Morgenimpuls
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Morgenimpuls

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Beschreibung

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Ohne Gedöns

28.10.2026
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Im Lukasevangelium gibt es eine Stelle in der heute berichtet wird, dass Jesus eine ganze Nacht im Gebet verbringt, um am nächsten Tag seine Jünger zusammenzurufen. Er bespricht mit seinem Vater im Himmel, wie seine Gefolgschaft aussehen soll und wie es weitergehen soll mit der Ausbreitung seiner Botschaft vom liebenden Gott. Am nächsten Tag wählt er sich aus ihnen seine 12 engsten Freunde, Berater, Begleiter, Verkünder aus. Und diese zwölf könnten unterschiedlicher nicht sein: der impulsive Petrus, der stillere Johannes, die Donnersöhne und so weiter. Allein die beiden, an die heute gedacht wird, Simon und Judas Thaddäus, sind wenig genannt und treten kaum in Erscheinung. Aber sie gehören zu denen, die sich Jesus in seinen engsten Kreis geholt hat. Vielleicht wird an ihnen deutlich, dass es nicht um sie gehen soll, sondern um Jesus. Dass nicht die Boten, die Überbringer der Botschaft im Vordergrund stehen sollen, sondern die Botschaft selbst und der, der sie ausgeschickt hat. Ich kennen so viele Menschen, die unglaublich viel Engagement in ganz vielfältigen Dingen in Kirche und Gesellschaft zeigen und vieles voranbringen, was durch hauptamtliche Kirchenleute immer wieder vertagt und nicht entschieden wird. Und die meisten dieser Engagierten werden von sich echt nicht behaupten, Visionäre zu sein, die an erster Stelle stehen, sondern eher gern an zweiter Stelle, und dann das tun, was andere liegenlassen oder sich nicht anzupacken trauen, weil es heiße Eisen und neue Dinge sind, die sich entwickeln und wo man noch nicht genau weiß, wo es hingehen wird.Aber wahrscheinlich ist das der Punkt: viele Menschen sind wie Simon und Judas Gesandte ihres Herrn und tun das, was ER ihnen aufträgt, was andere liegen lassen, was andere sich nicht trauen. Und dadurch, und genau durch sie, wird das Evangelium verkündet, Jesus und seine Botschaft für die Menschen in den normalen, einfachen Dingen vorangebracht und ohne Gedöns – wie man in Köln sagt – die Kirche aufgebaut.
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Im Lukasevangelium gibt es eine Stelle in der heute berichtet wird, dass Jesus eine ganze Nacht im Gebet verbringt, um am nächsten Tag seine Jünger zusammenzurufen. Er bespricht mit seinem Vater im Himmel, wie seine Gefolgschaft aussehen soll und wie es weitergehen soll mit der Ausbreitung seiner Botschaft vom liebenden Gott. Am nächsten Tag wählt er sich aus ihnen seine 12 engsten Freunde, Berater, Begleiter, Verkünder aus. Und diese zwölf könnten unterschiedlicher nicht sein: der impulsive Petrus, der stillere Johannes, die Donnersöhne und so weiter. Allein die beiden, an die heute gedacht wird, Simon und Judas Thaddäus, sind wenig genannt und treten kaum in Erscheinung. Aber sie gehören zu denen, die sich Jesus in seinen engsten Kreis geholt hat. Vielleicht wird an ihnen deutlich, dass es nicht um sie gehen soll, sondern um Jesus. Dass nicht die Boten, die Überbringer der Botschaft im Vordergrund stehen sollen, sondern die Botschaft selbst und der, der sie ausgeschickt hat. Ich kennen so viele Menschen, die unglaublich viel Engagement in ganz vielfältigen Dingen in Kirche und Gesellschaft zeigen und vieles voranbringen, was durch hauptamtliche Kirchenleute immer wieder vertagt und nicht entschieden wird. Und die meisten dieser Engagierten werden von sich echt nicht behaupten, Visionäre zu sein, die an erster Stelle stehen, sondern eher gern an zweiter Stelle, und dann das tun, was andere liegenlassen oder sich nicht anzupacken trauen, weil es heiße Eisen und neue Dinge sind, die sich entwickeln und wo man noch nicht genau weiß, wo es hingehen wird.Aber wahrscheinlich ist das der Punkt: viele Menschen sind wie Simon und Judas Gesandte ihres Herrn und tun das, was ER ihnen aufträgt, was andere liegen lassen, was andere sich nicht trauen. Und dadurch, und genau durch sie, wird das Evangelium verkündet, Jesus und seine Botschaft für die Menschen in den normalen, einfachen Dingen vorangebracht und ohne Gedöns – wie man in Köln sagt – die Kirche aufgebaut.

Lieb haben

27.10.2026
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Mehrmals in der Woche besuche ich unsere alten Schwestern im Altenheim und bin immer wieder begeistert, wie intensiv oft unsere Gespräche sind. Eine unserer dementen Schwestern ist mir dieser Tage fast entgegengerannt und ist mir um den Hals gefallen, als ich gekommen bin. Also habe ich sie auf meinen Besuchstouren durch das Haus mitgenommen. Sie kann kaum noch sprechen, aber ihre emotionalen Bewegungen sind ja ungebrochen da und entsprechen auch dem, wie ich sie kenne.Mit einer unserer hochalten Schwestern kam ich also ins Gespräch über die Schwächen unserer Kirche und die vielen Missstände in den Leitungspositionen, die vielfältigen Missbrauchsvergehen und den schlechten Umgang mit den Opfern. Die Mitschwester hat sich sehr ereifert und erzählt, dass sie schon manchmal gebetet hat, der Herr möge doch endlich mal seine ganze Macht und Herrlichkeit zeigen und damit beweisen, dass er da sei und all das Böse, das geschieht, nicht ungestraft geschehen lässt. Ich würde an Gottes Stelle mal so richtig auf den Tisch hauen, damit es endlich alle begreifen.Ich habe ihr zugehört und zunächst nichts gesagt und dann kam der Satz, den ich von so einer alten Schwester nicht erwartet hätte. Sie sagte: "Aber weißt Du, Gott hat den Menschen bei seiner Erschaffung einen freien Willen gegeben und dieser freie Wille ist diesem Gott so wichtig, dass er niemanden mit Gewalt zwingen wird, anders zu handeln. Seine einzige Möglichkeit der Einflussnahme ist, ihm zu zeigen, dass er ihn liebt."Ich war sehr bewegt und berührt und wir haben sehr lange geschwiegen und nachgedacht und wir hatten die demente Schwester, die gemütlich im Sessel saß, fast vergessen. Als ihr das Schweigen wahrscheinlich zu lange gedauert hat, hat sie den Kopf gehoben uns angestrahlt und gesagt: "Genau, lieb haben!"Wir haben gelacht und dann ist mir erst bewusst geworden, was die Konsequenz dieser zwei Worte war: Wenn schon Gott der Allmächtige seine Macht nur zeigen kann, in dem er die Menschen liebt, mit all ihren guten und bösen Seiten, so können auch wir, die wir uns Christen nennen, gar nicht anders als nur lieb haben. Das ist oft nicht so easy, wie es klingt, und nicht unbedingt leicht, wenn man um die Schwächen und Bösartigkeiten weiß, aber es gibt keine andere Möglichkeit: nur lieb haben.
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Mehrmals in der Woche besuche ich unsere alten Schwestern im Altenheim und bin immer wieder begeistert, wie intensiv oft unsere Gespräche sind. Eine unserer dementen Schwestern ist mir dieser Tage fast entgegengerannt und ist mir um den Hals gefallen, als ich gekommen bin. Also habe ich sie auf meinen Besuchstouren durch das Haus mitgenommen. Sie kann kaum noch sprechen, aber ihre emotionalen Bewegungen sind ja ungebrochen da und entsprechen auch dem, wie ich sie kenne.Mit einer unserer hochalten Schwestern kam ich also ins Gespräch über die Schwächen unserer Kirche und die vielen Missstände in den Leitungspositionen, die vielfältigen Missbrauchsvergehen und den schlechten Umgang mit den Opfern. Die Mitschwester hat sich sehr ereifert und erzählt, dass sie schon manchmal gebetet hat, der Herr möge doch endlich mal seine ganze Macht und Herrlichkeit zeigen und damit beweisen, dass er da sei und all das Böse, das geschieht, nicht ungestraft geschehen lässt. Ich würde an Gottes Stelle mal so richtig auf den Tisch hauen, damit es endlich alle begreifen.Ich habe ihr zugehört und zunächst nichts gesagt und dann kam der Satz, den ich von so einer alten Schwester nicht erwartet hätte. Sie sagte: "Aber weißt Du, Gott hat den Menschen bei seiner Erschaffung einen freien Willen gegeben und dieser freie Wille ist diesem Gott so wichtig, dass er niemanden mit Gewalt zwingen wird, anders zu handeln. Seine einzige Möglichkeit der Einflussnahme ist, ihm zu zeigen, dass er ihn liebt."Ich war sehr bewegt und berührt und wir haben sehr lange geschwiegen und nachgedacht und wir hatten die demente Schwester, die gemütlich im Sessel saß, fast vergessen. Als ihr das Schweigen wahrscheinlich zu lange gedauert hat, hat sie den Kopf gehoben uns angestrahlt und gesagt: "Genau, lieb haben!"Wir haben gelacht und dann ist mir erst bewusst geworden, was die Konsequenz dieser zwei Worte war: Wenn schon Gott der Allmächtige seine Macht nur zeigen kann, in dem er die Menschen liebt, mit all ihren guten und bösen Seiten, so können auch wir, die wir uns Christen nennen, gar nicht anders als nur lieb haben. Das ist oft nicht so easy, wie es klingt, und nicht unbedingt leicht, wenn man um die Schwächen und Bösartigkeiten weiß, aber es gibt keine andere Möglichkeit: nur lieb haben.

Kinder des Lichts

26.10.2026
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Mein Smartphone hat viele kluge, aber auch so witzige Apps wie die fürs Wetter. Und gelegentlich ploppen dann neueste Wettermeldungen auf. Da heißt es für Olpe: Regen klingt ab oder es ist zu erwarten, dass der Regen in den nächsten Stunden aufhört. Naja, kann ja sein. Aber wenn ich aus dem Fenster schaue, ist blauer Himmel mit ein paar zarten Wolken und kein einziger Tropfen Regen. Und dann traue ich natürlich meinem Live-Fenster-Blick entschieden mehr als den interessanten Fake-Wetter-News. Aber beim Wetter ist es auch noch relativ leicht. Schwieriger ist es natürlich mit all den vielen anderen Nachrichten, die sich rasant verbreiten und die oft so offensichtlich falsch sind, dass man es mit halbwegs gesundem Menschenverstand schon erkennt. Aber eben oft auch nicht. Und dann heißt es nachschauen, andere Medien nutzen und sich informieren. Und auch heute bin ich wieder erstaunt, wie real die Worte aus der heutigen Lesung im Epheserbrief sind. Da steht unter anderem: "Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das nämlich zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab. Habt darum mit ihnen nichts gemein! Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts!"Dieses täuschen mit leeren Worten fällt mir immer wieder bei politischen Reden und Debatten bestimmter Parteien auf. Da wird laut getönt und es werden Phrasen gedroschen, die alle irgendwie gleich sind. Und wenn dann sachliche Nachfragen kommen, gibt es nur Gestammel und das berühmte: Äh, keine Ahnung. Jeder kennt das. Sich nicht von leeren Worten täuschen lassen heißt aber auch umgekehrt, selbst nicht leere Worte reden und andere zu täuschen versuchen. Habt mit ihnen nichts gemein, heißt es im Epheserbrief, auch wenn ihr einst Finsternis wart, jetzt seid ihr Kinder des Lichtes. Und was zunächst eine wunderschöne Zusage ist, bringt dann sofort auch wieder den Auftrag: Lebt als Kinder des Lichtes, also in Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Morgenimpuls mit Schwester Katharina Mein Smartphone hat viele kluge, aber auch so witzige Apps wie die fürs Wetter. Und gelegentlich ploppen dann neueste Wettermeldungen auf. Da heißt es für Olpe: Regen klingt ab oder es ist zu erwarten, dass der Regen in den nächsten Stunden aufhört. Naja, kann ja sein. Aber wenn ich aus dem Fenster schaue, ist blauer Himmel mit ein paar zarten Wolken und kein einziger Tropfen Regen. Und dann traue ich natürlich meinem Live-Fenster-Blick entschieden mehr als den interessanten Fake-Wetter-News. Aber beim Wetter ist es auch noch relativ leicht. Schwieriger ist es natürlich mit all den vielen anderen Nachrichten, die sich rasant verbreiten und die oft so offensichtlich falsch sind, dass man es mit halbwegs gesundem Menschenverstand schon erkennt. Aber eben oft auch nicht. Und dann heißt es nachschauen, andere Medien nutzen und sich informieren. Und auch heute bin ich wieder erstaunt, wie real die Worte aus der heutigen Lesung im Epheserbrief sind. Da steht unter anderem: "Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das nämlich zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab. Habt darum mit ihnen nichts gemein! Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts!"Dieses täuschen mit leeren Worten fällt mir immer wieder bei politischen Reden und Debatten bestimmter Parteien auf. Da wird laut getönt und es werden Phrasen gedroschen, die alle irgendwie gleich sind. Und wenn dann sachliche Nachfragen kommen, gibt es nur Gestammel und das berühmte: Äh, keine Ahnung. Jeder kennt das. Sich nicht von leeren Worten täuschen lassen heißt aber auch umgekehrt, selbst nicht leere Worte reden und andere zu täuschen versuchen. Habt mit ihnen nichts gemein, heißt es im Epheserbrief, auch wenn ihr einst Finsternis wart, jetzt seid ihr Kinder des Lichtes. Und was zunächst eine wunderschöne Zusage ist, bringt dann sofort auch wieder den Auftrag: Lebt als Kinder des Lichtes, also in Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.