Das Literarische Quartett
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Das Literarische Quartett

Deutschlandfunk Kultur

Beschreibung

„Das Literarische Quartett“ mit Gastgeberin Thea Dorn ist der literarische Salon im ZDF-Fernsehen: Vier leidenschaftliche Leserinnen und Leser diskutieren alle zwei Monate darüber, welche Romane wirklich lesenswert und relevant sind. Wir bieten hier die ZDF-Sendung zum Nachhören als Podcast an.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Von Olivier Guez bis Madeline Cash - Mai 2026

01.05.2026

Toxie Baby: toxische Liebe und literarische Form

Der Roman von Dana von Suffrin entfaltet eine energetische Liebesgeschichte um eine Ich-Erzählerin und ihren toxischen Partner. Zwischen explosiver Selbstreflexion und reflexiver Sprache zeigt sich eine Meta-Beobachtung jüdischer Identität, Wurzeln und öffentlicher Repräsentation. Charaktere bleiben karikaturenartig, doch der Reiz liegt in der Präzision des Bewusstseinsstroms, der Narzissmus und das Scheitern der Liebe literarisch erfahrbar macht.

Transkription: Medien, Stimmen und Wirklichkeitswahrnehmung

Ben Lerners Transkription erkundet, wie Smartphones unser Verhältnis zur Welt verändern. Der Handlungsfokus liegt auf zwei Grundmotiven: der Stimme, die uns erreicht, und der Wirklichkeitsdifferenz. Strukturell entfaltet sich ein Triptychon über Interaktion, psychische Erkrankungen und die Rolle der Literatur in Gegenwart und Gesellschaft. Der Text wird als Medienstudie verstanden, die Frage nach Wirklichkeit neu verhandelt.

Mesopotamien im Blick: Gertrude Bell und koloniale Komplexität

Olivier Gehez schildert Gertrude Bell als Archäologin und politische Drahtzieherin. Der Roman verknüpft Liebesgeschichten mit Macht- und Kolonialgeschichte und untersucht Ambivalenzen im Nahen Osten. Kritiker loben Handwerk und Geschichtsverständnis, bemängeln aber teils die dramaturgische Fokussierung auf Dramaturgie statt tiefgehender politischer Analyse.

Verlorene Schäfchen: Humor, Gesellschaftskritik und Gegenwartskaleidoskop

Madeleine Cash zeichnet eine Familie an der US-Westküste, deren Alltagskomik scharfsinnig mit ernstem Zweifel an Gemeinschaft und Sinn verknüpft ist. Der Roman bedient Sitcom-Humor, bleibt aber zugleich scharf beobachtend: Religion, Community, Selbsttäuschung und der Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit werden pointiert, doch eine tiefergehende Psychologie bleibt teilweise fragmentarisch.

Toxie Baby: toxische Liebe und literarische Form

Der Roman von Dana von Suffrin entfaltet eine energetische Liebesgeschichte um eine Ich-Erzählerin und ihren toxischen Partner. Zwischen explosiver Selbstreflexion und reflexiver Sprache zeigt sich eine Meta-Beobachtung jüdischer Identität, Wurzeln und öffentlicher Repräsentation. Charaktere bleiben karikaturenartig, doch der Reiz liegt in der Präzision des Bewusstseinsstroms, der Narzissmus und das Scheitern der Liebe literarisch erfahrbar macht.

Transkription: Medien, Stimmen und Wirklichkeitswahrnehmung

Ben Lerners Transkription erkundet, wie Smartphones unser Verhältnis zur Welt verändern. Der Handlungsfokus liegt auf zwei Grundmotiven: der Stimme, die uns erreicht, und der Wirklichkeitsdifferenz. Strukturell entfaltet sich ein Triptychon über Interaktion, psychische Erkrankungen und die Rolle der Literatur in Gegenwart und Gesellschaft. Der Text wird als Medienstudie verstanden, die Frage nach Wirklichkeit neu verhandelt.

Mesopotamien im Blick: Gertrude Bell und koloniale Komplexität

Olivier Gehez schildert Gertrude Bell als Archäologin und politische Drahtzieherin. Der Roman verknüpft Liebesgeschichten mit Macht- und Kolonialgeschichte und untersucht Ambivalenzen im Nahen Osten. Kritiker loben Handwerk und Geschichtsverständnis, bemängeln aber teils die dramaturgische Fokussierung auf Dramaturgie statt tiefgehender politischer Analyse.

Verlorene Schäfchen: Humor, Gesellschaftskritik und Gegenwartskaleidoskop

Madeleine Cash zeichnet eine Familie an der US-Westküste, deren Alltagskomik scharfsinnig mit ernstem Zweifel an Gemeinschaft und Sinn verknüpft ist. Der Roman bedient Sitcom-Humor, bleibt aber zugleich scharf beobachtend: Religion, Community, Selbsttäuschung und der Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit werden pointiert, doch eine tiefergehende Psychologie bleibt teilweise fragmentarisch.

Von Siri Hustvedt bis Ece Temelkuran - März 2026

16.03.2026

Einführung und Themenübersicht

Im Literarischen Quartett werden verschiedene Bücher und deren Themen diskutiert, darunter Siri Hustvedts "Ghost Stories", Ben Shattucks Erzählung und Ece Temelkuran's "Nation of Strangers". Die Diskussion umfasst Themen wie Trauer, Verlust und die Suche nach Heimat.

Siri Hustvedts "Ghost Stories" und persönliche Trauer

Das Buch wird als ein intimes Werk beschrieben, das sich mit Hustvedts Trauer um ihren verstorbenen Mann Paul Auster auseinandersetzt. Es enthält Briefe und persönliche Erinnerungen, die sowohl berührend als auch herausfordernd in ihrer Offenheit sind. Die Kritiker sind sich uneinig über die literarische Qualität und die emotionalen Aspekte des Werkes.

Ben Shattucks Erzählung

Shattucks Buch wird als eine kunstvolle Erzählung beschrieben, die Themen wie Sehnsucht und menschliche Beziehungen behandelt. Die Kritiker loben die sprachliche Dichte und die stimmungsvolle Darstellung der Charaktere, während einige die Struktur des Textes als fragmentiert empfinden.

Ece Temelkuran's "Nation of Strangers" und das Thema Exil

In ihrem Buch reflektiert Temelkuran über das Exil im 21. Jahrhundert, dabei enthält es sowohl persönliche Erlebnisse als auch gesellschaftliche Analysen. Die Diskussion dreht sich um die politische Botschaft des Buches und die Verwendung des Begriffs "Faschismus", wobei einige Kritiker die Rhetorik als zu pauschal empfinden.

Abschluss und Ausblick

Die Runde schließt mit einem Ausblick auf die nächste Ausgabe des Literarischen Quartetts, die in Verbindung zur Buchmesse in Leipzig steht. Die Diskussion hebt die Vielfalt der literarischen Stimmen hervor und die anhaltenden Themen von Verlust und Identität in der modernen Welt.

Einführung und Themenübersicht

Im Literarischen Quartett werden verschiedene Bücher und deren Themen diskutiert, darunter Siri Hustvedts "Ghost Stories", Ben Shattucks Erzählung und Ece Temelkuran's "Nation of Strangers". Die Diskussion umfasst Themen wie Trauer, Verlust und die Suche nach Heimat.

Siri Hustvedts "Ghost Stories" und persönliche Trauer

Das Buch wird als ein intimes Werk beschrieben, das sich mit Hustvedts Trauer um ihren verstorbenen Mann Paul Auster auseinandersetzt. Es enthält Briefe und persönliche Erinnerungen, die sowohl berührend als auch herausfordernd in ihrer Offenheit sind. Die Kritiker sind sich uneinig über die literarische Qualität und die emotionalen Aspekte des Werkes.

Ben Shattucks Erzählung

Shattucks Buch wird als eine kunstvolle Erzählung beschrieben, die Themen wie Sehnsucht und menschliche Beziehungen behandelt. Die Kritiker loben die sprachliche Dichte und die stimmungsvolle Darstellung der Charaktere, während einige die Struktur des Textes als fragmentiert empfinden.

Ece Temelkuran's "Nation of Strangers" und das Thema Exil

In ihrem Buch reflektiert Temelkuran über das Exil im 21. Jahrhundert, dabei enthält es sowohl persönliche Erlebnisse als auch gesellschaftliche Analysen. Die Diskussion dreht sich um die politische Botschaft des Buches und die Verwendung des Begriffs "Faschismus", wobei einige Kritiker die Rhetorik als zu pauschal empfinden.

Abschluss und Ausblick

Die Runde schließt mit einem Ausblick auf die nächste Ausgabe des Literarischen Quartetts, die in Verbindung zur Buchmesse in Leipzig steht. Die Diskussion hebt die Vielfalt der literarischen Stimmen hervor und die anhaltenden Themen von Verlust und Identität in der modernen Welt.

Von Jon Fosse bis David Szalay - Februar 2026

06.02.2026

Bodo Kirchhoffs Roman: Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt

Die Diskussion beginnt mit Bodo Kirchhoffs neuem Roman, der die Geschichte von Therese Weiler, einer Psychoanalytikerin, erzählt. Therese ist unzufrieden in ihrer Ehe mit dem pazifistischen Viktor Vigo Goll, der in Indien eine Utopie entwerfen möchte. Therese folgt ihm nach Indien, wo sie jedoch eine Affäre mit einem Hotelbesitzer eingeht. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Therese und ihrem Ehemann, was zu Fragen des Narzissmus und der Geschlechterdarstellung führt. Die Kritiker sind gespalten über die Figuren und die Erzählweise, wobei einige den Stil als überladen empfinden.

David Szalays Booker-Preisträger: Was nicht gesagt werden kann

Der Roman von David Szalay wird als fesselnd beschrieben, da er sich auf die körperlichen Triebe seiner Figuren konzentriert. Die Geschichte folgt dem jungen Istvan, der von einer älteren Frau verführt wird, was sein Leben nachhaltig beeinflusst. Kritiker loben die spannende Handlung und die präzise Sprache, auch wenn die Figuren teilweise als unreflektiert wahrgenommen werden. Szalays Stil wird als minimalistischer Dialog beschrieben, was das Verständnis der Charaktere erschwert, aber auch fasziniert.

Jörn Vosses Weim: Ein mystischer Bewusstseinsstrom

Im nächsten Teil wird Jörn Vosses Roman "Weim" besprochen, der als musikalisch und melancholisch beschrieben wird. Die Geschichte dreht sich um Jadgayer und seine Beziehung zu Elin, wobei die Erzählung in drei Teile gegliedert ist. Kritiker heben die Musikalität und den Humor des Romans hervor, sind jedoch unsicher über die dahinterstehende Botschaft und die Komplexität der Charaktere.

Richard Prices Lazarus Man: Gesellschaftsroman in der Krise

Richard Prices Roman "Lazarus Man" setzt sich mit den Auswirkungen eines Hochhauses, das in New York 2008 zusammenbricht, auseinander. Die Erzählung konzentriert sich auf das Leben der Menschen in der Nähe des Unglücks und nutzt eine Vielzahl von Charakteren, um das Stadtpanorama zu skizzieren. Kritiker schätzen die realistische Darstellung des Lebens in den Straßen, bemängeln jedoch die Tiefe der Charaktere und die Unklarheit der Handlung.

Bodo Kirchhoffs Roman: Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt

Die Diskussion beginnt mit Bodo Kirchhoffs neuem Roman, der die Geschichte von Therese Weiler, einer Psychoanalytikerin, erzählt. Therese ist unzufrieden in ihrer Ehe mit dem pazifistischen Viktor Vigo Goll, der in Indien eine Utopie entwerfen möchte. Therese folgt ihm nach Indien, wo sie jedoch eine Affäre mit einem Hotelbesitzer eingeht. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Therese und ihrem Ehemann, was zu Fragen des Narzissmus und der Geschlechterdarstellung führt. Die Kritiker sind gespalten über die Figuren und die Erzählweise, wobei einige den Stil als überladen empfinden.

David Szalays Booker-Preisträger: Was nicht gesagt werden kann

Der Roman von David Szalay wird als fesselnd beschrieben, da er sich auf die körperlichen Triebe seiner Figuren konzentriert. Die Geschichte folgt dem jungen Istvan, der von einer älteren Frau verführt wird, was sein Leben nachhaltig beeinflusst. Kritiker loben die spannende Handlung und die präzise Sprache, auch wenn die Figuren teilweise als unreflektiert wahrgenommen werden. Szalays Stil wird als minimalistischer Dialog beschrieben, was das Verständnis der Charaktere erschwert, aber auch fasziniert.

Jörn Vosses Weim: Ein mystischer Bewusstseinsstrom

Im nächsten Teil wird Jörn Vosses Roman "Weim" besprochen, der als musikalisch und melancholisch beschrieben wird. Die Geschichte dreht sich um Jadgayer und seine Beziehung zu Elin, wobei die Erzählung in drei Teile gegliedert ist. Kritiker heben die Musikalität und den Humor des Romans hervor, sind jedoch unsicher über die dahinterstehende Botschaft und die Komplexität der Charaktere.

Richard Prices Lazarus Man: Gesellschaftsroman in der Krise

Richard Prices Roman "Lazarus Man" setzt sich mit den Auswirkungen eines Hochhauses, das in New York 2008 zusammenbricht, auseinander. Die Erzählung konzentriert sich auf das Leben der Menschen in der Nähe des Unglücks und nutzt eine Vielzahl von Charakteren, um das Stadtpanorama zu skizzieren. Kritiker schätzen die realistische Darstellung des Lebens in den Straßen, bemängeln jedoch die Tiefe der Charaktere und die Unklarheit der Handlung.