
Musikmagazin
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Beschreibung
Team: Annelis Berger, Florian Hauser, Jodok Hess, Luca Koch, Annina Salis
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Nduduzo Makhathini: «Wir erzählen die Mythen der Zukunft»
Einführung in John Coltrane
Die Episode beginnt mit einer musikalischen Hommage an John Coltrane und seine legendäre Interpretation von "My Favorite Things". Coltranes Einfluss auf den Jazz und sein einzigartiger Zugang zur Musik werden hervorgehoben, insbesondere seine spirituellen und meditativen Ansätze.
Nduduzo Makatini: Musiker und Heiler
Im Verlauf des Talks wird der südafrikanische Musiker Nduduzo Makatini vorgestellt, der Musik als heilsame Kunst sieht. Er beschreibt seine Musik als eine Tür, die den Zugang zu einem tieferen Erlebnis ermöglicht, und betont, dass er nicht nur als Performer, sondern als jemand, der Rituale schafft, wahrgenommen werden möchte.
Die Verbindung von Musik und Ritual
Makatini erklärt, dass seine Konzerte als Einladungen zu einem gemeinschaftlichen Ritual gedacht sind, in dem das Publikum und die Musik in einen Dialog treten. Er sieht Musik als einen Raum, in dem Erinnerungen und Traumas verarbeitet werden können, um neue Mythen zu schaffen.
Akademische Hintergründe und musikalischer Einfluss
Der Pianist hat nicht nur Musik studiert, sondern sich auch mit den Einflüssen der Kolonialisierung auf die Musik beschäftigt. Makatini kombiniert akademisches Wissen mit seiner kulturellen Herkunft und zeigt, wie wichtig die Verbindung zu seinen Wurzeln ist.
Die Rolle der Familie in der Musik
Im Gespräch wird auch Makatinis Familienleben thematisiert, einschließlich der musikalischen Zusammenarbeit mit seinem Sohn und seiner Frau, die beide aktiv an seiner Musik beteiligt sind. Diese familiäre Dynamik zeigt sich in seiner kreativen Arbeit.
Der Mythos, den wir wählen
Ein zentrales Thema ist die Idee, dass wir die Mythen, die unsere Gesellschaft prägen, aktiv mitgestalten können. Makatini ermutigt dazu, bewusst über die Geschichten nachzudenken, die erzählt werden, um neue, gerechtere Mythen zu schaffen.
Abschluss und Ausblick auf Coltrane
Die Episode schließt mit einer Reflexion über John Coltranes Einfluss auf die Musikgeschichte und seine anhaltende Relevanz, insbesondere in Anbetracht seines 100. Geburtstags. Coltranes Lebensweg wird als Beispiel für den ständig suchenden und sich entwickelnden Künstler angeführt.

Khatia Buniatishvili: «Die Inspiration lässt uns fliegen»
Einführung in die Episode
Im Musikmagazin wird die außergewöhnliche Stimme von Eva Cassidy gewürdigt, die in einem neuen Dokumentarfilm thematisiert wird. Außerdem geht es um die 88 Tasten eines Klaviers und die Künstlerin Katja Buniatischvili, die virtuos über diese Tasten spielt.
Katja Buniatischvili und ihre Inspiration
Katja Buniatischvili, die aktuelle Fokuskünstlerin des Tonhalleorchesters Zürich, beschreibt, wie Musik sie inspiriert und ihr Leichtigkeit verleiht. Ihr virtuoses Spiel wird durch Proben mit dem Dirigenten Paavo Järvi für Tchaikovskys erstes Klavierkonzert vorbereitet, wobei sie betont, dass es bei Proben um Nuancen und Details geht.
Musik als Improvisation
Im Gespräch geht es um die Herausforderungen und die Freude, die beim Spielen von Chopin und Tchaikovsky entstehen. Buniatischvili vergleicht die Musik mit Tanz und betont, dass die Virtuosität als Werkzeug dient, um die emotionale Tiefe der Musik auszudrücken.
Familie und Karriere
Buniatischvili spricht über ihre Rolle als Mutter und Künstlerin, die mit ihrer dreijährigen Tochter reist. Sie betont die Wichtigkeit der Präsenz für ihr Kind und die Vereinbarkeit von Familie und Karriere, während sie gleichzeitig ihre musikalischen Verpflichtungen reduziert.
Erinnerungen an die Kindheit und soziale Medien
Im Gespräch reflektiert sie über ihre Verantwortung in der Kindheit und die Herausforderungen des Aufwachsens im schwierigen politischen Umfeld Georgiens. Sie thematisiert auch ihre späte Ankunft in den sozialen Medien, die sie nicht als Werkzeug sieht, um klassische Musik zu verbreiten, sondern um menschliche Verbindungen zu teilen.
Der Einfluss von Eva Cassidy
Abschließend wird die bewegende Geschichte von Eva Cassidy erzählt, deren Musik posthum große Erfolge feierte. Cassidy, die 2002 mit ihrem Album "Songbird" berühmt wurde, wird durch den Dokumentarfilm "The Essence of Eva" gewürdigt, der ihre außergewöhnliche Stimme und ihr Leben beleuchtet.

«Für mich ist das ein grosses Fest» - Lydia Rilling
Einführung in die Donau-Eschinger Musiktage
Im Podcast wird die künstlerische Leiterin Lydia Rilling vorgestellt, die über das bevorstehende Festival der zeitgenössischen Musik in Donaueschingen spricht. Es wird auf die lange Musiktradition des Ortes eingegangen und die Vorfreude auf 20 Uraufführungen an einem einzigen Wochenende betont.
Programm und gesellschaftliche Dimension
Rilling erläutert das Motto des Festivals, "Polyphonies", und stellt die Verbindung zwischen musikalischer Mehrstimmigkeit und gesellschaftlichen Themen her. Sie betont, dass die Kompositionen oft politische Dimensionen haben und auf die aktuelle gesellschaftliche Realität reagieren.
Die Rolle der Gegenwartsmusik
Die Diskussion dreht sich um die Veränderungen im Fokus der zeitgenössischen Musik, die sich zunehmend mit der Analyse der gegenwärtigen Realität beschäftigt, anstatt nur Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Komponisten reflektieren die Unsicherheiten und Instabilitäten der heutigen Welt.
Gedächtnis und Erinnerung in der Musik
Lydia Rilling erklärt, dass Gedächtnis ein zentrales Thema im Festival ist. Künstler setzen sich mit dem Verhältnis von Gedächtnis, Gegenwart und Zukunft auseinander, was in der heutigen Gesellschaft von großer Bedeutung ist.
Bedeutung des Festivals
Die Donau-Eschinger Musiktage bieten Künstlern eine einmalige Plattform, um ihre Werke in einem offenen und intensiven Umfeld zu präsentieren und zu diskutieren. Rilling hebt hervor, dass der Ort und das Festival eine wichtige Funktion für die zeitgenössische Musik haben.
Herausforderungen der Planung
Die Planung des Festivals ist komplex, da sie zahlreiche Uraufführungen und verschiedene Formate innerhalb von 48 Stunden koordinieren muss. Rilling beschreibt den Stress, der mit der Vorbereitung verbunden ist, aber auch die Freude an der kreativen Arbeit.
Persönliche Reflexion und Ausblick
Für Rilling sind die Donau-Eschinger Musiktage ein persönliches Fest, das die harte Arbeit vieler Menschen zusammenbringt. Sie freut sich darauf, die Werke zum ersten Mal erklingen zu hören und die Atmosphäre des Festivals zu genießen.