AOK Praxis-Talk
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AOK Praxis-Talk

AOK Niedersachsen

Beschreibung

Im „AOK Praxis-Talk“ – dem Podcast der AOK Niedersachsen für medizinisches Fachpersonal, Vertragsärztinnen und Vertragsärzte – dreht sich alles um die Arznei- und Heilmittelversorgung. Unsere Expertinnen und Experten stellen sich regelmäßig Ihren Fragen, antworten Ihnen ausführlich und machen damit Ihren Praxisalltag leichter. Also: Hören Sie doch einfach mal rein.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#65: PPI – Sinnvoll verordnen & Risiken erkennen

20.08.2026

Einführung in Protonpumpeninhibitoren (PPI)

Im Podcast wird das Thema der Protonpumpeninhibitoren (PPI) besprochen, die zu den häufigsten verordneten Arzneimitteln gehören. Es wird diskutiert, wann ihre Anwendung sinnvoll ist, welche Risiken und Interaktionen bestehen und wie sie im Praxisalltag häufig falsch eingesetzt werden.

Indikationen und Verordnungspraktiken

Die Hauptindikationen für die Verschreibung von PPIs sind gesicherte Refluxkrankheit, erosive Ösophagitis und die Prophylaxe von NSAR-assoziierten Ulzera bei Risikopatienten. Oft werden PPIs jedoch ohne klare Indikation verordnet, häufig nach Krankenhausaufenthalten, was zu unnötigen Risiken führt.

Dosierung und Behandlungsdauer

Die Therapie mit PPIs sollte zeitlich begrenzt sein. Für erosive Refluxösophagitis sind vier bis acht Wochen empfohlen, gefolgt von einer Bedarfsmedikation. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der PPI-Gabe ist entscheidend, um Langzeitfolgen und Überdosierungen zu vermeiden.

Risiken und Langzeitfolgen

Langfristige PPI-Anwendungen können zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln, erhöhtem Frakturrisiko und Infektionen führen. Eine kritische Nutzen-Risiko-Abwägung ist besonders bei älteren Patienten wichtig.

Pharmakokinetische Interaktionen

PPI können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, insbesondere solche, die über das Cytochrom-P450-System metabolisiert werden, wie Clopidogrel und Warfarin. Die Wahl des PPI ist daher von Bedeutung, wobei Pantoprazol weniger Interaktionen zeigt als Omeprazol.

Alternative Behandlungsansätze

Wenn eine PPI-Behandlung nicht mehr notwendig ist, sollten nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Gewichtsreduktion oder Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel in Betracht gezogen werden. H2-Rezeptor-Antagonisten können als alternative Medikamente dienen.

Absetzen von PPIs

Das plötzliche Absetzen von PPIs kann zu einem Säure-Rebound-Effekt führen, weshalb eine schrittweise Reduzierung empfohlen wird. Eine regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit ist wichtig.

Wirtschaftliche Aspekte der Verordnung

Es wird diskutiert, wann die Verordnung von PPIs als Kassenleistung gilt und wann Patienten die Kosten selbst tragen müssen. Die Wirtschaftlichkeit der Verordnung hängt von der Verfügbarkeit entsprechender apothekenpflichtiger Packungen ab.

Schlussfolgerungen

Wichtige Punkte sind die Prüfung der Indikation, Beachtung von Interaktionen und die Wahl des Wirkstoffs. Eine regelmäßige Überprüfung der PPI-Gabe ist unerlässlich, um unnötige Risiken zu vermeiden.

Einführung in Protonpumpeninhibitoren (PPI)

Im Podcast wird das Thema der Protonpumpeninhibitoren (PPI) besprochen, die zu den häufigsten verordneten Arzneimitteln gehören. Es wird diskutiert, wann ihre Anwendung sinnvoll ist, welche Risiken und Interaktionen bestehen und wie sie im Praxisalltag häufig falsch eingesetzt werden.

Indikationen und Verordnungspraktiken

Die Hauptindikationen für die Verschreibung von PPIs sind gesicherte Refluxkrankheit, erosive Ösophagitis und die Prophylaxe von NSAR-assoziierten Ulzera bei Risikopatienten. Oft werden PPIs jedoch ohne klare Indikation verordnet, häufig nach Krankenhausaufenthalten, was zu unnötigen Risiken führt.

Dosierung und Behandlungsdauer

Die Therapie mit PPIs sollte zeitlich begrenzt sein. Für erosive Refluxösophagitis sind vier bis acht Wochen empfohlen, gefolgt von einer Bedarfsmedikation. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der PPI-Gabe ist entscheidend, um Langzeitfolgen und Überdosierungen zu vermeiden.

Risiken und Langzeitfolgen

Langfristige PPI-Anwendungen können zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln, erhöhtem Frakturrisiko und Infektionen führen. Eine kritische Nutzen-Risiko-Abwägung ist besonders bei älteren Patienten wichtig.

Pharmakokinetische Interaktionen

PPI können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, insbesondere solche, die über das Cytochrom-P450-System metabolisiert werden, wie Clopidogrel und Warfarin. Die Wahl des PPI ist daher von Bedeutung, wobei Pantoprazol weniger Interaktionen zeigt als Omeprazol.

Alternative Behandlungsansätze

Wenn eine PPI-Behandlung nicht mehr notwendig ist, sollten nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Gewichtsreduktion oder Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel in Betracht gezogen werden. H2-Rezeptor-Antagonisten können als alternative Medikamente dienen.

Absetzen von PPIs

Das plötzliche Absetzen von PPIs kann zu einem Säure-Rebound-Effekt führen, weshalb eine schrittweise Reduzierung empfohlen wird. Eine regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit ist wichtig.

Wirtschaftliche Aspekte der Verordnung

Es wird diskutiert, wann die Verordnung von PPIs als Kassenleistung gilt und wann Patienten die Kosten selbst tragen müssen. Die Wirtschaftlichkeit der Verordnung hängt von der Verfügbarkeit entsprechender apothekenpflichtiger Packungen ab.

Schlussfolgerungen

Wichtige Punkte sind die Prüfung der Indikation, Beachtung von Interaktionen und die Wahl des Wirkstoffs. Eine regelmäßige Überprüfung der PPI-Gabe ist unerlässlich, um unnötige Risiken zu vermeiden.

#64: Impfen bei Immundefizienz – richtig & wirtschaftlich verordnen

22.07.2026

Impfungen bei Immundefizienz

Im Podcast diskutieren Dr. Katrin Lindh und Tina Sievert die wichtige Thematik der Impfungen für Patienten mit eingeschränktem Immunsystem. Sie betonen, dass die Entscheidung über notwendige Impfungen grundsätzlich den behandelnden Ärzten obliegt und keine Vorabgenehmigung erforderlich ist.

Erneute Grundimmunisierung

Ein Beispiel wird angeführt, bei dem Patienten nach einer Stammzelltransplantation eine Grundimmunisierung benötigen. Die STIKO empfiehlt, auch Erwachsene zu impfen, insbesondere wenn ihr Immunsystem nicht voll leistungsfähig ist. Kombinationsimpfstoffe mit höherem Antigen-Gehalt sollten bevorzugt werden.

Lebendimpfstoffe und individuelle Entscheidungen

Die Diskussion beinhaltet auch Lebendimpfstoffe, die bei einigen immundefizienten Patienten kontraindiziert sind. Eine Einzelfallentscheidung auf Grundlage einer Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich, insbesondere bei geplanter immunsuppressiver Behandlung.

Impfstrategie und Meningokokken

Die Impfempfehlungen für Meningokokken wurden kürzlich aktualisiert, wobei eine individuelle Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte notwendig ist. Es gibt keine Altersbegrenzung für die verfügbaren Impfstoffe.

RSV-Impfung und Grippeimpfungen

Die RSV-Impfung ist Standard für Patienten ab 75 Jahren, jedoch gibt es Einschränkungen für jüngere Patienten mit Immundefizienzen. Grippe- und Covid-19-Impfungen bleiben ebenfalls wichtig.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die behandelnden Ärzte entscheiden über Impfungen, Impfstoffe werden als Sprechstundenbedarf verordnet. Vor immunsuppressiven Behandlungen sollten Antikörper gegen Varizellen getestet werden. Bei der AOK Niedersachsen sollte bei RSV-Impfungen für unter 60-Jährige vorab Kontakt aufgenommen werden.

Impfungen bei Immundefizienz

Im Podcast diskutieren Dr. Katrin Lindh und Tina Sievert die wichtige Thematik der Impfungen für Patienten mit eingeschränktem Immunsystem. Sie betonen, dass die Entscheidung über notwendige Impfungen grundsätzlich den behandelnden Ärzten obliegt und keine Vorabgenehmigung erforderlich ist.

Erneute Grundimmunisierung

Ein Beispiel wird angeführt, bei dem Patienten nach einer Stammzelltransplantation eine Grundimmunisierung benötigen. Die STIKO empfiehlt, auch Erwachsene zu impfen, insbesondere wenn ihr Immunsystem nicht voll leistungsfähig ist. Kombinationsimpfstoffe mit höherem Antigen-Gehalt sollten bevorzugt werden.

Lebendimpfstoffe und individuelle Entscheidungen

Die Diskussion beinhaltet auch Lebendimpfstoffe, die bei einigen immundefizienten Patienten kontraindiziert sind. Eine Einzelfallentscheidung auf Grundlage einer Nutzen-Risiko-Abwägung ist erforderlich, insbesondere bei geplanter immunsuppressiver Behandlung.

Impfstrategie und Meningokokken

Die Impfempfehlungen für Meningokokken wurden kürzlich aktualisiert, wobei eine individuelle Risikoabschätzung durch die behandelnden Ärzte notwendig ist. Es gibt keine Altersbegrenzung für die verfügbaren Impfstoffe.

RSV-Impfung und Grippeimpfungen

Die RSV-Impfung ist Standard für Patienten ab 75 Jahren, jedoch gibt es Einschränkungen für jüngere Patienten mit Immundefizienzen. Grippe- und Covid-19-Impfungen bleiben ebenfalls wichtig.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die behandelnden Ärzte entscheiden über Impfungen, Impfstoffe werden als Sprechstundenbedarf verordnet. Vor immunsuppressiven Behandlungen sollten Antikörper gegen Varizellen getestet werden. Bei der AOK Niedersachsen sollte bei RSV-Impfungen für unter 60-Jährige vorab Kontakt aufgenommen werden.

#6: Sprechstundenbedarf – Kompakt erklärt | Update 2026

18.06.2026
Als Sprechstundenbedarf (SSB) werden Mittel bezeichnet, die Praxen bei der vertragsärztlichen Behandlung für mehr als eine Patientin oder einen Patienten brauchen. Auch bestimmte Artikel, die für Notfälle in der Praxis erforderlich sind, gelten als Sprechstundenbedarf. Das können zum Beispiel Verbandstoffe, Arzneimittel und Diagnostik- und Diagnosebedarf sein. Bei Ihrer täglichen Arbeit begegnen Ihnen viele Fragen: Wo liegt die Abgrenzung zum Praxisbedarf? Wie fülle ich eine Verordnung für Sprechstundenbedarf richtig aus? Welche Informationen bietet der sogenannte „Musterkoffer“ als Arbeitshilfe für Verordnungen über den Sprechstundenbedarf? Den Musterkoffer finden Sie im geschützten Bereich Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung: KVN Portal Login Eine Hilfestellung für die wirtschaftliche Verordnung von Verbandmitteln stellt die AOK Niedersachsen auf ihrer Gesundheitspartnerseite mit ihrer Preisübersicht zur Wundversorgung zur Verfügung. Was regelt die Vereinbarung zum Sprechstundenbedarf? Die Sprechstundenbedarfsvereinbarung definiert Verordnungsmodalitäten für die Verordnung von Sprechstundenbedarf in Niedersachsen. Die Anlage 1 dieser Vereinbarung regelt, welche Mittel für die vertragsärztliche Behandlung als Sprechstundenbedarf bestellt werden können. Sie finden die Vereinbarung online auf der Gesundheitspartnerseite der AOK Niedersachsen: Sprechstundenbedarfsvereinbarung In dieser Episode besprechen wir für Sie die Zusammenhänge, die in der Sprechstundenvereinbarung beschrieben sind, und geben Hinweise zur Verordnungsweise. Noch ein Tipp: Weitere nützliche Informationen zur Arznei- und Heilmittelversorgung finden Sie online: aok-gesundheitspartner.de Die Kassenärztliche Vereinigung bietet in ihrem geschützten Bereich ebenfalls Informationen zur Versorgung mit Arznei- und Heilmitteln: kvn.de Wünschen Sie weitere Informationen oder einen individuellen Beratungstermin für die Praxis? Wir sind gern für Sie da. Schreiben Sie uns einfach eine Mail oder rufen Sie uns an. Kontaktdaten: Mail: praxis-talk@nds.aok.de Telefon Arzneimittelberatung: 0511 285-13356