Literatur und Politik
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Literatur und Politik

Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Beschreibung

In der Reihe "Literatur und Politik" lädt die Hessische Landeszentrale für politische Bildung mehrmals im Jahr Expertinnen und Experten zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu einem Gespräch ein. In diesen von Journalistinnen und Journalisten aus renommierten Medienhäusern geführten Gesprächen steht eine Publikation der jeweiligen Autorin bzw. des jeweiligen Autors im Mittelpunkt.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Literatur und Politik LIVE: Die neue Protestkultur. Besetzen, kleben, streiken: Der Kampf um die Zukunft

09.09.2026

Einführung in die Protestkultur

Im Gespräch zwischen der Journalistin Sonja Winterberg und dem Politikwissenschaftler Tarek Siddiq wird die evolutionäre Entwicklung der Protestkultur beleuchtet. Siddiq erklärt, wie er als Politikwissenschaftler zur Protestforschung gelangte und welche persönlichen Erfahrungen ihn prägten.

Arten und Ziele von Protesten

Der Dialog thematisiert, was Protest bedeutet und welche unterschiedlichen Formen er annehmen kann. Siddiq betont, dass Protest nicht nur gegen etwas gerichtet sein muss, sondern auch positive Ziele verfolgen kann. Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen können sich in ihren Protestzielen jedoch stark unterscheiden.

Einfluss des Arabischen Frühlings

Siddiq reflektiert über den Arabischen Frühling und dessen Einfluss auf die Wahrnehmung von Autokratien. Er hebt hervor, dass plötzliche Protestbewegungen die Stabilität von Regierungen infrage stellen können, was auch in Zukunft relevant bleibt.

Reaktionen von Regierungen auf Proteste

Die Reaktion von Regierungen auf Proteste variiert je nach politischem System. Siddiq erklärt, dass Machthaber die Gefährlichkeit eines Protests abwägen müssen, was zu unterschiedlichen Strategien führen kann, von Verhandlungen bis zu repressiven Maßnahmen.

Demographische Aspekte des Protests

Es wird analysiert, wer typischerweise protestiert. Jüngere und besser gebildete Menschen neigen häufiger dazu, aktiv zu werden. Siddiq erläutert, wie sich die Mobilisierung über die Zeit verändert hat und welche sozialen Dynamiken dabei eine Rolle spielen.

Neue Protestformen und deren Bedeutung

Siddiq diskutiert die Rolle von digitalen Medien und sozialen Netzwerken bei der Organisation von Protesten. Diese neuen Formen der Mobilisierung bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich, da sie die Dynamik und die Öffentlichkeitswahrnehmung von Protesten beeinflussen.

Globale Perspektiven auf Protestkultur

Das Gespräch schließt mit der Feststellung, dass Proteste eine globale Dimension haben, aber lokale Besonderheiten aufweisen. Siddiq betont die Bedeutung von Solidarität und Unterstützung für Menschen, die in repressiven Regimes leben.

Einführung in die Protestkultur

Im Gespräch zwischen der Journalistin Sonja Winterberg und dem Politikwissenschaftler Tarek Siddiq wird die evolutionäre Entwicklung der Protestkultur beleuchtet. Siddiq erklärt, wie er als Politikwissenschaftler zur Protestforschung gelangte und welche persönlichen Erfahrungen ihn prägten.

Arten und Ziele von Protesten

Der Dialog thematisiert, was Protest bedeutet und welche unterschiedlichen Formen er annehmen kann. Siddiq betont, dass Protest nicht nur gegen etwas gerichtet sein muss, sondern auch positive Ziele verfolgen kann. Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen können sich in ihren Protestzielen jedoch stark unterscheiden.

Einfluss des Arabischen Frühlings

Siddiq reflektiert über den Arabischen Frühling und dessen Einfluss auf die Wahrnehmung von Autokratien. Er hebt hervor, dass plötzliche Protestbewegungen die Stabilität von Regierungen infrage stellen können, was auch in Zukunft relevant bleibt.

Reaktionen von Regierungen auf Proteste

Die Reaktion von Regierungen auf Proteste variiert je nach politischem System. Siddiq erklärt, dass Machthaber die Gefährlichkeit eines Protests abwägen müssen, was zu unterschiedlichen Strategien führen kann, von Verhandlungen bis zu repressiven Maßnahmen.

Demographische Aspekte des Protests

Es wird analysiert, wer typischerweise protestiert. Jüngere und besser gebildete Menschen neigen häufiger dazu, aktiv zu werden. Siddiq erläutert, wie sich die Mobilisierung über die Zeit verändert hat und welche sozialen Dynamiken dabei eine Rolle spielen.

Neue Protestformen und deren Bedeutung

Siddiq diskutiert die Rolle von digitalen Medien und sozialen Netzwerken bei der Organisation von Protesten. Diese neuen Formen der Mobilisierung bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich, da sie die Dynamik und die Öffentlichkeitswahrnehmung von Protesten beeinflussen.

Globale Perspektiven auf Protestkultur

Das Gespräch schließt mit der Feststellung, dass Proteste eine globale Dimension haben, aber lokale Besonderheiten aufweisen. Siddiq betont die Bedeutung von Solidarität und Unterstützung für Menschen, die in repressiven Regimes leben.

Literatur und Politik LIVE: Das deutsche Alibi. Mythos „Stauffenberg-Attentat“ – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird

18.06.2026

Der Mythos Stauffenberg

Im Podcast wird die Rolle von Claus von Stauffenberg im Widerstand gegen das NS-Regime thematisiert. Ruth Hoffmann, Autorin von "Das deutsche Alibi", argumentiert, dass die gängige Wahrnehmung, Stauffenberg sei der zentrale Widerstandskämpfer, die Vielzahl der Beteiligten und die unterschiedlichen Motivationen des Widerstands verkennt. Der 20. Juli 1944 wird als Versuch dargestellt, das Regime zu stürzen, unterstützt von einem breiten Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten.

Instrumentalisierung des Widerstands

Hoffmann beleuchtet, wie der Mythos um Stauffenberg und das Attentat im Nachkriegsdeutschland politisch instrumentalisiert wurde, um ein Alibi für die Bundesrepublik zu schaffen. Der Widerstand wird oft romantisiert und auf wenige Militärs reduziert, während andere Widerstandsgruppen, wie die politische Arbeiterbewegung, kaum Beachtung finden. Ihre Relevanz wird in der Diskussion um den Widerstand und dessen Wahrnehmung hervorgehoben.

Widerstand als kollektive Anstrengung

Die Diskussion betont, dass der Widerstand gegen das NS-Regime keine isolierte Militäraktion war, sondern eine umfassende, zivilgesellschaftliche Bewegung. Diese umfasste Sozialisten, Gewerkschafter und Kirchenvertreter, die gemeinsam gegen das Unrecht kämpften. Hoffmann wirft die Frage auf, inwiefern die Erinnerungskultur diesen kollektiven Widerstand anerkennt und wie sich diese Wahrnehmung über die Jahrzehnte verändert hat.

Die Rolle von Frauen im Widerstand

Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Beteiligung von Frauen am Widerstand. Hoffmann weist darauf hin, dass Frauen in verschiedenen Rollen aktiv waren, sei es als Unterstützerinnen oder durch ihre eigene Widerstandstätigkeit. Ihre Bedeutung wird in der historischen Analyse des Widerstands häufig unterschätzt.

Die Herausforderungen der Erinnerungskultur

Der Podcast thematisiert die Schwierigkeiten, den Widerstand in der heutigen Erinnerungskultur adäquat darzustellen. Insbesondere wird auf die Instrumentalisierung durch politische Strömungen, wie die AfD, eingegangen, die versuchen, sich den Widerstand für ihre Zwecke anzueignen. Die Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, die Vielfalt des Widerstands zu erkennen und darzustellen, um ein umfassendes Bild der Geschichte zu vermitteln.

Der Mythos Stauffenberg

Im Podcast wird die Rolle von Claus von Stauffenberg im Widerstand gegen das NS-Regime thematisiert. Ruth Hoffmann, Autorin von "Das deutsche Alibi", argumentiert, dass die gängige Wahrnehmung, Stauffenberg sei der zentrale Widerstandskämpfer, die Vielzahl der Beteiligten und die unterschiedlichen Motivationen des Widerstands verkennt. Der 20. Juli 1944 wird als Versuch dargestellt, das Regime zu stürzen, unterstützt von einem breiten Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten.

Instrumentalisierung des Widerstands

Hoffmann beleuchtet, wie der Mythos um Stauffenberg und das Attentat im Nachkriegsdeutschland politisch instrumentalisiert wurde, um ein Alibi für die Bundesrepublik zu schaffen. Der Widerstand wird oft romantisiert und auf wenige Militärs reduziert, während andere Widerstandsgruppen, wie die politische Arbeiterbewegung, kaum Beachtung finden. Ihre Relevanz wird in der Diskussion um den Widerstand und dessen Wahrnehmung hervorgehoben.

Widerstand als kollektive Anstrengung

Die Diskussion betont, dass der Widerstand gegen das NS-Regime keine isolierte Militäraktion war, sondern eine umfassende, zivilgesellschaftliche Bewegung. Diese umfasste Sozialisten, Gewerkschafter und Kirchenvertreter, die gemeinsam gegen das Unrecht kämpften. Hoffmann wirft die Frage auf, inwiefern die Erinnerungskultur diesen kollektiven Widerstand anerkennt und wie sich diese Wahrnehmung über die Jahrzehnte verändert hat.

Die Rolle von Frauen im Widerstand

Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Beteiligung von Frauen am Widerstand. Hoffmann weist darauf hin, dass Frauen in verschiedenen Rollen aktiv waren, sei es als Unterstützerinnen oder durch ihre eigene Widerstandstätigkeit. Ihre Bedeutung wird in der historischen Analyse des Widerstands häufig unterschätzt.

Die Herausforderungen der Erinnerungskultur

Der Podcast thematisiert die Schwierigkeiten, den Widerstand in der heutigen Erinnerungskultur adäquat darzustellen. Insbesondere wird auf die Instrumentalisierung durch politische Strömungen, wie die AfD, eingegangen, die versuchen, sich den Widerstand für ihre Zwecke anzueignen. Die Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, die Vielfalt des Widerstands zu erkennen und darzustellen, um ein umfassendes Bild der Geschichte zu vermitteln.

Literatur und Politik LIVE: Der vergessene Widerstand. Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Holocaust

17.06.2026

Der vergessene Widerstand

Der Historiker Stefan Lehnstedt beleuchtet in seinem Buch den oft übersehenen Widerstand von Jüdinnen und Juden gegen das NS-Regime während des Holocausts. Er argumentiert, dass dieser Widerstand nicht auf den berühmten Aufstand im Warschauer Ghetto beschränkt ist, sondern ein Massenphänomen darstellt, das viele zehntausende Menschen umfasste.

Forschungslücken und Widerstandsdefinition

Lehnstedt beschreibt die bestehende Forschungslücke zur Wahrnehmung jüdischen Widerstands und definiert Widerstand nicht nur als bewaffneten Kampf, sondern auch als aktive Handlungen zur Selbsthilfe und Überlebensorganisation. Er diskutiert die Herausforderungen, die sich aus der mangelhaften Dokumentation des Widerstands ergeben.

Widerstand in verschiedenen Geographien

Der Widerstand variierte stark zwischen verschiedenen Regionen, wie Deutschland und den besetzten Ländern. In Deutschland gab es eine assimilierte jüdische Bevölkerung, die oft versuchte, zu fliehen, während in den besetzten Gebieten wie Polen Ghettos und damit verbundene Widerstandsbewegungen entstanden.

Widerstand im Ghetto

Widerstand in den Ghettos, insbesondere im Warschauer Ghetto, entwickelte sich oft spät, als die Überlebenschancen klarer wurden. Lehnstedt hebt hervor, dass viele jüdische Gruppen in Ghettos aktiv waren, und dass ihre Widerstandshandlungen oft aus der Notwendigkeit heraus geboren wurden.

Widerstand gegen Widerstand

Es gab auch innerjüdischen Widerstand gegen den Widerstand, da viele Jüdinnen und Juden aus Angst vor Repressalien gegen Aufstände waren. Diese komplexen Dynamiken verdeutlichen die Vielzahl von Entscheidungen, die Individuen unter extremen Bedingungen treffen mussten.

Erinnerung und Wahrnehmung

Die Wahrnehmung und Erinnerung an den Widerstand unterscheiden sich stark je nach Land. In Israel gilt der jüdische Widerstand als nationaler Widerstand, während in anderen Ländern oft eine Trennung zwischen jüdischem und nationalem Widerstand stattfindet.

Der vergessene Widerstand

Der Historiker Stefan Lehnstedt beleuchtet in seinem Buch den oft übersehenen Widerstand von Jüdinnen und Juden gegen das NS-Regime während des Holocausts. Er argumentiert, dass dieser Widerstand nicht auf den berühmten Aufstand im Warschauer Ghetto beschränkt ist, sondern ein Massenphänomen darstellt, das viele zehntausende Menschen umfasste.

Forschungslücken und Widerstandsdefinition

Lehnstedt beschreibt die bestehende Forschungslücke zur Wahrnehmung jüdischen Widerstands und definiert Widerstand nicht nur als bewaffneten Kampf, sondern auch als aktive Handlungen zur Selbsthilfe und Überlebensorganisation. Er diskutiert die Herausforderungen, die sich aus der mangelhaften Dokumentation des Widerstands ergeben.

Widerstand in verschiedenen Geographien

Der Widerstand variierte stark zwischen verschiedenen Regionen, wie Deutschland und den besetzten Ländern. In Deutschland gab es eine assimilierte jüdische Bevölkerung, die oft versuchte, zu fliehen, während in den besetzten Gebieten wie Polen Ghettos und damit verbundene Widerstandsbewegungen entstanden.

Widerstand im Ghetto

Widerstand in den Ghettos, insbesondere im Warschauer Ghetto, entwickelte sich oft spät, als die Überlebenschancen klarer wurden. Lehnstedt hebt hervor, dass viele jüdische Gruppen in Ghettos aktiv waren, und dass ihre Widerstandshandlungen oft aus der Notwendigkeit heraus geboren wurden.

Widerstand gegen Widerstand

Es gab auch innerjüdischen Widerstand gegen den Widerstand, da viele Jüdinnen und Juden aus Angst vor Repressalien gegen Aufstände waren. Diese komplexen Dynamiken verdeutlichen die Vielzahl von Entscheidungen, die Individuen unter extremen Bedingungen treffen mussten.

Erinnerung und Wahrnehmung

Die Wahrnehmung und Erinnerung an den Widerstand unterscheiden sich stark je nach Land. In Israel gilt der jüdische Widerstand als nationaler Widerstand, während in anderen Ländern oft eine Trennung zwischen jüdischem und nationalem Widerstand stattfindet.