radioeins- und Freitag-Salon
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radioeins- und Freitag-Salon

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Beschreibung

Im radioeins & Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein mit einem Gast ins Renaissance-Theater und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. radioeins sendet live. Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der radioeins & Freitag Salon ist "unplugged", wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen. Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Wer unbequeme Meinungen ausgrenzt, schadet der Demokratie. Jakob Augstein im Gespräch mit Jörg Baberowski

11.05.2026

Vielfalt der Demokratiebegriffe

Im Gespräch wird deutlich, dass Demokratie mehr als eine feste Werteordnung ist. Sie wird als Prozess beschrieben, in dem Konflikte toleriert, Regeln beachtet und verschiedene Auffassungen von Volkssouveränität und Repräsentation miteinander ausgehandelt werden. Populismus erscheint nicht als neu, sondern als wiederkehrendes Phänomen, das aus dem Druck der Repräsentation entsteht und genutzt wird, um Stimmen zu mobilisieren.

Repräsentation, Milieus und Resonanz

Der Historiker betont, dass das Verhältnis zwischen Bürgern und Repräsentanten entscheidend ist. Wenn Milieus bröckeln und Partizipation dezentralisiert wird, leidet das Resonanzverhältnis. Demokratische Legitimation entsteht durch Austausch, nicht durch formale Abstimmungen allein. Parteiapparate und politische Karrieren können diese Verbindung schwächen, weshalb eine stärkere Bindung an lokale Ebenen und bürgernahe Formen der Partizipation sinnvoll wäre.

Argumente zu Liberalismus, Kapitalismus und Populismus

Es wird argumentiert, dass der Liberalismus als Rechtsstaat begann und Demokratie erst durch soziale Bewegungen realisierte wurde. Populismus wird als Phänomen beschrieben, das dort auftritt, wo Herrschaft repräsentiert wird und sich Bürger ungesehen fühlen. Die Debatte bleibt wertneutral, doch Werteunterschiede in offenen Gesellschaften können politische Konflikte verschärfen, ohne dass universell gültige Antworten gefunden werden.

Ansätze zur Stärkung der Demokratie

Vorschläge reichen von stärkerer Bürgerbeteiligung, kürzeren Amtszeiten, Verboten von Lobbypositionen nach dem Ausscheiden, bis hin zu Ideen wie Losentscheidungen und mehr direkte Partizipation auf lokaler Ebene. Wichtig ist die Wiederbelebung von Debattenkultur, die Barrieren senkt, Transparenz erhöht und das Vertrauen in geregelte Verfahren stärkt, ohne die Vielfalt der Werte aus dem Blick zu verlieren.

Vielfalt der Demokratiebegriffe

Im Gespräch wird deutlich, dass Demokratie mehr als eine feste Werteordnung ist. Sie wird als Prozess beschrieben, in dem Konflikte toleriert, Regeln beachtet und verschiedene Auffassungen von Volkssouveränität und Repräsentation miteinander ausgehandelt werden. Populismus erscheint nicht als neu, sondern als wiederkehrendes Phänomen, das aus dem Druck der Repräsentation entsteht und genutzt wird, um Stimmen zu mobilisieren.

Repräsentation, Milieus und Resonanz

Der Historiker betont, dass das Verhältnis zwischen Bürgern und Repräsentanten entscheidend ist. Wenn Milieus bröckeln und Partizipation dezentralisiert wird, leidet das Resonanzverhältnis. Demokratische Legitimation entsteht durch Austausch, nicht durch formale Abstimmungen allein. Parteiapparate und politische Karrieren können diese Verbindung schwächen, weshalb eine stärkere Bindung an lokale Ebenen und bürgernahe Formen der Partizipation sinnvoll wäre.

Argumente zu Liberalismus, Kapitalismus und Populismus

Es wird argumentiert, dass der Liberalismus als Rechtsstaat begann und Demokratie erst durch soziale Bewegungen realisierte wurde. Populismus wird als Phänomen beschrieben, das dort auftritt, wo Herrschaft repräsentiert wird und sich Bürger ungesehen fühlen. Die Debatte bleibt wertneutral, doch Werteunterschiede in offenen Gesellschaften können politische Konflikte verschärfen, ohne dass universell gültige Antworten gefunden werden.

Ansätze zur Stärkung der Demokratie

Vorschläge reichen von stärkerer Bürgerbeteiligung, kürzeren Amtszeiten, Verboten von Lobbypositionen nach dem Ausscheiden, bis hin zu Ideen wie Losentscheidungen und mehr direkte Partizipation auf lokaler Ebene. Wichtig ist die Wiederbelebung von Debattenkultur, die Barrieren senkt, Transparenz erhöht und das Vertrauen in geregelte Verfahren stärkt, ohne die Vielfalt der Werte aus dem Blick zu verlieren.

Was kommt in Ostdeutschland nach der Demokratie? Jakob Augstein im Gespräch mit Jana Hensel

23.03.2026

Einleitung zur Demokratie und den Ostdeutschen

Jakob Augstein eröffnet das Gespräch über den aktuellen Stand der Demokratie weltweit, basierend auf einem Bericht der Universität Göteborg, der zeigt, dass nur sieben Prozent der Weltbevölkerung in liberalen Demokratien leben. Dies wirft die Frage auf, warum die Wähler in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sich für rechte Parteien entscheiden, was Jana Hensel in ihrem Buch 'Es war einmal ein Land' thematisiert.

Hensels Perspektive auf die Entfremdung

Hensel beschreibt ihre persönliche Resignation, nicht mehr über den Osten zu schreiben, und reflektiert über die Veränderungen in der ostdeutschen Gesellschaft seit der Wende. Sie betont, dass die Demokratischen Versprechen nicht eingelöst wurden, was zu einem schleichenden Verlust des Vertrauens in die Institutionen geführt hat.

Die Rolle von Angela Merkel

Im Gespräch wird Angela Merkel als eine zentrale Figur der Wiedervereinigung betrachtet, deren Politik im Osten unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Hensel argumentiert, dass Merkel in ihrer Amtszeit großen Einfluss hatte, um die Ostdeutschen an das Land zu binden, jedoch auch viele Probleme übersehen hat, die in der Gesellschaft schwelten.

Soziale und wirtschaftliche Enttäuschungen

Die Diskussion beleuchtet die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Ostdeutsche konfrontiert sind, insbesondere nach der Einführung von Hartz IV. Hensel argumentiert, dass diese Herausforderungen nicht nur individuelle Schicksale betreffen, sondern auch ein kollektives Trauma geschaffen haben, das die AfD gestärkt hat.

Die Identität und Repräsentation der Ostdeutschen

Es wird diskutiert, wie sich die ostdeutsche Identität über die Jahre gewandelt hat und dass es an der Zeit sei, diese Erfahrungen ernst zu nehmen. Hensel hebt hervor, dass die Repräsentation von Ostdeutschen in politischen Institutionen und Medien unzureichend ist, was zu einem Gefühl der Unsichtbarkeit führt.

Fazit und Ausblick

Die Konversation schließt mit der Feststellung, dass die aktuelle politische Landschaft in Ostdeutschland nicht isoliert betrachtet werden kann. Es ist wichtig, die spezifischen Erfahrungen und Herausforderungen zu erkennen, um den Aufstieg populistischer Parteien besser zu verstehen. Hensel fordert eine tiefere Auseinandersetzung mit den Problemen, die viele Ostdeutsche betreffen, um eine echte demokratische Teilhabe zu ermöglichen.

Einleitung zur Demokratie und den Ostdeutschen

Jakob Augstein eröffnet das Gespräch über den aktuellen Stand der Demokratie weltweit, basierend auf einem Bericht der Universität Göteborg, der zeigt, dass nur sieben Prozent der Weltbevölkerung in liberalen Demokratien leben. Dies wirft die Frage auf, warum die Wähler in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sich für rechte Parteien entscheiden, was Jana Hensel in ihrem Buch 'Es war einmal ein Land' thematisiert.

Hensels Perspektive auf die Entfremdung

Hensel beschreibt ihre persönliche Resignation, nicht mehr über den Osten zu schreiben, und reflektiert über die Veränderungen in der ostdeutschen Gesellschaft seit der Wende. Sie betont, dass die Demokratischen Versprechen nicht eingelöst wurden, was zu einem schleichenden Verlust des Vertrauens in die Institutionen geführt hat.

Die Rolle von Angela Merkel

Im Gespräch wird Angela Merkel als eine zentrale Figur der Wiedervereinigung betrachtet, deren Politik im Osten unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Hensel argumentiert, dass Merkel in ihrer Amtszeit großen Einfluss hatte, um die Ostdeutschen an das Land zu binden, jedoch auch viele Probleme übersehen hat, die in der Gesellschaft schwelten.

Soziale und wirtschaftliche Enttäuschungen

Die Diskussion beleuchtet die sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen Ostdeutsche konfrontiert sind, insbesondere nach der Einführung von Hartz IV. Hensel argumentiert, dass diese Herausforderungen nicht nur individuelle Schicksale betreffen, sondern auch ein kollektives Trauma geschaffen haben, das die AfD gestärkt hat.

Die Identität und Repräsentation der Ostdeutschen

Es wird diskutiert, wie sich die ostdeutsche Identität über die Jahre gewandelt hat und dass es an der Zeit sei, diese Erfahrungen ernst zu nehmen. Hensel hebt hervor, dass die Repräsentation von Ostdeutschen in politischen Institutionen und Medien unzureichend ist, was zu einem Gefühl der Unsichtbarkeit führt.

Fazit und Ausblick

Die Konversation schließt mit der Feststellung, dass die aktuelle politische Landschaft in Ostdeutschland nicht isoliert betrachtet werden kann. Es ist wichtig, die spezifischen Erfahrungen und Herausforderungen zu erkennen, um den Aufstieg populistischer Parteien besser zu verstehen. Hensel fordert eine tiefere Auseinandersetzung mit den Problemen, die viele Ostdeutsche betreffen, um eine echte demokratische Teilhabe zu ermöglichen.

Jakob Augstein im Gespräch mit Gertraud Klemm: "Ist Feminismus mehr als Gendersternchen?"

17.11.2025

Einführung und Gesprächssetting

Jakob Augstein begrüßt die Zuhörer im Berliner Renaissance-Theater und führt die österreichische Autorin Gertraud Klemm ein. Ihr Essay "Abschied vom Fallozän" thematisiert die weitreichenden Auswirkungen des Patriarchats auf Umwelt, Krieg, Rassismus und Ungerechtigkeit.

Patriarchat und seine Auswirkungen

Klemm argumentiert, dass das Patriarchat nicht nur geschlechtsspezifische Ungleichheiten schafft, sondern auch gesellschaftliche Strukturen und Werte beeinflusst. Sie stellt die Frage, ob der Mensch als zivilisiert betrachtet werden kann, wenn er in Kriegen agiert und andere Spezies degradiert.

Matriarchat als Alternative

Sie beschreibt das Matriarchat nicht als Frauenherrschaft, sondern als eine egalitäre Lebensform, die ohne Hierarchien und Gewalt auskommt. Klemm stellt fest, dass es Gesellschaften gibt, die erfolgreich matriarchal organisiert sind und auf Gewalt und Ungerechtigkeit verzichten.

Die Rolle von Männlichkeit und Geschlecht

Im Gespräch wird die toxische Männlichkeit thematisiert. Klemm betont, dass auch Männer unter dem Patriarchat leiden und dass eine nachhaltige Form von Männlichkeit möglich ist. Sie plädiert dafür, Männer in den Dialog einzubeziehen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.

Die Bedeutung von Mutterschaft

Klemm hebt hervor, dass die Mutterschaft eine zentrale Rolle im Leben vieler Frauen spielt und im Feminismus mehr Beachtung finden sollte. Sie kritisiert die Ausklammerung des Themas in modernen feministischen Diskursen.

Gesellschaftliche Veränderungen und Zukunftsvisionen

Das Gespräch schließt mit der Überlegung, dass die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen nicht mehr tragfähig sind und alternative Ideen und Ansätze, wie die des Matriarchats, dringend benötigt werden. Klemm ermutigt dazu, über die Möglichkeiten nachzudenken, wie soziale Gerechtigkeit und Gleichheit für alle erreicht werden können.

Einführung und Gesprächssetting

Jakob Augstein begrüßt die Zuhörer im Berliner Renaissance-Theater und führt die österreichische Autorin Gertraud Klemm ein. Ihr Essay "Abschied vom Fallozän" thematisiert die weitreichenden Auswirkungen des Patriarchats auf Umwelt, Krieg, Rassismus und Ungerechtigkeit.

Patriarchat und seine Auswirkungen

Klemm argumentiert, dass das Patriarchat nicht nur geschlechtsspezifische Ungleichheiten schafft, sondern auch gesellschaftliche Strukturen und Werte beeinflusst. Sie stellt die Frage, ob der Mensch als zivilisiert betrachtet werden kann, wenn er in Kriegen agiert und andere Spezies degradiert.

Matriarchat als Alternative

Sie beschreibt das Matriarchat nicht als Frauenherrschaft, sondern als eine egalitäre Lebensform, die ohne Hierarchien und Gewalt auskommt. Klemm stellt fest, dass es Gesellschaften gibt, die erfolgreich matriarchal organisiert sind und auf Gewalt und Ungerechtigkeit verzichten.

Die Rolle von Männlichkeit und Geschlecht

Im Gespräch wird die toxische Männlichkeit thematisiert. Klemm betont, dass auch Männer unter dem Patriarchat leiden und dass eine nachhaltige Form von Männlichkeit möglich ist. Sie plädiert dafür, Männer in den Dialog einzubeziehen, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.

Die Bedeutung von Mutterschaft

Klemm hebt hervor, dass die Mutterschaft eine zentrale Rolle im Leben vieler Frauen spielt und im Feminismus mehr Beachtung finden sollte. Sie kritisiert die Ausklammerung des Themas in modernen feministischen Diskursen.

Gesellschaftliche Veränderungen und Zukunftsvisionen

Das Gespräch schließt mit der Überlegung, dass die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen nicht mehr tragfähig sind und alternative Ideen und Ansätze, wie die des Matriarchats, dringend benötigt werden. Klemm ermutigt dazu, über die Möglichkeiten nachzudenken, wie soziale Gerechtigkeit und Gleichheit für alle erreicht werden können.