
univers privat
Bündner Kunstmuseum Chur
Beschreibung
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Chartplatzierungen
Aktuelle Platzierungen in den öffentlichen Podcast-Charts und in unseren eigenen Kategorien.
Apple Podcasts
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Susan Hefuna. Wie kommt die Sphinx nach Chur?
Hintergrund und Identität
Die Künstlerin ist deutsch-ägyptisch geprägt und beschreibt, wie der Wechsel zwischen Kulturen Teil ihrer Biografie ist. Ihre Werke scheinen eine eigensinnige Welt zu öffnen, jenseits von Nationalität. Durch persönliche Erfahrungen, familiäre Wurzeln und den Dialog mit Orten entstehen Zeichnungen, Objekte und Filme, die innere Befindlichkeiten, Identität und Geschichte erfahrbar machen, ohne klar auf eine einzige Herkunft festgelegt zu sein.
Beziehung zu Graubünden, Schweiz und Ägypten
Ein zentrales Motiv ist die Verbindung zwischen Ägypten, Graubünden und dem Ort Chur. Die Ausstellung verknüpft historische Bezüge der Villa Planta, Baumwolle am Nil und lokale Geschichte mit aktuellen Arbeiten. Diese Verknüpfungen zeigen, wie lokale Räume globale Perspektiven beeinflussen und wie archaische Reminiszenzen in zeitgenössischer Kunst anklingen können.
Arbeitsweise, Formen und Medien
Die Künstlerin arbeitet medienübergreifend: Zeichnungen, Textilien, Fotografie, Video und Performances wechseln sich ab. Oft entstehen Werke im Prozess am Ort, ohne vorab ein fertiges Bild zu haben. Worte, Maschrabias und zarte Linienstrukturen dienen als Kernformeln, während Handwerk und Zusammenarbeit mit ägyptischen Handwerkern das Medium mit Leben füllen.
Ausstellungskonzept und Räume
Die Retrospektive spannt einen Bogen von 1990 bis heute und setzt thematische Räume statt einer Chronologie. Räume wie die Villa Planta werden Teil der Ausstellung, präsentieren Privates und Sammlungen als Teil der Kunst, spiegeln Identität, Sprache und Struktur wider und laden zur Reflexion über Ort, Erinnerung und Wirkung der Werke ein.

Daniela Keiser. Oregano – für alle Sinne
Konzept und Sinnlichkeit des Raums
Die Arbeit vereint Sprache, Fotografie und eine großformatige Bodenzeichnung zu einer räumlichen Erfahrung. Der Raum öffnet sich durch identitätsbezogene Details wie Terrazzo-Boden, Höhe und zwei Zugänge, wodurch Besucherinnen und Besucher in eine neue Welt geführt werden. Die Sinnlichkeit des Bodens geht Hand in Hand mit leisen visuellen Akzenten und einer stillen Präsenz, die das Eintauchen in das Gescäfteneindrucksvolle betont.
Bildenteile und Raumdialog
Eine Integration aus Bodenbild, fünf Fotografien und sprachlichen Linien erzeugt eine mehrschichtige Orientierung. Die Arbeiten verweben Wahrnehmung, Raum und Zeit, sodass eine Landkarte entsteht, in der man sich lesend und suchend bewegt. Die Visualisierung ist als Konstruktion gedacht, die sich durch Ebenen, Wörter und Gesten zu einem kohärenten Erlebnis fügt.
Indische Kolams als Bezugspunkt
Indische Bodenzeichnungen, transkulturelle Motive und zeitliche Veränderung bilden eine zentrale Brücke. Kolams werden als wandelbare Sprache verstanden, die sich je nach Ort weiterentwickelt und neue Motive zulässt. Die kollektive Praxis des Bodenkundigen dient als Inspirationsquelle für die Raumkomposition und für die Idee von Übersetzung und Transformation.
Übersetzung, Gebärdensprache und Performances
Die Gebärdensprache und begleitende Newsletter schließen die Welt der Zeichen in die Ausstellung ein. Übersetzungen werden als kreative Bausteine verstanden, die Duft, Farbe oder Klang nicht festsetzen, sondern erfahrbar machen. Performative Elemente und begleitende Events erzeugen Austausch, öffnen Räume zum Nachdenken und ermöglichen neue Blickweisen auf Sprache und Zeichen.

Fadri Cadonau. Commons of Tragedy
Das Kollektiv und seine historische Entwicklung
Patrick Adernau reflektiert über den Begriff des Kollektivs, insbesondere in einem historischen Kontext. Er thematisiert die Entwicklung von Gemeinschaften und deren Rolle bei der Bewirtschaftung gemeinsamer Ressourcen, wie es in seinem aktuellen Projekt im Bündner Kunstmuseum sichtbar wird.
Die Installation im Bündner Kunstmuseum
Adernau hat eine Installation aus handgeschlagenem Eschenholz geschaffen, die verschiedene Wahrnehmungsebenen anspricht. Der Zugang zur Ausstellung beginnt bereits im Treppenhaus mit einer Klanginstallation, die die Besucher auf eine akustische Reise vorbereitet.
Wasserleitungen als historische Referenz
Ein zentrales Element der Installation sind Wasserleitungen, die an historische Bewässerungssysteme im Kanton Wallis erinnern. Diese Systeme sind Ausdruck einer jahrhundertealten Kooperation von Bauern, die Wasser zur Bewässerung trockener Felder nutzen, was Adernau mit dem Konzept der 'Commons' verbindet.
Elinor Ostrom und das Konzept der Commons
Adernau bezieht sich auf die Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom, die in ihrem Buch 'Governing the Commons' untersucht, wie gemeinschaftlich genutzte Ressourcen verwaltet werden können. Er stellt Ostroms Ansichten der 'Tragedy of the Commons' von Garrett Hardin gegenüber, um aufzuzeigen, wie Kollektive effektiv funktionieren können.
Zusammenhang zur Gegenwart und zur Privatisierung
Adernau zieht Parallelen zwischen historischen Kooperationsmodellen und aktuellen Herausforderungen wie der Privatisierung des Internets. Er kritisiert die monopolartige Kontrolle über soziale Medien und betont die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Verantwortung in digitalen Räumen.
Wahrnehmung und Gemeinschaft
Die Installation fordert die Besucher dazu auf, ihre Wahrnehmung zu hinterfragen und sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen. Adernau zeigt, dass ein Gefühl der Gemeinschaft und gemeinsame Verantwortung für Ressourcen auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung sind.
Materialwahl und persönliche Verbindung
Das Eschenholz in der Installation hat für Adernau eine besondere Bedeutung, da es sowohl handwerklich als auch ökologisch relevant ist. Er bezieht sich auf persönliche Erlebnisse und die Auswirkungen des Klimawandels, um eine tiefere Verbindung zwischen Material und Botschaft herzustellen.