Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
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Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania

Romanistik Wien

Beschreibung

Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Alex Lachkar, Julia Waygand und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz ihres Zugangs herauszustellen, die Begeisterung für ihre Arbeit zum Ausdruck zu bringen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fabulari richtet sich an Romanist:innen und Studierende ebenso wie an eine interessierte Allgemeinheit von Kulturtreibenden, Aktivist:innen, Literaturliebhaber:innen oder Filmgeeks.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

81: El Nuevo Gótico Latinoamericano. Oliver Zimmermann über Schauer- und Horrorliteratur des 21. Jahrhunderts

09.07.2026

Einleitung und Thema des Podcasts

Judith Wimmer begrüßt Oliver Zimmermann, der über seine Forschung zur lateinamerikanischen Schauer- und Horrorliteratur des 21. Jahrhunderts spricht. Oliver beschreibt seine Leidenschaft für Horror-Literatur und -Filme, die ihn zu seinem Habilitationsprojekt inspiriert hat.

Der Begriff Nuevo Gotico Latinoamericano

Oliver erklärt den Begriff "Nuevo Gotico Latinoamericano", der eine Vielzahl von Werken lateinamerikanischer Autorinnen beschreibt, die klassische Schauermotive neu interpretieren und mit realen gesellschaftlichen Themen verknüpfen. Diese Strömung hat keine lange Tradition wie die angelsächsische Gothic-Literatur, wird jedoch zunehmend populär und anerkannt.

Themen und Motive in der Horrorliteratur

Die Romane thematisieren sowohl die Schatten der Vergangenheit (z.B. Militärdiktaturen), als auch den Alltagshorror der Gegenwart und dystopische Zukunftsszenarien. Genderfragen, soziale Ungerechtigkeit und Umweltproblematik sind zentrale Themen, die in diesen Werken behandelt werden.

Beispiel: Nuestra parte de noche von Mariana Enriquez

Oliver stellt Mariana Enriquez' Roman "Nuestra parte de noche" vor, der sich mit einem okkulten Orden in Argentinien während der Militärdiktatur beschäftigt. Der Roman verbindet Horrormotive mit einer tiefen gesellschaftskritischen Botschaft und reflektiert die Grauen der Vergangenheit.

Forschung und Ausblick

Oliver spricht über den aktuellen Stand der Forschung zur lateinamerikanischen Horrorliteratur und seine eigenen Forschungsfragen. Er plant, sich auf argentinische Autorinnen zu konzentrieren und untersucht, welche Formen von Gewalt in deren Werken dargestellt werden.

Empfehlungen für Leserinnen und Leser

Abschließend empfiehlt Oliver, dass Leserinnen und Leser sich durch die Vielzahl an Autorinnen und Werken selbst ein Bild machen sollten, und erwähnt auch die brasilianische Autorin Ana Paula Maia als Teil des Latinoamericano-Begriffs.

Einleitung und Thema des Podcasts

Judith Wimmer begrüßt Oliver Zimmermann, der über seine Forschung zur lateinamerikanischen Schauer- und Horrorliteratur des 21. Jahrhunderts spricht. Oliver beschreibt seine Leidenschaft für Horror-Literatur und -Filme, die ihn zu seinem Habilitationsprojekt inspiriert hat.

Der Begriff Nuevo Gotico Latinoamericano

Oliver erklärt den Begriff "Nuevo Gotico Latinoamericano", der eine Vielzahl von Werken lateinamerikanischer Autorinnen beschreibt, die klassische Schauermotive neu interpretieren und mit realen gesellschaftlichen Themen verknüpfen. Diese Strömung hat keine lange Tradition wie die angelsächsische Gothic-Literatur, wird jedoch zunehmend populär und anerkannt.

Themen und Motive in der Horrorliteratur

Die Romane thematisieren sowohl die Schatten der Vergangenheit (z.B. Militärdiktaturen), als auch den Alltagshorror der Gegenwart und dystopische Zukunftsszenarien. Genderfragen, soziale Ungerechtigkeit und Umweltproblematik sind zentrale Themen, die in diesen Werken behandelt werden.

Beispiel: Nuestra parte de noche von Mariana Enriquez

Oliver stellt Mariana Enriquez' Roman "Nuestra parte de noche" vor, der sich mit einem okkulten Orden in Argentinien während der Militärdiktatur beschäftigt. Der Roman verbindet Horrormotive mit einer tiefen gesellschaftskritischen Botschaft und reflektiert die Grauen der Vergangenheit.

Forschung und Ausblick

Oliver spricht über den aktuellen Stand der Forschung zur lateinamerikanischen Horrorliteratur und seine eigenen Forschungsfragen. Er plant, sich auf argentinische Autorinnen zu konzentrieren und untersucht, welche Formen von Gewalt in deren Werken dargestellt werden.

Empfehlungen für Leserinnen und Leser

Abschließend empfiehlt Oliver, dass Leserinnen und Leser sich durch die Vielzahl an Autorinnen und Werken selbst ein Bild machen sollten, und erwähnt auch die brasilianische Autorin Ana Paula Maia als Teil des Latinoamericano-Begriffs.

80: Schützenswerte Pflanzen, verletzliche Körper. Hannah Mühlparzer über Fiktionen der europäischen Erntearbeit

11.06.2026

Einführung und Forschungsthema

Julia Weigert begrüßt Hanna Mühlparzer, die an der Universität Salzburg promoviert und sich auf das Thema Erntearbeit in der europäischen Literatur von 2000 bis 2025 konzentriert. Sie erläutert die Relevanz von Erntearbeit, insbesondere während der Covid-19-Pandemie, und thematisiert die prekären Bedingungen, unter denen ErntearbeiterInnen arbeiten.

Fokus auf Spanien und El Ejido

Hanna erklärt den geografischen Schwerpunkt ihrer Forschung auf Spanien, das einer der größten Obst- und Gemüseproduzenten in Europa ist. Sie thematisiert die gesellschaftlichen Spannungen und die Gewaltausschreitungen in El Ejido im Jahr 2000, die die migrantische Bevölkerung betrafen und in der Literatur verarbeitet wurden.

Vergleich europäischer und US-amerikanischer Perspektiven

Im Vergleich zur US-amerikanischen Farmworker-Literatur stellt Hanna fest, dass europäische Texte oft aus einer soziologischen Perspektive geschrieben sind, während in den USA die Farmworker-Community selbst aktiver an der literarischen Darstellung beteiligt ist.

Differenzierte Darstellungen von Erntearbeit

Die Erntearbeit wird in verschiedenen Kontexten dargestellt, von studentischen Praktiken bis hin zu illegalen Arbeitsverhältnissen. Hanna hebt die unterschiedlichen Lebensrealitäten hervor, die in den literarischen Texten thematisiert werden.

Erfahrungswerte und Autorenschaft

Die Frage nach der Autorenschaft und den Erfahrungswerten in der Literatur über Erntearbeit wird diskutiert. Hanna betont die Bedeutung des persönlichen Erlebens für die literarische Darstellung.

Georgik und Ökokritik

Hanna situierte ihre Arbeit im Kontext der Georgik und der Ökokritik. Sie untersucht, wie moderne Texte über Erntearbeit politische und soziale Themen ansprechen und welche Parallelen zur literarischen Tradition der Georgik bestehen.

Raumtheoretische Perspektiven

Die räumliche Dimension der Erntearbeit wird analysiert, insbesondere der Schutz von Pflanzen im Vergleich zu Erntearbeitern, die oft gefährdet sind. Es wird eine Asymmetrie zwischen dem Schutz der Pflanzen und den Arbeitsbedingungen der ErntearbeiterInnen aufgezeigt.

Geschlechtliche Kodierung und ökologische Feminismus

Hanna thematisiert die geschlechtliche Kodierung in der Erntearbeit und deren Verknüpfung mit Ökofeminismus. Sie diskutiert, wie Erntearbeitsplätze häufig nach Geschlecht und nationalen Stereotypen besetzt sind und schlägt Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor.

Abschluss

Julia bedankt sich bei Hanna für die spannende Diskussion und schließt die Episode ab.

Einführung und Forschungsthema

Julia Weigert begrüßt Hanna Mühlparzer, die an der Universität Salzburg promoviert und sich auf das Thema Erntearbeit in der europäischen Literatur von 2000 bis 2025 konzentriert. Sie erläutert die Relevanz von Erntearbeit, insbesondere während der Covid-19-Pandemie, und thematisiert die prekären Bedingungen, unter denen ErntearbeiterInnen arbeiten.

Fokus auf Spanien und El Ejido

Hanna erklärt den geografischen Schwerpunkt ihrer Forschung auf Spanien, das einer der größten Obst- und Gemüseproduzenten in Europa ist. Sie thematisiert die gesellschaftlichen Spannungen und die Gewaltausschreitungen in El Ejido im Jahr 2000, die die migrantische Bevölkerung betrafen und in der Literatur verarbeitet wurden.

Vergleich europäischer und US-amerikanischer Perspektiven

Im Vergleich zur US-amerikanischen Farmworker-Literatur stellt Hanna fest, dass europäische Texte oft aus einer soziologischen Perspektive geschrieben sind, während in den USA die Farmworker-Community selbst aktiver an der literarischen Darstellung beteiligt ist.

Differenzierte Darstellungen von Erntearbeit

Die Erntearbeit wird in verschiedenen Kontexten dargestellt, von studentischen Praktiken bis hin zu illegalen Arbeitsverhältnissen. Hanna hebt die unterschiedlichen Lebensrealitäten hervor, die in den literarischen Texten thematisiert werden.

Erfahrungswerte und Autorenschaft

Die Frage nach der Autorenschaft und den Erfahrungswerten in der Literatur über Erntearbeit wird diskutiert. Hanna betont die Bedeutung des persönlichen Erlebens für die literarische Darstellung.

Georgik und Ökokritik

Hanna situierte ihre Arbeit im Kontext der Georgik und der Ökokritik. Sie untersucht, wie moderne Texte über Erntearbeit politische und soziale Themen ansprechen und welche Parallelen zur literarischen Tradition der Georgik bestehen.

Raumtheoretische Perspektiven

Die räumliche Dimension der Erntearbeit wird analysiert, insbesondere der Schutz von Pflanzen im Vergleich zu Erntearbeitern, die oft gefährdet sind. Es wird eine Asymmetrie zwischen dem Schutz der Pflanzen und den Arbeitsbedingungen der ErntearbeiterInnen aufgezeigt.

Geschlechtliche Kodierung und ökologische Feminismus

Hanna thematisiert die geschlechtliche Kodierung in der Erntearbeit und deren Verknüpfung mit Ökofeminismus. Sie diskutiert, wie Erntearbeitsplätze häufig nach Geschlecht und nationalen Stereotypen besetzt sind und schlägt Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor.

Abschluss

Julia bedankt sich bei Hanna für die spannende Diskussion und schließt die Episode ab.

79: Zwischen Individuum und Gesellschaft. Annabel Herzog über die Inszenierung von Rosario Castellanos in 'Los Adioses'

14.05.2026

Thematischer Einstieg: Identität und Inszenierung

Der Film Los Adioses wird als Lebensporträt von Rosario Castellanos vorgestellt, das zwei Handlungsstränge bündelt: eine junge Studentin und eine ältere Version. Im Fokus stehen Identitätsprozesse, die zwischen individuellem Selbstbild und gesellschaftlicher Zugehörigkeit verlaufen. Die Darstellung hebt hervor, wie Castellanos in verschiedenen Rollen – als Denkerin, Autorin, Professorin – unterschiedliche Facetten ihrer Identität zeigt und sich zugleich den Erwartungen der Gesellschaft ausgesetzt sieht.

Filmische Strategien: Unmittelbarkeit, Licht und Komposition

Die Inszenierung bleibt nah und unmittelbar: Totalen werden genutzt, um Kontext zu geben, ohne künstlich zu wirken. Der Ton ist meist diegetisch, Blickkontakte und Schreibszenen betonen Fokus und Entschlusskraft. Licht und Bildaufbau unterstützen Harmonie in ihrer intellektuellen Rolle, etwa durch symmetrische Kompositionen und Situationen im goldenen Schnitt, die Ruhe und Selbstbestimmtheit vermitteln.

Symbolik und Kontraste: Verblendung, Verschattung und Spiegel

Zentrale Motive sind Verblendung und Verschattung sowie Spiegelungen. Verblendung zeigt sich in überbelichteten, traumartigen Szenen der Liebesbeziehung, Verschattung in nächtlichen, düsteren Momenten, die gesellschaftliche Erwartungen reflektieren. Spiegelungen treten mit wachsender Lichteinstrahlung auf und visualisieren innere Doppelbilder; sie verdeutlichen den Konflikt zwischen äußeren Zuschreibungen und dem eigenständigen Selbst.

Identitätskonflikt: Individuum vs. gesellschaftliche Normen

Die Dualität von Individuum und Gesellschaft führt zu Spannungen in Beruf, Mutterschaft und persönlicher Freiheit. Rollenerwartungen werden hinterfragt, Grenzen der Selbstverwirklichung sichtbar gemacht. Der Film zeigt, wie gesellschaftliche Strukturen Identitätsausprägungen beeinflussen und wie Rosario Castellanos trotz Widrigkeiten an intellektueller Selbstbestimmung festhält, während äußere Erwartungen an ihr Frausein die Entwicklung beeinflussen.

Thematischer Einstieg: Identität und Inszenierung

Der Film Los Adioses wird als Lebensporträt von Rosario Castellanos vorgestellt, das zwei Handlungsstränge bündelt: eine junge Studentin und eine ältere Version. Im Fokus stehen Identitätsprozesse, die zwischen individuellem Selbstbild und gesellschaftlicher Zugehörigkeit verlaufen. Die Darstellung hebt hervor, wie Castellanos in verschiedenen Rollen – als Denkerin, Autorin, Professorin – unterschiedliche Facetten ihrer Identität zeigt und sich zugleich den Erwartungen der Gesellschaft ausgesetzt sieht.

Filmische Strategien: Unmittelbarkeit, Licht und Komposition

Die Inszenierung bleibt nah und unmittelbar: Totalen werden genutzt, um Kontext zu geben, ohne künstlich zu wirken. Der Ton ist meist diegetisch, Blickkontakte und Schreibszenen betonen Fokus und Entschlusskraft. Licht und Bildaufbau unterstützen Harmonie in ihrer intellektuellen Rolle, etwa durch symmetrische Kompositionen und Situationen im goldenen Schnitt, die Ruhe und Selbstbestimmtheit vermitteln.

Symbolik und Kontraste: Verblendung, Verschattung und Spiegel

Zentrale Motive sind Verblendung und Verschattung sowie Spiegelungen. Verblendung zeigt sich in überbelichteten, traumartigen Szenen der Liebesbeziehung, Verschattung in nächtlichen, düsteren Momenten, die gesellschaftliche Erwartungen reflektieren. Spiegelungen treten mit wachsender Lichteinstrahlung auf und visualisieren innere Doppelbilder; sie verdeutlichen den Konflikt zwischen äußeren Zuschreibungen und dem eigenständigen Selbst.

Identitätskonflikt: Individuum vs. gesellschaftliche Normen

Die Dualität von Individuum und Gesellschaft führt zu Spannungen in Beruf, Mutterschaft und persönlicher Freiheit. Rollenerwartungen werden hinterfragt, Grenzen der Selbstverwirklichung sichtbar gemacht. Der Film zeigt, wie gesellschaftliche Strukturen Identitätsausprägungen beeinflussen und wie Rosario Castellanos trotz Widrigkeiten an intellektueller Selbstbestimmung festhält, während äußere Erwartungen an ihr Frausein die Entwicklung beeinflussen.