
Buchmacherinnen – der BücherFrauen-Podcast
Ellen Braun, Susanne Martin, Gesa Oldekamp, Anja Samstag. Begründet von Jana Stahl († 2023)
Beschreibung
Hier gibt es Themen zu hören, die BücherFrauen bewegen, zum Beispiel Gespräche mit den BücherFrauen des Jahres, die im Mai von den BücherFrauen gewählt werden, sowie Buchtipps und Gespräche über aktuelle Buchbranchenthemen und das Jahresthema der BücherFrauen. In Planung sind außerdem Kooperationen mit anderen Podcasterinnen, aber auch Beiträge, die in einer BücherFrauen-Regionalgruppe und möglicherweise in Kooperation mit freien Radios vor Ort entstehen. Ähnlich wie beim Blog der BücherFrauen haben so alle Mitglieder des Netzwerks die Möglichkeit zum Podcast beizutragen.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Buchtipps zur feministischen Buchwoche 2026 aus dem BücherFrauen Netzwerk
Kontext und Ziel der feministischen Buchwoche
In einem Netzwerk rund um Bücherfrauen werden Lesungen, Diskussionen und Verlagsvorstellungen organisiert, um Autorinnen und deren Vielfalt sichtbar zu machen. Der Fokus liegt auf Austausch, Debatte und vernetztem Lesen statt auf einzelnen Werken. Empfehlungen aus dem Netzwerk entstehen durch kurze Nachrichten, die eine Bandbreite von Romanen bis zu Sachbüchern abbilden und ein gemeinsames Interesse an feministischen Perspektiven widerspiegeln.
Eindrücke zum Roman E. von Jehona Kizai
Der Roman behandelt Sprachlosigkeit und Heimatverlust einer Protagonistin kosovarischer Herkunft. Traumata prägen ihr Sprachbild, während sie sich in Deutschland zurechtfinden will. Der Text zeigt, wie Sprache Identität formt und wie Zugehörigkeit oft durch fremde Wortformen und kulturelle Brüche erkämpft wird, ohne dabei eine einfache Lösung vorzugeben.
Vielfalt der Erzählweisen in Spiegelland, Andere Perspektiven und Zwischen zwei Leben
Spiegelland entfaltet drei Zeitebenen, unterschiedliche Erzählstimmen und Fragen zur Wahrheit. Parallel dazu erzählt Zwischen zwei Leben von Befreiung, Selbstbestimmung und dem Bruch mit Erwartungen, verbunden mit einer ungewöhnlichen Erzählstruktur durch Briefe und Märchenfiguren, die Wege zur Selbstbestimmung aufzeigen. Beide Werke verbinden persönliche Entwicklung mit struktureller Bedeutung von Geschlecht.
Biografische Arbeiten und Zukunftsdenken
Die Romanbiografie zu Lotte Reiniger beleuchtet eine Pionierin des Trickfilms, deren Lebensweg künstlerische Durchsetzung und Liebesleben verknüpft. Ein weiteres Buch betrachtet Zukunftsfragen, indem es Szenarien als Denkraum statt als Orakel präsentiert und Leserinnen zu eigener Handlungskompetenz anregt, ohne feste Vorhersagen zu liefern.

Roman gegen das Vergessen: „Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte“ erhält die "Christine"
Einführung in den Literaturpreis Christine
Der Podcast präsentiert den Literaturpreis Christine, der seit 2021 alle zwei Jahre vergeben wird, um Autorinnen zu würdigen, die zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen und Mädchen beitragen. Namensgeberin ist die Schriftstellerin Christine de Pizan.
Der ausgezeichnete Roman und seine Bedeutung
Der Roman „Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte“ von Dulce Chacon, übersetzt von Friederike Hoforth, erhält den Christine-Preis. Der Podcast beleuchtet die emotionale, politische und poetische Kraft des Buches, das die Geschichten von Frauen in der Diktatur thematisiert.
Das Gespräch mit Friederike Hoforth
Yvonne de Andrés spricht mit der Übersetzerin über ihre Erfahrungen beim Übersetzen des Romans. Hoforth beschreibt die intensive Verbindung zu den Figuren und die Herausforderungen, die Sprache und Dialekte adäquat ins Deutsche zu übertragen, ohne die historische Authentizität zu verlieren.
Erinnerung und Schweigen in der Literatur
Hoforth hebt hervor, dass Chacons Werk Leerstellen nutzt, um das Schweigen der Frauen in der Diktatur hörbar zu machen. Diese Momente des Schweigens und der Trauer sind zentral für das Verständnis der Charaktere und ihrer Geschichten.
Der Einfluss des Romans und persönliche Reflexionen
Der Roman wird als wichtiges Werkzeug zur Erinnerung und zum Widerstand gegen das Vergessen beschrieben. Hoforth reflektiert über die Bedeutung der Solidarität und den Mut der Frauen, die trotz widriger Umstände ihre Geschichten erzählen.
Die Bedeutung des Christine-Preises für die Übersetzerin
Hoforth äußert ihre Dankbarkeit für die Auszeichnung als erste Übersetzerin und betont die Wichtigkeit, dass der Roman von vielen Menschen gelesen wird. Sie wünscht sich, dass Chacon die positive Wirkung ihres Werkes auf die Gesellschaft hätte miterleben können.

Empowerment durch Publizieren
Einführung und Hintergrund
In dieser Folge des Podcasts spricht Susanne Martin mit Nur Al-Zubi, einer Sozialarbeiterin und Referentin des Thüringer Flüchtlingsrates. Das Gespräch thematisiert die Jahrestagung der Bücherfrauen in Erfurt, die sich mit dem Kampf gegen Rechtsextremismus und für Demokratie beschäftigte.
Engagement von Nur Al-Zubi
Nur Al-Zubi, selbst 2015 aus Syrien geflüchtet, hat in Deutschland die Zeitung 'Neu in Gera' gegründet, um geflüchteten Menschen eine Stimme zu geben. Das Projekt zielt darauf ab, Vorurteile abzubauen und Migranten in die Gesellschaft zu integrieren.
Herausforderungen und Erfolge
Sie erzählt von den Schwierigkeiten, eine Zeitung in einer neuen Sprache zu gründen und von den positiven Reaktionen in der Gemeinschaft. Al-Zubi hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Geschichten von Migranten gehört werden, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen.
Zukunftsperspektiven
Obwohl das Projekt aufgrund von Corona und persönlichen Herausforderungen pausiert wurde, plant Al-Zubi, die Zeitung wiederzubeleben und eine spezielle Ausgabe für Frauen zu erstellen, um deren Stimmen zu stärken.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Das Gespräch endet mit der Hoffnung auf mehr Diversität in der Buchbranche und einer stärkeren Einbeziehung von Stimmen mit Migrationshintergrund. Al-Zubi ermutigt die Bücherfrauen, aktiv zu werden und interkulturelle Perspektiven zu fördern.