
HAB gehört
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Beschreibung
Im Podcast sprechen Wissenschaftler*innen, Mitarbeitende und Gäste darüber, wie aus alten Quellen neue Erkenntnisse entstehen – und wie Sammlung, Forschung und Kulturarbeit ineinandergreifen. In der Rubrik „Mythen und Gerüchte“ prüfen Expert*innen gemeinsam mit Moderatorin Marie Adler populäre Annahmen: War Gotthold Ephraim Lessing in Wolfenbüttel wirklich glücklich? Und braucht es für alte Handschriften tatsächlich immer weiße Handschuhe? Die Rubrik „Im Tresor mit…“ erlaubt einen ganz genauen Blick in die Bestände – hier werden ausgewählte Handschriften und Drucke nicht nur inhaltlich vorgestellt, sondern auch in ihrer Materialität beschrieben: Wie fühlt sich das Pergament an? Wie sehen Einband, Schrift und Verzierungen aus? So werden die Objekte für die Hörer*innen erlebbar gemacht. „HAB gehört“ bringt die Vergangenheit ins Gespräch – und macht hörbar, wie Geschichte heute neu erforscht wird.
„HAB gehört“ ist eine Produktion der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.
Aufnahme und Postproduktion: Landesmusikakademie Niedersachsen
Redaktion: Marie Adler
Sounddesign: Klingebiel Creative
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#33 Yade Yasemin Önder liest: Anti Müller
Einführung in Jade Yasemin Önders Werk
Jade Yasemin Önder, die Gastgeberin Marie Adler vorstellt, hat ihren Roman "Anti Müller" vorgestellt, der sich mit den Herausforderungen von Frauen in Beziehungen und dem biologischen Zeitdruck auseinandersetzt. Die Hauptfigur ist eine 35-jährige Autorin, die verzweifelt nach einem Partner für ihre zukünftigen Kinder sucht, während sie immer wieder von den Männern enttäuscht wird.
Lesung aus "Anti Müller"
Önder liest eine Passage aus ihrem Roman, die die Gedanken und Gefühle der Ich-Erzählerin widerspiegelt. Die Erzählung thematisiert den Druck, den Frauen erleben, und die Ambivalenz in ihren Beziehungen. Die Hauptfigur reflektiert über vergangene Beziehungen und das Streben nach Liebe und Zugehörigkeit.
Ambivalenz der Charaktere
Önder betont die Komplexität ihrer Charaktere, die sowohl positive als auch negative Eigenschaften aufweisen. Die Männer im Roman, die sich als feministisch geben, stehen im Mittelpunkt kritischer Reflexion, da sie oft Heuchelei zeigen, während sie gleichzeitig Frauen verletzen.
Kinderwunsch und persönliche Herausforderungen
Die Ich-Erzählerin steht unter dem Druck eines ausgeprägten Kinderwunsches, der durch persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Erwartungen verstärkt wird. Die Erzählung untersucht, ob ihr Wunsch nach einem Kind aus einem tiefen Bedürfnis nach Familie und Zugehörigkeit oder aus einer egoistischen Perspektive resultiert.
Gesellschaftskritik
Önder kritisiert die Schnelllebigkeit und Heuchelei im Kulturbetrieb, in dem sich viele ihrer Charaktere bewegen. Sie reflektiert darüber, wie der Druck des Erfolgs und die ständige Selbstinszenierung das Menschliche und Authentische verdrängen.

#32 Die Dinge der Herzog August Bibliothek: Der Pavillon
Einführung in das Thema
In dieser Episode wird der Pavillon im Garten des Anna-Vorwerk-Hauses als interessantes Objekt vorgestellt, das zwar nicht Teil der Sammlung der Herzog-August-Bibliothek ist, aber dennoch eine wichtige Geschichte erzählt.
Die Geschichte des Pavillons
Der Pavillon stammt ursprünglich aus der Schlossanlage Salzdalum, die von Herzog Anton Ulrich erbaut wurde. Nach dem Verfall des Schlosses wurde der Pavillon in Einzelteilen verkauft und fand schließlich im Garten des Anna-Vorwerk-Hauses seinen Platz.
Verbindung zur Bibliothek
Der Pavillon, auch wenn nicht direkt Teil der Bibliothek, wurde von der Gesellschaft der Freunde der Herzog-August-Bibliothek erworben und hat eine symbolische Bedeutung für die Selbstwahrnehmung der Bibliothek. Er wird in Veranstaltungen genutzt, um die Tradition von Anton Ulrich zu reflektieren.
Forschung und Bedeutung
Der Pavillon bietet neue Perspektiven auf die Bibliothek und zeigt, wie Objekte dazu beitragen können, Traditionen und Selbstbilder sichtbar zu machen. Dies macht ihn zu einem spannenden Forschungsobjekt.

#31 Ein Fürst schreibt Geschichte: Christian II. und sein Tagebuch
Ein Fürst und seine Zeit
Christian II. von Anhalt Bernburg, ein hochgebildeter Fürst des 17. Jahrhunderts, hielt über Jahrzehnte hinweg seine Gedanken in einem umfangreichen Tagebuch fest. Inmitten von Krieg und politischer Unsicherheit dokumentierte er seine Erlebnisse, Ängste und persönlichen Beobachtungen auf mehr als 17.000 Seiten.
Das Tagebuch als historisches Dokument
Das Tagebuch bietet einen einzigartigen Einblick in Christians Leben, seine Sorgen um den Verlust seines Status und seine Beziehungen zu Verwandten und Untertanen. Es zeigt ihn als eine komplexe Persönlichkeit, die sowohl fürstliche Pflichten als auch menschliche Unsicherheiten erlebte.
Digitale Edition der Tagebücher
Ein Forschungsprojekt zur digitalen Edition und Kommentierung seiner Tagebücher wurde nach zwölf Jahren abgeschlossen. Diese digitale Edition ermöglicht es, Christians Aufzeichnungen zugänglich zu machen und bietet zahlreiche Such- und Zugriffsmöglichkeiten für Interessierte.
Persönliche Einblicke und universelle Themen
Die Einträge spiegeln nicht nur politische und wirtschaftliche Themen wider, sondern auch persönliche Erlebnisse, von familiären Konflikten bis hin zu philosophischen Gedanken über Leben und Tod. Christians Ansichten zu Tieren und übernatürlichen Phänomenen zeigen zudem seine Sensibilität und Modernität.
Ein Vermächtnis für die Nachwelt
Sein Tagebuch ist nicht nur eine Chronik seiner Zeit, sondern auch eine Art Lehrbuch für zukünftige Generationen. Es ermöglicht einen Blick in das innere Leben eines Fürsten und zeigt, wie er sich selbst und seine Rolle in einer turbulenten Zeit wahrnahm.