Sapere Audio - Philosophie für Alle!
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Sapere Audio - Philosophie für Alle!

Kilian Karger, Manuel Schäfler, Richard Rupp.

Beschreibung

Das Podcast Projekt Sapere Audio macht akademische Philosophie anhand kurzer Texte für ein breites Publikum zugänglich. Wir verstehen Philosophie als lebendigen Dialog. In 20 - 50 minütigen Episoden, diskutieren wir schlaglichtartig bedeutende Denker:innen und prägende Theorien quer durch die Philosophiegeschichte. Viel Spaß beim reinhören und mitdenken!

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Saussure/ Benveniste - „Problems in General Linguistics“

27.07.2026

Einführung in das Thema

In dieser Episode des Podcasts wird die Linguistik und die Theorie des sprachlichen Zeichens anhand von Emil Benvenistes Text "The Nature of the Linguistic Sign" und Ferdinand de Saussures Grundideen diskutiert. Die Sprecher reflektieren über die Ursprünge des Begriffs "Signifikant" und die Herausforderungen, die sich aus dem Fehlen von Primärtexten Saussures ergeben.

Saussures Theorie des sprachlichen Zeichens

Saussure definiert ein sprachliches Zeichen als eine Kombination aus Signifikant (Lautbild) und Signifikat (Begriff). Er argumentiert, dass die Verbindung zwischen diesen beiden Elementen willkürlich ist und nicht auf einer natürlichen Beziehung zu den Dingen in der Welt basiert. Dies stellt eine grundlegende Abkehr von der naiven Vorstellung dar, dass Wörter direkt auf Dinge in der Welt verweisen.

Benvenistes Kritik an Saussure

Benveniste kritisiert Saussures Ansatz, indem er behauptet, dass die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat nicht vollständig arbiträr ist. Er argumentiert, dass es eine notwendige Verbindung zwischen den beiden gibt, basierend auf der Erfahrung der Sprecher. Dies führt zu einem Konflikt zwischen den beiden Theorien und wirft Fragen zur Natur der Sprache auf.

Die Bedeutung der Diskussion

Die Diskussion zwischen den Theorien von Saussure und Benveniste beleuchtet die Komplexität der Sprachtheorie und deren Implikationen für das Verständnis von Sprache und Bedeutung. Sie zeigt auch, wie wichtig es ist, die Struktur der Sprache zu betrachten, um ihre Funktion zu verstehen.

Schlussfolgerung

Die Episode endet mit der Feststellung, dass Saussures Ideen einen tiefen Einfluss auf die Linguistik und Philosophie hatten, während Benvenistes Vorschläge zwar interessant sind, aber möglicherweise nicht die gleiche Relevanz haben. Die Diskussion regt dazu an, die Rolle von Sprache in der Wahrnehmung der Realität zu hinterfragen und die Dynamik zwischen Sprache und Bedeutung weiter zu erforschen.

Einführung in das Thema

In dieser Episode des Podcasts wird die Linguistik und die Theorie des sprachlichen Zeichens anhand von Emil Benvenistes Text "The Nature of the Linguistic Sign" und Ferdinand de Saussures Grundideen diskutiert. Die Sprecher reflektieren über die Ursprünge des Begriffs "Signifikant" und die Herausforderungen, die sich aus dem Fehlen von Primärtexten Saussures ergeben.

Saussures Theorie des sprachlichen Zeichens

Saussure definiert ein sprachliches Zeichen als eine Kombination aus Signifikant (Lautbild) und Signifikat (Begriff). Er argumentiert, dass die Verbindung zwischen diesen beiden Elementen willkürlich ist und nicht auf einer natürlichen Beziehung zu den Dingen in der Welt basiert. Dies stellt eine grundlegende Abkehr von der naiven Vorstellung dar, dass Wörter direkt auf Dinge in der Welt verweisen.

Benvenistes Kritik an Saussure

Benveniste kritisiert Saussures Ansatz, indem er behauptet, dass die Beziehung zwischen Signifikant und Signifikat nicht vollständig arbiträr ist. Er argumentiert, dass es eine notwendige Verbindung zwischen den beiden gibt, basierend auf der Erfahrung der Sprecher. Dies führt zu einem Konflikt zwischen den beiden Theorien und wirft Fragen zur Natur der Sprache auf.

Die Bedeutung der Diskussion

Die Diskussion zwischen den Theorien von Saussure und Benveniste beleuchtet die Komplexität der Sprachtheorie und deren Implikationen für das Verständnis von Sprache und Bedeutung. Sie zeigt auch, wie wichtig es ist, die Struktur der Sprache zu betrachten, um ihre Funktion zu verstehen.

Schlussfolgerung

Die Episode endet mit der Feststellung, dass Saussures Ideen einen tiefen Einfluss auf die Linguistik und Philosophie hatten, während Benvenistes Vorschläge zwar interessant sind, aber möglicherweise nicht die gleiche Relevanz haben. Die Diskussion regt dazu an, die Rolle von Sprache in der Wahrnehmung der Realität zu hinterfragen und die Dynamik zwischen Sprache und Bedeutung weiter zu erforschen.

Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne

28.06.2026

Einführung und neue Stimmen

Im Podcast begrüßen Manuel Schäfler und der Praktikant Julius Püttner, der im dritten Bachelor-Semester an der Hochschule für Philosophie studiert. Julius ersetzt Kilian und bringt frische Perspektiven in die Diskussion über Friedrich Nietzsches Text "Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne".

Nietzsches Text und seine Bedeutung

Julius erklärt, dass der Nietzsche-Text ihn aufgrund seiner sprachlichen Kreativität und der komplexen Themen, die er behandelt, beeindruckt hat. Der Text enthält eine Sprach- und Erkenntnistheorie, in der Nietzsche die Konventionen der Sprache und deren Einfluss auf unser Verständnis der Realität hinterfragt.

Sprache und Wahrheit

Nietzsche argumentiert, dass Sprache eine Abbildung von Nervenreizen ist und dass die Vorstellung von Wahrheit eine soziale Konstruktion ist. Er kritisiert die Idee, dass es eine objektive Realität gibt, die durch Sprache erfasst werden kann. Stattdessen sieht er Sprache als ein System, das seine eigene Wahrheit schafft.

Der Mensch in der Weltgeschichte

Nietzsche stellt die Bedeutung des Menschen in der Weltgeschichte in Frage und beschreibt ihn als unbedeutend. Er kritisiert die Philosophie seiner Zeit und fordert eine Rückkehr zu einem bodenständigeren Verständnis von Sprache und Realität. Die Wahrheitskategorien entstehen erst durch die Verwendung von Sprache in sozialen Kontexten.

Ästhetische Urteile und die Rolle der Täuschung

Die Diskussion dreht sich auch um die Idee, dass Täuschung nicht immer negativ ist. Nietzsche sieht in der Fähigkeit zur Täuschung, wie sie in Kunst und Erzählungen vorkommt, auch eine Möglichkeit, das Leben besser zu bewältigen. Im Gegensatz dazu steht der Wissenschaftler, der in seinem Streben nach objektiver Wahrheit oft an einer falschen Vorstellung von Realität festhält.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Im abschließenden Teil des Podcasts reflektieren die Sprecher über die Relevanz von Nietzsches Ideen für die moderne Philosophie und das Verständnis von Wahrheit und Lüge. Die Diskussion zeigt, dass Nietzsche nicht nur kritisiert, sondern auch einen Weg zur kreativen Auseinandersetzung mit der Welt bietet.

Einführung und neue Stimmen

Im Podcast begrüßen Manuel Schäfler und der Praktikant Julius Püttner, der im dritten Bachelor-Semester an der Hochschule für Philosophie studiert. Julius ersetzt Kilian und bringt frische Perspektiven in die Diskussion über Friedrich Nietzsches Text "Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne".

Nietzsches Text und seine Bedeutung

Julius erklärt, dass der Nietzsche-Text ihn aufgrund seiner sprachlichen Kreativität und der komplexen Themen, die er behandelt, beeindruckt hat. Der Text enthält eine Sprach- und Erkenntnistheorie, in der Nietzsche die Konventionen der Sprache und deren Einfluss auf unser Verständnis der Realität hinterfragt.

Sprache und Wahrheit

Nietzsche argumentiert, dass Sprache eine Abbildung von Nervenreizen ist und dass die Vorstellung von Wahrheit eine soziale Konstruktion ist. Er kritisiert die Idee, dass es eine objektive Realität gibt, die durch Sprache erfasst werden kann. Stattdessen sieht er Sprache als ein System, das seine eigene Wahrheit schafft.

Der Mensch in der Weltgeschichte

Nietzsche stellt die Bedeutung des Menschen in der Weltgeschichte in Frage und beschreibt ihn als unbedeutend. Er kritisiert die Philosophie seiner Zeit und fordert eine Rückkehr zu einem bodenständigeren Verständnis von Sprache und Realität. Die Wahrheitskategorien entstehen erst durch die Verwendung von Sprache in sozialen Kontexten.

Ästhetische Urteile und die Rolle der Täuschung

Die Diskussion dreht sich auch um die Idee, dass Täuschung nicht immer negativ ist. Nietzsche sieht in der Fähigkeit zur Täuschung, wie sie in Kunst und Erzählungen vorkommt, auch eine Möglichkeit, das Leben besser zu bewältigen. Im Gegensatz dazu steht der Wissenschaftler, der in seinem Streben nach objektiver Wahrheit oft an einer falschen Vorstellung von Realität festhält.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Im abschließenden Teil des Podcasts reflektieren die Sprecher über die Relevanz von Nietzsches Ideen für die moderne Philosophie und das Verständnis von Wahrheit und Lüge. Die Diskussion zeigt, dass Nietzsche nicht nur kritisiert, sondern auch einen Weg zur kreativen Auseinandersetzung mit der Welt bietet.

Jaegwon Kim: Emergenz

31.05.2026

Begriff und Grundformen der Emergenz

Der Begriff Emergenz beschreibt, dass neue Eigenschaften auf einer höheren Ebene aus der Zusammensetzung von Teilen entstehen. Zwischen schwacher und starker Emergenz wird unterschieden, ebenso zwischen ontologischer (wirklich neu) und epistemischer Emergenz (nur nicht erklärbar). Zentrale Rolle spielt die Supervenienz, also die Aufwärtsdeterminierung: Unter gleichen Grundbedingungen tritt immer dieselbe Emergenz auf.

Beispiele und das Erklärkorpus

Beispiele verdeutlichen, wie aus einfachen Bausteinen auf höherer Ebene neue Phänomene erscheinen: Vogelschwärme bilden strenge Muster, während Sonnenuntergänge sich nicht ableiten lassen. Fledermauswahrnehmung zeigt, dass selbst mit allen Grundlagen nicht immer vorausgesagt werden kann, wie sich subjektives Erleben anfühlt. Solche Unterschiede kontextualisieren die Debatte um Emergenz.

Probleme, Grenzen und Lösungsansätze

Ein zentrales Problem ist der logische Widerspruch, wenn ontologische Emergenz behauptet wird, aber Supervenienz zugleich eindeutig ableitbar sein soll. Vorschläge umfassen transordinalen oder Brückengesetzen, die Ebenen verbinden, sowie die Idee eines Metagesetzes, das emergente Phänomene berücksichtigt. Selbst ein allwissender „Erzengel“ müsste mit Grenzen umgehen, da nicht alle Phänomene logisch ableitbar sind.

Schlussposition und Ausblick

Die Diskussion erschließt, dass ontologische Emergenz zwar herausfordernd bleibt, aber weiter sinnvoll untersucht wird. Es geht um eine stabile Verbindung zwischen Basisebene und emergenter Ebene, ohne auf bloße Naturgesetze reduziert zu werden. Die Debatte bleibt offen: Welche Arten von Gesetzen verknüpfen Ebenen, und wie erklären sie wirklich das Entstehen neuer Eigenschaften?

Begriff und Grundformen der Emergenz

Der Begriff Emergenz beschreibt, dass neue Eigenschaften auf einer höheren Ebene aus der Zusammensetzung von Teilen entstehen. Zwischen schwacher und starker Emergenz wird unterschieden, ebenso zwischen ontologischer (wirklich neu) und epistemischer Emergenz (nur nicht erklärbar). Zentrale Rolle spielt die Supervenienz, also die Aufwärtsdeterminierung: Unter gleichen Grundbedingungen tritt immer dieselbe Emergenz auf.

Beispiele und das Erklärkorpus

Beispiele verdeutlichen, wie aus einfachen Bausteinen auf höherer Ebene neue Phänomene erscheinen: Vogelschwärme bilden strenge Muster, während Sonnenuntergänge sich nicht ableiten lassen. Fledermauswahrnehmung zeigt, dass selbst mit allen Grundlagen nicht immer vorausgesagt werden kann, wie sich subjektives Erleben anfühlt. Solche Unterschiede kontextualisieren die Debatte um Emergenz.

Probleme, Grenzen und Lösungsansätze

Ein zentrales Problem ist der logische Widerspruch, wenn ontologische Emergenz behauptet wird, aber Supervenienz zugleich eindeutig ableitbar sein soll. Vorschläge umfassen transordinalen oder Brückengesetzen, die Ebenen verbinden, sowie die Idee eines Metagesetzes, das emergente Phänomene berücksichtigt. Selbst ein allwissender „Erzengel“ müsste mit Grenzen umgehen, da nicht alle Phänomene logisch ableitbar sind.

Schlussposition und Ausblick

Die Diskussion erschließt, dass ontologische Emergenz zwar herausfordernd bleibt, aber weiter sinnvoll untersucht wird. Es geht um eine stabile Verbindung zwischen Basisebene und emergenter Ebene, ohne auf bloße Naturgesetze reduziert zu werden. Die Debatte bleibt offen: Welche Arten von Gesetzen verknüpfen Ebenen, und wie erklären sie wirklich das Entstehen neuer Eigenschaften?