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Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Ausstellungstipp: Rokoko under Construction. The Making of Schloss Augustusburg
Einführung zur Ausstellung
Die Ausstellung "Rokoko and the Construction – The Making of Schloss Augustusburg" in Brühl beleuchtet die Baugeschichte eines der bedeutendsten Rokoko-Schlösser Europas, das 1984 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde. Der Podcast bietet Einblicke in die Perspektiven von Benedikt Bauer, einem der Verantwortlichen der Ausstellung.
Besonderheiten von Schloss Augustusburg
Schloss Augustusburg ist das erste Rokoko-Schloss in Deutschland, das den neuen Stil, inspiriert von Frankreich, auf bemerkenswerte Weise umsetzt. Der Stil zeichnet sich durch Leichtigkeit, verspielte Dekorationen und helle Farben aus, was einen Kontrast zum schweren Barock darstellt.
Baugeschichte und Architekten
Die Bauzeit des Schlosses betrug über 40 Jahre, beginnend 1725. Clemens August, Erzbischof von Köln, beauftragte bedeutende Architekten, darunter Johann Konrad Schlaun und Balthasar Neumann, um seine Vision für eine Sommerresidenz zu verwirklichen. Neumann war besonders bekannt für seine innovativen Entwürfe.
Das Leben auf der Baustelle
In den frühen Jahren der Bauarbeiten war das Schloss bereits teilweise bewohnt. Clemens August nutzte es während der Sommermonate, auch wenn viele Innenräume noch nicht fertiggestellt waren. Rund 150 Handwerker und zahlreiche Tagelöhner waren an dem Großprojekt beteiligt, das für die Region Brühl von großer wirtschaftlicher Bedeutung war.
Forschung und Quellenlage
Die gute Quellenlage, bestehend aus Rechnungen und Inventaren, ermöglicht einen detaillierten Einblick in die Bauaktivitäten und die beteiligten Personen. Diese Dokumente enthüllen Geschichten hinter den Kulissen und zeigen, wie internationale Fachkräfte zusammenarbeiteten.
Praktische Aspekte der Ausstellung
Die Ausstellung bietet auch ein umfangreiches Begleitprogramm, das Workshops und Vorträge umfasst, um die Techniken des historischen Handwerks erlebbar zu machen. Ziel ist es, das Interesse an traditionellen Handwerksberufen zu fördern.
Einzigartige Exponate
Ein herausragendes Objekt der Ausstellung ist ein Rest des La Capovara-Kabinetts, das eine besondere Lacktechnik zeigt. Teile dieser einzigartigen Raumgestaltung werden erstmals seit vielen Jahren wieder ausgestellt, was den Besuchern ermöglicht, die Pracht vergangener Zeiten zu erleben.

Ausstellungstipp: Horizontal. Das Krankenbett und die Welt im Liegen
Woolf, Wahrnehmung und das Liegen
Der Text entfaltet, wie sich Wahrnehmung verändert, wenn man liegt und welche Verbindung zwischen Körperhaltung, Denken und Sprechen entsteht. Woolfs Perspektiven auf Krankheit als zentrales Thema der Literatur werden als Inspiration für eine Ausstellung genutzt, die das Zustandekommen von Sinneseindrücken im Liegen untersucht. Der Gesprächskontext beleuchtet, wie Literatur und medizinische Geschichte miteinander verknüpft sind und welche Fragen sich daraus für die Darstellung von Kranksein ergeben.
Horizontal – eine Lebensform des Liegens
Die Ausstellung versammelt Zitate und Beobachtungen, die eine Gemeinschaft der Liegenden beschreiben. Aus der Perspektive von Thomas Manns Zauberberg wird das Liegen als soziale Praxis sichtbar, die Wahrnehmung, Kooperation und Gemeinschaft formt. Der Ausstellungstitel Horizontal kennzeichnet eine Sicht auf Krankheit als geteilte Erfahrung, die sich durch Rituale, Räume und Interaktionen ausdrückt.
Technik, Hilfsmittel und politische Teilhabe
Im Fokus stehen Veränderungen im Krankenbett als funktionaler Raum: Nachttisch, Bettgarten, Transformationsmöglichkeiten des Betts. Zudem zeigen Archivmaterialien, wie technische Erweiterungen das Bett zu einer multifunktionalen Umgebung machen. Die Ausstellung thematisiert auch politische Mitbestimmung aus dem Krankenbett, etwa über Kopfhörer, Rundfunk und Wahlscheine, und beleuchtet so soziale Teilhabe.
Öffentliche Perspektive und Ausstellungszugänge
Liegende Protestformen wie Demonstrationen werden historisch nachgezeichnet, ebenso die Frage, wie Betroffene sichtbar werden. Das Begleitprogramm setzt Anreize zum Mit-Erleben, etwa durch Liege-Stellen mit Audio- oder Klanginstallationen. Perspektivenwechsel im Display-Design fordert Besucherinnen und Besucher aktiv zur Wahrnehmung auf, während die Ausstellungsgespräche den historischen Kontext mit zeitgenössischer Relevanz verbinden.

Ausstellungstipp: Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus
Faszination und Ambivalenz der Zeppelin-Technologie
Die Zeppeline lösen eine immense Faszination aus, gleichzeitig ist die Technologie von Anfang an ambivalent. Sie wird sowohl als Wunderwerk der Ingenieurskunst als auch als Marketinginstrument genutzt, um Sichtbarkeit und Begeisterung in der Bevölkerung zu erzeugen. Unterschiede in der Wahrnehmung zeigen sich dabei je nach nationalem Kontext: In Deutschland gelten Zeppeline als positives Symbol, anderswo verbinden sie Kriegsführung mit Angst.
Beziehung zwischen Zeppelinen, Krieg und Propaganda
Der Vortrag hinterfragt, wie Zeppeline im Verlauf der Geschichte genutzt wurden: als militärische Überlegenheit zu Kriegszeiten und später als Instrument der NS-Propaganda. Graf Zeppelin und Hugo Eckener erscheinen als zentrale Figuren, deren Rollen widersprüchlich waren. Die Ausstellung zielt darauf, diese narrativen Spannungen sichtbar zu machen und eine kritischere Perspektive auf die Vermarktung und Nutzung der Technologie zu ermöglichen.
Vorgang der Ausstellung: Gefühlte Wahrheiten vs. Tatsachen
Das Ausstellungskonzept trennt gefühlte Wahrheiten, Projektionen und konkrete Quellen. Ein Ordnungssystem ordnet Belege und verweist darauf, wo Annahmen bestehen und wie Bilder und Erzählungen entstanden sind. Gezeigt werden 13 Kapitel, in denen historische Materialien gegenüber räumlich präsentierten Erwartungen positioniert werden, um Spannungen zwischen Wahrnehmung und Realität erlebbar zu machen.
Öffnung der Institution und Einbindung der Stadtgesellschaft
Berücksichtigt wird eine breit angelegte Öffnung des Hauses in den Dialog mit der Stadt, Medienakteuren und Bildungsinitiativen. Begleitformate und Netzwerke sollen regionale Akteurinnen einbinden und einen interdisziplinären Austausch fördern. Damit wird der Anspruch deutlich, historische Aufarbeitung mit gegenwärtiger Bildung zu verknüpfen und lokale Perspektiven in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs zu tragen.