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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#65: PPI – Sinnvoll verordnen & Risiken erkennen
Einführung in Protonpumpeninhibitoren (PPI)
Im Podcast wird das Thema der Protonpumpeninhibitoren (PPI) besprochen, die zu den häufigsten verordneten Arzneimitteln gehören. Es wird diskutiert, wann ihre Anwendung sinnvoll ist, welche Risiken und Interaktionen bestehen und wie sie im Praxisalltag häufig falsch eingesetzt werden.
Indikationen und Verordnungspraktiken
Die Hauptindikationen für die Verschreibung von PPIs sind gesicherte Refluxkrankheit, erosive Ösophagitis und die Prophylaxe von NSAR-assoziierten Ulzera bei Risikopatienten. Oft werden PPIs jedoch ohne klare Indikation verordnet, häufig nach Krankenhausaufenthalten, was zu unnötigen Risiken führt.
Dosierung und Behandlungsdauer
Die Therapie mit PPIs sollte zeitlich begrenzt sein. Für erosive Refluxösophagitis sind vier bis acht Wochen empfohlen, gefolgt von einer Bedarfsmedikation. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der PPI-Gabe ist entscheidend, um Langzeitfolgen und Überdosierungen zu vermeiden.
Risiken und Langzeitfolgen
Langfristige PPI-Anwendungen können zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln, erhöhtem Frakturrisiko und Infektionen führen. Eine kritische Nutzen-Risiko-Abwägung ist besonders bei älteren Patienten wichtig.
Pharmakokinetische Interaktionen
PPI können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, insbesondere solche, die über das Cytochrom-P450-System metabolisiert werden, wie Clopidogrel und Warfarin. Die Wahl des PPI ist daher von Bedeutung, wobei Pantoprazol weniger Interaktionen zeigt als Omeprazol.
Alternative Behandlungsansätze
Wenn eine PPI-Behandlung nicht mehr notwendig ist, sollten nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Gewichtsreduktion oder Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel in Betracht gezogen werden. H2-Rezeptor-Antagonisten können als alternative Medikamente dienen.
Absetzen von PPIs
Das plötzliche Absetzen von PPIs kann zu einem Säure-Rebound-Effekt führen, weshalb eine schrittweise Reduzierung empfohlen wird. Eine regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit ist wichtig.
Wirtschaftliche Aspekte der Verordnung
Es wird diskutiert, wann die Verordnung von PPIs als Kassenleistung gilt und wann Patienten die Kosten selbst tragen müssen. Die Wirtschaftlichkeit der Verordnung hängt von der Verfügbarkeit entsprechender apothekenpflichtiger Packungen ab.
Schlussfolgerungen
Wichtige Punkte sind die Prüfung der Indikation, Beachtung von Interaktionen und die Wahl des Wirkstoffs. Eine regelmäßige Überprüfung der PPI-Gabe ist unerlässlich, um unnötige Risiken zu vermeiden.

#64: Impfen bei Immundefizienz – richtig & wirtschaftlich verordnen
Impfungen bei Immundefizienz
Im Podcast diskutieren Dr. Katrin Lindh und Tina Sievert die wichtige Thematik der Impfungen für Patienten mit eingeschränktem Immunsystem. Sie betonen, dass die Entscheidung über notwendige Impfungen grundsätzlich den behandelnden Ärzten obliegt und keine Vorabgenehmigung erforderlich ist.
Erneute Grundimmunisierung
Ein Beispiel wird angeführt, bei dem Patienten nach einer Stammzelltransplantation eine Grundimmunisierung benötigen. Die STIKO empfiehlt, auch Erwachsene zu impfen, insbesondere wenn ihr Immunsystem nicht voll leistungsfähig ist. Kombinationsimpfstoffe mit höherem Antigen-Gehalt sollten bevorzugt werden.
Lebendimpfstoffe und individuelle Entscheidungen
Die Diskussion beinhaltet auch Lebendimpfstoffe, die bei einigen immundefizienten Patienten kontraindiziert sind. Eine Einzelfallentscheidung auf Grundlage einer Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich, insbesondere bei geplanter immunsuppressiver Behandlung.
Impfstrategie und Meningokokken
Die Impfempfehlungen für Meningokokken wurden kürzlich aktualisiert, wobei eine individuelle Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte notwendig ist. Es gibt keine Altersbegrenzung für die verfügbaren Impfstoffe.
RSV-Impfung und Grippeimpfungen
Die RSV-Impfung ist Standard für Patienten ab 75 Jahren, jedoch gibt es Einschränkungen für jüngere Patienten mit Immundefizienzen. Grippe- und Covid-19-Impfungen bleiben ebenfalls wichtig.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Die behandelnden Ärzte entscheiden über Impfungen, Impfstoffe werden als Sprechstundenbedarf verordnet. Vor immunsuppressiven Behandlungen sollten Antikörper gegen Varizellen getestet werden. Bei der AOK Niedersachsen sollte bei RSV-Impfungen für unter 60-Jährige vorab Kontakt aufgenommen werden.
