
Hörkombinat :Politik
Dominik Dusek & Elvira Isenring
Beschreibung
Hörkombinat :Politik wird von der Stiftung Mercator Schweiz, der Volkart Stiftung, der WOZ und Hörer:innen unterstützt. Folgende Radios strahlen den Podcast aus: Radio Rasa, Radio RaBe, Radio LoRa, Radio Stadtfilter und Kanal K.
Wenn auch du den Podcast finanziell unterstützen willst:
https://steady.page/de/hoerkombinat-politik/about
https://paypal.me/hoerkombinat
https://hoerkombinat.ch/
Hörkombinat sind Elvira Isenring und Dominik Dusek.
http://elviraisenring.com/
https://dusekgefaess.net/
Podmon Kategorien
Upgrade dein Konto, um kontextuelle Kategorien zu sehen!
Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#118: Die Sanktionen der anderen – Blochers Neutralitätsinitiative
Sanktionen und Neutralität in der Schweiz
Die Episode beleuchtet die SVP-Neutralitätsinitiative, die die Neutralität der Schweiz verfassungsrechtlich verankern möchte. Die Initiative könnte Schweizer Sanktionen gegen kriegsführende Staaten, insbesondere Russland, verhindern und wird von verschiedenen politischen Akteuren als pro-Putin-Initiative kritisiert. Die SP und die Grünen warnen, dass die Initiative der Schweiz schaden könnte, während die GLP vor einem Verlust an außenpolitischem Handlungsspielraum warnt.
Interessen von Christoph Blocher und Ems Chemie
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist das wirtschaftliche Interesse von Christoph Blocher und seiner Familie an der Ems Chemie, insbesondere im Hinblick auf die Sanktionen gegen Russland. Blocher hat erheblich in die Kampagne investiert und sieht möglicherweise wirtschaftliche Vorteile in der Aufhebung von Sanktionen, die die Familie Blocher betreffen könnten.
Die Rolle der Neutralität in der Schweizer Geschichte
Historiker Jakob Tanner argumentiert, dass die Neutralität der Schweiz nie ein Staatszweck war, sondern als außenpolitisches Mittel diente. Die Initiative könnte die Definition der Neutralität stark verändern, was in der politischen Diskussion umstritten ist. Ein interessanter Aspekt ist, dass selbst linke Gruppierungen die Initiative unterstützen, um einen Beitritt zur NATO zu verhindern.
Folgen für die Außenpolitik
Die Initiative würde bedeuten, dass die Schweiz Sanktionen der EU nicht mehr übernehmen kann, was die Außenpolitik der Schweiz erheblich einschränken könnte. Dies könnte die Schweiz in eine Position bringen, in der sie wirtschaftlich von Konflikten profitiert, während sie gleichzeitig als neutral gilt.
Wirtschaftliche Verbindungen zu Russland und China
Die Ems Chemie hat Produktionsstandorte in Russland und profitiert von wirtschaftlichen Beziehungen zu autoritären Staaten. Die Diskussion über die neutralitätsrechtlichen Implikationen und die wirtschaftlichen Interessen der Blochers wirft Fragen über die ethische Verantwortung der Schweiz auf.

#117: Hilfe für wen? Ein Thurgauer Konzern in Afrika (Teil 2 von 2)
Einblick in den Waffenhandel und Mitrelli
Der Podcast thematisiert die Aktivitäten des Thurgauer Unternehmens Mitrelli in Afrika und zieht Parallelen zum globalen Waffenhandel. Andrew Feinstein, ein ehemaliger südafrikanischer Politiker, beschreibt Waffenhändler als charismatische Akteure mit einem starken Fokus auf Profit und Einfluss, die oft moralisch fragwürdig agieren.
Mitrellis Geschäftsmodell und Einfluss
Mitrelli operiert in Bereichen, die über Infrastrukturprojekte hinausgehen und agiert an der Schnittstelle von Wirtschaft und Geopolitik. Das Unternehmen bietet Komplettlösungen für afrikanische Regierungen an, die oft in finanziellen Schwierigkeiten stecken, und wird dadurch zu einem unverzichtbaren Partner in der Region. Kritische Stimmen heben an, dass dies häufig zu Landraub und Korruption führt.
Rolle der Schweiz und der SERF
Mitrelli profitiert von der Reputation der Schweiz, insbesondere durch die Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV), die Risikoabsicherungen für Projekte in instabilen Ländern bietet. Dies führt jedoch auch zu einer erhöhten Staatsverschuldung in den betroffenen Ländern und wirft Fragen zur Verantwortung der Schweiz auf.
Kritik und Alternativen
Der Podcast beleuchtet die fragwürdigen Praktiken von Mitrelli und stellt die Frage, ob die SERV ihre Sorgfaltspflichten ausreichend erfüllt hat. Statt kapitalistischer Strukturen wird die Notwendigkeit von alternativen, gemeinwohlorientierten Ansätzen in der Entwicklungshilfe betont, um echte Fortschritte in der Landwirtschaft und der wirtschaftlichen Gerechtigkeit zu erreichen.

#116: Hilfe für wen? Ein Thurgauer Konzern in Afrika (Teil 1 von 2)
Einführung in Mitrelli
Die Episode beleuchtet die Aktivitäten des Thurgauer Konzerns Mitrelli in Afrika, der sich als Partner afrikanischer Regierungen präsentiert und kommerzielle Entwicklungsprojekte in Ländern wie Angola, Senegal und Côte d'Ivoire umsetzt. Der Politökonom Jason Hickel kritisiert die Entwicklungsrhetorik des globalen Nordens, die oft die Ausbeutung des globalen Südens verschleiert.
Hintergrund von Haim Taib
Haim Taib, der Besitzer von Mitrelli, hat eine umstrittene Vergangenheit, die mit dem Waffenhandel in Angola während des Bürgerkriegs verbunden ist. Heute inszeniert er sich als Philanthrop und ist in zahlreiche Infrastrukturprojekte in Afrika involviert. Seine enge Beziehung zur israelischen Regierung und sein Einfluss in afrikanischen Ländern werden hervorgehoben.
Projekte und deren Auswirkungen
Mitrelli führt Projekte in mehreren Bereichen durch, darunter industrielle Landwirtschaft, Stadtentwicklung und Wasserversorgung. Kritiker bemängeln, dass diese Projekte oft zu Landraub, Verschuldung und Umweltproblemen führen. Besonders das Aldea Nova-Projekt in Angola und ein ähnliches Vorhaben im Senegal stehen im Fokus, da sie die Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften gefährden.
Korruption und rechtliche Herausforderungen
In der Côte d'Ivoire und Portugal gibt es laufende Ermittlungen gegen Mitrelli wegen Vorwürfen von Veruntreuung und Geldwäsche. Die rechtlichen Auseinandersetzungen werfen Fragen zur Transparenz und ethischen Geschäftspraktiken des Unternehmens auf.
Schlussfolgerung und Ausblick
Die Episode endet mit Überlegungen zur Abhängigkeit afrikanischer Staaten von Unternehmen wie Mitrelli, die oft mit Schulden und Korruption einhergeht. Die nächste Folge wird sich mit den geopolitischen Implikationen und möglichen Alternativen zu diesem Entwicklungsansatz beschäftigen.