
F.A.Z. Künstliche Intelligenz
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Beschreibung
Einmal im Monat sprechen Peter Buxmann und Holger Schmidt mit Gästen über Einsatzfelder der künstlichen Intelligenz in Unternehmen und die Entwicklung neuer datengetriebener Geschäftsmodelle. Peter Buxmann und Holger Schmidt erforschen am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt die Potenziale der künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Wenn der Vorstandschef selbst mit KI programmiert
09.09.2026
Wie setzt ein klassischer Mittelständler generative KI produktiv ein? Für Philipp Eckelmann, der seit 2021 als Vorstandsvorsitzender die Wiesbadener Eckelmann AG leitet, beginnt die Antwort mit der eigenen Praxis. Als Chef eines Unternehmens, das industrielle Automatisierungslösungen entwickelt, programmiert er nach Feierabend selbst mit den neuesten KI-Werkzeugen, um deren Chancen und Grenzen aus eigener Erfahrung beurteilen zu können.
Auch in der Belegschaft wird generative KI inzwischen flächendeckend eingesetzt. Trotz gestiegener Tokenkosten rechnet sich die Nutzung nach Eckelmanns Einschätzung klar. Ein besonders wichtiges Anwendungsfeld ist die Softwareentwicklung. Dabei beobachtet er eine Lernkurve bei den Beschäftigten: Statt pauschal auf die leistungsfähigsten und teuersten Modelle zu setzen, greifen Mitarbeiter für viele Aufgaben inzwischen eigenständig auf kleinere Sprachmodelle zurück. „Die größeren Modelle sind nicht zwangsläufig immer auch die besseren, gerade aus wirtschaftlicher Sicht“, sagt Eckelmann.
Besonders stark könne der Nachwuchs von den neuen Werkzeugen profitieren. Berufsanfänger erreichten mit Unterstützung generativer KI heute deutlich schneller ein Leistungsniveau, für das früher wesentlich mehr Berufserfahrung notwendig gewesen sei.
Doch die Technologie verändert nicht nur interne Abläufe, sondern auch die Softwarebranche selbst. Einfache Anwendungen oder Websites lassen sich heute innerhalb weniger Tage entwickeln. Für kleinere Softwarehäuser, deren Geschäftsmodell stark auf individuell entwickelter Software beruht, könne diese Entwicklung durchaus problematisch werden. Weniger leicht angreifbar seien dagegen Softwarelösungen für auditierungs- und dokumentationspflichtige Kernprozesse, etwa bei großen Anbietern wie SAP. Dort spielten Zertifizierung, Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit eine wesentlich größere Rolle als die reine Geschwindigkeit der Softwareentwicklung.
Eckelmann betrachtet KI allerdings nicht als universelle Lösung für betriebliche Probleme. Beim viel diskutierten Konzept der Predictive Maintenance im Maschinenbau etwa dämpft er die Erwartungen. Er habe solche Lösungen „selten überzeugend umgesetzt“ gesehen. Ein Grund liege darin, dass viele industrielle Anlagen hochgradig individualisiert seien und sich Erkenntnisse deshalb nur begrenzt von einer Maschine auf eine andere übertragen ließen. Hinzu kämen Einschränkungen bei der Nutzung und Zusammenführung von Maschinendaten.
Mit massiven Jobverlusten durch KI rechnet Eckelmann nicht. Trotz zunehmender Automatisierung – sowohl innerbetrieblich als auch im Vertrieb – bleibe der Mensch aus seiner Sicht unverzichtbar. „Menschen arbeiten mit Menschen, und Menschen kaufen übrigens auch von Menschen“, sagt Eckelmann.
Die Folge ist Teil unseres Podcasts „Künstliche Intelligenz“. Er geht der Frage nach, was KI leisten kann, wo sie bereits eingesetzt wird, wie sie Wirtschaft und Gesellschaft verändert und welchen Beitrag sie künftig leisten könnte. Hosts des Podcasts sind Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, und Holger Schmidt, Leiter der Digitalwirtschaft-Redaktion. Die Podcast-Folgen erscheinen jeweils am ersten Mittwoch im Monat.
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Kuka-Chef: Die Fabrik der Zukunft kauft keine Roboter mehr
05.08.2026
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BSI-Präsidentin Claudia Plattner: „Wir stellen uns auf raues Wetter ein”
01.07.2026
Wie verändert generative KI die Bedrohungslage für Unternehmen und staatliche Institutionen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Folge des F.A.Z. KI-Podcasts mit Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Im Gespräch warnt sie angesichts der neuen Qualität von KI-gestützten Cyberangriffen: „Wir stellen uns auf raues Wetter ein.“ Das Kernproblem der Cyberabwehr sieht sie in einer fundamentalen Asymmetrie: Während Unternehmen durch Freigabeprozesse gebremst würden, agierten kriminelle Netzwerke hochgradig arbeitsteilig und regellos: „Die haben Stand heute einen echten Geschwindigkeitsvorteil“. KI verschärfe dieses Ungleichgewicht weiter, da Angreifer Schwachstellensuche und die entsprechenden Attacken automatisieren und skalieren könnten. Das Bild des Hackers im Kapuzenpullover mit leeren Pizzakartons sei schlicht überholt, so Plattner.
Ein konkretes Sicherheitsdefizit sieht die BSI-Präsidentin beim Identitätsmanagement für autonome KI-Agenten. Agieren solche Systeme im Namen von Unternehmen, zum Beispiel beim Versenden von E-Mails oder dem Zugriff auf Webdienste, fehle es noch an robusten Standards, die sicherstellten, dass sie nicht mehr täten als erlaubt. „Da sehe ich noch zu wenig Bewegung“, mahnt sie und verweist auf den Hauptgrund: „Im Moment haben natürlich auch alle Dollarzeichen in den Augen.“ Zudem weist sie auf ein weiteres strukturelles Risiko hin: Wer Firmenwissen ohne entsprechende Einschränkung bezüglich der Datenverwendung in KI-Systeme eingebe, riskiere, dass Daten an Wettbewerber abfließen. Europa müsse deshalb eigene Foundation Models entwickeln.
Um der veränderten Bedrohungslage insgesamt zu begegnen, setzt das BSI auf den Ausbau staatlicher Strukturen, auch mit dem neuen AI Security Institut. Ziel sei es, neue KI-Modelle systematisch zu bewerten und sich im internationalen Verbund auszutauschen. Daneben setze das BSI auf den sogenannten „Cyberdome“: Phishing-Domänen sollen automatisch erkannt und blockiert werden, bevor Nutzer sie überhaupt aufriefen. Was heute noch Handarbeit sei, solle künftig vollautomatisiert ablaufen: Auffälligkeiten erkennen, Handlungsempfehlungen durch Analysen generieren und entsprechende Aktionen ausführen. Geplant seien auch systematische Scans auf Schwachstellen in der deutschen Netzinfrastruktur.Mit Blick auf die Zukunft schätzt Plattner zudem die Risiken durch Quantencomputing ein, wodurch gängige Verschlüsselungsverfahren zukünftig entschlüsselbar werden könnten. Das BSI empfiehlt daher, sensible Datenbestände bis 2030 auf neue Verfahren umzustellen. Die BSI-Chefin nimmt die Unternehmen in die Pflicht: „Wir nehmen das ernst. Tut ihr es auch.“
Die Folge ist Teil unseres Podcasts „Künstliche Intelligenz“. Er geht den Fragen nach, was KI kann, wo sie angewendet wird, was sie bereits verändert hat und welchen Beitrag sie in der Zukunft leisten kann. Hosts des Podcasts sind Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, und Digitalwirtschaft-Redaktionsleiter Holger Schmidt. Die Podcast-Folgen erscheinen jeweils am ersten Mittwoch im Monat.
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