
Kortizes-Podcast
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Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Aufgeklärt Staunen mit Frajo (17) • Die Philosophie – eine Art Müllabfuhr • Franz Josef Wetz
Ein provokanter Titel
Der Podcast beginnt mit der provokanten Bezeichnung der Philosophie als "Müllabfuhr", was zunächst respektlos erscheint, da Philosophie als Mutter aller Wissenschaften gilt und nach Wahrheit und Sinn strebt.
Historische Perspektive der Philosophie
Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Philosophie von geschlossenen Weltbildern geprägt war, welche die Realität umfassend erklärten. Die antiken und mittelalterlichen Denker suchten durch Metaphysik nach den letzten Gründen und der Ordnung der Welt.
Der Einfluss der Naturwissenschaften
In der Neuzeit verdrängten naturwissenschaftliche Ansätze die traditionelle Metaphysik, wodurch grundlegende Fragen offenblieben, die von den Wissenschaften nicht beantwortet werden können, wie die Existenz Gottes oder die Unsterblichkeit der Seele.
Philosophie als Müllabfuhr
Philosophie wird als notwendig angesehen, um die Fragen, die die Wissenschaft nicht behandelt, zu klären oder zu entsorgen. Kritiker argumentieren, dass viele philosophische Fragen Scheinprobleme sind, die durch Sprachverwirrung entstehen.
Die Relevanz der letzten Fragen
Der Drang, nach den letzten Fragen zu suchen, bleibt bestehen, da sie Teil der menschlichen Vernunft sind. Philosophie hat die Aufgabe, diese Fragen kritisch zu beleuchten und verschiedene Perspektiven zu prüfen.
Philosophie und die große Fragen der Menschheit
Philosophie hält die großen Lebens- und Welträtsel lebendig und behandelt sie nicht als endgültige Lösungen, sondern als fortlaufende Diskussionen, die den Menschen helfen können, orientiert zu bleiben.
Die Rolle der Philosophie in der Gesellschaft
Die Philosophie fördert die Meinungsvielfalt und schützt das Recht auf individuelle Weltanschauungen. Sie sorgt dafür, dass Scheinprobleme entsorgt und bleibende Fragen bearbeitet werden, um einen offenen Raum für Diskussionen zu schaffen.

Podcast-Gespräch • Tillmann Bendikowski • Himmel hilf! Geschichte des Aberglaubens und des magischen Denkens
Einführung in das Thema
Dr. Tilman Bendikowski, Historiker und Autor, diskutiert in dieser Episode des Kortizes-Podcasts sein Buch "Himmelhilf", das sich mit der Geschichte des magischen Denkens von mittelalterlichen Ritualen bis zur modernen Esoterik beschäftigt. Er beleuchtet, dass Aberglaube kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern ein sich wandelndes kulturelles Phänomen, das in Krisenzeiten besonders ausgeprägt ist.
Die Definition von Aberglaube
Bendikowski erklärt, dass der Begriff "Aberglaube" historisch als Diffamierungsbegriff genutzt wurde. Er sieht Aberglaube und Religion als eng miteinander verbundene Phänomene, die beide Elemente des magischen Denkens enthalten und sich gegenseitig beeinflussen.
Die Rolle der Kirche
Im Mittelalter gab es einen "Markt der magischen Möglichkeiten", wo sowohl kirchliche als auch nicht-kirchliche Anbieter Lösungen für Probleme wie Krankheiten oder Naturkatastrophen anboten. Die Kirche war sowohl Gegner als auch Teil dieses Marktes, indem sie religiöse Rituale und Praktiken zur Verfügung stellte.
Ängste und magisches Denken
Die Ängste der Menschen in Krisenzeiten förderten magisches Denken und die Suche nach Sicherungstechniken. Bendikowski argumentiert, dass in Momenten kollektiver Angst die Nachfrage nach magischen Lösungen ansteigt, was sich in der Geschichte immer wieder zeigt.
Hexenverfolgung und magisches Denken
Die Hexenverfolgungen des Mittelalters und der frühen Neuzeit waren stark mit magischem Denken verbunden. Die Überzeugung von der Existenz des Teufels und die Angst vor übernatürlichen Phänomenen trugen zu diesen Verfolgungen bei.
Moderne Esoterik und soziale Medien
Bendikowski beobachtet einen Anstieg von esoterischem Denken in der modernen Gesellschaft, insbesondere durch die Wahrnehmung von Astrologie und magischen Praktiken in sozialen Medien. Er warnt davor, dass dies auch politische Implikationen hat, da irrationale Denkweisen in der Gesellschaft an Einfluss gewinnen.
Fazit
Magisches Denken ist eine universelle menschliche Reaktion auf Angst und Unsicherheit. Bendikowski plädiert dafür, die historische Kontinuität dieser Phänomene zu erkennen, um sie besser zu verstehen.

Freigeist (85) • Was ist Humanistische Militärseelsorge? • Hör-Kolumne von Helmut Fink
Einleitung zum Thema
Die Diskussion über die Einführung einer humanistischen Militärseelsorge in der Bundeswehr wird angesprochen. Der Fokus liegt auf dem Bedarf an weltlicher Unterstützung für Soldaten, die keiner Religionsgemeinschaft angehören.
Der Bedarf an humanistischer Seelsorge
Da viele Soldaten konfessionsfrei sind, wird die Forderung nach einer gleichwertigen, weltlichen Seelsorge laut. Diese soll ethische Hilfestellung bieten und auf Vernunft sowie Menschlichkeit basieren, ohne religiösen Bezug.
Der Humanistische Verband Deutschlands
Der HVD fordert seit Jahren eine humanistische Militärseelsorge. Er verweist auf internationale Vorbilder und die Notwendigkeit, auch Soldaten ohne religiösen Hintergrund zu unterstützen.
Aktuelle Entwicklungen
Die Humanistische Hochschule Berlin hebt die Dringlichkeit einer humanistischen Seelsorge hervor, insbesondere angesichts der hohen Zahl konfessionsfreier Menschen in der Bundeswehr.
Vergleich mit bestehender Seelsorge
Die aktuelle militärische Seelsorge ist stark religiös geprägt. Der evangelische Militärbischof und die katholische Militärseelsorge bieten Unterstützung, jedoch bleibt der Bedarf an weltanschaulich neutralen Angeboten unberücksichtigt.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Politische Initiativen zur Einführung einer humanistischen Seelsorge sind bisher gescheitert. Es gibt jedoch Bestrebungen innerhalb der SPD und bei den Grünen, das Thema voranzutreiben.
Internationale Vergleiche
Im Ausland existieren bereits Modelle, in denen humanistische Seelsorge in die Militärseelsorge integriert ist, wie in den Niederlanden oder Norwegen. Diese Länder zeigen, dass eine pluralistische Seelsorge möglich ist.
Kritik an der militärischen Seelsorge
Die militärische Seelsorge wird von einigen als anachronistisch und nicht mehr zeitgemäß angesehen. Kritiker fordern eine Trennung von staatlichen und religiösen Aufgaben und ein Ende der staatlichen Finanzierung religiöser Seelsorger.
Fazit
Humanistische Militärseelsorge wird als notwendiges, aber umstrittenes Projekt beschrieben, das sowohl Unterstützung für Soldaten bieten als auch als gesellschaftliches Signal fungieren könnte.