
bSD Talk: Digitalisierung für die Bauwirtschaft
buildingSMART Deutschland
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#43 mit Raffaela Schneid: Wie KI in der Bau- und Immobilienwirtschaft wirklich Mehrwert schafft
Einführung in das Thema KI in der Bauwirtschaft
Aktuell ist künstliche Intelligenz (KI) ein zentrales Gesprächsthema in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Viele Unternehmen sind bestrebt, KI-Lösungen zu implementieren, stehen jedoch vor der Herausforderung, von ersten Prototypen zu stabilen und benutzbaren Anwendungen überzugehen. Es wird diskutiert, was den Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten KI-Implementierungen ausmacht.
Überblick über die Rolle von Raffaella Schneid
Raffaella Schneid, Head of AI Innovation bei Dresdner und Sommer, erläutert ihre Aufgaben und Erfahrungen in der Transformation von KI-Projekten. Sie betont die Wichtigkeit von Datenmanagement und die Notwendigkeit, sich eng am Kerngeschäft zu orientieren, um die Technologie effektiv zu nutzen.
Lessons Learned und Herausforderungen bei KI-Implementierungen
Ein häufiges Problem ist die Überbewertung der Datenqualität und eine unzureichende Change Management-Strategie. Viele Unternehmen unterschätzen die Komplexität der Implementierung von KI und die Notwendigkeit, die Mitarbeiter in den Prozess einzubeziehen. Ein transparenter Dialog über Erwartungen und Prioritäten ist von entscheidender Bedeutung.
Der Weg von Prototypen zur produktiven Anwendung
Der Übergang von Proof of Concept zu einer produktiven Lösung erfordert eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung der Nutzererfahrung. Wichtig ist es, die User Experience zu optimieren und die Nutzung der Tools für die Mitarbeiter zu vereinfachen, um Akzeptanz zu schaffen.
Interne versus externe KI-Anwendungen
Der Schwerpunkt von Dresdner und Sommer liegt vor allem auf internen Prozessen. Bevor externe Produkte entwickelt werden, wird sichergestellt, dass interne Anwendungen effizient und qualitativ hochwertig sind. Die interne Nutzung bietet einen „Safe Space“ für Experimente, bevor man sich an externe Kunden wendet.
Kulturelle Dimensionen und Veränderungsmanagement
Der Umgang mit Ängsten und Widerständen gegenüber neuen Technologien ist ein wichtiger Aspekt der Transformation. Die Förderung einer offenen und transparenten Kommunikation sowie regelmäßige Schulungen helfen, Vorurteile abzubauen und Akzeptanz zu schaffen. Entscheider sollten selbst Erfahrungen mit KI sammeln, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

#42 mit Michael Zibell: BIM bei der BImA – Den Betrieb im Blick
Investitionen in die Infrastruktur
Deutschland investiert massiv in die Infrastruktur, mit 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität. Diese Modernisierungsanstrengungen werden durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) unterstützt, die eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielt.
Rolle der BIMA
Die BIMA verwaltet 19.000 Liegenschaften und ist seit 2023 für die Implementierung von Building Information Modeling (BIM) im Bundesbau verantwortlich. Dies ist Teil eines Masterplans zur Digitalisierung im öffentlichen Sektor, der von der BIMA in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien entwickelt wurde.
Michael Zibell und seine Erfahrungen
Michael Zibell, Abteilungsleiter für digitale Werkzeuge bei der BIMA, spricht über seinen Werdegang und die Herausforderungen der Digitalisierung innerhalb der BIMA. Er betont die Notwendigkeit klarer Prozesse, um die digitale Transformation effektiv umzusetzen.
Digitalisierung und Datenmanagement
Die BIMA hat Fortschritte bei der Zustandserfassung ihrer Liegenschaften gemacht, sieht sich jedoch Herausforderungen gegenüber, insbesondere hinsichtlich der Datenverfügbarkeit und -qualität. Zibell erläutert, dass datenbasierte Entscheidungen bereits getroffen werden, jedoch weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Datenbasis erforderlich sind.
Building Information Modeling (BIM)
BIM wird als wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation betrachtet, wobei der Fokus auf der Integration der Betriebsphase in den Planungsprozess liegt. Zibell hebt hervor, dass die BIMA nun auch Standards für Informationsanforderungen während der Bauprojekte definiert.
Open BIM und Marktveränderung
Die Entscheidung für Open BIM wird als strategisch wichtig erachtet, um den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Akteuren zu erleichtern und die Effizienz zu steigern. Die BIMA plant, diese Strategie weiter voranzutreiben und als öffentlicher Auftraggeber einen positiven Einfluss auf den Markt auszuüben.
Change Management und Schulung
Die BIMA hat Change-Management-Strategien implementiert, um die Mitarbeiter in die digitale Transformation einzubeziehen. Dies umfasst Schulungen und die Entwicklung eines klaren Kommunikationsplans, um die Akzeptanz neuer Technologien zu fördern.
Die Zukunft der Ingenieurausbildung
Zibell sieht die Notwendigkeit, dass zukünftige Ingenieure und Architekten Kompetenzen im Bereich KI und digitaler Werkzeuge erlernen, um in der sich schnell verändernden Landschaft des Bauwesens erfolgreich zu sein. Er betont die Wichtigkeit, schon in der Grundschule ein Bewusstsein für digitale Technologien zu schaffen.

#41 NRW als BIM-Vorreiter
NRW-BIM-Strategie und Standardisierung
Eine klare Ausrichtung in NRW betont BIM als Standard im Gebäudebereich. Es geht um Standardsetzung, Standardisierung und Wissensaufbau. Zur Unterstützung wurden Werkzeuge wie BIM-Scout eingeführt sowie Fortbildung durch eine BIM-School. Die kommunale Einbindung wird stark berücksichtigt, da Kommunen signifikante Investitionen tätigen. Offene Schnittstellen und Open BIM sollen Herstellerabhängigkeiten reduzieren und die Zusammenarbeit über Gewerke hinweg erleichtern.
Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Gebäuderessourcenpass
Der Einsatz von BIM dient der Reduktion von Treibhausgasemissionen und der Bewertung von Materialien über ihren CO2-Footprint. Datenbasierte Entscheidungsprozesse ermöglichen bessere Materialwahl und Berücksichtigung des Lebenszyklus. Öffentliche Förderung unterstützt digitale Gebäuderessourcenpässe, während Ökobaudat als Datengrundlage dient. Ziel ist, Transparenz und Anreizmechanismen für nachhaltiges Bauen zu schaffen, ohne Bürokratie zu überladen.
Modellbasierte Baugenehmigung und Regelwerke
Die modellbasierte Baugenehmigung soll Bauordnungen automatisierbar machen. Eine Modellierungsrichtlinie wird geprüft, um formale Anforderungen maschinenlesbar zu machen und Inhalte schrittweise zu prüfen. Pilotprojekte und ein offenes Bauportal sollen Vertrauen schaffen, während Prüfprozesse beschleunigt und Erstellerangaben frühzeitig validiert werden. Föderaler Austausch soll Harmonisierung fördern, ohne nationale Eigenheiten zu verneinen.
Künstliche Intelligenz im Bau und Zukunftsaussichten
KI wird als unterstützendes Werkzeug gesehen, das Planungs- und Prüfprozesse begleitet. Menschliche Expertise bleibt zentral, insbesondere bei sicherheitsrelevanten Bereichen wie Statik und Brandschutz. Fokus liegt auf Trusted Numbers, Wissensaufbau und souveräner Anwendung. Langfristig sollen Werkzeuge nahtlos zusammenwirken und in drei Jahren fortschrittliche, automatisierte Vorprüfungen ermöglichen, begleitet von Ausbildung und Anpassung der Fachrollen.