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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de
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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Warum wirken Marionetten auf der Bühne viel größer als sie wirklich sind?

27.10.2026
Es handelt sich um eine optische Täuschung, die absichtlich eingesetzt wird. Das bestätigte mir Karin Birkhold-Gerhards vom Marionettentheater in Schwäbisch Hall. Optische Täuschung wird durch mehrere Effekte erzielt Die Marionetten erscheinen so groß, weil die Requisiten – also die Gegenstände, mit denen sie zu tun haben, wie Stühle, Tische oder Türen – im Verhältnis etwas kleiner gestaltet sind. Neben diesen kleinen Gegenständen wirken die Figuren fürs Auge umso größer.Außerdem ist die Bühne selbst zwar relativ breit, hat aber nach hinten nur wenig Tiefe. Der Raum, in dem sich die Marionetten nach vorne und hinten bewegen, ist also relativ schmal. Das Bühnenbild wird aber so gestaltet bzw. gezeichnet, dass es so aussieht, als wäre nach hinten sehr viel Raum. Und auch dies lässt die Figuren größer erscheinen.Das alles funktioniert aber vor allem deshalb, weil der Zuschauer es mit künstlichen Figuren zu tun hat, bei denen er nicht weiß, wie groß sie wirklich sind. Wir sehen also die Tische, die Stühle und Türen und gehen davon aus: Die sind "normal" groß – gleichzeitig sieht das Auge die Figuren, die im Vergleich dazu übergroß erscheinen. Würde statt der Figuren ein Mensch die Bühne betreten, wäre die optische Täuschung weg – dann würde man sofort sehen, dass der Mensch "normal" groß ist und es sich bei den Tischen und Stühlen im Vergleich dazu um Mini-Gegenstände handelt.
Es handelt sich um eine optische Täuschung, die absichtlich eingesetzt wird. Das bestätigte mir Karin Birkhold-Gerhards vom Marionettentheater in Schwäbisch Hall.

Optische Täuschung wird durch mehrere Effekte erzielt

  1. Die Marionetten erscheinen so groß, weil die Requisiten – also die Gegenstände, mit denen sie zu tun haben, wie Stühle, Tische oder Türen – im Verhältnis etwas kleiner gestaltet sind. Neben diesen kleinen Gegenständen wirken die Figuren fürs Auge umso größer.
  2. Außerdem ist die Bühne selbst zwar relativ breit, hat aber nach hinten nur wenig Tiefe. Der Raum, in dem sich die Marionetten nach vorne und hinten bewegen, ist also relativ schmal. Das Bühnenbild wird aber so gestaltet bzw. gezeichnet, dass es so aussieht, als wäre nach hinten sehr viel Raum. Und auch dies lässt die Figuren größer erscheinen.
  3. Das alles funktioniert aber vor allem deshalb, weil der Zuschauer es mit künstlichen Figuren zu tun hat, bei denen er nicht weiß, wie groß sie wirklich sind. Wir sehen also die Tische, die Stühle und Türen und gehen davon aus: Die sind "normal" groß – gleichzeitig sieht das Auge die Figuren, die im Vergleich dazu übergroß erscheinen. Würde statt der Figuren ein Mensch die Bühne betreten, wäre die optische Täuschung weg – dann würde man sofort sehen, dass der Mensch "normal" groß ist und es sich bei den Tischen und Stühlen im Vergleich dazu um Mini-Gegenstände handelt.
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Woher kommen die Flüche "Sakradi" und "Kruzitürken"?

25.10.2026
Bayerische Flüche mit religiösem Hintergrund Das Bayerische hat eine ganze Reihe schöner Ausdrücke, die man in anderen Regionen seltsam findet. Hier ist die Herleitung aber nicht schwierig: "Kruzitürken" und "Sakradi" sind beides sogenannte Euphemismen. Es sind blasphemische Ausdrücke, die man etwas verändert, wodurch sie weniger schlimm werden. Von "Sacré Dieu" zu "Sakradi" "Sakradi" kommt von "Sacré Dieu", also "heiliger Gott". Wir sollen ja den Namen Gottes nicht unnütz brauchen, wie es in der Bibel heißt. Deswegen wird "Sacré Dieu" zu "Sakradi" umgeformt. "Kruzi" – in "Kruzitürken" – geht auf das "Kruzifix" zurück, also das Kreuz, an das der Heiland genagelt wurde. Das sollte man natürlich auch nicht im Alltag einfach so als Fluch verwenden. "Kruzitürken": Warum ausgerechnet "Türken"? "Kruzitürken" deshalb, weil "der Türke", genauer gesagt die Osmanen, über lange Zeit gefürchtete Feinde waren. Zweimal standen sie vor Wien – im 16. und im 17. Jahrhundert. Die Osmanen waren damals "die Heiden", "die Gefahr", "die Teufel im Osten", wie man sie manchmal genannt hat. Das war etwas, womit man besonders gut fluchen konnte. "Kruzitürken" ist also besonders stark. "Sapperlot" gehört auch in diese Reihe, das kommt ebenfalls aus dem Französischen. Und hier geht es immer um das Heilige, das verwendet werden soll – aber eben so verändert, dass es nicht mehr ganz so gotteslästerlich klingt. Vom "Gottes Blitz" zu "Potz Blitz" "Potz Blitz" ist ein weiteres altes Beispiel. "Gottes Blitz soll dich treffen" heißt das eigentlich. Aber aus "Gottes" bzw. "Gotts" wird "Potz" – und schon sind wir anscheinend auf der sicheren Seite.

Bayerische Flüche mit religiösem Hintergrund

Das Bayerische hat eine ganze Reihe schöner Ausdrücke, die man in anderen Regionen seltsam findet. Hier ist die Herleitung aber nicht schwierig: "Kruzitürken" und "Sakradi" sind beides sogenannte Euphemismen. Es sind blasphemische Ausdrücke, die man etwas verändert, wodurch sie weniger schlimm werden.

Von "Sacré Dieu" zu "Sakradi"

"Sakradi" kommt von "Sacré Dieu", also "heiliger Gott". Wir sollen ja den Namen Gottes nicht unnütz brauchen, wie es in der Bibel heißt. Deswegen wird "Sacré Dieu" zu "Sakradi" umgeformt. "Kruzi" – in "Kruzitürken" – geht auf das "Kruzifix" zurück, also das Kreuz, an das der Heiland genagelt wurde. Das sollte man natürlich auch nicht im Alltag einfach so als Fluch verwenden.

"Kruzitürken": Warum ausgerechnet "Türken"?

"Kruzitürken" deshalb, weil "der Türke", genauer gesagt die Osmanen, über lange Zeit gefürchtete Feinde waren. Zweimal standen sie vor Wien – im 16. und im 17. Jahrhundert. Die Osmanen waren damals "die Heiden", "die Gefahr", "die Teufel im Osten", wie man sie manchmal genannt hat. Das war etwas, womit man besonders gut fluchen konnte. "Kruzitürken" ist also besonders stark. "Sapperlot" gehört auch in diese Reihe, das kommt ebenfalls aus dem Französischen. Und hier geht es immer um das Heilige, das verwendet werden soll – aber eben so verändert, dass es nicht mehr ganz so gotteslästerlich klingt.

Vom "Gottes Blitz" zu "Potz Blitz"

"Potz Blitz" ist ein weiteres altes Beispiel. "Gottes Blitz soll dich treffen" heißt das eigentlich. Aber aus "Gottes" bzw. "Gotts" wird "Potz" – und schon sind wir anscheinend auf der sicheren Seite.

Sind schon alle chemischen Elemente entdeckt oder könnte es weitere geben?

25.10.2026
Von Wasserstoff bis Uran: die chemischen Elemente mit den Ordnungszahlen 1 bis 92 Womöglich – aber unwahrscheinlich. Die Wissenschaft kann natürlich nur Aussagen treffen über Dinge, die sie untersuchen kann – sie kann aber nicht beweisen, dass es bestimmte Dinge im Universum nicht gibt. Was sie sagen kann: Auf der Grundlage der bisher bekannten Naturgesetze dürfte es im Universum keine noch unbekannten Elemente geben. Und zwar deshalb, weil die chemischen Elemente – wie sie im bekannten Periodensystem stehen – einer inneren Systematik folgen. Was sie voneinander unterscheidet, ist vor allem die Zahl der Protonen – also der positiv geladenen Teilchen im Atomkern. So sind die Elemente praktisch durchnummeriert: Wasserstoff hat ein Proton, Helium hat zwei, Lithium drei. Dann geht es weiter mit Beryllium – vier – und Bor – fünf. Dann kommen die für uns so wichtigen Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff mit den Ordnungszahlen 6, 7 und 8. Diese Liste geht so weiter und endet – zumindest bei den natürlichen Elementen – bei 92; so viele Protonen hat nämlich das Uran. Das Uran ist das schwerste natürlich vorkommende Element, zumindest auf der Erde. Atome bestehen nicht nur aus Protonen, sondern auch aus Elektronen und Neutronen. Warum sind Elemente nur nach der Zahl der Protonen definiert? Zum einen bestimmt die Zahl der Protonen unmittelbar auch die Zahl der Elektronen. Von denen wiederum hängen die Eigenschaften eines Atoms ab: ob und wie es sich mit anderen Atomen und Molekülen verbindet, wie es auf Strahlung reagiert, wie es aussieht, wie es sich elektrisch verhält, ob es Strom leitet oder nicht. All diese Eigenschaften sind es ja, die einem Element überhaupt erst seinen typischen "Charakter" verleihen. Und diese Eigenschaften hängen von der Anzahl der Protonen ab. Aber man hat doch immer wieder Elemente entdeckt, die schwerer sind als Uran? Es gibt zwar noch ein paar Elemente, die schwerer sind – aber die wurden immer künstlich erzeugt, darunter auch das bekannte Plutonium, das als unwillkommenes Abfallprodukt in Atomkraftwerken entsteht. Das hat die Ordnungszahl 94 – besitzt also zwei Protonen mehr als Uran. Das Periodensystem kennt sogar weitere Elemente bis zur Ordnungszahl 118 – dem "Ununoctium". Doch all diese Elemente, die schwerer sind als Plutonium, sind äußerst instabil. Sie lassen sich nur künstlich herstellen und sind hoch radioaktiv – d.h. sie zerfallen im Bruchteil einer Sekunde. Das würde auch in anderen Teilen des Universums gelten – vorausgesetzt natürlich, dort herrschen die gleichen Naturgesetze. Und wie wissen wir das? Das ist die verbleibende Unbekannte: Wir können zwar vermuten, dass im gesamten Universum die gleichen Gesetze gelten und die Naturkonstanten den gleichen Wert haben – aber ganz sicher sein können wir nicht. Wir können nur sagen: Die uns bekannten Gesetze sorgen dafür, dass Materie aus den uns bekannten Atomen aufgebaut ist. Und alle Atome, die es nach diesen Gesetzen potenziell geben kann, kennen wir.

Von Wasserstoff bis Uran: die chemischen Elemente mit den Ordnungszahlen 1 bis 92

Womöglich – aber unwahrscheinlich. Die Wissenschaft kann natürlich nur Aussagen treffen über Dinge, die sie untersuchen kann – sie kann aber nicht beweisen, dass es bestimmte Dinge im Universum nicht gibt. Was sie sagen kann: Auf der Grundlage der bisher bekannten Naturgesetze dürfte es im Universum keine noch unbekannten Elemente geben. Und zwar deshalb, weil die chemischen Elemente – wie sie im bekannten Periodensystem stehen – einer inneren Systematik folgen. Was sie voneinander unterscheidet, ist vor allem die Zahl der Protonen – also der positiv geladenen Teilchen im Atomkern. So sind die Elemente praktisch durchnummeriert: Wasserstoff hat ein Proton, Helium hat zwei, Lithium drei. Dann geht es weiter mit Beryllium – vier – und Bor – fünf. Dann kommen die für uns so wichtigen Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff mit den Ordnungszahlen 6, 7 und 8. Diese Liste geht so weiter und endet – zumindest bei den natürlichen Elementen – bei 92; so viele Protonen hat nämlich das Uran. Das Uran ist das schwerste natürlich vorkommende Element, zumindest auf der Erde.

Atome bestehen nicht nur aus Protonen, sondern auch aus Elektronen und Neutronen. Warum sind Elemente nur nach der Zahl der Protonen definiert?

Zum einen bestimmt die Zahl der Protonen unmittelbar auch die Zahl der Elektronen. Von denen wiederum hängen die Eigenschaften eines Atoms ab: ob und wie es sich mit anderen Atomen und Molekülen verbindet, wie es auf Strahlung reagiert, wie es aussieht, wie es sich elektrisch verhält, ob es Strom leitet oder nicht. All diese Eigenschaften sind es ja, die einem Element überhaupt erst seinen typischen "Charakter" verleihen. Und diese Eigenschaften hängen von der Anzahl der Protonen ab.

Aber man hat doch immer wieder Elemente entdeckt, die schwerer sind als Uran?

Es gibt zwar noch ein paar Elemente, die schwerer sind – aber die wurden immer künstlich erzeugt, darunter auch das bekannte Plutonium, das als unwillkommenes Abfallprodukt in Atomkraftwerken entsteht. Das hat die Ordnungszahl 94 – besitzt also zwei Protonen mehr als Uran. Das Periodensystem kennt sogar weitere Elemente bis zur Ordnungszahl 118 – dem "Ununoctium". Doch all diese Elemente, die schwerer sind als Plutonium, sind äußerst instabil. Sie lassen sich nur künstlich herstellen und sind hoch radioaktiv – d.h. sie zerfallen im Bruchteil einer Sekunde. Das würde auch in anderen Teilen des Universums gelten – vorausgesetzt natürlich, dort herrschen die gleichen Naturgesetze.

Und wie wissen wir das?

Das ist die verbleibende Unbekannte: Wir können zwar vermuten, dass im gesamten Universum die gleichen Gesetze gelten und die Naturkonstanten den gleichen Wert haben – aber ganz sicher sein können wir nicht. Wir können nur sagen: Die uns bekannten Gesetze sorgen dafür, dass Materie aus den uns bekannten Atomen aufgebaut ist. Und alle Atome, die es nach diesen Gesetzen potenziell geben kann, kennen wir.