
Pferdemedizin heute
Gesellschaft für Pferdemedizin, Prof. Karsten Feige, Ina Tenz
Beschreibung
Professor Karsten Feige ist Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Präsident der Gesellschaft für Pferdemedizin.
In diesem Podcast beschreibt er - teils mit ExpertenInnen - pro Folge ein Thema zur Pferdegesundheit. Es geht um Erkrankungen, vor allem um deren frühzeitige Erkennung und um die Behandlung. Es geht aber auch um Gesundheitsvorsorge, Fütterung und um Themen rund um Zucht und Haltung. Wir sprechen über häufige Fehldiagnosen, was bei Kaufuntersuchungen wirklich wichtig ist und ob jede Stute auch für ein Fohlen geeignet ist - und natürlich auch über spannende Entwicklungen und neue Ansätze in der Pferdemedizin.
Dieser Podcast erscheint monatlich und ist kostenlos für alle Studierenden der Tiermedizin, praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte und für alle Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer, die sich für moderne Pferdemedizin interessieren.
Wir freuen uns über Weiterempfehlungen und Feedback zu einzelnen Themen. Und natürlich auch über Anregungen, welche Krankheiten wir auf keinen Fall auslassen dürfen und was Sie brennend interessiert
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

MFM /MIM
Einführung in Muskelerkrankungen bei Pferden
Der Podcast behandelt die Muskelerkrankung myofibrilläre Myopathie (MIM), die in der Sportpferdemedizin zunehmend Beachtung findet. Prof. Carsten Feige und Ina Tenz diskutieren die Schwierigkeiten bei der Diagnose und den aktuellen Stand der Forschung.
Myofibrilläre Myopathie (MIM)
MIM ist eine vergleichsweise neu beschriebene Erkrankung, die mit Leistungseinbußen und Verhaltensänderungen bei Pferden einhergeht. Es gibt bisher keinen gesicherten Gentest für diese Erkrankung, und ihre Symptomatik kann variabel und mild sein.
Unterschiede zu anderen Muskelerkrankungen
Es wird erläutert, dass MIM von anderen Muskelerkrankungen wie PSSM1 und PSSM2 zu unterscheiden ist. Während PSSM mit Glykogenablagerungen verbunden ist, zeigt MIM Veränderungen in Strukturproteinen wie Desmin.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfolgt durch Muskelbiopsien und immunhistochemische Färbungen. Die Behandlung beinhaltet ein optimales Management der Pferdehaltung und -fütterung, wobei eine Reduzierung der Kohlenhydrate nicht empfohlen wird.
Forschung und Ausblick
Die Forschung zu MIM steht noch am Anfang, und es sind weitere Studien notwendig, um die Ursachen und optimalen Behandlungsansätze zu identifizieren.

Shivering
Was ist Shivering und wie äußert es sich
Shivering ist eine neurologische Bewegungsstörung der Hintergliedmaßen, meist ausgelöst durch bestimmende Trigger wie Rückwärtsrichten. Typisch sind übermäßiges Anheben der Gliedmaße, Abduktion und zittrige Bewegungen. Die Symptomatik variiert stark je nach Pferd; manche zeigen milde Anzeichen, andere treten in Stresssituationen stärker auf. Die Erkrankung entsteht im Kleinhirn, während andere Störungen ähnliche Symptome verursachen können.
Ursachen, Verlauf und Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen
Die Grundursache bleibt unklar; aktuelle Forschung deutet auf Kleinhirn-Veränderungen hin. Es gibt Hinweise auf Rassen- und Geschlechtsgefälle sowie eine mögliche genetische Komponente, jedoch existiert kein klarer Test. Abgrenzung erfolgt durch klinische Neurologie; Ataxie, Haarentritt und andere Ursachen werden differenziert, weil sie andere Lokalisationen und Muster zeigen.
Diagnostik, Begleiterkrankungen und Forschungslage
Diagnose basiert vorwiegend auf der klinischen Untersuchung und Video-Beobachtungen, da mikroskopische Veränderungen im Kleinhirn nicht am lebenden Tier sichtbar sind. Begleiterkrankungen wie PSSM sollten erkannt und behandelt werden. Es gibt derzeit keine sichere Heilung; Forschung zielt auf Verständnis des Kleinhirns und mögliche genetische Aspekte ab, um künftig Therapien zu ermöglichen.
Management, Lebensqualität und Verantwortungsfragen
Management fokussiert auf Lebensqualität und Sicherheit: Vermeidung triggernder Situationen, anpassendes Training, Herden- und Weidebedingungen sowie Hufbearbeitung beachten. Eine vollständige Lebensführung hängt von der individuellen Entwicklung ab; in schweren Fällen kann eine Euthanasie erwogen werden, doch viele Pferde erreichen weiterhin ein pferdegerechtes Leben. Offenlegung beim Pferdekauf wird als wichtig erachtet, um Risiken realistisch zu bewerten.

Brauchen wir eine Gewichtsbegrenzung im Reitsport?
Thema der Gewichtsbegrenzung im Reitsport
In dieser Episode wird die kontroverse Frage der Gewichtsbegrenzung im Reitsport behandelt. Die Sprecher diskutieren, inwiefern das Gewicht des Reiters die Belastbarkeit und das Wohlbefinden der Pferde beeinflusst. Es wird betont, dass ein erfahrener Reiter mit höherem Gewicht weniger belastend für das Pferd sein kann als ein leichterer Reiter, der gegen die Bewegung des Pferdes arbeitet.
Biomechanik und Belastung von Pferden
Die Biomechanik der Pferde wird erklärt, wobei hervorgehoben wird, wie sich das Gewicht eines Reiters auf die Anatomie und die Beweglichkeit eines Pferdes auswirkt. Zu viel Gewicht kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen, was letztendlich die Gesundheit des Pferdes gefährden kann.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine Gewichtsbelastung von bis zu 15 Prozent des Pferdegewichts akzeptabel ist, während 20 Prozent als grenzwertig gelten. Übergewichtige Reiter sollten vorsichtig sein, da dies das Risiko von Gesundheitsproblemen bei den Pferden erhöht.
Reiterverantwortung und Aufklärung
Die Sprecher plädieren für eine verantwortungsvolle Handhabung des Reitergewichts und betonen die Wichtigkeit der Aufklärung. Es wird diskutiert, ob es sinnvoll ist, Gewichtsgrenzen in Reitschulen einzuführen, wobei Eigenverantwortung und Sensibilität im Umgang mit dem Thema betont werden.
Fazit und Ausblick
Der Podcast schließt mit der Aufforderung zur Eigenverantwortung der Reiter und der Wichtigkeit, das Wohl der Pferde stets im Auge zu behalten. Zukünftige Themen umfassen weitere gesundheitliche Aspekte von Pferden, wie z.B. die neurologische Erkrankung Shivering.