
Design Thinking Podcast
Ingrid Gerstbach
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

DT745: Wenn das bessere Produkt verliert
Die Illusion des besseren Produkts
Unternehmen glauben oft, dass ein überlegenes Produkt sich automatisch am Markt durchsetzen sollte. Dabei ist es entscheidend, dass Kunden nicht nur die Produkte, sondern auch ihre gewohnten Abläufe und Routinen vergleichen. Diese Episode beleuchtet, warum das bessere Produkt dennoch verlieren kann und warum Teams den gesamten Entwicklungsprozess und nicht nur die Lösung selbst testen sollten.
Vertrautheit und Gewohnheiten
Menschen sind Gewohnheitstiere, die vertraute Abläufe schätzen. Der Wechsel zu neuen Produkten kann als belastend und riskant empfunden werden, was zu einer Ablehnung führt. Selbst wenn das neue Produkt objektiv besser ist, kann der subjektive Preis des Wechsels hoch sein. Unternehmen müssen verstehen, dass die tatsächliche Konkurrenz oft das alte, bekannte Produkt ist.
Die Rolle von Design Thinking
Design Thinking bietet Methoden, um den Nutzer ins Zentrum zu stellen. Es ist wichtig, nicht nur das Produkt, sondern auch den Wechsel und die damit verbundenen Hürden zu betrachten. Kunden müssen den Nutzen eines neuen Produkts schnell erkennen können, um die Nutzung nicht abzulehnen. Die Hürden für den Wechsel sollten so gering wie möglich gehalten werden.
Empfehlungen für Unternehmen
Unternehmen sollten nicht nur die Funktionen ihrer Produkte testen, sondern auch den gesamten Wechselprozess sowie die Customer Journey überdenken. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Produktentwicklung und der Einführung des Produkts ist entscheidend für den Erfolg. Innovation beginnt dort, wo Menschen bereit sind, ihr gewohntes Verhalten zu ändern.

DT744: Die Innovation, die niemand sieht
Weglassen als Innovationsansatz
In dieser Episode wird thematisiert, dass Innovation häufig mit dem Hinzufügen neuer Elemente assoziiert wird, während das Weglassen von überflüssigen Elementen oft übersehen wird. Der Fokus liegt darauf, wie das Streichen von Prozessen oder Funktionen zu einer signifikanten Verbesserung führen kann.
Fallbeispiel Onboarding
Ein konkretes Beispiel stammt aus einem Workshop zu einem Onboarding-Prozess in einem großen Unternehmen. Statt neue Tools oder Schritte hinzuzufügen, wurde die Frage aufgeworfen, was weggelassen werden könnte, um die Überforderung neuer Mitarbeiter zu reduzieren.
Psychologische Aspekte des Weglassens
Die Episode erläutert psychologische Reflexe, die dazu führen, dass Menschen eher nach Ergänzungen als nach Reduzierungen suchen. Dies wird als "Subtraction Neglect" bezeichnet, was bedeutet, dass Menschen subtraktive Veränderungen seltener in Betracht ziehen.
Kulturelle Perspektiven
Die Diskussion zeigt, dass das Phänomen des Weglassens nicht nur auf westliche Kulturen beschränkt ist, sondern auch in anderen Kulturen, wie Japan, beobachtet wird. Es wird argumentiert, dass das Weglassen von Elementen oft politisch motiviert ist, da es die Identität und den Einfluss von Personen innerhalb eines Unternehmens in Frage stellen kann.
Design Thinking als Lösung
Design Thinking wird als effektive Methode vorgestellt, um den Fokus auf die Bedürfnisse der Nutzer zu legen und Wege zu finden, wie durch gezieltes Weglassen Prozesse und Produkte verbessert werden können. Methoden wie Scamper unterstützen diesen Ansatz.

DT743: Nur so eine Idee
Die Bedeutung beiläufiger Ideen
In Workshops wird oft auf die große, brillante Idee gewartet, doch Innovation kann auch in unscheinbaren Momenten entstehen. Diese Episode beleuchtet, wie beiläufige Sätze, oft in informellen Umgebungen wie Kaffeepausen, oft ehrlicher und kreativer sind als formelle Beiträge. Es wird erklärt, dass Menschen in weniger offiziellen Kontexten freier denken und dass gute Moderation dafür sorgt, dass solche Ideen nicht ungehört bleiben.
Die Rolle der Moderation
Eine gute Moderation ist entscheidend, um schwache Signale und Nebensätze aufzugreifen. Die Moderatoren sollten ein Umfeld schaffen, in dem alle Teilnehmenden sich sicher fühlen, ihre Ideen zu äußern, ohne Angst vor negativer Bewertung zu haben. Dies erfordert Empathie und ein Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden.
Psychologischer Druck und Kreativität
Der Druck, in Workshops sofort gute Ideen zu präsentieren, kann die Kreativität hemmen. Personen neigen dazu, ihre Gedanken abzuschwächen, um nicht als unklug wahrgenommen zu werden. Die Episode diskutiert, wie wichtig es ist, diesen Druck abzubauen und Raum für unperfekte, aber potenziell wertvolle Ideen zu schaffen.
Tipps zur Verbesserung der Workshop-Moderation
Die Moderatoren und Teilnehmenden sollten auf beiläufige Sätze achten und diese ernst nehmen. Es wird empfohlen, die Agenda flexibel zu handhaben, um Raum für spontane Ideen zu schaffen. Zudem sollte die psychologische Sicherheit gefördert werden, damit alle Teilnehmenden ihre Gedanken ohne Angst äußern können.