
Dreiviertel Zwölf - Podcast by OekoBusiness Wien
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Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

#62 Kann ein Lieferkettengesetz den Handel gerechter machen, Hartwig Kirner?
Einführung und Bedeutung des Lieferkettengesetzes
Österreich belegt weltweit den zweiten Platz im Verbrauch von Fairtrade-Produkten. Das Lieferkettengesetz fordert von Unternehmen, sich um transparente und faire Lieferketten zu bemühen, ohne eine Garantie für deren Sauberkeit zu geben. Kleinbauern benötigen Unterstützung durch Genossenschaften für den Zugang zu Märkten.
Gast und dessen Hintergrund
Hartwig Hirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich, erläutert seine Karriere und den Übergang vom Konzern zum fairen Handel. Er betont, dass Wohlstand nur durch gerechte Teilhabe am Wirtschaftssystem erreicht werden kann.
Fairtrade und dessen Standards
Fairtrade zielt darauf ab, faire Preise und Bedingungen für Produzenten zu gewährleisten. Dabei spielen Mindestpreise und eine Fairtrade-Prämie eine zentrale Rolle. Die Genossenschaften entscheiden selbst, wie die Prämien verwendet werden, was die Autonomie der Produzenten stärkt.
Produkte und Marktanteil
Kaffee, Kakao, Bananen und Rosen sind die Hauptprodukte von Fairtrade. In Österreich tragen etwa ein Drittel aller Bananen das Fairtrade-Siegel, was auf eine starke Marktakzeptanz hinweist.
Herausforderungen und Chancen im Fairen Handel
Die Herausforderungen des Lieferkettengesetzes, insbesondere in Bezug auf Bürokratie und Transparenz, werden diskutiert. Fairtrade bleibt eine wichtige Initiative, um soziale Standards zu fördern.
Öffentliche Beschaffung und zukünftige Entwicklungen
Hirner fordert eine stärkere Berücksichtigung sozialer Aspekte in der öffentlichen Beschaffung durch die Stadt Wien. Das Ziel ist, soziale Verantwortung in Ausschreibungen zu integrieren und somit einen positiven Einfluss auf die Marktbedingungen zu nehmen.

#61 Kann Gemeinschaft den Handel nachhaltiger machen, Julianna Fehlinger?
Konzept und Werte des Mitmach-Supermarkts
Der Markt setzt auf Mitmachen und Miteigentum statt moralischen Zeigefinger. Er verfolgt das Ziel, hochwertige Bio-Lebensmittel zu fairen Preisen zugänglich zu machen und Freude am Kochen sowie an der Gemeinschaft zu fördern. Der Gedanke ist, alternative Wirtschaftsformen sichtbar zu machen, in denen Lebensmittelvertrieb gemeinschaftlich organisiert wird und soziale wie Umweltaspekte gleichermaßen berücksichtigt werden.
Struktur, Mitgliedschaft und Mitbestimmung
Alle Mitglieder sind Miteigentümerinnen. Die Genossenschaftsform ermöglicht Mitbestimmung bei Richtungsentscheidungen und regelmäßige Generalversammlungen. Die Mitgliedschaft verbindet Einkauf, Mitarbeit (drei Stunden im Monat) und Eigentum. Ein Sozialanteil bietet Unterstützung für jene, die sich den Genossenschaftsanteil schwer leisten. Entscheidungen erfolgen durch den Vorstand, Arbeitsgruppen und ein offenes Wunschbuch für Sortimentserweiterungen.
Preisgestaltung, Beschaffung und Bio-Fokus
Preisstrukturen basieren auf fairen Einkaufspreisen plus definierter Margen, mit dem Ziel, Bio-Angebote günstig zu halten. Viele Produkte stammen direkt von bäuerlichen Betrieben, oft über Kooperativen, mit Fokus auf Obstanbau und Frischware. Das Angebot umfasst Bioprodukte, teils konventionelle Ware, regionalen Ursprung und transparente Kosten. Eine klare Logistik sorgt dafür, dass Lieferanten gerecht bezahlt werden und die Preise für die Mitglieder fair bleiben.
Zukunftsvision und Netzwerkdenken
Die Initiatorin sieht Mila als Teil eines größeren Netzwerks von Produzenten und kleinen Händlern. Das Ziel ist, weitere Mitmach-Supermärkte zu ermöglichen, Partnerschaften auszubauen und Logistikmodelle zu verbessern – unter anderem via Fahrradlogistik. Der Fokus liegt auf gemeinsamer Ausrichtung, Austausch und der Weiterentwicklung eines solidarischen Lebensmittelsystems, das lokale Strukturen stärkt und den Zugang zu guten Lebensmitteln erweitert.

#60 Lassen sich Nachhaltigkeit und Spektakel vereinen, Catharina Ahmadi?
Hauptfaktor der Emissionen
Es wird betont, dass der Großteil der Emissionen von Besucherreisen kommt. Die Planung konzentriert sich auf die Anreise der Ticketsinhaberinnen, da dieser Hebel den größten Einfluss hat. Transparenz wird als notwendige Grundlage gesehen, um die Emissionen nachvollziehbar zu berichten und zu erklären, wie der Fußabdruck entsteht.
Ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz
Es wird ein integrierter Ansatz verfolgt, der Öko-Event, Green Producing und Umweltzeichen umfasst. Kooperationen mit ORF, Stadt Wien, ÖBB und Econetics ermöglichen eine Gesamtschau statt Silo-Denken. Erfahrungen aus Basel dienen als Benchmark, um Prozesse und Kennzahlen konsistent zu gestalten.
Prozess und Zusammenarbeit
Der Prozess beginnt mit einem Zielbild und der Ermittlung benötigter Informationen. Dann werden Schnittmengen identifiziert, ein detaillierter Projektplan erstellt und Fachexperten einbezogen. Stakeholder-Roundtables fördern Transparenz, und Entscheidungen werden dokumentiert, um Nachvollziehbarkeit zu sichern und eine konsistente Berichterstattung zu ermöglichen.
Ausblick und Wirkung
Weitere Schwerpunkte umfassen Mobilität, Catering und Infrastruktur, wobei der Fußabdruck durch Daten und Schätzungen abgebildet wird. Der Dialog mit zukünftigen Veranstaltern soll Wissen verbreiten und einen Dominoeffekt auslösen. Das Ziel ist, Veranstaltungen klimafreundlicher zu gestalten und ein Selbstverständnis von Nachhaltigkeit als Normalzustand zu verankern.