
Wildtierschutz Deutschland
Lovis Kauertz
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Artenschutz ausgehebelt: Fünf weitere Jahre Feuerwerk im Natura 2000-Gebiet Nonnenau in Ginsheim/Hessen
Feuerwerk im Natura 2000-Gebiet
In Ginsheim wird ein großes Feuerwerk im Natura 2000- und Vogelschutzgebiet Nonnenau organisiert, was in den kommenden fünf Jahren weiterhin erlaubt ist. Dies geschieht trotz der Störung empfindlicher Wildtiere in einer entscheidenden Zeit für deren Brut- und Aufzucht.
Hintergrund und Bedenken
Die Genehmigung für das Feuerwerk wurde erteilt, obwohl die Naturschutzbehörde zuvor Bedenken geäußert hatte. Der Standort des Feuerwerks wurde zwar von der Insel Nonnenau verlagert, bleibt jedoch im Schutzgebiet, was Fragen zur Verträglichkeit mit dem europäischen Naturschutzrecht aufwirft.
Widersprüche im Naturschutz
Es besteht eine Diskrepanz zwischen den strengen Auflagen für Spaziergänger und der Genehmigung für ein Großfeuerwerk. Während Bürger gebeten werden, Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen, wird ein Feuerwerk im Schutzgebiet als unproblematisch angesehen, was die Effektivität des Naturschutzes in Frage stellt.
Ökologische Bedeutung des Gebiets
Der Ginzheimer Altrhein ist ein schützenswerter Lebensraum für zahlreiche bedrohte Vogelarten. Die Genehmigung für das Feuerwerk wird damit gerechtfertigt, dass es mehr Besucher anzieht, was die grundsätzlichen Ziele des Naturschutzes in den Hintergrund drängt.

Abschuss von 40 Prozent der Jungwölfe in Hessen: Rechtswidrige Politik auf Kosten des Artenschutzes
Politische Jagd auf den Wolf
Die Diskussion um die Abschussquote von 40 Prozent der Jungwölfe in Hessen hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Landwirtschaftsminister Ingmar Jung und die Jagdlobby fordern im Managementplan Wolf eine drastische Reduktion des Wolfsnachwuchses, was als ein Frontalangriff auf den Artenschutz angesehen wird.
Rechtswidrigkeit der Maßnahme
Trotz einer Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes bleibt eine pauschale Abschussquote illegal. Artikel 14 der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie verpflichtet Staaten, den günstigen Erhaltungszustand der Art zu sichern, was durch die geplante Regelung gefährdet wird.
Ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse
Das Vorhaben ignoriert die natürliche Sterblichkeit von Wölfen, die bereits bei 25 Prozent liegt. Eine Gesamtmortalität von 40 Prozent könnte zu einem Kollaps der Population führen, was als biologischer Blindflug bezeichnet wird.
Ethische Bedenken
Der Abschuss von Wolfswelpen wird als ethisch unvertretbar angesehen, da er wehrlose Tiere tötet und die sozialen Strukturen der Rudel schädigt, ohne einen nachweisbaren Nutzen für den Herdenschutz zu bringen. Hessen könnte durch diese Maßnahmen seine bereits labilen Wolfspopulationen gefährden.

Kiebitzschutz am Schmiechener See: Warum die Fuchsjagd das Problem nicht löst (Teil 2)
Einleitung zur Problematik des Kiebitzschutzes
Im Natura 2000-Schutzgebiet am Schmiechener See wird die Fuchsjagd intensiviert, um den ausbleibenden Bruterfolg bei Kiebitzen zu bekämpfen. Die örtlichen Behörden setzen Betonrohrfallen ein, obwohl alternative Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums und passiven Prädationsmanagements nicht ausreichend umgesetzt wurden.
Behördliche Reaktionen und Maßnahmen
Die zuständigen Behörden verweisen auf einen Managementplan, der alternative Schutzmaßnahmen wie Einzäunungen und Nestschutzkörbe vorschlägt. Allerdings gibt es Bedenken bezüglich des Aufwands und der praktischen Umsetzung dieser Maßnahmen, was zu einem Mangel an belastbaren Daten führt.
Kritik an der Fuchsjagd
Die Entscheidung, die Fuchsbejagung zu intensivieren, ist aus Sicht der Umweltschützer fragwürdig. Es fehlen Beweise dafür, dass Füchse die Hauptursache für den Rückgang der Kiebitzpopulation sind. Zudem gibt es Hinweise auf andere Prädatoren wie die Rohrweihe, die ebenfalls Einfluss auf den Bruterfolg haben könnten.
Schlussfolgerung zur Vorgehensweise
Die Fokussierung auf die Bejagung des Fuchses wird als unzureichend erachtet, da sie ein komplexes Problem simplifiziert und potenzielle Ursachen ignoriert. Ein wissenschaftlich fundiertes Monitoring und die Berücksichtigung anderer Faktoren sind notwendig, um effektive Schutzmaßnahmen zu entwickeln.