
Filmgeschichte in Objekten
DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#63 Das Telegramm von François Truffaut an Wim Wenders
Ein bedeutendes Telex
Naima Wagner spricht mit Isabel Bastian über ein unscheinbares, aber bedeutendes Objekt in der Ausstellung über Wim Wenders: ein Telex von François Truffaut. Truffaut drückt seine Bewunderung für Wenders aus und erwähnt, dass ihn Wenders' Film seit drei Wochen beschäftigt.
Hintergrund zum Film und Wenders' Herausforderungen
Der Film, auf den sich Truffaut bezieht, ist 'Hammett', den Wenders für Francis Ford Coppola in den USA drehte. Wenders erlebte kreative Konflikte mit dem Studio, was ihn stark belastete. Während dieser schwierigen Phase drehte er 'Der Stand der Dinge', der von ähnlichen Themen handelt.
Die Beziehung zwischen Truffaut und Wenders
Isabel Bastian erläutert die enge Beziehung zwischen Truffaut und Wenders. Truffaut, ein Wegbereiter der Nouvelle Vague, beeinflusste Wenders nachhaltig. Für Wenders war das Lob von Truffaut, den er als Meister betrachtete, von großer Bedeutung und eine emotionale Bestätigung.
Ausstellungsdetails
Das Telex ist in der Ausstellung im Bereich „übers Filmen“ zu sehen, wo Wenders' filmische Vorbilder behandelt werden. Es liegt neben dem Goldenen Löwen, den Wenders für 'Der Stand der Dinge' erhielt. Die Ausstellung lädt ein, die bedeutende Beziehung zwischen Truffaut und Wenders zu erkunden.

#62 Verschiedene Filmformate in der Dauerausstellung des DFF
Filmtaststation als haptische Geschichte des Filmmaterials
Die Filmtaststation präsentiert echte Filmstreifen hinter einer beleuchteten Platte in einer Kubus-Vitrine. Besucherinnen können das Material betrachten, während gleichzeitig vermittelt wird, dass Film früher ein greifbares Medium war und im Archiv eine zentrale Rolle als Filmerbe spielt.
Formate als Entwicklung der Filmgeschichte
Die acht Streifen stehen stellvertretend für die Geschichte des Films, von frühen Formaten über Klein- bis Großformaten. Sie zeigen Bandbreite von Projektion und Nutzung, von privater Heim- bis hin zu professioneller Produktion, und verdeutlichen körperliches Material in der Kinovermittlung.
Spezialformat 17,5 mm und die Geschichte von Projektor/Kamera
Das 17,5-mm-Format besitzt eine Mittelperforation, gedacht für ein Multifunktionsgerät, das Filmtransport und Aufnahme vereint. Es repräsentiert eine Zwischenlösung der frühen Filmtechnik und verweist auf Entwicklungswege im deutschen Kino der Anfangszeit.
Archivpraxis, Vermittlung und besondere Blickpunkte
Filmerbe wird bewahrt und zugleich öffentlich sichtbar gemacht. Kleine Mengen an Ausschuss ermöglichen Deutung von Materialkrankheiten und beschädigtem Bestand, während das Studio exemplarisch die Verbindung von Archivpflege und Vermittlung hervorhebt. Eine Besonderheit sind 70-mm-Materialien, die besonders scharfes Bild und großes Kino ermöglichen.

#61 Die blaue Bomberjacke aus ALICE IN DEN STÄDTEN
Objektbeschreibung und filmischer Kontext
Eine weitgeschnittene, blau glänzende Windjacke mit-frontseitigem Reißverschluss und Rundhalsausschnitt. Die Rückseite trägt die dicken, weißen Lettern Alaska, darunter eine großformatige Landkartenstickerei mit markierten Städten, Meeren und Tieren. Die Jacke wirkt wie eine Bomberjacke und gehört zum visuellen Kern der Darstellung eines Journeys in eine fremde Landschaft, die kulturelle Orientierung und Suche spiegelt.
Rolle im Film und erzählerische Dynamik
Trägerin der Jacke ist die Figur Alice, eine neunjährige, die mit ihrer Mutter einen Journalisten trifft. Die Jacke begleitet sie auf einer Reise durchs Ruhrgebiet, während Mutter und Kind sich trennen und Philipp Winter sie transportiert. Die Reise entwickelt sich als Roadmovie, das Raum- und Identitätserkundung miteinander verknüpft.
Provenienz, Sammlung und Restaurierung
Die Jacke kam durch Kontakt zur Schauspielerin in die Sammlungen. Über Jahre lag sie in einer Archivbox, bis Restauratorinnen Farbschäden und Falzen behoben sowie eine Formkonstruktion geschaffen wurden, damit das Exponat dauerhaft erhalten bleibt. Die Restaurierung erstreckte sich über mehrere Wochen und wurde im Umfeld der Ausstellung vorbereitet.
Bedeutung im Ausstellungskontext
Als auratisches Original repräsentiert die Jacke zentrale Themen: Reise, Fremderfahrung, USA-Bezug und Reisebewusstsein im Werk von Wenders. In einer Vitrine wird ein Großfoto von Alice gezeigt, was die narrative Perspektive verstärkt. Das Stück dient als konkretes Zugangselement zur Filmgeschichte und zur Ausstellungslogik, ohne Werbetöne oder zusätzliche Anreize.