Flurfunk Paulskirche
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Flurfunk Paulskirche

Daniel und Solveig

Beschreibung

Die Barrikaden der Märzrevolution sind abgeräumt aber ihre Forderungen werden im ersten deutschen Parlament verhandelt. Zum 175jährigen Jubiläum schauen Daniel und Solveig auf Reden und Debatten in der Frankfurter Nationalversammlung. Zu viele Fragen werden dort verhandelt, um sie alle im Podcast Flurfunk Geschichte zu klären. Daher gibt es hier ein Jahr lang in loser Folge Flurfunk Paulskirche zum Stand der Dinge im Parlament von 1848/1849.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

FP10 - Österreich scheidet aus

24.10.2024

Das Warten auf Österreich und die deutsche Einheit

In dieser Episode wird die Thematik der Beziehung zwischen Deutschland und Österreich behandelt, insbesondere die Schwierigkeiten, die Österreichs Integration in Deutschland mit sich bringt. Es wird diskutiert, dass Österreich nicht bereit ist, sich dem deutschen Nationalstaat anzuschließen, was als Hemmnis für die deutsche Einheit angesehen wird.

Historische Rückblicke

Die Gesprächspartner reflektieren über historische Ereignisse und Persönlichkeiten, wie Robert Blum und Fürst Felix zu Schwarzenberg, und deren Einfluss auf die politischen Entwicklungen in Österreich und Deutschland. Es wird auch auf vergangene Revolutionen eingegangen, die das Verhältnis zwischen den beiden Ländern prägten.

Debatten um Verfassungsfragen

Ein zentrales Thema sind die verschiedenen Paragrafen der Verfassung, die das Verhältnis zwischen deutschen und nicht-deutschen Gebieten regeln sollten. Die Diskussion über die Teilung Österreichs und die Gleichberechtigung der Nationalitäten wird als entscheidender Punkt für die zukünftige Staatsbildung identifiziert.

Fraktionen und politische Positionen

Die Episode thematisiert die Entstehung neuer politischer Fraktionen innerhalb der Nationalversammlung, die unterschiedliche Ansichten zur Integration Österreichs vertreten. Es wird deutlich, dass sich die politischen Lager in Bezug auf die österreichische Frage polarisieren.

Der Einfluss Preußens

Preußen wird als treibende Kraft in der deutschen Einigungsbewegung hervorgehoben, während Österreich als hinderlich wahrgenommen wird. Es wird diskutiert, wie eine Kleindeutsche Lösung ohne Österreich aussehen könnte und welche politischen Folgen dies hätte.

Emotionale Argumente und Warnungen

In leidenschaftlichen Reden warnen Abgeordnete davor, die Verbindung zu Österreich zu kappen. Historische Analogien werden herangezogen, um die Gefahren einer Trennung aufzuzeigen, und der Wunsch nach einem vereinten Deutschland wird stark betont.

Das Warten auf Österreich und die deutsche Einheit

In dieser Episode wird die Thematik der Beziehung zwischen Deutschland und Österreich behandelt, insbesondere die Schwierigkeiten, die Österreichs Integration in Deutschland mit sich bringt. Es wird diskutiert, dass Österreich nicht bereit ist, sich dem deutschen Nationalstaat anzuschließen, was als Hemmnis für die deutsche Einheit angesehen wird.

Historische Rückblicke

Die Gesprächspartner reflektieren über historische Ereignisse und Persönlichkeiten, wie Robert Blum und Fürst Felix zu Schwarzenberg, und deren Einfluss auf die politischen Entwicklungen in Österreich und Deutschland. Es wird auch auf vergangene Revolutionen eingegangen, die das Verhältnis zwischen den beiden Ländern prägten.

Debatten um Verfassungsfragen

Ein zentrales Thema sind die verschiedenen Paragrafen der Verfassung, die das Verhältnis zwischen deutschen und nicht-deutschen Gebieten regeln sollten. Die Diskussion über die Teilung Österreichs und die Gleichberechtigung der Nationalitäten wird als entscheidender Punkt für die zukünftige Staatsbildung identifiziert.

Fraktionen und politische Positionen

Die Episode thematisiert die Entstehung neuer politischer Fraktionen innerhalb der Nationalversammlung, die unterschiedliche Ansichten zur Integration Österreichs vertreten. Es wird deutlich, dass sich die politischen Lager in Bezug auf die österreichische Frage polarisieren.

Der Einfluss Preußens

Preußen wird als treibende Kraft in der deutschen Einigungsbewegung hervorgehoben, während Österreich als hinderlich wahrgenommen wird. Es wird diskutiert, wie eine Kleindeutsche Lösung ohne Österreich aussehen könnte und welche politischen Folgen dies hätte.

Emotionale Argumente und Warnungen

In leidenschaftlichen Reden warnen Abgeordnete davor, die Verbindung zu Österreich zu kappen. Historische Analogien werden herangezogen, um die Gefahren einer Trennung aufzuzeigen, und der Wunsch nach einem vereinten Deutschland wird stark betont.

FP09 - Polen ist verloren!

23.05.2024
Lange war Polen eine europäische Großmacht gewesen, bevor drei seiner Nachbarn innenpolitische Probleme ausnutzten um das Land unter sich aufzuteilen. Nach drei Teilungen 1772, 1793 und 1795 verschwand Polen von der politischen Karte Europas. Von Napoleons Gnaden entstand für kurze Zeit das Herzogtum Warschau. Doch den größten Teil erhielt beim Wiener Kongress der russische Zar. Einen kleineren Teil kam bei dieser neuerlichen Teilung als Großherzogtum Posen zu Preußen, wurde jedoch nicht Teil des Deutschen Bundes.Im Revolutionsjahr 1848 solidarisiert sich die deutsche Nationalbewegung mit der polnischen Freiheitsbewegung. Am 20. März erzwingen Berliner Revolutionäre die Begnadigung polnischer Häftlinge, die nach verratenen Aufstandsplanungen im Gefängnis Moabit einsitzen. Ihr Anführer Ludwik Mierosławski hält mehrfach umjubelte Reden an die Berliner. Doch all diese Solidarität und Freundschaft weichen bald darauf einem neuen nationalen Egoismus.Das Frankfurter Vorparlament klammerte in seinen Erklärungen zu Polen das Großherzogtum Posen einfach aus. Und damit auch die Frage, ob dort Wahlen zur Nationalversammlung stattfinden sollen. Schließlich werden zwölf Abgeordnete gewählt und nehmen ihre Sitze im Parlament ein. Verbunden mit der elemantaren Frage der Grenzen des Deutschen Bundes und damit eines künftigen deutschen Nationalstaates, debattiert die Paulskirche im Juli 1848 drei Tage lang die Frage, ob das Großherzogtum Posen zu Deutschland kommen solle bzw. ob die Posener Abgeordneten ihre Sitze im Parlament behalten dürfen.In der Debatte erinnern zwar noch manche Redner an die Solidarität mit den Polen in der Revolution und beschwören die große Geschichte der einstigen Adelsrepublik. Vor allem der Abgeordnete Robert Blum beschwört die Idee der Gerechtigkeit gegenüber dem polnischen Volk. Doch die meisten Abgeordneten plädieren nun für die Wahrung deutschen territorialen Besitzes und das das Recht des stärkeren. Der Abgeordnete Wilhelm Jordan spricht sich für einen "gesunden Volksegoismus" aus und für Besitzstandswahrung. Zudem hätten die Polen einen "Volkscharakter", der es ihnen unmöglich mache, sich selbst zu verwalten. Vor allem seine Rede ist nicht nur voller Klischees, sondern verweist in ihrem Chauvinismus bereits auf sich entwickelnde Ideologien.Gefällt dir Flurfunk Paulskirche? Dann kannst du uns über ko-fi unterstützen.  Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.  

FP08 - Louise Otto auf der Damengalerie

07.03.2024
Bei Flurfunk Geschichte haben wir eben die Trilogie zur Geschichte der Frauenbewegung abgeschlossen und nehmen das zum Anlass, auch hier den Frauen im Jahr 1848 eine Folge zu widmen. Frauen machten einen Großteil des politisch interessierten Publikums auf der Galerie der Paulskirche aus. Darüber hinaus empfingen gutbürgerliche Frauen wie Clotilde Koch-Gontard Abgeordnete in ihrem Salon und nahmen womöglich Einfluss auf politische Entscheidungsträger. In der Paulskirche wurde für Zuschauerinnen eine gesonderte Damengalerie eingerichtet. Darüber scheint in der Nationalversammlung keine Debatte notwendig gewesen zu sein. In den Länderparlamenten hatten sich Frauen selbst den Zugang als Zuschauerinnen erst erkämpfen müssen.Die prominenteste Streiterin für den Zugang von Frauen zu den Parlamenten und für rechtliche Gleichstellung war ohne Zweifel Louise Otto. Sie erregte erstmals Aufmerksamkeit durch einen Artikel in der Zeitung Robert Blums, der Frauen um die Darstellung ihrer Perspektive gebeten hatte. Louise Otto verlangte zwar das Wahlrecht, gehörte jedoch nicht zu den Frauen, die auf Barrikaden kämpften - wie Mathilde Anneke. Auch überkommene Geschlechterbilder stellte sie nicht in Frage. Schockierender als Forderungen nach Wahlrecht, waren Frauen, die Hosen trugen und öffentlich rauchten. Zu diesen gehörte Louise Aston. Sie viel selbst den Berlinern so unangenehm auf, dass sie die Stadt verlassen musste. Eine gewisse Berühmtheit erlangte auch Henriette Zobel. Sie war derart empört über die Anerkennung des Waffenstillstands von Malmö durch die Nationalversammlung, dass sie den Mob anführte, der für den Tod des Fürsten Lichnowsky verantwortlich war und den Abgeordneten mit ihrem Regenschirm traktierte. So urteilte jedenfalls später das Gericht und bestrafte sie härter als jeden der beteiligten Männer. Ausgerechnet Lichnowsky hatte sich zuletzt für eine Erweiterung der Damengalerie im Parlament eingesetzt - womöglich nicht aus uneitlen Motiven...Gefällt dir Flurfunk Paulskirche? Dann kannst du uns über ko-fi unterstützen.  Wir freuen uns über Kommentare und Fragen an kontakt@flurfunk-geschichte.deFlurfunk Geschichte ist bei Facebook, Instagram, twitter und threads.