
Jörg Splett - Vorlesungen und Seminare
Prof. Dr. Jörg Splett
Beschreibung
Geboren 1936 in Magdeburg.
Studien in Pullach, Köln und München (Philosophie; nebenfachlich Psychologie, Fundamentaltheologie, Pädagogik). Nach der Promotion bei M. Müller (zur Trinitätslehre G.W.F. Hegels) Assistent bei K. Rahner; zudem seit 1968 Dozent am Berchmanskolleg, Pullach.
1971 Habilitation (zum Begriff des Heiligen) und Berufung an die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt/M. Zugleich Gastprofessor an der Hochschule für Philosophie, München. Vortragstätigkeit, in der Erwachsenen-, Lehrer- und Priesterfortbildung. Seit 1964 verheiratet; Vater zweier Söhne.
http://splettgesellschaft.de/
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Was ist Philosophie? Teil XXIV - G.W.F. Hegel
Die Dialektik von Identität und Nicht-Identität
Der Text behandelt Hegels Philosophie und insbesondere die Dialektik, die das Auflösen fester Begriffe in der Denkweise beschreibt. Hegel betont, dass das Wahre eine Art 'Taumel' ist, der sowohl die Identität als auch die Nicht-Identität umfasst. Diese Überlegungen zeigen, dass die Unterscheidungen zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem, Substanz und Akzidenz letztlich fluid sind.
Auflösung von festen Begriffen
Der Verstand sucht nach festen Begriffen, aber diese lösen sich auf, wenn man sie durchdenkt. Hegel beschreibt dies als den 'vollendenden Skeptizismus', der die Notwendigkeit einer Synthese zwischen den gegensätzlichen Begriffen aufzeigt.
Das Verhältnis von Vernunft und Wirklichkeit
Hegel argumentiert, dass das Vernünftige real ist und das Wirkliche vernünftig ist. Diese Verbindung ist zentral für die Philosophie und fordert eine tiefere Auseinandersetzung mit der Realität, um das Wahre zu erkennen.
Philosophie als Systematik
Hegel hebt hervor, dass Philosophie als Systematik verstanden werden muss, die alle Aspekte des Denkens miteinander verbindet. Ein geordnetes System ist notwendig, um die Welt angemessen zu erfassen.
Der Weg zur absoluten Idee
Der Text skizziert Hegels Progression von einfachen Begriffen wie Sein und Nichts hin zur absoluten Idee, die als höchste Form des Denkens gilt. Diese Idee umfasst die Einheit von Vernunft und Realität und ist entscheidend für die Entwicklung der Philosophie.
Die Rolle der Kunst und Religion
Hegel beschreibt Kunst und Religion als Ausdruck des absoluten Geistes, wobei die Kunst als niedrigere Stufe angesehen wird, die die Einheit von Vernunft und Wirklichkeit darstellt. Die Religion geht über die Kunst hinaus, indem sie die Geschichte und die Heilserzählungen umfasst.
Die Bedeutung der Philosophiegeschichte
Hegel argumentiert, dass die Vielfalt der Philosophien notwendig ist und dass es wichtig ist, die Philosophie nicht nur als eine Geschichte, sondern als eine systematische Fragestellung zu betrachten. Diese Perspektive ist entscheidend, um die Entwicklung des Geistes zu verstehen.

Was ist Philosophie? Teil XXIII - G.W.F. Hegel
Einführung in Hegels Philosophie
Der Vortrag behandelt zentrale Aspekte von G.W.F. Hegels Philosophie, insbesondere die Beziehung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit. Hegel wird als Höhepunkt des deutschen Idealismus beschrieben, der den Systemanspruch der Philosophie verkörpert. Der Referent schlägt vor, dass Wahrheit das sich Zeigen der Wirklichkeit ist und diskutiert die Unterscheidung zwischen Realität und Wirklichkeit.
Wahrheit und Wissenschaft
Hegel argumentiert, dass die Wahrheit nur im wissenschaftlichen System existiert. Der Referent betont die Notwendigkeit, Philosophie als wahres Wissen zu betrachten und nicht als bloße Theorie. Das Verständnis von Wahrheit ist eng mit der Erkenntnis und dem System der Wissenschaft verbunden, wobei das unverkürzte Sich-Zeigen der Wirklichkeit eine zentrale Rolle spielt.
Die Bedeutung des Prozesses
Der Vortrag thematisiert den Prozess als entscheidendes Element in Hegels Denken. Hegel betrachtet die Realität nicht statisch, sondern als einen dynamischen Prozess, der sich selbst erzeugt. Diese Sichtweise führt zu einer Geschichtsphilosophie, in der die Entwicklung von Ideen und deren historische Kontexte eine essenzielle Rolle spielen.
Wesen und Unwesen
Ein zentrales Argument Hegels ist, dass das Wesentliche und das Unwesentliche in einer dialektischen Beziehung stehen. Der Referent erläutert, dass das Unwesentliche nicht ignoriert werden darf, sondern in das Verständnis des Wesentlichen integriert werden muss. Diese Synthese ist notwendig, um die Wahrheit des Ganzen zu erfassen.
Der menschliche Zustand und die Endlichkeit
Der Referent diskutiert die christliche Perspektive auf die Endlichkeit und die menschliche Unvollkommenheit. Der Sündenfall wird als entscheidender Punkt hervorgehoben, der die Beziehung zur Wahrheit beeinflusst. Es wird argumentiert, dass das Verständnis von Gut und Böse auch von einem absoluten Maßstab abhängt, der in der biblischen Tradition verankert ist.

Was ist Philosophie? Teil XXII - Johann Gottlieb Fichte
Einführung in Fichtes Philosophie
Die Diskussion beginnt mit dem Hinweis auf eine kommende Lesung von Pascal und der Relevanz für den deutschen Realismus. Der Fokus liegt auf Johann Gottlieb Fichte, der die Philosophie als Wissenschaft definiert und nicht einfach als Liebe zur Weisheit. Fichte argumentiert, dass das Ich die Grundlage allen Denkens ist, wobei er das empirische Ich von einem prinzipiellen Ich-Bewusstsein unterscheidet.
Fichtes Lebensweg
Fichte hatte bescheidene Anfänge, wurde jedoch von einem Grafen gefördert und studierte unter Kant. Er erlangte Anerkennung durch eine anonym veröffentlichte Religionsschrift, was zu seinem Ruf als Philosoph führte und ihm eine Professur in Jena einbrachte.
Fichtes Grundgedanken
Fichtes zentrale Idee ist die Selbstsetzung des Ichs, die besagt, dass das Denken ein Ich-Vollzug ist. Die Philosophie beginnt mit dem Ich-Bewusstsein, und der Akt des Denkens ist für die Existenz des Ich entscheidend. Diese Gedanken führen zu seiner Auseinandersetzung mit der Burschenschaft und dem Atheismusstreit, der seine Auffassung von Gott als moralische Weltordnung in Frage stellte.
Fichtes Gotteskonzept
Fichte betrachtet Gott nicht als individuelle Person, sondern als moralische Weltordnung, was zu Kontroversen und letztlich zu seiner Entlassung aus Jena führte. In seinen späteren Jahren entwickelte Fichte eine neue Perspektive auf Gott, die ihn als das Bild und die Gegenwart Gottes im Menschen sieht.
Fichtes Wissenschaftslehre
Fichte strebt an, die Philosophie zu einer reinen Wissenschaft zu machen, die aus ersten Gründen deduktiv ableitet. Seine Wissenschaftslehre soll die Grundlagen der Wissenschaft selbst definieren und klärt die Beziehung zwischen Gehalt und Form einer Wissenschaft, wobei die Gewissheit der Grundsätze im Mittelpunkt steht.
Der Einfluss des deutschen Idealismus
Der deutsche Idealismus wird als eine neue Epoche betrachtet, die auf den Gedanken von Kant aufbaut. Fichte, Schelling und Hegel stehen in einer philosophischen Tradition, die die Wissenschaft und die Philosophie neu definiert und die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt untersucht.
Zusammenfassung der philosophischen Argumente
Die Diskussion schließt mit der Betonung der Bedeutung des Ichs und der Selbstsetzung für das Denken sowie der Herausforderung, die Philosophie als Wissenschaft zu begreifen. Fichte bezieht sich auf die Notwendigkeit, eine klare Struktur in der Philosophie zu schaffen, um diese als Wissenschaft zu legitimieren.