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Lingo Lab - Digitale Lösungen für die Sprachtherapie
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Normwerte beim frühkindlichen Schlucken
Einführung in das Thema frühkindliches Schlucken
In der ersten Folge einer Doppelfolge wird das Thema des frühkindlichen Schluckens behandelt, insbesondere in Bezug auf die spinalen Muskelatrophie (SMA). Die Forschungen von Charlotte Dumitrasku, die für ihre Arbeit den Luise Springer Forschungspreis erhalten hat, beleuchten die Bedeutung des Schluckens bei Säuglingen und Kleinkindern mit SMA.
Forschungsergebnisse und Normwerte
Die von Dumitrasku und ihrem Team entwickelte Studie zielt darauf ab, Normwerte für die Schluckentwicklung bei gesunden Säuglingen und Kleinkindern zu erheben. Der Dysma-Test, der für Kinder mit SMA konzipiert wurde, ermöglicht es, die Schluckfähigkeiten zu bewerten und Abweichungen von diesen Normwerten zu identifizieren.
Überblick über die spinalen Muskelatrophie (SMA)
SMA ist eine seltene erbliche Erkrankung, die die Nervenzellen im Rückenmark beeinflusst und zu einem Verlust der Muskelfunktion führt, einschließlich der Schluckmuskulatur. Die Studie zeigt die Notwendigkeit von Normwerten für die Beurteilung von Schluckstörungen bei betroffenen Kindern und hebt die Gefahr von Aspirationspneumonie hervor.
Wichtigkeit der Normwerte für die klinische Praxis
Die Normwerte, die durch die Studie bestimmt wurden, sind entscheidend für die klinische Bewertung von Schluckfähigkeiten bei Kindern mit SMA. Sie ermöglichen eine verlässliche Beurteilung und helfen dabei, den Fortschritt der Therapie zu messen.
Forschungsperspektiven
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass weitere Forschung notwendig ist, um die Entwicklung des Schluckens über einen längeren Zeitraum zu beobachten und zu verstehen, wie sich Kinder mit SMA unter Therapie den Normwerten annähern können.

VR zur Behandlung von Jugendlichen mit SES
Einführung in die Studie
Die Studie von Elke Arz und ihrem Team untersucht den therapeutischen Einsatz von virtueller Realität (VR) zur Verbesserung sozial-emotionaler Fähigkeiten bei Jugendlichen mit Sprachentwicklungsstörungen (SES). 29 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren nahmen an einem interaktiven VR-Training teil, das auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten war.
Herausforderungen von SES
Etwa 5 bis 10 Prozent der Weltbevölkerung leiden an SES, wobei Jungen dreimal häufiger betroffen sind als Mädchen. Jugendliche mit SES kämpfen oft mit sozial-emotionalen Schwierigkeiten, die ihre Entwicklung beeinträchtigen, da sie weniger Gelegenheiten haben, soziale Kompetenzen zu erlernen und negative Erfahrungen in sozialen Situationen machen.
Therapeutische Ansätze
Traditionelle therapeutische Methoden konzentrieren sich meist auf linguistische Fähigkeiten, während die Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen oft vernachlässigt wird. VR bietet eine innovative Möglichkeit, diese Fähigkeiten in kontrollierten, realistischen Szenarien zu fördern.
Studienablauf und Methodik
Die Studie verwendete ein multiples Baseline-Design, bei dem die Jugendlichen ihre Ziele aus einem Pool von 19 Optionen wählen konnten. Das VR-Training umfasste wöchentliche Sitzungen, in denen soziale Aufgaben durch interaktive Rollenspiele und Videoclips geübt wurden.
Ergebnisse und Auswertung
Die Ergebnisse zeigten signifikante Fortschritte in den sozial-emotionalen Fähigkeiten der Teilnehmer. Die Mehrheit der Ziele wurde erfolgreich erreicht, und es gab positive Veränderungen in der kognitiven Theory of Mind im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Kritische Reflexion
Trotz positiver Ergebnisse ist eine kritische Betrachtung notwendig, da die Studie sowohl kognitive Verhaltenstherapie als auch VR kombiniert und die Isolierung der Effekte der VR schwierig ist. Zukünftige Forschungen sollten größere Stichproben und stabilere Baselines anstreben.
Fazit und Ausblick
Die Studie legt nahe, dass VR eine vielversprechende Intervention zur Verbesserung sozial-emotionaler Fähigkeiten bei Jugendlichen mit SES sein kann. Weitere Forschungen sind erforderlich, um die langfristigen Effekte und die Wirksamkeit von VR im Vergleich zu traditionellen Methoden zu ermitteln.

Tiefe Hirnstimulation bei anhaltendem Entwicklungsstottern
Wesentliche Befunde zur DBS bei Stottern
Der Bericht beschreibt eine Pilotstudie, in der tiefe Hirnstimulation des linken Thalamus in ventriceln Intermediären Kern (VIM) eingesetzt wurde, um schweres therapieresistentes Stottern zu reduzieren. Gemessene Parameter zeigten eine Verringerung der gestotterten Silben und eine verbesserte subjektive Stotter-Erfahrung. Die Wirkungen entwickelten sich langsam, über Wochen bis Monate, und waren eng mit Stimulationsparametern verknüpft.
Methodische Einordnung und Einschränkungen
Es handelt sich um einen Einzelfall, daher lassen sich Ergebnisse nicht generalisieren. Nur zwei spontane Sprechsituationen wurden postoperativ analysiert, wodurch unklar bleibt, wie sich Veränderungen in alltäglichen Kontexten zeigen würden. Langzeitstabilität und Sicherheitsaspekte benötigen weitere Untersuchungen mit größeren Stichproben.
Interpretation und thematische Fragestellungen
Die Studie regt an, neuronale Netzwerke der Sprachproduktion neu zu modulieren, statt purely auf Sprachfehler zu zielen. Zentrale Fragen betreffen den Nutzen invasiver Eingriffe, individuelle Leidensverläufe und das Verhältnis von Normalität, Kommunikation und medizinischem Verständnis von Stottern.