Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
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Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

ZMSBw - Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr

Beschreibung

Das ZMSBw stellt Bücher zur (Militär-)Geschichte vor

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Digitale Verteidigung: Künstliche Intelligenz und Sicherheit

01.09.2026
Künstliche Intelligenz (KI) ist in heutiger Zeit allgegenwärtig. Kaum ein Bereich des individuellen und gesellschaftlichen Lebens bleibt von ihr unberührt. Daraus resultiert, dass auch die in der internationalen Politik maßgebenden Akteure bestrebt sind, sich die Vorteile Künstlicher Intelligenz auch auf militärischem Gebiet zu Nutze zu machen. Oberstleutnant Gerrit Hohmann befasst sich im vorliegenden Werk ausführlich mit Anwendungen, Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Feld der inneren und äußeren Sicherheit. Der Quantensprung, den die KI im Vergleich mit früheren Computerprogrammen darstellt, liegt in ihrer Fähigkeit zur Bearbeitung von Aufgaben, die menschliche Intelligenz erfordern, z.B. Lernen oder Sprachverständnis.  Militärische Zwecke Für militärische Zwecke sind vor allem KI-Anwendungen interessant, die das Sammeln und schnelle Auswerten großer Datenmengen zwecks Erstellung digitaler Lagekarten erlauben, die gegnerische Kräfte auf dem Gefechtsfeld in Echtzeit sichtbar machen. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf seit 2022 gute Ergebnisse mit solchen Anwendungen erzielt, sowohl mit Produkten der US-Firma Palantir als auch mit dem selbst entwickelten Gefechtsführungssystem DELTA.  KI und Drohnen Auch die zunehmend wichtige Rolle von Drohnen geht auf KI zurück, die sowohl die Treffsicherheit als auch die Schwarmfähigkeiten der unbemannten Flugobjekte verbessern hilft. Wichtig ist, dass die Letztentscheidung über den Einsatz eines Waffensystems nicht durch KI, sondern grundsätzlich immer von Menschen getroffen wird.  Digitale Souveränität Der Autor plädiert dafür, die deutschen Anstrengungen in Sachen Digitalisierung, KI und digitale Souveränität erheblich zu steigern. Wer auf diesem Gebiet jetzt das Nötige zu tun versäumt, droht für lange Zeit abgehängt zu werden. Artikeltext: Christoph Kuhl Sprecher: Christoph Jan Longen

Künstliche Intelligenz (KI) ist in heutiger Zeit allgegenwärtig. Kaum ein Bereich des individuellen und gesellschaftlichen Lebens bleibt von ihr unberührt. Daraus resultiert, dass auch die in der internationalen Politik maßgebenden Akteure bestrebt sind, sich die Vorteile Künstlicher Intelligenz auch auf militärischem Gebiet zu Nutze zu machen.

Oberstleutnant Gerrit Hohmann befasst sich im vorliegenden Werk ausführlich mit Anwendungen, Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) auf dem Feld der inneren und äußeren Sicherheit. Der Quantensprung, den die KI im Vergleich mit früheren Computerprogrammen darstellt, liegt in ihrer Fähigkeit zur Bearbeitung von Aufgaben, die menschliche Intelligenz erfordern, z.B. Lernen oder Sprachverständnis. 

Militärische Zwecke

Für militärische Zwecke sind vor allem KI-Anwendungen interessant, die das Sammeln und schnelle Auswerten großer Datenmengen zwecks Erstellung digitaler Lagekarten erlauben, die gegnerische Kräfte auf dem Gefechtsfeld in Echtzeit sichtbar machen. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf seit 2022 gute Ergebnisse mit solchen Anwendungen erzielt, sowohl mit Produkten der US-Firma Palantir als auch mit dem selbst entwickelten Gefechtsführungssystem DELTA. 

KI und Drohnen

Auch die zunehmend wichtige Rolle von Drohnen geht auf KI zurück, die sowohl die Treffsicherheit als auch die Schwarmfähigkeiten der unbemannten Flugobjekte verbessern hilft. Wichtig ist, dass die Letztentscheidung über den Einsatz eines Waffensystems nicht durch KI, sondern grundsätzlich immer von Menschen getroffen wird. 

Digitale Souveränität

Der Autor plädiert dafür, die deutschen Anstrengungen in Sachen Digitalisierung, KI und digitale Souveränität erheblich zu steigern. Wer auf diesem Gebiet jetzt das Nötige zu tun versäumt, droht für lange Zeit abgehängt zu werden.

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen

Hessen und der Dritte Weltkrieg

09.07.2026
Auf welchem Stand waren die sowohl von der NATO bzw. der Bundeswehr als auch von den zuständigen zivilen Behörden getroffenen Vorbereitungen auf einen möglichen Verteidigungsfall bis 1990? Dieser Frage gehen im vorliegenden Werk am Beispiel Hessens Heiner Möllers und Cornelia Grosse nach, beide als Militärhistoriker und Militärhistorikerin am ZMSBw tätig. Stand der zivilen und militärischen Vorbereitungen mangelhaft An zahlreichen Beispielen zeigen Autorin und Autor, dass der Stand der militärischen und der zivilen Vorbereitungen vielfach zu wünschen übrigließ: Zusätzliche Krankenhäuser für die Truppe waren vorbereitet, doch die Verfügbarkeit von zusätzlichem medizinischem Personal war fraglich. Für die Versorgung von Kriegsgefangenen waren kaum Vorbereitungen getroffen. Schutzraumplätze waren Mangelware. In Hessen kam statistisch ein solcher Platz auf ca. 45 Einwohner. Flüchtlingsbewegungen sind nicht planbar Auch war unklar, ob man die zu erwartende Fluchtbewegung zahlreicher Bundesbürger in den Griff bekommen würde, die mit ihren Privat-Pkws viele Straßen verstopfen und den militärischen Aufmarsch behindern würden.  Schaffung einer zeitgemäßen Gesamtverteidigung Aus den Defiziten der Zeit bis 1990 zu lernen und für Gegenwart und Zukunft eine zeitgemäße Gesamtverteidigung zu schaffen, die auch künftig Krieg zu verhindern hilft – dazu will das Buch einen Beitrag leisten.  Artikeltext: Christoph Kuhl Sprecher: Christoph Jan Longen

Auf welchem Stand waren die sowohl von der NATO bzw. der Bundeswehr als auch von den zuständigen zivilen Behörden getroffenen Vorbereitungen auf einen möglichen Verteidigungsfall bis 1990? Dieser Frage gehen im vorliegenden Werk am Beispiel Hessens Heiner Möllers und Cornelia Grosse nach, beide als Militärhistoriker und Militärhistorikerin am ZMSBw tätig.

Stand der zivilen und militärischen Vorbereitungen mangelhaft

An zahlreichen Beispielen zeigen Autorin und Autor, dass der Stand der militärischen und der zivilen Vorbereitungen vielfach zu wünschen übrigließ: Zusätzliche Krankenhäuser für die Truppe waren vorbereitet, doch die Verfügbarkeit von zusätzlichem medizinischem Personal war fraglich. Für die Versorgung von Kriegsgefangenen waren kaum Vorbereitungen getroffen. Schutzraumplätze waren Mangelware. In Hessen kam statistisch ein solcher Platz auf ca. 45 Einwohner.

Flüchtlingsbewegungen sind nicht planbar

Auch war unklar, ob man die zu erwartende Fluchtbewegung zahlreicher Bundesbürger in den Griff bekommen würde, die mit ihren Privat-Pkws viele Straßen verstopfen und den militärischen Aufmarsch behindern würden. 

Schaffung einer zeitgemäßen Gesamtverteidigung

Aus den Defiziten der Zeit bis 1990 zu lernen und für Gegenwart und Zukunft eine zeitgemäße Gesamtverteidigung zu schaffen, die auch künftig Krieg zu verhindern hilft – dazu will das Buch einen Beitrag leisten. 

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen

Rasender Stillstand. Belarus - eine Revolution und die Folgen

28.05.2026
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Rasender Stillstand. Belarus – eine Revolution und die Folgen“ von Ingo Petz vor. Es erschien im Jahr 2025. Aufbruchstimmung, Widerstand, Kontrolle und Angst – belarussischer Alltag? Der Autor fragt, was von der Aufbruchsstimmung des Sommers 2020 geblieben ist und welche Möglichkeiten es heute für Veränderung gibt. Er beschreibt ein Regime, das sich durch Kontrolle und Angst stabilisiert, zugleich aber zunehmend auf innere Leere stößt und zeigt wie der belarussische Alltag von Einschüchterung, aber auch von kleinen, kaum sichtbaren Formen des Widerstands geprägt ist. Politische Analyse und Alltagsbeobachtungen Petz erzählt keine lineare Geschichte, sondern verwebt politische Analyse, Alltagsbeobachtung und persönliche Eindrücke. Er spricht mit Menschen im Land und im Exil, schildert das Leben politischer Gefangener, die Arbeit unabhängiger Medienschaffender und das Wirken einer Opposition, die im Ausland Strukturen für eine demokratische Zukunft ihres Landes aufbaut. Dabei gelingt es ihm, die abstrakten Schlagworte „Repression“ und „Widerstand“ mit Gesichtern und Stimmen zu füllen. Das Buch verzichtet auf große Thesen oder ein abschließendes Urteil. Stattdessen bietet es eine dichte Momentaufnahme eines gesellschaftlichen Zustands: Menschen, die versuchen zu überleben, zu hoffen, zu erinnern – und sich dabei zwischen Anpassung und Aufbegehren bewegen. Belarus – Zukunft eines Landes im Schatten Russlands und der Ukraine  Rasender Stillstand ist ein wichtiges Buch, weil der Blick nach Belarus in Europa im Schatten Russlands und der Ukraine oft verloren geht. Es zeigt, dass die Zukunft des Landes mitten in Europa mit darüber entscheidet, wie sich die Region nach dem Krieg ordnen wird. Das Land sollte nicht allein Moskaus Einfluss überlassen werden, sondern verlangt die bewusste Aufmerksamkeit Europas. Petz verzichtet auf politische Analyse und geopolitische Thesen und beschreibt stattdessen die alltäglichen Folgen autoritärer Herrschaft. Gerade deshalb wirkt sein Buch so eindringlich. Letztlich erinnert es auch uns daran, demokratische Werte nicht für selbstverständlich zu halten und diejenigen zu unterstützen, die unter großen Risiken für sie einstehen. Artikeltext: Kristiane Janeke Sprecher: Christoph Jan Longen

In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Rasender Stillstand. Belarus – eine Revolution und die Folgen“ von Ingo Petz vor. Es erschien im Jahr 2025.

Aufbruchstimmung, Widerstand, Kontrolle und Angst – belarussischer Alltag?

Der Autor fragt, was von der Aufbruchsstimmung des Sommers 2020 geblieben ist und welche Möglichkeiten es heute für Veränderung gibt. Er beschreibt ein Regime, das sich durch Kontrolle und Angst stabilisiert, zugleich aber zunehmend auf innere Leere stößt und zeigt wie der belarussische Alltag von Einschüchterung, aber auch von kleinen, kaum sichtbaren Formen des Widerstands geprägt ist.

Politische Analyse und Alltagsbeobachtungen

Petz erzählt keine lineare Geschichte, sondern verwebt politische Analyse, Alltagsbeobachtung und persönliche Eindrücke. Er spricht mit Menschen im Land und im Exil, schildert das Leben politischer Gefangener, die Arbeit unabhängiger Medienschaffender und das Wirken einer Opposition, die im Ausland Strukturen für eine demokratische Zukunft ihres Landes aufbaut. Dabei gelingt es ihm, die abstrakten Schlagworte „Repression“ und „Widerstand“ mit Gesichtern und Stimmen zu füllen.

Das Buch verzichtet auf große Thesen oder ein abschließendes Urteil. Stattdessen bietet es eine dichte Momentaufnahme eines gesellschaftlichen Zustands: Menschen, die versuchen zu überleben, zu hoffen, zu erinnern – und sich dabei zwischen Anpassung und Aufbegehren bewegen.

Belarus – Zukunft eines Landes im Schatten Russlands und der Ukraine 

Rasender Stillstand ist ein wichtiges Buch, weil der Blick nach Belarus in Europa im Schatten Russlands und der Ukraine oft verloren geht. Es zeigt, dass die Zukunft des Landes mitten in Europa mit darüber entscheidet, wie sich die Region nach dem Krieg ordnen wird. Das Land sollte nicht allein Moskaus Einfluss überlassen werden, sondern verlangt die bewusste Aufmerksamkeit Europas. Petz verzichtet auf politische Analyse und geopolitische Thesen und beschreibt stattdessen die alltäglichen Folgen autoritärer Herrschaft. Gerade deshalb wirkt sein Buch so eindringlich. Letztlich erinnert es auch uns daran, demokratische Werte nicht für selbstverständlich zu halten und diejenigen zu unterstützen, die unter großen Risiken für sie einstehen.

Artikeltext: Kristiane Janeke

Sprecher: Christoph Jan Longen