
Neues aus der Alten Welt
Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM)
Beschreibung
Womit beschäftigen sich ProfessorInnen in der Alten Geschichte? Wie laufen Ausgrabungen ab? Sind Theologen auch Kulturwissenschaftler? Und was kann uns die Beschäftigung mit der Antike in der heutigen Zeit bringen?
Entdecke mit uns die vielen Facetten der Vergangenheit und lerne Neues aus der Alten Welt!
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht
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NADAW 37 – Bruno Biermann (Altes Testament)
Wissenschaftlicher Schwerpunkt und Werdegang
Der Gesprächspartner arbeitet im Alten Testament und der archäologischen Epigraphik und beschäftigt sich mit Siegeln als zentrale Quellen der Levante. Sein Interesse gilt sowohl der materiellen Kultur als auch der Geschlechtergeschichte, wobei er aus einer breiten Quellenbasis schöpft, um historische Zusammenhänge jenseits rein textlicher Perspektiven zu beleuchten.
Interdisziplinäre Arbeitsweise und Prisma
In der Promotion entwickelte er das Modell Prisma: vier Perspektiven auf Siegel als Objektgattung – archäologische Kontexte, Darstellungen auf Siegeln, literarische Referenzen und wissenschaftliche Fachliteratur. Wichtig ist ihm, Kernfragen aus mehreren Feldern zu verknüpfen, statt nur eine Methode zu verfolgen, um eine holistische Geschlechtergeschichte zu ermöglichen.
Königliche Rituale, Salbung und historiografische Grenzen
Der Fokus liegt auf Salbung als Herrschaftspraktik in Juda und Israel, wobei Textquellen mit archäologischen Funden in Beziehung gesetzt werden. Dabei wird die Distanz zwischen Ritualtexten, Praxis und visueller Kultur betont. Geschlecht wird als Machtverhältnis betrachtet, das in Ritualen und Legitimationen sichtbar wird, während die Quellenlage differenziert bewertet wird.
Auslandsstudien und Forschungsumfeld
Bezüge zu Beirut, Basel und Zürich prägten seine Sicht auf Kolonial- und Postkolonialkontexte. Dort sammelte er Erfahrungen mit arabischer Sprache, islamisch-christlichem Dialog und der Einbettung theologischer Fragestellungen in eine materielle Kultur. Archäologie dient als Fundament, um historische Rekonstruktionen breiter und differenzierter zu gestalten.
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NADAW 36 – Philip Bockholt (Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT)
Einführung in den Podcast
Im Podcast "Neues aus der alten Welt" begrüßen Nathalie und Christoph den Juniorprofessor Philipp Bockholt, der sich mit der Geschichte des turkopersischen Raums beschäftigt. Das Gespräch behandelt Bockholts akademischen Werdegang, seine Forschung und persönliche Anekdoten.
Akademischer Werdegang
Bockholt studierte Geschichte und Islamwissenschaft in Bochum, bevor er an verschiedenen Universitäten im Nahen Osten und in Deutschland tätig wurde. Seine Forschung konzentriert sich auf die Geschichtsschreibung und die Unterschiede zwischen Handschriften und Editionen.
Forschung zu Habib Asir
Im Rahmen seiner Promotion untersuchte Bockholt die Chronik "Habib Asir" von Khan Damir, die bedeutende Unterschiede in verschiedenen Handschriften aufweist. Diese Unterschiede geben Einblick in die Geschichtsschreibung und die kulturellen Kontexte der Zeit.
Übersetzungsforschung im Kontext des Osmanischen Reiches
Aktuell leitet Bockholt die Nachwuchsgruppe "Translab", die sich mit arabisch-persisch-osmanischen Übersetzungsprozessen beschäftigt. Er erforscht, wie Texte übersetzt wurden, wer die Übersetzer waren und welche Auswirkungen diese Übersetzungen auf das Wissen und die Machtverhältnisse hatten.
Sprachen und interkulturelle Zusammenarbeit
Bockholt betont die Bedeutung des Erlernens mehrerer Sprachen für die Forschung und den interkulturellen Austausch. Er hat sich auch mit Kolleginnen und Kollegen aus Lateinamerika und Ostasien vernetzt, um neue Perspektiven in die Forschung einzubringen.
Persönliche Anekdoten und Auslandsaufenthalte
Er teilt Erfahrungen aus seinen Reisen in den Nahen Osten und Lateinamerika, die seine Sicht auf die Forschung erweitert haben. Diese Erlebnisse prägen seine Arbeit und die Motivation, verschiedene Kulturen und Wissenschaftsbereiche zu verbinden.
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NADAW 35 – Manon Yvonne Schutz (Ägyptologie)
Einführung in das Gespräch
Der Podcast behandelt Themen rund um die Ägyptologie und die persönliche Reise der Gästin Dr. Manon Ivonschitz. Sie ist zu Gast, um über ihren akademischen Werdegang und den bevorstehenden Workshop "Thinking Inside the Box" zu sprechen.
Dr. Manon Ivonschitz und ihre Leidenschaft für Ägyptologie
Dr. Ivonschitz erzählt von ihrer Sammelleidenschaft für ägyptische Artefakte und ihren besonderen Fokus auf die Geschichte des Fachs. Ihre Dissertation beschäftigt sich mit der Rolle von Betten im alten Ägypten, was sich als nischig, aber aufschlussreich erweist.
Die Bedeutung von Betten in der ägyptischen Kultur
Im Gespräch wird die Herausforderung diskutiert, alltägliches Leben anhand von Grabfunden zu interpretieren. Betten fungieren nicht nur als Möbelstücke, sondern auch als Statussymbole und reflektieren soziale Strukturen. Die Unterscheidung zwischen den Betten von Männern und Frauen wird ebenfalls thematisiert.
Interdisziplinarität und kritisches Denken
Dr. Ivonschitz betont die Wichtigkeit interdisziplinärer Ansätze in der Ägyptologie und die Notwendigkeit, kritisches Denken zu fördern, um Fehlinformationen in der heutigen Zeit entgegenzuwirken. Die Herausforderungen für kleine Fächer und die Relevanz der Ägyptologie in der modernen Welt werden ebenfalls angesprochen.
Schlussfolgerungen und persönliche Ausblicke
Abschließend reflektiert Dr. Ivonschitz über ihre Zukunftspläne in der Ägyptologie und die Wichtigkeit, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufrechtzuerhalten. Ihr Engagement für den Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen und Kulturen wird hervorgehoben.