BEHIND THE BEAT Producer Podcast
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BEHIND THE BEAT Producer Podcast

BEAT Magazine

Beschreibung

The Behind The BEAT Podcast features interviews and relaxed conversations with producers like you and me. They share three of their tracks and answer your top questions about music production. It's all about "create, learn, improve."

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Episode #63 mit Steven Wilson – Kann man Surround Superstar sein?

25.09.2026
Diese Folge widmet sich Steven Wilson, der als Songwriter, Gitarist, Produzent und Engineer den Klang immer gleich mitdenkt – und zu einer Art Dolby Surround Superstar aufgestiegen ist. Multiple Persönlichkeiten werden üblicherweise als Störung angesehen. In der Musik hingegen gelten sie als Auszeichnung. Schon in Porcupine Tree sah Steven Wilson sich bereits als Gruppe, ehe daraus eine richtige Band wurde. Und während bereits die stilistischen Pirouetten von PT für drei bis vier durchschnittliche Karrieren gereicht hätten, tobte er sich zusätzlich in einer Vielzahl von Nebenschauplätzen aus: I.E.M., Blackfield, No-Man, Continuum, Storm Corrosion. So ist ein wild wuchernder Diskographie-Wald entstanden, der Komplettisten Albträume beschert. Hinter dem Elektizismus und der Rastlosigkeit steht ein hungriger Hörer. Jahrelang waren Wilsons öffentlich geteilte Playlists eine Anlaufstelle für unkonventionelle Empfehlungen, in denen vermeintlich Kommerzielles neben Kunst stand, Kurioses neben Klassikern. In dem mit seinem langjährigen Kreativpartner Tim Bowness geführten Podcast „The Album Years” diskutieren sich die Freunde, fein säuberlich nach Jahrzehnt geordnet, durch die großen und möglicherweise überbewerteten Alben der Musikgeschichte – ein Konzept, mit dem sie inzwischen sogar vor Publikum auftreten. In den letzten Jahren hat sich Steven Wilson mit Remastering und Surround-Sound-Mixen ein weiteres Standbein aufgebaut und ist damit, in sofern das überhaupt möglich ist, in diesem Bereich zu einer Art Superstar aufgestiegen, dem einige der größten Bands, vor allem aus dem Progressive Rock und 80er-Jahre Synthie Pop, ihr Vertrauen schenken. Das Thema Klang ist somit für ihn präsenter denn je, weswegen wir das neuste Album seines Ambient-Elektronik-Projekts Bass Communion, „The Itself Of Itself,” als Aufhänger für ein Gespräch nahmen, in dem sich alles um Technologie, Klang und Experimente dreht. Das mag wie ein sehr fokussierter Aufhänger klingen. Doch steht gleichzeitig bereits das neue Solo-Album unter seinem bürgerlichen Namen in den Startlöchern – immer, wenn man meint, man habe seine musikalische Persönlichkeit genauer gefasst, ist sie einem bereits wieder entglitten.

Diese Folge widmet sich Steven Wilson, der als Songwriter, Gitarist, Produzent und Engineer den Klang immer gleich mitdenkt – und zu einer Art Dolby Surround Superstar aufgestiegen ist.

Multiple Persönlichkeiten werden üblicherweise als Störung angesehen. In der Musik hingegen gelten sie als Auszeichnung. Schon in Porcupine Tree sah Steven Wilson sich bereits als Gruppe, ehe daraus eine richtige Band wurde. Und während bereits die stilistischen Pirouetten von PT für drei bis vier durchschnittliche Karrieren gereicht hätten, tobte er sich zusätzlich in einer Vielzahl von Nebenschauplätzen aus: I.E.M., Blackfield, No-Man, Continuum, Storm Corrosion. So ist ein wild wuchernder Diskographie-Wald entstanden, der Komplettisten Albträume beschert.

Hinter dem Elektizismus und der Rastlosigkeit steht ein hungriger Hörer. Jahrelang waren Wilsons öffentlich geteilte Playlists eine Anlaufstelle für unkonventionelle Empfehlungen, in denen vermeintlich Kommerzielles neben Kunst stand, Kurioses neben Klassikern. In dem mit seinem langjährigen Kreativpartner Tim Bowness geführten Podcast „The Album Years” diskutieren sich die Freunde, fein säuberlich nach Jahrzehnt geordnet, durch die großen und möglicherweise überbewerteten Alben der Musikgeschichte – ein Konzept, mit dem sie inzwischen sogar vor Publikum auftreten.

In den letzten Jahren hat sich Steven Wilson mit Remastering und Surround-Sound-Mixen ein weiteres Standbein aufgebaut und ist damit, in sofern das überhaupt möglich ist, in diesem Bereich zu einer Art Superstar aufgestiegen, dem einige der größten Bands, vor allem aus dem Progressive Rock und 80er-Jahre Synthie Pop, ihr Vertrauen schenken.

Das Thema Klang ist somit für ihn präsenter denn je, weswegen wir das neuste Album seines Ambient-Elektronik-Projekts Bass Communion, „The Itself Of Itself,” als Aufhänger für ein Gespräch nahmen, in dem sich alles um Technologie, Klang und Experimente dreht. Das mag wie ein sehr fokussierter Aufhänger klingen. Doch steht gleichzeitig bereits das neue Solo-Album unter seinem bürgerlichen Namen in den Startlöchern – immer, wenn man meint, man habe seine musikalische Persönlichkeit genauer gefasst, ist sie einem bereits wieder entglitten.

Episode #62 mit Mads Kinnerup

30.07.2026
Diese Folge widmet sich Mads Kinnerup, der unsere Art Musik zu machen umdenken und die Potentiale von KI allen Kreativen zur Verfügung stellen möchte. Für Mads Kinnerup ist Musikmachen stets ein Experiment, ein Portal in die Zukunft. So verbrachte er stundenlange Sessions in den Stockholmer Elektron Studios mit klassischen Buchla-Systemen um seine persönliche Vision eines neuen Kreativansatzes zu realisieren. Auf diesem Ansatz beruhen seine Synthesizer-Alben „Interpolation” und „Invented Mythology”, die mit reduzierten Mitteln epische Klangwelten aufstoßen. Das nächste Werk wird sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – und damit politisch werden. Dass die Arbeit an dieser Veröffentlichung ganz unmittelbar mit seiner Anstellung als Assistenz-Professor am Kopenhagener Rhyhmic Music Conservatory verzahnt ist, beweist, dass Forschung und Kreativität bei Kinnerup nicht voneinander getrennt werden können. Am RMC entwickelt der dänische Produzent eine Software namens „Rave”, welche die selben Konzepte, die er in Stockholm mühsam händisch an Modularsystemen umsetzen musste, auf eine intuitive Weise erfahr- und spielbar machen soll. Das Ziel dahinter: Musik nicht mehr in einzelnen Spuren zu denken, sondern in Klangblöcken, die in ihrer Gesamtheit transformiert werden. Die Bedienung von Rave soll einfach und minimalistisch ausfallen, das Interface so direkt wie ein traditionelles Keyboard bedienbar sein. Doch verbergen sich dahinter Prozesse, deren Komplexität sonst nur von „intelligenten” Modellen beherrschbar wären und die sogar nach vielen Durchführungen eine gewisse Unvorhersehbarkeit behalten. Während Kinnerup die Potentiale von KI nicht leugnen mag, ahnt er eine dunkle Zukunft voraus, in der große Konzerne einen unaufholbaren technischen Vorsprung erreichen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen sich Musiker auf das besinnen, was sie noch immer besser können als die Maschinen: Einen direkten Kontakt zum Publikum aufbauen, sich in einem inspirierten Moment so unmittelbar wie möglich ausdrücken – und Experimente in erfahrbare Emotionen umzuwandeln.

Diese Folge widmet sich Mads Kinnerup, der unsere Art Musik zu machen umdenken und die Potentiale von KI allen Kreativen zur Verfügung stellen möchte.

Für Mads Kinnerup ist Musikmachen stets ein Experiment, ein Portal in die Zukunft. So verbrachte er stundenlange Sessions in den Stockholmer Elektron Studios mit klassischen Buchla-Systemen um seine persönliche Vision eines neuen Kreativansatzes zu realisieren. Auf diesem Ansatz beruhen seine Synthesizer-Alben „Interpolation” und „Invented Mythology”, die mit reduzierten Mitteln epische Klangwelten aufstoßen. Das nächste Werk wird sich mit dem Thema KI auseinandersetzen – und damit politisch werden.

Dass die Arbeit an dieser Veröffentlichung ganz unmittelbar mit seiner Anstellung als Assistenz-Professor am Kopenhagener Rhyhmic Music Conservatory verzahnt ist, beweist, dass Forschung und Kreativität bei Kinnerup nicht voneinander getrennt werden können. Am RMC entwickelt der dänische Produzent eine Software namens „Rave”, welche die selben Konzepte, die er in Stockholm mühsam händisch an Modularsystemen umsetzen musste, auf eine intuitive Weise erfahr- und spielbar machen soll.

Das Ziel dahinter: Musik nicht mehr in einzelnen Spuren zu denken, sondern in Klangblöcken, die in ihrer Gesamtheit transformiert werden. Die Bedienung von Rave soll einfach und minimalistisch ausfallen, das Interface so direkt wie ein traditionelles Keyboard bedienbar sein. Doch verbergen sich dahinter Prozesse, deren Komplexität sonst nur von „intelligenten” Modellen beherrschbar wären und die sogar nach vielen Durchführungen eine gewisse Unvorhersehbarkeit behalten.

Während Kinnerup die Potentiale von KI nicht leugnen mag, ahnt er eine dunkle Zukunft voraus, in der große Konzerne einen unaufholbaren technischen Vorsprung erreichen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen sich Musiker auf das besinnen, was sie noch immer besser können als die Maschinen: Einen direkten Kontakt zum Publikum aufbauen, sich in einem inspirierten Moment so unmittelbar wie möglich ausdrücken – und Experimente in erfahrbare Emotionen umzuwandeln.

Episode #61 mit Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival

06.07.2026
Diese Folge widmet sich Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival, der die ebenso harte wie aufregende Realität des modernen Festivalbetriebs aufdeckt. Nomen est Omen? In diesem Fall keineswegs! Schon nach den ersten Ausgaben wollte Gründer Claude Nobs den “Jazz” aus dem Titel seines Festivals streichen. Doch hatten sich alle zu sehr an den elegant von der Zunge gehenden Namen gewöhnt. Und so musste Nobs immer wieder erklären, dass Jazz für ihn ein Anspruch auf Vielfalt und Dynamik sei – keine starre Stilrichtung, deren ständige Weiterentwicklung Puristen am liebsten in den 60ern beendet hätten. Nobs war ein genialer Kommunikator, der die Auftritte auf der Bühne als MC selbst ankündigte, unzählige Ikonen mit dem Versprechen der Unsterblichkeit nach Montreux lockte und zum selbstgekochten Abendessen bei ihm zu Hause einlud. So wurde ein Event, das aufgrund der zwar idyllischen, aber logistisch ungünstigen Seelage des Austragungsortes, von Anfang an auf eine verhältnismäßig kleine Besucherzahl beschränkt war, zum vielleicht größten kleinen Festival der Welt. Die Marke indes wurde über hunderte Live-Alben im Katalog der besten Musiker des 20. Jahrhunderts global verankert und verbreitet – Viralität im embryonalen Stadium. Freilich kann sich kein Festival auf den Lorberen der Geschichte ausruhen und auch Montreux hat sich, vorbereitet durch Nobs bereits zu Lebenszeiten und dann beschleunigt und mit größerer Intensität nach seinem Tod 2013, immer wieder neu erfinden müssen. Dazu gehört eine breitere musikalische Palette, die inzwischen auch viel Elektronik einschließt, und eine smarte Social-Media-Strategie, die dafür sorgt, dass inzwischen nahezu 365 Tage im Jahr Montreux gefeiert wird. In den USA und China finden zudem Ableger statt, die den ursprünglichen Pioniergeist wieder aufleben lassen und in regem Austausch mit dem Original stehen. In unserem Interview mit dem MJF-Leiter Mathieu Jaton wird deutlich, dass sogar renommierte Festivals Alleinstellungsmerkmale brauchen sowie innovative Ideen, mit KünstlerInnnen zu kollaborieren. Der Name allein reicht nicht – das allerdings war gerade in Montreux schon immer klar.

Diese Folge widmet sich Mathieu Jaton vom Montreux Jazz Festival, der die ebenso harte wie aufregende Realität des modernen Festivalbetriebs aufdeckt.

Nomen est Omen? In diesem Fall keineswegs! Schon nach den ersten Ausgaben wollte Gründer Claude Nobs den “Jazz” aus dem Titel seines Festivals streichen. Doch hatten sich alle zu sehr an den elegant von der Zunge gehenden Namen gewöhnt. Und so musste Nobs immer wieder erklären, dass Jazz für ihn ein Anspruch auf Vielfalt und Dynamik sei – keine starre Stilrichtung, deren ständige Weiterentwicklung Puristen am liebsten in den 60ern beendet hätten.

Nobs war ein genialer Kommunikator, der die Auftritte auf der Bühne als MC selbst ankündigte, unzählige Ikonen mit dem Versprechen der Unsterblichkeit nach Montreux lockte und zum selbstgekochten Abendessen bei ihm zu Hause einlud. So wurde ein Event, das aufgrund der zwar idyllischen, aber logistisch ungünstigen Seelage des Austragungsortes, von Anfang an auf eine verhältnismäßig kleine Besucherzahl beschränkt war, zum vielleicht größten kleinen Festival der Welt. Die Marke indes wurde über hunderte Live-Alben im Katalog der besten Musiker des 20. Jahrhunderts global verankert und verbreitet – Viralität im embryonalen Stadium.

Freilich kann sich kein Festival auf den Lorberen der Geschichte ausruhen und auch Montreux hat sich, vorbereitet durch Nobs bereits zu Lebenszeiten und dann beschleunigt und mit größerer Intensität nach seinem Tod 2013, immer wieder neu erfinden müssen. Dazu gehört eine breitere musikalische Palette, die inzwischen auch viel Elektronik einschließt, und eine smarte Social-Media-Strategie, die dafür sorgt, dass inzwischen nahezu 365 Tage im Jahr Montreux gefeiert wird. In den USA und China finden zudem Ableger statt, die den ursprünglichen Pioniergeist wieder aufleben lassen und in regem Austausch mit dem Original stehen.

In unserem Interview mit dem MJF-Leiter Mathieu Jaton wird deutlich, dass sogar renommierte Festivals Alleinstellungsmerkmale brauchen sowie innovative Ideen, mit KünstlerInnnen zu kollaborieren. Der Name allein reicht nicht – das allerdings war gerade in Montreux schon immer klar.