
Forschung mit und für Menschen
Phil.-hum. Fakultät der Universität Bern
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Fehler & Feedback: Wie Kinder lernen, ihr Denken zu steuern
Grundbegriffe und zentrale Funktionen
Exekutive Funktionen helfen beim Steuern von Gedanken und Handlungen. Typische Komponenten sind Arbeitsgedächtnis, Inhibition (Impulshemmung) und kognitive Flexibilität (Perspektivenwechsel). Metakognition umfasst Überwachung des eigenen Denkprozesses und anschließende Kontrolle, um Strategien anzupassen. Beide Bereiche entwickeln sich über die Kindheit und bleiben auch im Erwachsenenalter relevant für Lernen, Entscheidungen und Alltagstätigkeiten.
Fehlererkennung und Lernprozesse
Fehlerwahrnehmung läuft auf neuronaler Ebene ab und zeigt sich als ERP-Signale wie ERN und PE. Verhalten bezieht sich auf Pre-Error-Speeding und Post-Error-Slowing. Kinder, die Fehler bemerken und entsprechend regulieren, zeigen oft bessere Leistungen. Fehlendes Feelerkennen kann Lernprozesse hemmen. Diese Mechanismen verknüpfen sich mit der Entwicklung von Selbstregulation und schulischen Erfolgen.
Alltagsbezug und Förderung
Im Alltag erfordern Aufgaben sowohl Schnelligkeit als auch Genauigkeit. Förderstrategien nutzen direktes Feedback, spielbasierte Übungen und alltägliche Situationen, in denen Regeln wechseln oder Aufmerksamkeit gefordert ist. Eltern und Lehrpersonen spielen eine zentrale Rolle, indem sie gezielt Rückmeldungen geben und Lernprozesse sichtbar machen, ohne bloße Leistungsglosse zu setzen.
Ausblick und offene Fragen
Wissenschaft untersucht, welche Faktoren Exekutivfunktionen und Metakognition am stärksten beeinflussen und wie interaktive Interaktionen in Familien Lernprozesse unterstützen. Beobachtungen zu Medienkonsum, insbesondere Kurzvideos, und deren Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Fehlerverarbeitung gewinnen an Bedeutung. Zukünftig liegt der Fokus auf frühkindlicher Kalibrierung und praxisnaher Alltagsforschung.

Aktivismus aus Überzeugung – oder aus Eigeninteresse?
Einführung in die Thematik
In der Folge wird untersucht, wie sich Persönlichkeitsmerkmale auf gesellschaftliches Engagement auswirken. Es wird die These diskutiert, dass Aktivismus auch als Vehikel dienen kann, um Bedürfnisse zu befriedigen, besonders wenn bestimmte Formen medial stark präsent sind. Gleichzeitig wird verdeutlicht, dass auch narzisstische Motive hinter Engagement stehen können und dass sich Motive je nach Reichweite oder Sichtbarkeit verändern könnten.
Die Dunkle Triade: Kernmerkmale und Messung
Im Fokus stehen Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie, also drei Stile der Persönlichkeit, die oft Empathie vernachlässigen. Diese Merkmale werden mithilfe validierter Fragebögen erfasst, wobei Teilnehmende Aussagen zu ihren Einstellungen bewerten. Die Ausprägungen können sich gegenseitig überlappen, weisen aber auch eigenständige Besonderheiten auf, was Verhalten in sozialen Kontexten beeinflusst.
Beziehung von Dunkler Triade und Aktivismus
Das sogenannte Dark-Igor-Vielfühl-Prinzip beschreibt, wie egoistische Motive Aktivismus nutzen könnten, um Sichtbarkeit zu erlangen oder moralische Überlegenheit zu demonstrieren. Authentizität kann darunter leiden, und normverletzendes Verhalten wirkt abschreckend. Altruistische Motive existieren daneben weiter, doch Subgruppen mit unterschiedlichen Beweggründen nutzen das Vehikel Aktivismus unterschiedlich, um eigene Bedürfnisse zu bedienen.
Umweltaktivismus und offene Forschungsfragen
Untersuchungen zeigen eine Verbindung zwischen Narzissmus und Umweltengagement, wobei überraschend beide Verhaltenswege in Führungsrollen und Teilnehmendenrollen auftreten. Zukünftig werden Fragen nach Granularität der Typen und nach der Stabilität von Motivationen gestellt: Wie unterscheiden sich altruistische von egoistischen Aktivistinnen und Aktivisten? Ist das Vehikel wechselseitig durch andere Ziele ersetzbar?

Mentale Gesundheit im Jugendalter – Chancen für frühe Prävention
Bedeutung des Jugendalters
Das Jugendalter ist eine kritische Phase, die mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist, gleichzeitig aber auch großes Potenzial zur Förderung der psychischen Gesundheit bietet. Es ist wichtig, Jugendliche zu erreichen, die noch keine aktive Hilfe suchen, um ihnen präventive Unterstützung anzubieten.
Prävention und Früherkennung
Früherkennung von psychischen Problemen ist entscheidend, um frühzeitig Interventionen zu ermöglichen. Prävention umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, das Entstehen psychischer Probleme zu verhindern oder deren Schwere zu reduzieren.
Herausforderungen für Jugendliche
Jugendliche sind besonders anfällig für psychische Probleme aufgrund ihrer Gehirnentwicklung und identitätsbildenden Prozesse während der Pubertät. Statistiken zeigen, dass nahezu jeder vierte Jugendliche innerhalb eines Jahres leichte psychische Probleme erlebt.
Das Empathia-Programm
Das Empathia-Programm richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und bietet ein Online-Präventionsangebot, das anonym zugänglich ist. Es umfasst verschiedene Module, die wichtige Kompetenzen zur Förderung der psychischen Gesundheit vermitteln, wie den Umgang mit Stress und das Aufbauen von Selbstvertrauen.
Rolle von Eltern und Schulen
Eltern und Schulen spielen eine wichtige Rolle in der Unterstützung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen. Offene Kommunikation über psychische Probleme und die Schaffung eines unterstützenden Umfelds sind essenziell, um Barrieren zur Hilfesuche abzubauen.
Take-Home-Message
Das Jugendalter ist nicht nur herausfordernd, sondern bietet auch die Chance, die psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken. Frühzeitige präventive Maßnahmen können langfristig positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Jugendlichen haben.