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Cicero – Magazin für politische Kultur

Beschreibung

Im Podcast Portal von Cicero werden regelmäßig Hörbeiträge von Cicero – Magazin für politische Kultur publiziert. Mit unseren Gästen besprechen wir aktuelle Themen aus den Bereichen Gesellschaft und Politik, Literatur, Wissenschaft und Medien.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

FDP-Politikerin Nadin Zaya im Interview mit Julia Marguier: „Das Aufstiegsversprechen ist zum Märchen gemacht worden“

22.10.2026
Cicero – Magazin für politische Kultur Nadin Zaya ist das neue Gesicht der FDP. Die 28 Jahre alte Juristin spricht im Cicero Podcast Politik über ihren politischen Werdegang, über das Aufstiegsversprechen in Deutschland, über Leistungsbereitschaft und darüber, wie die FDP ihr Comeback gestalten möchte. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Inhalt Podcast: 23:08 "Wenn ich jetzt sozusagen in einem Haushalt mit einer zweiten Person leben würde und selbst zwei Menschen mit guten Bildungsabschlüssen und guten Jobs sich überlegen müssen, bleibe ich in der Großstadt oder ziehe ich irgendwo hin, wo es günstiger ist, merken wir ja, dass es eine Schieflage gibt. Also die Menschen können ihren Lebensalltag einfach nicht mehr bestreiten. Und natürlich sorgt das dafür, dass ich dann von einem Tag und von einer Gehaltsabrechnung in die andere denke, was mir sehr viel Raum wegnimmt, um darüber nachzudenken, wo möchte ich noch hin und wie könnte es mir besser gehen? Und auf der anderen Seite erleben wir aber auch, dass es gesellschaftlich sehr, sehr schwierig geworden ist, Leistungen mit etwas Positiven zu verbinden." (Nadin Zaya) 24:56 "Ich glaube, das ist so, dass dieses Hauptproblem, was dieses große Aufstiegsversprechen aktuell zu einem Märchen macht, weil ich auch keiner, ich erlebe den Aufstiege ja kaum noch um mich herum. Ich erlebe, dass Menschen, denen es schlecht geht, dass sie dort bleiben und es ihnen nicht besser geht und Menschen, den es schon gut geht, eher Abstiegsangst haben, als das Gefühl haben, dass es ihnen besonders gut geht. Und ich glaube, das ist eine Grundlage, die besonders schwierig ist für das Aufstiegsversprechen und dass es da eine Erneuerung ergeben muss, um auf der einen Seite sozusagen diese Leistungsmentalität positiv zu besetzen und ganz klar zu sagen, das belohnen wir und auf der anderen Seite es einen politischen Rahmen gibt, in dem meine Leistung auch zu etwas zählt." (Nadin Zaya) 28:05 "Wir müssen uns ja schon bewusst sein, dass wir in dem Deutschland, in dem wir so lange gelebt haben, nur so leben konnten, weil wir in Reichsland gewesen sind. Und dieser Wohlstand Deutschland kommt nicht aus Schulden, sondern der kommt aus ganz vielen Menschen, die hier gemeinsam angepackt haben und gesagt haben, ich leiste hier meinen Beitrag. Und das fehlt mir aktuell in dieser Debatte." (Nadin Zaya) 337:44 "Natürlich wird ein 30-sekündiges Video sozusagen nicht die Komplexität von politischen Problemen abbilden. Es bindet aber ein, es engagiert Menschen, es bringt Menschen zum Nachdenken. Und das ist manchmal viel wichtiger, als die fertige Lösung zu präsentieren. Weil, wenn wir uns ehrlich machen, also was man jetzt schon erlebt, und das finde ich eigentlich auch fast schon Infantilisierung eigentlich von Politik, dass auch einzelne Abgeordnete ihre Reden im Bundestag darauf auslegen, dass sie irgendwie 15 Sekunden haben, die besonders griffig sind, damit ich damit bei den sozialen Medien viral gehe. Diesem Trend würde ich sehr gerne entgegenwirken." (Nadin Zaya)
Cicero – Magazin für politische Kultur

Nadin Zaya ist das neue Gesicht der FDP. Die 28 Jahre alte Juristin spricht im Cicero Podcast Politik über ihren politischen Werdegang, über das Aufstiegsversprechen in Deutschland, über Leistungsbereitschaft und darüber, wie die FDP ihr Comeback gestalten möchte.

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Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

Inhalt Podcast:

23:08 "Wenn ich jetzt sozusagen in einem Haushalt mit einer zweiten Person leben würde und selbst zwei Menschen mit guten Bildungsabschlüssen und guten Jobs sich überlegen müssen, bleibe ich in der Großstadt oder ziehe ich irgendwo hin, wo es günstiger ist, merken wir ja, dass es eine Schieflage gibt. Also die Menschen können ihren Lebensalltag einfach nicht mehr bestreiten. Und natürlich sorgt das dafür, dass ich dann von einem Tag und von einer Gehaltsabrechnung in die andere denke, was mir sehr viel Raum wegnimmt, um darüber nachzudenken, wo möchte ich noch hin und wie könnte es mir besser gehen? Und auf der anderen Seite erleben wir aber auch, dass es gesellschaftlich sehr, sehr schwierig geworden ist, Leistungen mit etwas Positiven zu verbinden." (Nadin Zaya)

24:56 "Ich glaube, das ist so, dass dieses Hauptproblem, was dieses große Aufstiegsversprechen aktuell zu einem Märchen macht, weil ich auch keiner, ich erlebe den Aufstiege ja kaum noch um mich herum. Ich erlebe, dass Menschen, denen es schlecht geht, dass sie dort bleiben und es ihnen nicht besser geht und Menschen, den es schon gut geht, eher Abstiegsangst haben, als das Gefühl haben, dass es ihnen besonders gut geht. Und ich glaube, das ist eine Grundlage, die besonders schwierig ist für das Aufstiegsversprechen und dass es da eine Erneuerung ergeben muss, um auf der einen Seite sozusagen diese Leistungsmentalität positiv zu besetzen und ganz klar zu sagen, das belohnen wir und auf der anderen Seite es einen politischen Rahmen gibt, in dem meine Leistung auch zu etwas zählt." (Nadin Zaya)

28:05 "Wir müssen uns ja schon bewusst sein, dass wir in dem Deutschland, in dem wir so lange gelebt haben, nur so leben konnten, weil wir in Reichsland gewesen sind. Und dieser Wohlstand Deutschland kommt nicht aus Schulden, sondern der kommt aus ganz vielen Menschen, die hier gemeinsam angepackt haben und gesagt haben, ich leiste hier meinen Beitrag. Und das fehlt mir aktuell in dieser Debatte." (Nadin Zaya)

337:44 "Natürlich wird ein 30-sekündiges Video sozusagen nicht die Komplexität von politischen Problemen abbilden. Es bindet aber ein, es engagiert Menschen, es bringt Menschen zum Nachdenken. Und das ist manchmal viel wichtiger, als die fertige Lösung zu präsentieren. Weil, wenn wir uns ehrlich machen, also was man jetzt schon erlebt, und das finde ich eigentlich auch fast schon Infantilisierung eigentlich von Politik, dass auch einzelne Abgeordnete ihre Reden im Bundestag darauf auslegen, dass sie irgendwie 15 Sekunden haben, die besonders griffig sind, damit ich damit bei den sozialen Medien viral gehe. Diesem Trend würde ich sehr gerne entgegenwirken." (Nadin Zaya)

Philosophin Jana Glaese im Interview mit Ralf Hanselle: „Rechts ist mehr als der AfD-wählende Onkel am Weihnachtstisch“

15.10.2026
Cicero – Magazin für politische Kultur Spätestens seit den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sind Wähler mit rechten Weltbildern keine Randgruppe mehr. Die Philosophin Jana Glaese hat sich Gedanken darüber gemacht, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt dennoch funktionieren kann. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Jana Glaese: Mit Rechten leben. Gutkind Verlag 2026 Inhalt Podcast: 06:22 "Und ich hatte den Eindruck, dass das eben, und das war dann auch der Impuls für das Buch, dass das eigentlich deutlich weniger zur Sprache kommt, auch in der Öffentlichkeit. Also dass die Diskussion so war, okay, wie gehen wir miteinander um im Parlament? Sollte man rechte, intellektuelle Politiker auf Podien einladen, aber diese Frage des Alltags, also es wird irgendwie anerkannt, dass es das gibt, aber dann ist meist da die Unterhaltung darüber vorbei oder man redet höchstens noch über den AfD-wählenden Onkel am Weihnachtstisch so. Das ist dann immer so dieses typische Beispiel, was kommt und damit hat es sich eigentlich erledigt und ich fand das eben auch aus soziologischer Sicht unheimlich interessant, das mal genauer aufzudröseln, also diese ganzen Alltagssituationen. Die auch sehr unterschiedlich sind und wie man sich da eigentlich verhält." (Jana Glaese) 12:58 "Ich glaube, aus dieser Perspektive heraus kann man schon durchaus sagen, dass man sich eben auch mit Meinungen, die man für sehr, sehr falsch hält, damit auseinandersetzen müsste, um eben zu so was wie so einer Wahrheit zu kommen. Und selbst wenn man schon, wenn man sich schon ziemlich sicher ist. Also ich glaube, dass es in Deutschland auch gute Gründe gibt, dass wir anders als zum Beispiel in den USA da auch Grenzen setzen. Also wo es eben um üble Nachrede oder auch Hass und so weiter geht. Also das heißt, diese diese Auseinandersetzung ist nicht unbegrenzt, aber dass es an sich eine inhaltliche Auseinandersetzung geben sollte und nicht nur die symbolische oder vorab Abgrenzung, das muss ich mir gar nicht anhören, das halte ich schon für richtig." (Jana Glaese) 23:15 "Dann ist natürlich die Frage, wie man diesen Streit am besten austrägt und bis zu welchem Punkt und was auch die Grundannahmen dafür sind, dass so ein demokratischer Streit funktioniert. Aber mein Eindruck ist, dass sich das da zeigt und damit auch, dass es schon gewisse Grundgegensätze in der Politik braucht und gibt. Und jetzt ist natürlich die Frage, nennt man die rechts-links oder nennt man die progressiv-konservativ. Inwieweit ist die Hauptspannungslinie vielleicht auch das Liberale und das Autoritäre? Ich glaube, da gibt es mehrere. Aber dass es so eine Grundspannung braucht, das finde ich ein sehr überzeugendes Argument." (Jana Glaese) 31:10 "Ich glaube, es ist ziemlich schwer, hier zu entscheiden, was in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass die AfD so stark geworden ist. Also einige Personen machen das ja auch fest und sagen, es zeigt ja alles, dass die Brandmauer nichts gewirkt hat. Es gibt so viele Faktoren, dass ich das für ein bisschen schwierig halte. Also die Frage wäre schon, wäre die AfD heute so stark, hätte es nicht 2015 gewesen, hätte es die Kölner Silvesternacht gewesen, hätte das nicht die Corona-Pandemie gegeben. Also all diese Ereignisse haben der Partei ja immer, hat man gesehen, dann ja auch ziemlich Zulauf gegeben. Aber dass es im Grunde, dass man sie stärker inhaltlich stellen sollte, das halte ich auch für richtig." (Jana Glaese) 33:33 "Besonders im Alltag und das ist, denke ich, ein wichtiger Unterschied zum rein politischen Geschäft oder auch zur großen Öffentlichkeit, wo man ja nur miteinander reden kann, weil man über Medien kommuniziert und gar nicht am gleichen Ort ist, würde ich sagen, dass ein wichtiger Unterschied für den Alltag ist, dass man eben nicht nur das Reden hat, sondern dass das Reden eingebettet ist in gemeinsames Tun, in Projekte, die man hat, in den Alltag und daraus ergeben sich dann nochmal andere Möglichkeiten der Kommunikation oder auch andere Hebel in der Kommunikation." (Jana Glaese)
Cicero – Magazin für politische Kultur

Spätestens seit den jüngsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sind Wähler mit rechten Weltbildern keine Randgruppe mehr. Die Philosophin Jana Glaese hat sich Gedanken darüber gemacht, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt dennoch funktionieren kann.

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Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch"

Jana Glaese: Mit Rechten leben. Gutkind Verlag 2026

Inhalt Podcast:

06:22 "Und ich hatte den Eindruck, dass das eben, und das war dann auch der Impuls für das Buch, dass das eigentlich deutlich weniger zur Sprache kommt, auch in der Öffentlichkeit. Also dass die Diskussion so war, okay, wie gehen wir miteinander um im Parlament? Sollte man rechte, intellektuelle Politiker auf Podien einladen, aber diese Frage des Alltags, also es wird irgendwie anerkannt, dass es das gibt, aber dann ist meist da die Unterhaltung darüber vorbei oder man redet höchstens noch über den AfD-wählenden Onkel am Weihnachtstisch so. Das ist dann immer so dieses typische Beispiel, was kommt und damit hat es sich eigentlich erledigt und ich fand das eben auch aus soziologischer Sicht unheimlich interessant, das mal genauer aufzudröseln, also diese ganzen Alltagssituationen. Die auch sehr unterschiedlich sind und wie man sich da eigentlich verhält." (Jana Glaese)

12:58 "Ich glaube, aus dieser Perspektive heraus kann man schon durchaus sagen, dass man sich eben auch mit Meinungen, die man für sehr, sehr falsch hält, damit auseinandersetzen müsste, um eben zu so was wie so einer Wahrheit zu kommen. Und selbst wenn man schon, wenn man sich schon ziemlich sicher ist. Also ich glaube, dass es in Deutschland auch gute Gründe gibt, dass wir anders als zum Beispiel in den USA da auch Grenzen setzen. Also wo es eben um üble Nachrede oder auch Hass und so weiter geht. Also das heißt, diese diese Auseinandersetzung ist nicht unbegrenzt, aber dass es an sich eine inhaltliche Auseinandersetzung geben sollte und nicht nur die symbolische oder vorab Abgrenzung, das muss ich mir gar nicht anhören, das halte ich schon für richtig." (Jana Glaese)

23:15 "Dann ist natürlich die Frage, wie man diesen Streit am besten austrägt und bis zu welchem Punkt und was auch die Grundannahmen dafür sind, dass so ein demokratischer Streit funktioniert. Aber mein Eindruck ist, dass sich das da zeigt und damit auch, dass es schon gewisse Grundgegensätze in der Politik braucht und gibt. Und jetzt ist natürlich die Frage, nennt man die rechts-links oder nennt man die progressiv-konservativ. Inwieweit ist die Hauptspannungslinie vielleicht auch das Liberale und das Autoritäre? Ich glaube, da gibt es mehrere. Aber dass es so eine Grundspannung braucht, das finde ich ein sehr überzeugendes Argument." (Jana Glaese)

31:10 "Ich glaube, es ist ziemlich schwer, hier zu entscheiden, was in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass die AfD so stark geworden ist. Also einige Personen machen das ja auch fest und sagen, es zeigt ja alles, dass die Brandmauer nichts gewirkt hat. Es gibt so viele Faktoren, dass ich das für ein bisschen schwierig halte. Also die Frage wäre schon, wäre die AfD heute so stark, hätte es nicht 2015 gewesen, hätte es die Kölner Silvesternacht gewesen, hätte das nicht die Corona-Pandemie gegeben. Also all diese Ereignisse haben der Partei ja immer, hat man gesehen, dann ja auch ziemlich Zulauf gegeben. Aber dass es im Grunde, dass man sie stärker inhaltlich stellen sollte, das halte ich auch für richtig." (Jana Glaese)

33:33 "Besonders im Alltag und das ist, denke ich, ein wichtiger Unterschied zum rein politischen Geschäft oder auch zur großen Öffentlichkeit, wo man ja nur miteinander reden kann, weil man über Medien kommuniziert und gar nicht am gleichen Ort ist, würde ich sagen, dass ein wichtiger Unterschied für den Alltag ist, dass man eben nicht nur das Reden hat, sondern dass das Reden eingebettet ist in gemeinsames Tun, in Projekte, die man hat, in den Alltag und daraus ergeben sich dann nochmal andere Möglichkeiten der Kommunikation oder auch andere Hebel in der Kommunikation." (Jana Glaese)

Ökonom Stefan Kolev im Interview mit Carsten Korfmacher: „Wenn die Jungen gehen, bricht für die Alten alles zusammen“

08.10.2026
Cicero - Magazin für politische Kultur Immer mehr Menschen verlassen Deutschland, darunter sehr viele Hochqualifizierte. Im Podcast erklärt der Ökonom Stefan Kolev, warum die Bundesrepublik für junge Menschen unattraktiv geworden ist – und wie sich die Entwicklung umkehren ließe. Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung. Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Cicero-Titelgeschichte im Oktober von Michael Sommer: "Ein deutscher Herbst. Deutsche Parteien im Umbruch" Stefan Kolev: Wohlstand für Junge. Wie wir verhindern, dass unsere Kinder das Land verlassen, Herder 2026 Inhalt Podcast: 03:25 „Dass Menschen in die Schweiz gehen, muss einen nicht erstaunen. Das Land ist, je nachdem, wie man misst, anderthalb- bis doppelt so wohlhabend pro Kopf. Meine Heimat Bulgarien ist etwa halb so wohlhabend. Und dennoch sagt mein Kardiologe in Sofia, ein junger Arzt, der in Deutschland studiert und seinen Facharzt gemacht hat, dass er, sobald er seine erste Gehaltsabrechnung gesehen hat, sich ins Flugzeug gesetzt hat und nach Bulgarien zurück ist. Und das muss uns zu denken geben: Dass Menschen bereit sind, in ein deutlich ärmeres Land zu ziehen, und eben Deutschland, obwohl sie hier studiert haben, nicht attraktiv genug finden, um langfristig ihre Zukunft aufzubauen.“ (Stefan Kolev) 07:09 „Das muss uns zu bedenken geben, dass Menschen, die ihre Region unglaublich lieben, die nicht besonders gut Englisch können, die sich selber auch nicht als besonders mobil bezeichnen würden, dass auch noch solche Menschen inzwischen sehr mit dem Gedanken des Auswanderns eben spielen. Zu ergänzen wäre, aber das können wir vielleicht gleich bei reden, und das ist mir nicht nur um die physische Emigration geht, sondern auch um das, was ich eine innere Emigration nenne. Das heißt, auch wenn der Mensch es vielleicht nicht schafft, aus welchen Gründen auch immer das Land zu verlassen, kann er im Land bleiben, sich dennoch aber aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zurückziehen ins Private, sein jegliches Engagement einschränken und so weiter und so fort, Parteien jenseits der Mitte wählen. Und das wäre für die Gesellschaft mindestens genauso schwerwiegend wie der Verlust eines, wie der sichtbare Verlust eines Menschen, der physisch weggegangen ist.“ (Stefan Kolev) 12:38 „Wir leben in der Welt, die auf eine befremdliche Art immer mehr den 20ern und 30ern ähnelt. Also wir haben nationale Ordnungen, die wirtschaftlich, mild ausgedrückt, Schwäche zeigen. Wir haben eine internationale Ordnung, die bröckelt. Was wir noch nicht haben, aber das kann jeden Moment kommen, zumal ganz aktuell, ist eine Finanzkrise. Das heißt, die Berliner Republik hat, um eben die Defekte zu korrigieren, über die wir gerade sprechen, verdammt wenig Zeit. Sie hat entweder Zeit, also wenn wir jetzt sagen, das ist die letzte Regierung der Mitte, hat sie Zeit bis 2029.“ (Stefan Kolev) 15:17 „Das neue am Thema Auswandern (…) ist einfach, dass junge Menschen aktiv bereits in den Generationenvertrag aufzukündigen. Das war früher nicht so. Ich glaube, dass dieser Staat ganz lange aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt Politik für die jungen Leute gemacht hat, die Pflegeversicherung in den 90er Jahren war ganz sicher nicht im Sinne der jungen Menschen. Dennoch haben die jung Menschen bis jetzt das alles ertragen und mit sich machen lassen und vielleicht gegrollt mit diesem Staat. Aber sie waren bisher nicht bereit zu gehen. Und die Umfragen, von denen es mindestens zehn gibt inzwischen, von ganz unterschiedlichen, auch von ideologisch ganz unterschiedliche Organisationen, diese Umfragen sagen, die jungen Menschen sind bereit, den Generationenvertrag aufzukündigen.“ (Stefan Kolev) 17:15 „Was ist der Sinn hinter den mühsamen Reformen, die wir uns momentan als Gesellschaft zumuten? Wenn wir diese Sinnfrage nicht beantworten, sind die Schmerzen sinnlos. Und sinnlose Schmerzen will niemand. Sinnhafte Schmerzen kann man wollen. Die Aufgabe der Politik, aber auch von jedem von uns, ist es in der Tat, darüber nachzudenken, welche Vision uns über diese schmerzhafte Zeit hinweghilft.“ (Stefan Kolev)
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Immer mehr Menschen verlassen Deutschland, darunter sehr viele Hochqualifizierte. Im Podcast erklärt der Ökonom Stefan Kolev, warum die Bundesrepublik für junge Menschen unattraktiv geworden ist – und wie sich die Entwicklung umkehren ließe.

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Stefan Kolev: Wohlstand für Junge. Wie wir verhindern, dass unsere Kinder das Land verlassen, Herder 2026

Inhalt Podcast:

03:25 „Dass Menschen in die Schweiz gehen, muss einen nicht erstaunen. Das Land ist, je nachdem, wie man misst, anderthalb- bis doppelt so wohlhabend pro Kopf. Meine Heimat Bulgarien ist etwa halb so wohlhabend. Und dennoch sagt mein Kardiologe in Sofia, ein junger Arzt, der in Deutschland studiert und seinen Facharzt gemacht hat, dass er, sobald er seine erste Gehaltsabrechnung gesehen hat, sich ins Flugzeug gesetzt hat und nach Bulgarien zurück ist. Und das muss uns zu denken geben: Dass Menschen bereit sind, in ein deutlich ärmeres Land zu ziehen, und eben Deutschland, obwohl sie hier studiert haben, nicht attraktiv genug finden, um langfristig ihre Zukunft aufzubauen.“ (Stefan Kolev)

07:09 „Das muss uns zu bedenken geben, dass Menschen, die ihre Region unglaublich lieben, die nicht besonders gut Englisch können, die sich selber auch nicht als besonders mobil bezeichnen würden, dass auch noch solche Menschen inzwischen sehr mit dem Gedanken des Auswanderns eben spielen. Zu ergänzen wäre, aber das können wir vielleicht gleich bei reden, und das ist mir nicht nur um die physische Emigration geht, sondern auch um das, was ich eine innere Emigration nenne. Das heißt, auch wenn der Mensch es vielleicht nicht schafft, aus welchen Gründen auch immer das Land zu verlassen, kann er im Land bleiben, sich dennoch aber aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zurückziehen ins Private, sein jegliches Engagement einschränken und so weiter und so fort, Parteien jenseits der Mitte wählen. Und das wäre für die Gesellschaft mindestens genauso schwerwiegend wie der Verlust eines, wie der sichtbare Verlust eines Menschen, der physisch weggegangen ist.“ (Stefan Kolev)

12:38 „Wir leben in der Welt, die auf eine befremdliche Art immer mehr den 20ern und 30ern ähnelt. Also wir haben nationale Ordnungen, die wirtschaftlich, mild ausgedrückt, Schwäche zeigen. Wir haben eine internationale Ordnung, die bröckelt. Was wir noch nicht haben, aber das kann jeden Moment kommen, zumal ganz aktuell, ist eine Finanzkrise. Das heißt, die Berliner Republik hat, um eben die Defekte zu korrigieren, über die wir gerade sprechen, verdammt wenig Zeit. Sie hat entweder Zeit, also wenn wir jetzt sagen, das ist die letzte Regierung der Mitte, hat sie Zeit bis 2029.“ (Stefan Kolev)

15:17 „Das neue am Thema Auswandern (…) ist einfach, dass junge Menschen aktiv bereits in den Generationenvertrag aufzukündigen. Das war früher nicht so. Ich glaube, dass dieser Staat ganz lange aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt Politik für die jungen Leute gemacht hat, die Pflegeversicherung in den 90er Jahren war ganz sicher nicht im Sinne der jungen Menschen. Dennoch haben die jung Menschen bis jetzt das alles ertragen und mit sich machen lassen und vielleicht gegrollt mit diesem Staat. Aber sie waren bisher nicht bereit zu gehen. Und die Umfragen, von denen es mindestens zehn gibt inzwischen, von ganz unterschiedlichen, auch von ideologisch ganz unterschiedliche Organisationen, diese Umfragen sagen, die jungen Menschen sind bereit, den Generationenvertrag aufzukündigen.“ (Stefan Kolev)

17:15 „Was ist der Sinn hinter den mühsamen Reformen, die wir uns momentan als Gesellschaft zumuten? Wenn wir diese Sinnfrage nicht beantworten, sind die Schmerzen sinnlos. Und sinnlose Schmerzen will niemand. Sinnhafte Schmerzen kann man wollen. Die Aufgabe der Politik, aber auch von jedem von uns, ist es in der Tat, darüber nachzudenken, welche Vision uns über diese schmerzhafte Zeit hinweghilft.“ (Stefan Kolev)