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WDR Online Hörfunk

Beschreibung

"Hören, was dahintersteckt", lautet das Motto des Gemeinschaftsprojekts ARD Radiofeature. Renommierte Journalistinnen und Journalisten recherchieren Themen, die unser soziales und politisches Leben berühren.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Nach 9/11: Deutschland im Krieg

04.09.2026

Ein geheimnisvoller Einsatz

Im November 2001 landen Oberstleutnant Jüdecke und ein KSK-Major ohne Erlaubnis der omanischen Behörden auf einem US-Stützpunkt im Oman. Auf Befehl von Bob Harwood, dem US-Kommandeur, fliegen sie nach Afghanistan, um als erste deutsche Soldaten am Kampfeinsatz nach 9/11 teilzunehmen. Ihre Mission beginnt unter dem Deckmantel der Geheimhaltung, während die Bundeswehr offiziell noch über ein Mandat diskutiert.

Politische Hintergründe

Die Einsätze der Bundeswehr nach den Anschlägen in den USA werden von der damaligen Bundesregierung als Akt der Solidarität interpretiert. Der Bundestag ist jedoch über die Einsätze unzureichend informiert, was zu Spannungen zwischen Militär und Politik führt. Verteidigungsminister Rudolf Scharping und andere Politiker müssen sich der Herausforderung stellen, die Zustimmung des Parlaments zu gewinnen, während sie gleichzeitig militärische Operationen durchführen.

Die Rolle der Soldaten

Die Soldaten, darunter Andreas Rückewoldt, berichten von den Herausforderungen und traumatischen Erlebnissen während ihrer Einsätze in Afghanistan. Viele Soldaten kehren mit psychischen Belastungen zurück, was die Debatte um die Verantwortung der Regierung für die Veteranen und deren Betreuung anheizt. Die Einsätze lassen sich nicht mehr nur als humanitäre Missionen darstellen, sondern zeigen auch die militärische Dimension der deutschen Außenpolitik.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Militärs und der Bundeswehr verändert sich durch die Einsätze nach 9/11. Während einige eine stärkere Rolle Deutschlands auf der Weltbühne befürworten, gibt es auch kritische Stimmen, die vor den Folgen militärischer Interventionen warnen. Der pazifistische Widerstand, repräsentiert durch Personen wie Christa Lörcher, bleibt stark und fordert eine grundlegende Diskussion über Krieg und Frieden.

Fazit

Die Einsätze der Bundeswehr nach 9/11 sind nicht nur ein Wendepunkt in der deutschen Militärgeschichte, sondern auch ein Spiegelbild der politischen, gesellschaftlichen und moralischen Herausforderungen, denen sich Deutschland gegenübersieht. Die Debatte um Verantwortung, Mandate und die Rolle des Parlaments bleibt relevant und prägt die sicherheitspolitische Landschaft bis heute.

Ein geheimnisvoller Einsatz

Im November 2001 landen Oberstleutnant Jüdecke und ein KSK-Major ohne Erlaubnis der omanischen Behörden auf einem US-Stützpunkt im Oman. Auf Befehl von Bob Harwood, dem US-Kommandeur, fliegen sie nach Afghanistan, um als erste deutsche Soldaten am Kampfeinsatz nach 9/11 teilzunehmen. Ihre Mission beginnt unter dem Deckmantel der Geheimhaltung, während die Bundeswehr offiziell noch über ein Mandat diskutiert.

Politische Hintergründe

Die Einsätze der Bundeswehr nach den Anschlägen in den USA werden von der damaligen Bundesregierung als Akt der Solidarität interpretiert. Der Bundestag ist jedoch über die Einsätze unzureichend informiert, was zu Spannungen zwischen Militär und Politik führt. Verteidigungsminister Rudolf Scharping und andere Politiker müssen sich der Herausforderung stellen, die Zustimmung des Parlaments zu gewinnen, während sie gleichzeitig militärische Operationen durchführen.

Die Rolle der Soldaten

Die Soldaten, darunter Andreas Rückewoldt, berichten von den Herausforderungen und traumatischen Erlebnissen während ihrer Einsätze in Afghanistan. Viele Soldaten kehren mit psychischen Belastungen zurück, was die Debatte um die Verantwortung der Regierung für die Veteranen und deren Betreuung anheizt. Die Einsätze lassen sich nicht mehr nur als humanitäre Missionen darstellen, sondern zeigen auch die militärische Dimension der deutschen Außenpolitik.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Militärs und der Bundeswehr verändert sich durch die Einsätze nach 9/11. Während einige eine stärkere Rolle Deutschlands auf der Weltbühne befürworten, gibt es auch kritische Stimmen, die vor den Folgen militärischer Interventionen warnen. Der pazifistische Widerstand, repräsentiert durch Personen wie Christa Lörcher, bleibt stark und fordert eine grundlegende Diskussion über Krieg und Frieden.

Fazit

Die Einsätze der Bundeswehr nach 9/11 sind nicht nur ein Wendepunkt in der deutschen Militärgeschichte, sondern auch ein Spiegelbild der politischen, gesellschaftlichen und moralischen Herausforderungen, denen sich Deutschland gegenübersieht. Die Debatte um Verantwortung, Mandate und die Rolle des Parlaments bleibt relevant und prägt die sicherheitspolitische Landschaft bis heute.

Versetzt statt verurteilt – Journalistin Gabriele Knetsch im Gespräch

17.08.2026

Einführung in den Fall von Peter Thiem

Peter Thiem, damals zwölf Jahre alt, erlebt im katholischen Internat in Bamberg sexuellen Missbrauch durch den Internatsleiter. Gemeinsam mit einem weiteren Schüler melden sie die Übergriffe, doch der Direktor verschwindet. Jahrzehnte später deckt die Journalistin Gabriele Knetsch die systematischen Missbrauchsfälle in der Kirche auf und beleuchtet die Strukturen, die solche Taten begünstigen.

Die Recherche zu Missbrauchsfällen

Knetsch berichtet von ihrer fünfjährigen Recherche, die sich mit den Fällen von Priesterübergriffen und der Rolle der Kirche bei deren Vertuschung auseinandersetzt. Sie stellt fest, dass viele Priester trotz Missbrauchsvorwürfen ins Ausland versetzt wurden, häufig mit dem Wissen von Kirchenvertretern.

Hürden und Herausforderungen in der Aufarbeitung

Die Recherche gestaltet sich schwierig, da viele Betroffene anonym bleiben wollen und der Zugang zu Kirchenarchiven stark eingeschränkt ist. Einige Betroffene, wie Peter Thiem, sind bereit, öffentlich zu sprechen, andere hingegen nicht.

Institutionelle Verantwortung und Täterschutz

Knetsch erklärt, dass der Opferschutz in der Vergangenheit oft hinter dem Täterschutz zurückstand, was auch die Versetzung von Priestern in andere Länder betrifft. Die Kirche habe häufig versucht, die Täter zu schützen, anstatt den Opfern Gerechtigkeit zukommen zu lassen.

Globale Dimension des Problems

Die Praktiken der Vertuschung und des Täterschutzes haben eine internationale Dimension, wobei Priester oft in Länder versetzt werden, in denen die Kontrolle geringer ist. Dies gefährdet die Sicherheit von Kindern in diesen Regionen.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Die Diskussion über die Verantwortung der Kirche und die Notwendigkeit einer transparenten Aufarbeitung ist zentral. Knetsch betont die Notwendigkeit, die Stimme der Opfer zu hören und ihnen Gehör zu verschaffen, um aus der Geschichte zu lernen und Gerechtigkeit zu schaffen.

Einführung in den Fall von Peter Thiem

Peter Thiem, damals zwölf Jahre alt, erlebt im katholischen Internat in Bamberg sexuellen Missbrauch durch den Internatsleiter. Gemeinsam mit einem weiteren Schüler melden sie die Übergriffe, doch der Direktor verschwindet. Jahrzehnte später deckt die Journalistin Gabriele Knetsch die systematischen Missbrauchsfälle in der Kirche auf und beleuchtet die Strukturen, die solche Taten begünstigen.

Die Recherche zu Missbrauchsfällen

Knetsch berichtet von ihrer fünfjährigen Recherche, die sich mit den Fällen von Priesterübergriffen und der Rolle der Kirche bei deren Vertuschung auseinandersetzt. Sie stellt fest, dass viele Priester trotz Missbrauchsvorwürfen ins Ausland versetzt wurden, häufig mit dem Wissen von Kirchenvertretern.

Hürden und Herausforderungen in der Aufarbeitung

Die Recherche gestaltet sich schwierig, da viele Betroffene anonym bleiben wollen und der Zugang zu Kirchenarchiven stark eingeschränkt ist. Einige Betroffene, wie Peter Thiem, sind bereit, öffentlich zu sprechen, andere hingegen nicht.

Institutionelle Verantwortung und Täterschutz

Knetsch erklärt, dass der Opferschutz in der Vergangenheit oft hinter dem Täterschutz zurückstand, was auch die Versetzung von Priestern in andere Länder betrifft. Die Kirche habe häufig versucht, die Täter zu schützen, anstatt den Opfern Gerechtigkeit zukommen zu lassen.

Globale Dimension des Problems

Die Praktiken der Vertuschung und des Täterschutzes haben eine internationale Dimension, wobei Priester oft in Länder versetzt werden, in denen die Kontrolle geringer ist. Dies gefährdet die Sicherheit von Kindern in diesen Regionen.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Die Diskussion über die Verantwortung der Kirche und die Notwendigkeit einer transparenten Aufarbeitung ist zentral. Knetsch betont die Notwendigkeit, die Stimme der Opfer zu hören und ihnen Gehör zu verschaffen, um aus der Geschichte zu lernen und Gerechtigkeit zu schaffen.

Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung

03.08.2026

Einführung in die Erlebnisse von Peter Thiem

Peter Thiem, ein ehemaliger Internatsschüler, berichtet von seinen Erfahrungen im katholischen Internat in Bamberg in den 1970er Jahren. An einem schicksalhaften Abend wird er von seinem Internatsleiter, Herrn Seifert, sexuell belästigt, was zu einer lebenslangen Auseinandersetzung mit diesen Erinnerungen führt.

Die Recherchen über Missbrauch in der katholischen Kirche

Die Journalistin Gabriele Knetsch verfolgt die Spur von Priester Seifert, der nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen ins Ausland versetzt wurde. Diese Praxis stellt ein Muster dar, das sie in weiteren Fällen dokumentiert, einschließlich eines anderen Priesters, Dieter Scholz, der ebenfalls in Bolivien tätig war, trotz früherer Missbrauchsvorwürfe.

Die Rolle der Bistümer und Vertuschung

Knetsch untersucht, wie Bistümer Priester mit Missbrauchsgeschichten ins Ausland entsenden, ohne die örtlichen Gemeinschaften zu informieren. Dabei wird deutlich, dass es ein System gibt, das diese Vertuschungen begünstigt und so den mutmaßlichen Tätern die Möglichkeit gibt, ihre Taten fortzusetzen.

Internationale Dimension des Missbrauchs

Die Problematik erstreckt sich über verschiedene Länder, wobei die katholische Kirche in Südamerika und Afrika mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert wird. Bischof Bob John Koroma kritisiert die Praktiken der Kirche und fordert eine öffentliche Anerkennung von Missbrauchsfällen und deren Aufarbeitung.

Aufarbeitung und Verantwortung

Peter Thiem und andere Betroffene fordern von der Kirche eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Vorfällen. Der Fall Seifert und die systematische Vertuschung werfen Fragen zur Verantwortung der Kirche auf, die bis heute nicht umfassend geklärt sind.

Einführung in die Erlebnisse von Peter Thiem

Peter Thiem, ein ehemaliger Internatsschüler, berichtet von seinen Erfahrungen im katholischen Internat in Bamberg in den 1970er Jahren. An einem schicksalhaften Abend wird er von seinem Internatsleiter, Herrn Seifert, sexuell belästigt, was zu einer lebenslangen Auseinandersetzung mit diesen Erinnerungen führt.

Die Recherchen über Missbrauch in der katholischen Kirche

Die Journalistin Gabriele Knetsch verfolgt die Spur von Priester Seifert, der nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen ins Ausland versetzt wurde. Diese Praxis stellt ein Muster dar, das sie in weiteren Fällen dokumentiert, einschließlich eines anderen Priesters, Dieter Scholz, der ebenfalls in Bolivien tätig war, trotz früherer Missbrauchsvorwürfe.

Die Rolle der Bistümer und Vertuschung

Knetsch untersucht, wie Bistümer Priester mit Missbrauchsgeschichten ins Ausland entsenden, ohne die örtlichen Gemeinschaften zu informieren. Dabei wird deutlich, dass es ein System gibt, das diese Vertuschungen begünstigt und so den mutmaßlichen Tätern die Möglichkeit gibt, ihre Taten fortzusetzen.

Internationale Dimension des Missbrauchs

Die Problematik erstreckt sich über verschiedene Länder, wobei die katholische Kirche in Südamerika und Afrika mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert wird. Bischof Bob John Koroma kritisiert die Praktiken der Kirche und fordert eine öffentliche Anerkennung von Missbrauchsfällen und deren Aufarbeitung.

Aufarbeitung und Verantwortung

Peter Thiem und andere Betroffene fordern von der Kirche eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Vorfällen. Der Fall Seifert und die systematische Vertuschung werfen Fragen zur Verantwortung der Kirche auf, die bis heute nicht umfassend geklärt sind.