Entretiens - Talks
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Beschreibung
Martin Heule, Dominik Landwehr, Felix Schneider
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Nadia Pettannice erklärt die Ausstellung zur Geschichte der Haldengut Brauerei
Historischer Kontext und identitätsstiftende Kraft
Die Brauerei Haltengut prägte Winterthur seit Jahrhunderten und wird als stark emotionales Kapitel der Stadtgeschichte wahrgenommen. Es existieren zwei Sichtweisen: eine Trauer über das Ende und eine Wertschätzung der positiven Zeit in der Brauerei. Öffentliche Anteilnahme war lange zurückhaltend, doch der Betrieb hatte Einfluss auf lokale Identität, Arbeitsleben und soziale Räume wie Stammtische.
Objekte als erzählerische Schlüsselelemente und Rettung
Eine große, bislang unbekannte Objektsammlung wurde durch eine Notkulturgüterrettung zugänglich gemacht. Die Stücke wurden inventarisiert, gelagert und stellen neue Fragen zur Geschichte: Wer bestimmt, was kulturell bedeutsam ist und wie viel Material vorhanden ist, um eine Ausstellung zu erzählen?
Vielfalt der Exponate und ihre historischen Bezüge
Zu den Objekten gehören Aluminiumfässer, Humpen, Flaschen, eine ungewöhnliche Hefebirne, Pferdegeschirre und Dokumentationen zu Bierzwang, Abstinenz und Werbung. Jedes Objekt verweist auf industrielle Praxis, Arbeitsalltag und gesellschaftliche Perspektiven, ohne romantische Verklärung der Arbeitswelt zuzulassen.
Ausstellungskonzept und offene Fragen
Die Schau bindet Objekte, digitale Vermittlung und begleitende Programme zusammen. Sie thematisiert, wie Kulturgut definiert wird, und lädt Besucherinnen und Besucher ein, eigene Bezüge zu erkennen. Am Schluss bleibt offen, wohin die Objektsammlung dauerhaft wandert, und wie eine zukunftsorientierte Konservierung aussehen könnte.

Nikolaus Wyss und die unglaubliche Reise von Steve Huge zum Mars
Die Inspiration zur Mars-Mission
Nikolaus Wyss erzählt von seiner Motivation, sich für das Mars-Projekt Mars One zu bewerben, nachdem er in den Ruhestand ging. Die Idee, auf dem Mars eine Kolonie zu gründen und dort zu sterben, faszinierte ihn und stellte ihm grundlegende Fragen über das Leben und den Tod.
Die literarische Umsetzung
Obwohl die Mars-Mission nicht stattfand, beschäftigte Wyss das Thema weiterhin. Er begann, seine Gedanken in Form eines Tagebuchs festzuhalten, fand jedoch keinen Zugang. Schließlich schuf er die fiktive Figur Stefan Hugentobler, die auf die Mars-Reise gehen wollte, und nutzte diese für sein Buch.
Satire und Erzählstil
Wyss' Buch hat eine satirische Dimension, die sich in den Charakteren und der Handlung widerspiegelt. Er spielt mit der Idee, dass die Mars-Mission zu einer Art Reality-Show wird, was einen kritischen Blick auf die Medien und die Gesellschaft wirft. Der Spaß und die Leichtigkeit des Schreibstils laden die Leser zum Schmunzeln ein.
Persönliche Reflexionen und Familiäre Einflüsse
Nikolaus Wyss reflektiert über sein Leben und die verschiedenen Rollen, die er eingenommen hat. Er spricht darüber, wie seine familiären Hintergründe seine Schreibkarriere beeinflussten und dass das Schreiben für ihn eine Art Familientherapie darstellt, um sich von den Erwartungen seiner Eltern zu befreien.
Abschließende Gedanken
Das Buch „Steve Hughes, Unglaubliche Reise zum Mars“ wird als unterhaltsame und nachdenkliche Lektüre beschrieben, die den Leser sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregt. Wyss hofft, dass das Buch eine breite Leserschaft findet und weitere Diskussionen anstößt.

Pascal Werner Fotostiftung Graubünden
Fotostiftung Graubünden: Ein Überblick
Die Fotostiftung Graubünden beherbergt ungefähr 450.000 Bilder aus etwa 40 Fotobeständen, darunter Originalwerke und digitalisierte Fotografien. Etwa 100.000 Bilder sind digital verfügbar, wobei die Originale sorgfältig unter optimalen Bedingungen aufbewahrt werden, um sie für zukünftige Generationen zu erhalten.
Persönliche Motivation und Hintergrund
Gründer Pascal Werner hat einen tiefen emotionalen Bezug zu den Fotografien, da er bereits in seiner Jugend alte Fotos sammelte. Seine Erfahrungen in der Fotografie und Architektur flossen in die Gründung der Stiftung ein, die ursprünglich als Verein begann und sich auf Dokumentationen von Alltag, Landschaft und Geschichte konzentriert.
Kriterien für die Sammlung
Die Stiftung nimmt keine Autorenfotografien auf, sondern fokussiert sich auf historische Bilder, die einen dokumentarischen Wert besitzen. Dabei wird kritisch ausgewählt, welche Bestände zur Sammlung passen und welche Themen oder Jahre noch fehlen.
Besondere Sammlungen und Highlights
Die Stiftung enthält eine Vielzahl von historischen Bildern, darunter Albuminabzüge aus dem 19. Jahrhundert. Persönliche Highlights sind Bilder von frühen Landschaftsfotografen sowie Dokumentationen von bedeutenden Ereignissen, wie dem Bau der Rätischen Bahn und anderen historischen Momenten.
Die Herausforderungen der Digitalisierung
Die Digitalisierung stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere bei der Menge an Bildern. Die Stiftung hat innovative Lösungen entwickelt, um die Digitalisierung zu automatisieren und die Bilder effizient zu kategorisieren. Eine KI unterstützt bei der Beschreibung und Analyse der Bildinhalte.
Die Rolle der KI und Authentizität
Während KI bei der Archivierung und Beschreibung hilft, besteht die Sorge um die Authentizität der Bilder. Die Stiftung arbeitet daran, die Integrität der historischen Fotografien auch in einer digitalisierten Welt zu wahren.
Die Bedeutung von Karl Hager
Ein besonderer Fokus liegt auf den Arbeiten von Pater Karl Hager, der von 1862 bis 1918 lebte und durch seine systematische Dokumentation von Landschaft und Brauchtum in der Surselva einen unschätzbaren Beitrag geleistet hat. Seine Bilder sind von großer kultureller Bedeutung und werden in der Bilddatenbank der Fotostiftung bereitgestellt.
Zugang zu den Sammlungen
Das Publikum kann über die Website der Fotostiftung Graubünden und die Plattform Wikimedia Commons auf die Sammlungen zugreifen. Die Zusammenarbeit mit Wikimedia ermöglicht es, das Erbe der Fotostiftung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.