
Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft
oekom verein & oekom verlag
Beschreibung
Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ gibt hierzu Denkanstöße. Mit Lesungen aus Büchern, Essays, Vorträgen und Gesprächen über Themen, die die Welt bewegen (sollten): Was tun gegen die Erhitzung unseres Planeten oder den Verlust an Biodiversität? Wie können wir unser eigenes Leben ökologischer und nachhaltiger gestalten – und dabei an Lebensqualität gewinnen?
Vordenker*innen des weltweiten Diskurses über Nachhaltigkeit kommen zu Wort: analysieren klug, klären auf, stimmen nachdenklich – und machen Mut: für eine Zukunft mit Zukunft.
Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des oekom vereins im Rahmen des Projektes "münchner zukunftssalon" mit dem oekom verlag.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Das beste Europa aller Zeiten – Unerhörte Ideen für ein besseres Morgen [Ein Gespräch mit Katja Sinko & Peter Jelinek]
Einführung in die europäische Zukunft
Im Podcast wird diskutiert, wie Europa enger zusammenrücken und eine positive Vision für die Zukunft entwickeln kann. Die Gesprächspartner, Katja Sinko und Peter Jelinek, haben mit ihrem Buch "Das beste Europa aller Zeiten" eine Plattform geschaffen, um unerhörte Ideen für ein besseres Morgen in Europa zu präsentieren.
Der Status quo Europas
Die aktuelle politische Situation in Europa wird als kritisch beschrieben. Katja beschreibt, dass die EU seit Jahren stagniert und sich in einer "Polykrise" befindet. Trotz einiger Fortschritte wie dem European Green Deal gibt es Rückschritte und eine allgemeine Resignation in der Bevölkerung.
Optimismus und positive Visionen
Die Gesprächspartner plädieren für einen positiven Ansatz, der die Bürger in den Mittelpunkt stellt. Sie ermutigen dazu, innovative Ideen zu entwickeln, um Europa als Gemeinschaft zu stärken und Krisen als Chancen zu begreifen.
Rechte und Ideen für ein besseres Europa
Die Autoren stellen fünf zentrale Rechte vor, die für ein besseres Europa stehen: das Recht auf Mobilität, Natur, Vereinfachung, Auszeit und Beteiligung. Diese Rechte sollen den Bürgern helfen, aktiver am europäischen Projekt teilzuhaben.
Das Recht auf Mobilität
Ein zentrales Konzept ist das "Recht auf Mobilität", das freien Zugang zu Transportmitteln und die Möglichkeit zur Begegnung zwischen den Bürgern der EU fördern soll. Ideen wie eine europäische Mobilitätskarte werden diskutiert.
Das Recht auf Natur
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Zugang zur Natur. Katja und Peter schlagen ein europäisches "Allemannsrett" vor, das allen Bürgern den Zugang zu natürlichen Räumen ermöglichen soll.
Das Recht auf Auszeit
Das "Recht auf Auszeit" wird als Möglichkeit beschrieben, dass jeder Bürger einmal im Leben Zugang zu einer Weiterbildung im Ausland erhält, um interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und die europäische Identität zu stärken.
Das Recht auf Beteiligung
Die Idee eines "Europäischen Zukunftsrats", der aus jungen Menschen besteht, wird vorgestellt. Dieser Rat soll die Möglichkeit bieten, dass die Jugend aktiv an Entscheidungsprozessen in der EU teilnimmt und ihre Perspektiven einbringt.
Schlussfolgerung
Die Diskussion endet mit einer Aufforderung an die Zuhörer, sich aktiv an der Gestaltung der Zukunft Europas zu beteiligen. Die Gesprächspartner betonen, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen und den Dialog über ein gemeinsames Europa zu fördern.

Greenwashing – Das schmutzige Geschäft mit dem Gewissen [Vortrag von Ursula Bittner]
Hauptthemen und Mechanismen von Greenwashing
Der Vortrag analysiert, wie Marketingbehauptungen über klimaneutralität, Umweltfreundlichkeit oder Nachhaltigkeit oft nur leere Versprechen sind. Viele Produkte nutzen grüne Verpackungen, Symbole oder vage Begriffe, ohne klare, überprüfbare Standards. Greenwashing wird als systematisches Geschäftsmodell beschrieben, das Profitinteressen priorisiert und Umweltziele lediglich simuliert. Eine zentrale Beobachtung ist, dass Konsumentinnen und Konsumenten oft positive Gefühle mit Käufen verbinden, obwohl die tatsächliche Wirkung fraglich bleibt.
Historische Wermutstropfen und Strategien der Täuschung
Der Text skizziert eine Entwicklung von Täuschungsstrategien: Von der Leugnung naturbelassener Schäden bis hin zu freiwilligen Verhaltenskodizes der Industrie. Schon früh wurden in Berichten und Konferenzen Alternativen diskutiert, doch Konzerne nutzten Greenwashing, um regulatorische Hürden zu umgehen. Einprägsam ist der Bezug auf Bruce Harrison, der Greenwashing institutionalisiert habe, sowie die Transformation der Umweltdebatte von reinen Konflikten zu Mischmodellen aus Ökologie, Sitte und Wirtschaft.
Zerlegung von Mechanismen und Regulierungsversuchen
Es werden verschiedene Strategien beschrieben, mit denen Unternehmen grün erscheinen, ohne substanzielle Veränderungen zu liefern. Dazu zählen vage Formulierungen, selektive Darstellungen, falsche Zertifikate, falsche Versprechen und Deep Greenwashing, bei dem Lobbyarbeit gesetzliche Rahmenbedingungen unterläuft. Regulierungen wie Empowering Consumer Richtlinie sollen Grünschreibung besser sichtbar machen und Banken sowie Gütezeichen stärker prüfen lassen.
Ausblick: Zivilgesellschaft, Regeln und Wandel
Der Vortrag betont die Notwendigkeit verbindlicher Regeln statt bloßer Freiwilligkeit, stärkt Transparenz und Whistleblowing sowie den Ausbau zivilgesellschaftlicher Gegenmacht. Es wird argumentiert, dass fairer Wettbewerb nur mit klaren Standards funktioniert, während Deregulierung Risiken verschiebt. Trotz Rückschlägen bleibt der Gedanke, dass kollektives Handeln, unabhängige Medien und mutige Unternehmenswege wie echte Transformationen entscheidend sind, um Greenwashing zurückzudrängen.

Neue Gentechnik-Regeln – Gezielter Verstoß gegen Vorsorgeprinzip und Wahlfreiheit?[Gespräch mit M. Mertens & A. Volling]
Ausgangslage: Wahlfreiheit und Perspektiven
Im Gespräch werden verschiedene Blickwinkel auf Gentechnik in Landwirtschaft und Umwelt dargestellt. Es geht um die Frage, ob Verbraucherinnen und Verbraucher frei und informiert entscheiden können, ob Lebensmittel genetisch verändert sind. Zwei Expertinnen bringen Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis ein, betonen jedoch, dass Debatten bislang zu wenig öffentlich geführt wurden. Ziel ist, Licht in die Thematik zu bringen, damit politische Entscheidungen klarer verstanden werden können.
Bisherige Gentechnik vs. neue Techniken
Historisch dominieren herbizid- und insektengesteuerte Pflanzen, deren Einsatz oft zu mehr Herbizid-Resistenz und Resistenz bei Schädlingen führt. Neue Technologien wie CRISPR ermöglichen präzisere Eingriffe, doch Unsicherheiten bleiben: Off-Target-Effekte und unvorhergesehene Veränderungen sind möglich. Die alte Technik ist weiterhin präsent, und der Nutzen für Umwelt, Ertrag und Klima bleibt umstritten. Züchtung bleibt kompliziert, doch technischer Fortschritt allein reicht nicht aus.
Regulierungsvorschläge der EU und Kritik
Der Vorschlag differenziert in Kategorien, mit weit gefassten Schwellenwerten. Kategorie 1 soll weitgehend unreguliert bleiben, Kategorie 2 stärker reguliert sein. Kritisiert wird, dass Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Monitoring fallen könnten und Koexistenz fehlen könnte. Experten betonen, dass wissenschaftliche Evidenz gegen pauschale Grenzziehungen spricht; Risiken hängen nicht eindeutig von der Anzahl der Veränderungen ab. Auswirkungen auf Umwelt, Bundestausch und Verbraucher werden als besorgniserregend bewertet.
Folgen, Forderungen und Perspektiven
Ohne Koexistenzregeln droht eine Kontaminationsgefahr in der gentechnikfreien Landwirtschaft, inklusive Saatgut- und Verarbeitungsbelastungen. Patente, Transparenz und demokratische Mitbestimmung spielen zentrale Rollen. Es wird gefordert, eine klare Regulierung zu erhalten, die Wahlfreiheit schützt und Umwelt- sowie Verbraucherschutz ernst nimmt. Die Perspektive betont die Notwendigkeit verantwortungsvoller Politik, statt Deregulierung um jeden Preis.