
Stadtgespräch – Radio Bern RaBe
Roger Spindler
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Daniel Schwartz: Unterwegs zu den Gletschern der Welt
Einführung in das Thema Gletscher
Im Stadtgespräch mit Roger Spindler wird der Schweizer Fotograf und Autor Daniel Schwarz vorgestellt, der seit fast 20 Jahren die Gletscher der Welt dokumentiert. Sein neues Buch verknüpft persönliche Erfahrungen mit eindrucksvollen Fotografien und thematisiert den Verlust von Gletschern als mehr als nur schwindende Eismassen.
Der Verlust der Gletscher und gesellschaftliche Reaktionen
Schwarz reflektiert über die aktuellen Debatten zum Klimawandel, insbesondere über den Rückgang der Winterschneereserven in der Schweiz. Er warnt vor einer gesellschaftlichen Gewöhnung an das außergewöhnliche Wetter und fordert ein kollektives Handeln gegen den Klimawandel.
Die Rolle der Fotografie und Literatur
Schwarz sieht seine Fotografie nicht als Aktivismus, sondern als Langzeitdokumentation, die zukünftigen Generationen Einblicke in die Veränderungen der Gletscher bietet. Er betont die Wichtigkeit, die Gletscher als lebendige Organismen und nicht als bloße Landschaften zu betrachten.
Gletscher als kulturelle Archive
Die Gletscher fungieren als Archive der Erdgeschichte, die Wissen über frühere klimatische Bedingungen speichern. Schwarz diskutiert die Komplexität der Gletscher und deren Einfluss auf geopolitische Konflikte, insbesondere in Bezug auf Wasserressourcen und Grenzfragen.
Persönliche Verbindung zu Gletschern
Schwarz teilt seine persönliche Verbindung zu Gletschern und wie diese in seiner Kindheit entstanden ist. Die Gletscher sind für ihn nicht nur Landschaften, sondern auch Teil seiner Identität und kulturellen Geschichte.
Die Bedeutung der analogen Fotografie
Schwarz favorisiert die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie, um die Gletscher in ihrer rohen Form einzufangen und die Wahrnehmung des Betrachters zu schärfen. Er erläutert die Vorteile dieser Technik und wie sie ihm hilft, präzise und tiefgründige Bilder zu schaffen.
Schlussfolgerungen über Gletscher und Menschheit
Im Gespräch wird deutlich, dass das Verschwinden der Gletscher auch existenzielle Fragen über das Menschsein aufwirft. Schwarz fordert die Zuhörer auf, sich mit den eigenen Fehlern im Umgang mit der Natur auseinanderzusetzen und die Verantwortung für das Klima zu übernehmen.

Mining-Map: eine digitale Stadtkarte zum Auffinden von wiederverwertbaren Materialien
Einführung in das Thema
Im Berner Kulturradio Stadtgespräch spricht Roger Spindler mit Thibaut Wenger über die Mining Map, eine offene Plattform zur Wiederverwendung von Materialien, die sonst im Abfall landen würden. Die Schweiz produziert jährlich große Mengen Abfall, von denen nur ein kleiner Teil recycliert wird.
Die Idee hinter der Mining Map
Mining Map soll die Sichtbarkeit von Ressourcen erhöhen, die in der Schweiz verfügbar sind. Die Plattform ermöglicht es Nutzenden, Material von Unternehmen und Institutionen abzuholen, das nicht mehr verwendet wird, und somit zur Kreislaufwirtschaft beizutragen.
Nachhaltigkeit und Design
Thibaut Wenger, ein Industrial Designer mit Fokus auf Nachhaltigkeit, erklärt, dass Nachhaltigkeit sowohl ökologische als auch soziale Aspekte umfasst. Wichtig ist, dass Design funktional und nachhaltig ist, nicht nur ästhetisch ansprechend.
Die Funktion der Mining Map
Die Mining Map ermöglicht Nutzern, verschiedene Materialien auf einer interaktiven Karte zu finden und selbst Material anzubieten. Das Ziel ist es, Abfall zu reduzieren und eine Kultur der Wiederverwendung zu fördern.
Herausforderungen und Zukunft der Mining Map
Die Herausforderung liegt darin, Firmen zu überzeugen, ihre überflüssigen Materialien zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig wird an der Erweiterung der Plattform gearbeitet, um das Angebot zu optimieren und die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Schlussgedanken
Das Hauptziel der Mining Map ist es, ein Umdenken in der Gesellschaft herbeizuführen, damit Materialien nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressourcen angesehen werden.

Lukas Bärfuss – Königin der Nacht
Thematische Kernfragen
In dem Gespräch geht es um ein intensives Buch über eine Mutter und ihren Sohn, die Auseinandersetzung mit Nähe, Distanz und Schuld sowie die Frage, was sich im Hintergrund noch sagen lässt. Der Fokus liegt auf dem Umgang mit dem Tod der Mutter, der Bedeutung von Erinnerungen und der Spur, die persönliche Beziehungen hinterlassen.
Erzählform und Wahrheitsbezug
Der Autor betont Zeugenhaftigkeit, die Wechsel zwischen Distanz und Selbstoffenbarung sowie den Anspruch, Belege für Erlebtes zu liefern. Autofiktion wird abgelehnt; stattdessen wird versucht, eine Allgemeingültigkeit zu finden, ohne die persönlichen Erfahrungen zu beschönigen oder zu überdecken.
Historischer und sozialer Kontext
Der Roman verortet die Mutter in einem sozialen Umfeld mit begrenzter Handlungsmacht, sichtbar wird der Druck wirtschaftlicher Strukturen. Bildung und Lesen werden als Befreiung dargestellt, während der Umgang mit Sprache stark tonal und roh ist. Die Dominikanische Republik dient als Hintergrund, der die Lebensrealitäten und Ungerechtigkeiten verdeutlicht, ohne die Komplexität des Landes zu verdrängen.
Ambivalenz der Mutterfigur
Die Mutter wird als zugleich rettend und zerstörerisch beschrieben. Ihre Ambivalenz prägt den Sohn, formt dessen künstlerische Perspektive und schafft eine vielschichtige Beziehung, die von Respekt, Wut und Bewunderung geprägt ist. Die Figur bleibt präsent als Königin der Nacht, deren Einfluss das gesamte Werk und die Lebensentwürfe der Beteiligten prägt.