Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)
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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)

Bundeszentrale für politische Bildung

Beschreibung

"Aus Politik und Zeitgeschichte" gibt es jetzt auch als Podcast. In jeder Folge beleuchten wir ein politisches, historisches oder gesellschaftliches Thema aus verschiedenen Perspektiven. Wir sind uns sicher, dass Sie und wir nach einer halben Stunde schlauer sind als vorher. Neue Folgen gibt es immer am ersten Mittwoch des Monats. Ein Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Mehr Infos: bpb.de/apuz-podcast

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Demografie - mit Dana Schmalz, Kira Renée Kurz und Michaela Kreyenfeld

01.07.2026

Demografische Herausforderungen in Deutschland

Deutschland steht vor erheblichen demografischen Herausforderungen, da seit über 50 Jahren mehr Menschen sterben als geboren werden. Der Anteil älterer Menschen über 60 Jahre beträgt heute knapp 30 Prozent, während junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren nur 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese Entwicklung belastet die sozialen Sicherungssysteme und verringert die politische Einflussnahme jüngerer Generationen.

Globale Trends und deren Einfluss

Weltweit steigt die Lebenserwartung, während die Geburtenzahlen sinken. In Deutschland könnte der Geburtenstand im Jahr 2025 auf einem historischen Tiefststand von 650.000 Neugeborenen ankommen. Diese demografischen Veränderungen erfordern innovative Lösungen, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systeme aufrechtzuerhalten.

Politische Dimension der Demografie

Michaela Kreinfeld, eine Soziologin, thematisiert die politischen Spannungsfelder, die in einer alternden Gesellschaft entstehen. Sie betont die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für Familiengründungen zu verbessern, insbesondere in Zeiten ökonomischer Unsicherheit.

Historische Perspektive der Bevölkerungssorgen

Dana Schmalz untersucht die historische Angst vor einer wachsenden Bevölkerung, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Diese Ängste wurden genutzt, um sozialpolitische Maßnahmen zu legitimieren und die Kontrolle über die Reproduktion von Bevölkerungsgruppen zu beeinflussen.

Politische Repräsentation junger Menschen

Kira René Kurz analysiert die Auswirkungen der demografischen Veränderungen auf die politische Repräsentation junger Menschen. Sie fordert eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre, um den jungen Generationen mehr Einfluss zu geben und ihre Interessen besser zu vertreten.

Schlussfolgerungen und Zukunftsperspektiven

Die Diskussion um Demografie ist entscheidend für die politische Planung in Deutschland. Es gilt, die Bedürfnisse aller Altersgruppen zu berücksichtigen, um eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft zu schaffen.

Demografische Herausforderungen in Deutschland

Deutschland steht vor erheblichen demografischen Herausforderungen, da seit über 50 Jahren mehr Menschen sterben als geboren werden. Der Anteil älterer Menschen über 60 Jahre beträgt heute knapp 30 Prozent, während junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren nur 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Diese Entwicklung belastet die sozialen Sicherungssysteme und verringert die politische Einflussnahme jüngerer Generationen.

Globale Trends und deren Einfluss

Weltweit steigt die Lebenserwartung, während die Geburtenzahlen sinken. In Deutschland könnte der Geburtenstand im Jahr 2025 auf einem historischen Tiefststand von 650.000 Neugeborenen ankommen. Diese demografischen Veränderungen erfordern innovative Lösungen, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systeme aufrechtzuerhalten.

Politische Dimension der Demografie

Michaela Kreinfeld, eine Soziologin, thematisiert die politischen Spannungsfelder, die in einer alternden Gesellschaft entstehen. Sie betont die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für Familiengründungen zu verbessern, insbesondere in Zeiten ökonomischer Unsicherheit.

Historische Perspektive der Bevölkerungssorgen

Dana Schmalz untersucht die historische Angst vor einer wachsenden Bevölkerung, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Diese Ängste wurden genutzt, um sozialpolitische Maßnahmen zu legitimieren und die Kontrolle über die Reproduktion von Bevölkerungsgruppen zu beeinflussen.

Politische Repräsentation junger Menschen

Kira René Kurz analysiert die Auswirkungen der demografischen Veränderungen auf die politische Repräsentation junger Menschen. Sie fordert eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre, um den jungen Generationen mehr Einfluss zu geben und ihre Interessen besser zu vertreten.

Schlussfolgerungen und Zukunftsperspektiven

Die Diskussion um Demografie ist entscheidend für die politische Planung in Deutschland. Es gilt, die Bedürfnisse aller Altersgruppen zu berücksichtigen, um eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft zu schaffen.

Ehe - mit Julia Pauli, Anne Bittner und Hedwig Richter

03.06.2026

Was ist die Ehe und welche Funktionen erfüllt sie?

Die Ehe wird als komplexe soziale Institution verstanden, die Verwandtschaft, Partnerschaft, Sexualität, Elternschaft und wirtschaftliche Arrangements miteinander verknüpft. Zugleich regeln Verwandtschaft und Werte, wer Zugang zu Kindern hat, wer elterliche Verantwortung trägt und wer ökonomisch beteiligt ist. Historisch entsteht ein normatives Ideal der romantischen Liebe, doch ethnologische Beobachtungen zeigen, dass reale Ehen oft von ökonomischen und sozialen Faktoren moderiert werden.

Historische Entwicklung der Hausfrauen-Ehe

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts formiert sich die Idee der Hausfrauen-Ehe, in der der Mann öffentliche Sphäre und materielle Versorgung übernimmt, während die Frau häusliche Aufgaben und Care-Arbeit fokussiert. Diese Aufwertung der Häuslichkeit geht mit einer Abwertung der Frauenrolle außerhalb des Privathauses einher. In ärmeren Haushalten bleibt die Erwerbstätigkeit der Frau oft unverändert notwendig, wodurch die Norm nicht universell gilt.

Unterschiede BRD und DDR bei Ehe und Gleichberechtigung

Nach dem Krieg zeigen BRD und DDR unterschiedliche Eherechtslinien: In der DDR wird Gleichberechtigung vor allem durch Berufstätigkeit der Frauen betont, wobei Haushaltsarbeit weiter Frauenbelastung bleibt. In der BRD bleibt die Hausfrauen-Ehe länger präsent, erst durch späte Reformen wird die partnerschaftliche Entscheidungsführung gesetzlich verankert. Scheidungsrecht und Vermögensausgleich unterscheiden sich deutlich, reflektieren jedoch gemeinsame Tendenzen hin zu mehr Gleichberechtigung.

Gegenwartstrends und Kontinuitäten

Historische Muster zeigen eine anhaltende Spannung zwischen romantischem Familienideal und praktischen Anforderungen des gemeinsamen Lebens. Moderne Bewegungen unterstreichen, dass Rollenbilder flexibel bleiben, während Krisenzeiträume Wiederholungen traditioneller Muster begünstigen. Gleichzeitig sinken Heiratszahlen und das Alter beim Heiratsein steigt, während neue Formen der Partnerschaft und elterliche Arrangements vielfältiger werden, ohne dass das normative Bild der Ehe völlig verschwindet.

Was ist die Ehe und welche Funktionen erfüllt sie?

Die Ehe wird als komplexe soziale Institution verstanden, die Verwandtschaft, Partnerschaft, Sexualität, Elternschaft und wirtschaftliche Arrangements miteinander verknüpft. Zugleich regeln Verwandtschaft und Werte, wer Zugang zu Kindern hat, wer elterliche Verantwortung trägt und wer ökonomisch beteiligt ist. Historisch entsteht ein normatives Ideal der romantischen Liebe, doch ethnologische Beobachtungen zeigen, dass reale Ehen oft von ökonomischen und sozialen Faktoren moderiert werden.

Historische Entwicklung der Hausfrauen-Ehe

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts formiert sich die Idee der Hausfrauen-Ehe, in der der Mann öffentliche Sphäre und materielle Versorgung übernimmt, während die Frau häusliche Aufgaben und Care-Arbeit fokussiert. Diese Aufwertung der Häuslichkeit geht mit einer Abwertung der Frauenrolle außerhalb des Privathauses einher. In ärmeren Haushalten bleibt die Erwerbstätigkeit der Frau oft unverändert notwendig, wodurch die Norm nicht universell gilt.

Unterschiede BRD und DDR bei Ehe und Gleichberechtigung

Nach dem Krieg zeigen BRD und DDR unterschiedliche Eherechtslinien: In der DDR wird Gleichberechtigung vor allem durch Berufstätigkeit der Frauen betont, wobei Haushaltsarbeit weiter Frauenbelastung bleibt. In der BRD bleibt die Hausfrauen-Ehe länger präsent, erst durch späte Reformen wird die partnerschaftliche Entscheidungsführung gesetzlich verankert. Scheidungsrecht und Vermögensausgleich unterscheiden sich deutlich, reflektieren jedoch gemeinsame Tendenzen hin zu mehr Gleichberechtigung.

Gegenwartstrends und Kontinuitäten

Historische Muster zeigen eine anhaltende Spannung zwischen romantischem Familienideal und praktischen Anforderungen des gemeinsamen Lebens. Moderne Bewegungen unterstreichen, dass Rollenbilder flexibel bleiben, während Krisenzeiträume Wiederholungen traditioneller Muster begünstigen. Gleichzeitig sinken Heiratszahlen und das Alter beim Heiratsein steigt, während neue Formen der Partnerschaft und elterliche Arrangements vielfältiger werden, ohne dass das normative Bild der Ehe völlig verschwindet.

Erben - mit Silke van Dyk, Reiner Eichenberger und Anatol Dutta

06.05.2026

Grundlagen des Erbens und Rechte der Betroffenen

Das Erbrecht in Deutschland vereint Privatrecht und Verfassungsrecht. Es gibt eine Testierfreiheit des Erblassers, aber auch einen Pflichtteil für nahe Angehörige, der nicht vererbt werden kann. Das gesetzliche Erbrecht greift, wenn kein Testament vorliegt, und soll dem hypothetischen Willen der Erblasser entsprechend funktionieren. Dadurch entsteht eine Balance zwischen individueller Verfügung und Schutzbedarf der Hinterbliebenen.

Formen der Regelung und praktische Umsetzung

Testamente können eigenhändig oder notariell verfasst werden, wobei eigenhändige Form verlangt wird. Mit dem digitalen Wandel ändern sich Kriterien teils, doch essentielle Merkmale wie Echtheit und Schriftform bleiben wichtig. Das Gesetz erlaubt auch einfache handschriftliche Verfügungen, betont aber die Authentizität der Willensbekundung. Pflichtteil-Ansprüche schützen minderjährige oder erbberechtigte Familienmitglieder vor vollständiger Enterbung.

Gerechtigkeit, Steuern und politische Debatte

Trotz Testierfreiheit gibt es Debatten über die Ausgestaltung der Erbschaftssteuer. Kritiker weisen auf Ungleichheiten zwischen Vermögensarten hin, während Befürworter betonen, dass viele geerbte Vermögen bereits belastet seien. Verschonungsregeln für Betriebsvermögen spielen eine zentrale Rolle in Reformdebatten, da sie große Vermögenswerte begünstigen und Steuern optimieren können.

Reformideen und mögliche Wege zu mehr Chancengleichheit

Vorschläge umfassen höhere Freibeträge oder eine Verschiebung hin zu mehr Gerechtigkeit durch Steuerung von Erbschaften. Modelle wie ein bedingungsloses Grunderbe für junge Menschen werden diskutiert, um Populationsungleichheiten abzubauen. Befürworter argumentieren, dass ein Grunderbe sozialen Zusammenhalt stärkt, während Skeptiker auf Kosten und Anreize hinweisen. Ziel ist eine balancing von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit.

Grundlagen des Erbens und Rechte der Betroffenen

Das Erbrecht in Deutschland vereint Privatrecht und Verfassungsrecht. Es gibt eine Testierfreiheit des Erblassers, aber auch einen Pflichtteil für nahe Angehörige, der nicht vererbt werden kann. Das gesetzliche Erbrecht greift, wenn kein Testament vorliegt, und soll dem hypothetischen Willen der Erblasser entsprechend funktionieren. Dadurch entsteht eine Balance zwischen individueller Verfügung und Schutzbedarf der Hinterbliebenen.

Formen der Regelung und praktische Umsetzung

Testamente können eigenhändig oder notariell verfasst werden, wobei eigenhändige Form verlangt wird. Mit dem digitalen Wandel ändern sich Kriterien teils, doch essentielle Merkmale wie Echtheit und Schriftform bleiben wichtig. Das Gesetz erlaubt auch einfache handschriftliche Verfügungen, betont aber die Authentizität der Willensbekundung. Pflichtteil-Ansprüche schützen minderjährige oder erbberechtigte Familienmitglieder vor vollständiger Enterbung.

Gerechtigkeit, Steuern und politische Debatte

Trotz Testierfreiheit gibt es Debatten über die Ausgestaltung der Erbschaftssteuer. Kritiker weisen auf Ungleichheiten zwischen Vermögensarten hin, während Befürworter betonen, dass viele geerbte Vermögen bereits belastet seien. Verschonungsregeln für Betriebsvermögen spielen eine zentrale Rolle in Reformdebatten, da sie große Vermögenswerte begünstigen und Steuern optimieren können.

Reformideen und mögliche Wege zu mehr Chancengleichheit

Vorschläge umfassen höhere Freibeträge oder eine Verschiebung hin zu mehr Gerechtigkeit durch Steuerung von Erbschaften. Modelle wie ein bedingungsloses Grunderbe für junge Menschen werden diskutiert, um Populationsungleichheiten abzubauen. Befürworter argumentieren, dass ein Grunderbe sozialen Zusammenhalt stärkt, während Skeptiker auf Kosten und Anreize hinweisen. Ziel ist eine balancing von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit.