
MORGENBAU
Anne Isopp
Beschreibung
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Morgenbau auf Instagram: https://www.instagram.com/morgenbau/
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#40 Lehm ist unendlich sozial | mit Anna Heringer
Einführung in den Lehm-Bau
Im Gespräch mit der Architektin Anna Heringer wird die Bedeutung von Lehm als Baustoff hervorgehoben, der soziale und ökologische Nachhaltigkeit vereint. Heringer beschreibt Lehm nicht nur als Material, sondern als ein Element, das Gemeinschaftsbildung und Kreativität fördert.
Kreative Prozesse und Partizipation
Durch ihre Erfahrungen in Bangladesch und Ghana hat Heringer erkannt, dass das gemeinsame Bauen mit der Gemeinschaft ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit schafft. Sie betont die Wichtigkeit von Partizipation im Bauprozess, da dies nicht nur die Gebäude, sondern auch die Gemeinschaft stärkt.
Die Kraft des Materials
Lehm ermöglicht es, dass Menschen aller Altersgruppen und Fähigkeiten aktiv am Bau teilnehmen können. Heringer hebt hervor, dass der Umgang mit Lehm inklusiv ist und die Möglichkeit bietet, mit Händen zu arbeiten, wodurch ein tiefes Gefühl der Verbindung zur Umgebung entsteht.
Die Veränderung des Bauens
Heringer diskutiert die Notwendigkeit eines Umdenkens im Architektur- und Bauwesen, weg von Perfektion und hin zu einem gesunden Menschenverstand, der die natürlichen Ressourcen respektiert. Sie fordert eine Kostenwahrheit im Bauwesen, um die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu reflektieren.
Inspirierende Ansätze für die Zukunft
Heringer sieht Hoffnung in der zunehmenden Begeisterung junger Menschen für nachhaltige Baustile, besonders im Lehm-Bau. Sie ermutigt zukünftige Architekten und Bauherren, innovative Denkansätze zu entwickeln und die Freude am kreativen Prozess wiederzuentdecken.

#39 Kirchenräume öffnen
Flexibilität und Mehrfachnutzung
In einem Wiener Stadtviertel wurde eine Pfarrkirche behutsam weiter genutzt: Gottesdienste bleiben, zugleich dient der Raum als offenes Sozial- und Begegnungszentrum. Nebeneinander existieren Angebote wie Lebensmittelausgaben, Wärmestube, Sozialberatung und Nachbarschaftstreffen. Die Anlage umfasst Kirchenraum, Pfarrkanzlei, Büros, Gemeinschaftsräume und Geschäftslokale. Damit entsteht eine vielseitig nutzbare Infrastruktur, die Begegnung und Unterstützung in den Fokus nimmt, ohne profanisiert zu werden.
Weg von Profanierung: Beispiele und Ansatz
Historisch gewachsene Bestandsgebäude werden strategisch umgenutzt. Ein Piloterlebnis war Magdas Hotel, betrieben von Geflüchteten, mit zunächst temporärer baulicher Nutzung. Sozialer Mehrwert wird mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbunden, unterstützt durch Freiwillige, Spenden und Upcycling. Von Anfang an spielte das Gleichgewicht zwischen sozialer Wirkung und wirtschaftlicher Stabilität eine zentrale Rolle, um Projekte langfristig tragfähig zu machen.
Architektur und Zugänglichkeit
Die architektonische Qualität wird als wesentlicher Faktor gesehen: flexible Räume, modulare Boxen und unterschiedliche Raumgrößen ermöglichen vielfältige Nutzungen wie Lebensmittelausgaben, Konzerte, Tagungen oder Vorträge. Öffnung zur Nachbarschaft, ein einladender Vorplatz und eine barrierearme, weniger schwere Atmosphäre helfen, Hemmschwellen abzubauen. Räumliche Gestaltung soll Wohlbefinden schaffen und den Ort in die Gemeinschaft hinein wirksam werden lassen.
Organisation, Kooperationen und Zukunft
Ein kooperatives Entwicklungsvorgehen verbindet Caritas, Freiwillige und lokale Akteure. Die Projektentwicklung wird von einer Innovationsabteilung begleitet, mit Blick auf den Bezirk, Nutzungsdruck und vorhandene Angebote. Flexibilität gilt als Kernprinzip, um auf veränderte Bedarfe zu reagieren und Initiativen aus der Nachbarschaft zu integrieren. Ziel ist, Räume als soziale Ressourcen zu stärken und resilientere Gemeinschaften zu ermöglichen.

#38 Schwimmen in der Stadt
Einführung in das Schwimmverbot in Berlin
Berlin hat seit 101 Jahren ein generelles Schwimmverbot in der Spree, während Städte wie Paris und Basel Schwimmen in Flüssen erlaubt haben. Die Initiative Fluss Bad Berlin setzt sich dafür ein, dieses Verbot aufzuheben und die Wasserqualität für sicheres Schwimmen zu prüfen.
Die Vision von Flussbad Berlin
Jan Edler, ein Berliner Architekt, erklärt die Idee hinter Flussbad Berlin, die Spree wieder nutzbar zu machen. Das Projekt zielt darauf ab, die historische Stadtmitte für das Schwimmen zu öffnen und eine lebendige Stadtatmosphäre zu fördern.
Wasserqualität und Herausforderungen
Die Wasserqualität in Berlin wird durch Mischwasserkanalisation beeinflusst, die bei starkem Regen Abwasser in die Spree leitet. Trotz der Herausforderungen gibt es Fortschritte, und die Anzahl der Überlaufereignisse hat abgenommen. Ein Monitoring-System ermöglicht die Echtzeitüberwachung der Wasserqualität, was eine neue Grundlage für das Schwimmen schaffen könnte.
Denkmalschutz und Widerstand
Das Flussbad-Projekt stößt auf Widerstand von Denkmalschützern, die Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das UNESCO-Weltkulturerbe haben. Das Team argumentiert, dass Schwimmen in der Spree nicht im Widerspruch zu den Denkmalwerten stehen sollte und dass die Stadt eine differenzierte Betrachtung der Schwimmverbote benötigt.
Zukunft und Demonstrationen
Die Initiative plant, das Schwimmen in der Spree durch regelmäßige Demonstrationen zu fördern. Ab Mai werden monatliche Schwimm-Demos organisiert, um das pauschale Schwimmverbot zu hinterfragen und das Bewusstsein für die Wasserqualität und Stadtentwicklung zu schärfen.