
KN:IX talks
KN:IX connect
Beschreibung
In KN:IX talks sprechen wir mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze in der Islamismusprävention. Der Podcast bietet Einblicke in die Arbeit engagierter Akteur*innen und beleuchtet gesellschaftliche Zusammenhänge – verständlich, differenziert und praxisnah.
Ein Angebot für alle, die in der Prävention tätig sind oder besser verstehen möchten, was hinter den Schlagzeilen steckt.
Bis Ende 2024 wurde KN:IX talks im Rahmen des Kompetenznetzwerks "Islamistischer Extremismus" (KN:IX, 2020-2024) umgesetzt. Seit 2025 führen wir ihn im Rahmen der Projekst "KN:IX connect | Verbund Islamismusprävention und Demokratieförderung" fort.
Ab sofort gestalten Kolleg*innen von IFAK, modus|zad, ufuq.de und der BAG RelEx, diesen Podcast gemeinsam. Wir alle brennen dafür, Wissen und Erkenntnisse aus den Themenfeldern Islamismus, Radikalisierung und Präventionsarbeit zu teilen.
Die Arbeit von KN:IX connect wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Weitere Förderung erhalten wir von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt. Der Podcast stellt keine Meinungsäußerung der Mittelgeber dar. Für die inhaltliche Ausgestaltung tragen die jeweiligen Träger die Verantwortung.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Folge #42 | Syrien im Umbruch?
Ideologische Abgrenzung von Al-Qaida
Al-Sharaa hat sich ideologisch von Al-Qaida gelöst und betont, dass die HTS mit Al-Qaida nichts zu tun hat. Die Reise von Hannah Hansen nach Syrien und ihre Begeisterung werfen Fragen auf, insbesondere, wie die Situation in Syrien aus der Perspektive der dort lebenden Menschen wahrgenommen wird.
Politische Neuordnung in Syrien
Nach dem Sturz von Bashar al-Assad durch die HTS steht Syrien vor einer grundlegenden politischen Neuordnung. Die Übergangsregierung unter Ahmed al-Sharaa wird unterschiedlich wahrgenommen, während die Frage bleibt, wie stark die islamistischen Ursprünge der HTS die neue Regierung prägen.
Lebensbedingungen und Rückkehrmöglichkeiten
Für die Menschen in Syrien sind grundlegende Lebensbedingungen wie Sicherheit und Wohnraum zentral. Die Diskussion über die Rückkehr syrischer Geflüchteter nach Syrien wird von Fragen zur Infrastruktur und Sicherheitslage begleitet. Viele Rückkehrer finden ihr Zuhause beschädigt oder zerstört vor.
Online-Diskurse und Islamistisches Narrativ
Die sozialen Medien werden von salafistischen Akteuren genutzt, um ihre Sichtweisen zu verbreiten. Hannah Hansen und andere Influencer bringen islamistische Narrative in den deutschen Diskurs ein, was die Polarisierung innerhalb der syrischen Community verstärken kann.
Präventionsarbeit und gesellschaftliche Folgen
Die Entwicklungen in Syrien haben auch Auswirkungen auf die Präventionsarbeit in Deutschland. Fachkräfte müssen Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven zu den Ereignissen in Syrien gehört werden können, um einer gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken.

Folge #41 | Schiitischer Islamismus im Blick
Einführung in die Bedrohungslage
Die Bedrohung durch schiitischen Islamismus, insbesondere durch die Islamische Republik Iran, hat in den letzten Jahren zugenommen. Jüdische und israelische Ziele sowie Oppositionelle sind primäre Angriffsziele. Der Podcast diskutiert die Rolle schiitisch-islamistischer Strukturen in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Inhalt der Episode
In dieser Episode wird die Relevanz des schiitischen Islamismus in Deutschland erörtert und von Dr. Guido Steinberg, einem Experten für Islamismus, Terrorismus und Sicherheitspolitik, erläutert. Es wird festgestellt, dass der schiitische Islamismus oft als Randphänomen betrachtet wird, jedoch eine bedeutende und unterschätzte Rolle spielt.
Unterschiede zwischen schiitischem und sunnitischem Islamismus
Der schiitische Islamismus unterscheidet sich durch eine starke Führungsperson, den islamischen Rechtsgelehrten, der politische und geistige Autorität ausübt. Diese hierarchische Struktur verleiht ihm im Konfliktfall mehr Einfluss als den zersplitterten sunnitischen Bewegungen.
Iranische Einflussnahme in Deutschland
Die Iranische Botschaft und das Islamische Zentrum in Hamburg spielen eine zentrale Rolle bei der Koordination der iranischen Gemeinschaft in Deutschland. Trotz der Schließung des Zentrums bleibt die Einflussnahme durch verschiedene Institutionen und Moscheen bestehen, jedoch sind diese Strukturen zunehmend weniger transparent und möglicherweise weniger effektiv.
Bedrohung durch Terrorismus
Die Gefahr terroristischer Anschläge durch pro-iranische Gruppierungen ist evident. Es gab mehrere geplante Anschläge in Europa, die teilweise auf schiitische Ziele abzielten. Diese Bedrohung wird durch den Einsatz sogenannter Wegwerfagenten verstärkt, die für Anschläge rekrutiert werden.
Die iranische Diaspora und die Opposition
Die iranische Diaspora in Deutschland ist überwiegend gegen das Regime in Teheran. Das Verhältnis zu regimfreundlichen Kräften ist stark polarisiert, wobei es zu Einschüchterungsversuchen und Attentatsplänen gegen Oppositionelle kommt.
Antisemitismus und seine Konsequenzen
Der Hass auf Israel ist eine konstitutive Strategie der Islamischen Republik, die sich auch in antisemitischen Narrativen äußert. Diese Ideologie hat Auswirkungen auf die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und fördert die Zusammenarbeit mit anderen extremistischen Gruppen.
Islamismusprävention
Es wird betont, dass auch schiitischer Islamismus ein wichtiges Thema für die Islamismusprävention sein sollte. Eine differenzierte Herangehensweise, die problematische Ideologien und Einflussstrukturen erkennt, ohne ganze Gemeinschaften zu stigmatisieren, ist notwendig.

Folge #40 | Spielräume für Extremismus?
Antisemitismus in digitalen Spielekulturen
In Gaming- Communities treffen antisemitische Narrative oft auf ähnliche Muster wie in Offline-Räumen: Stereotypen, Leugnungen der Shoa, sowie verstärkt israelbezogener Antisemitismus. Spieler erscheinen mit antisemitischen Avataren, bilden Foren und nutzen Dog-Whistling. Gaming geht über das Spiel hinaus, da Discord, Imageboards und Modding-Communities als Kommunikationskanäle dienen. Inhalte werden oft normalisiert oder normalisiert wahrgenommen, wodurch antisemitische Aussagen teils ungestört bleiben.
Infrastrukturen und Brücken-Narrative
Spielplattformen, Modding-Communities und Steam-Workshops ermöglichen die Verbreitung extremistischer Inhalte. Islamistische Akteure nutzen diese Kanäle wie andere Radikalisierte, erstellen Spiele oder Mods, beziehen sich auf digitale Spielekultur und verbreiten Memes. Antisemitismus fungiert als verbindendes Element zwischen Ideologien. Die Brückennarrative zeigt sich durch gemeinsame Feindbilder, wobei antisemitische Inhalte oft als gemeinsamer Bezugspunkt dienen.
Islamistische Antisemitismen in gamingnahen Kontexten
Islamistische Akteure setzen Memes, Werbung mit Verweisen und Referenzen aus der Gaming-Kultur ein. Es gibt Fälle globaler Relevanz, in denen Online-Räume mit realen Gewalttaten verknüpft wurden. Dawa-Gruppen, strikte Geschlechtertrennung und ideologische Schulung finden in Discord-Channeln statt. Konfliktbezoger Antisemitismus wird stärker israelbezogen genutzt, während Narrative auch mit anderen Ideologien kooperieren können.
Prävention, Moderation und Perspektiven
Prävention erfordert mehr Transparenz, Moderation und Dialog in Gaming-Plattformen. Experten betonen Digital Streetwork, Bildungsworkshops und Gegenrede als Ansätze, wobei Freiwilligkeit und Offenheit zentral bleiben. Plattformen zeigen teils geringe Moderationsbereitschaft, während Communities potenziell wirksam gegenrede leisten können. Eine ernsthafte Diskussion über Antisemitismus in digitalen Räumen und aktivere Verantwortungsübernahme von Anbietern sind zentrale Anliegen.