Symbolik und Elitenperspektive beachten. So liefern sie Einblicke, ohne neutrale Dokumentation zu liefern, und zeigen, wie Kultur Kindheit versteht, ordnet und bewahrt.
