consilium infectiorum - Der infektiologische Klinik-Podcast
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consilium infectiorum - Der infektiologische Klinik-Podcast

Prof. Mathias Pletz und Gastexperte

Beschreibung

Der Podcast des consilium infectiorum richtet sich mit relevanten Themen der klinischen Infektiologie direkt an medizinisches Fachpersonal und unterstützt Sie, evidenzbasierte Behandlungsoptionen für Ihre Patienten auszuwählen.
In jeder Folge empfängt der renommierte Infektiologe, Prof. Mathias Pletz aus Jena, einen Expertengast, mit dem er einen ausgewählten klinischen Schwerpunkt detailliert in locker Gesprächsatmosphäre näher beleuchtet.
Für jede Folge können Sie durch die Beantwortung von CME-Fragen bis zu einem Jahr nach Veröffentlichung noch CME-Punkte erhalten.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#19 Oberflächenprobleme - Infektiologische Aspekte in der Dermatologie

01.05.2026

Ganzkörper- und Schleimhäute-Check bei Exanthemen

Bei Exanthemen erfolgt eine umfassende Untersuchung von Haut, Mundschleimhäuten, Hände, Füße und Kopfhaut. Einzelne Fotos ermöglichen keine sichere Diagnose; der gesamte Körperbefund liefert wesentliche Hinweise. Teledermatologie stößt an Grenzen, da subtile Befunde oft nur durch direkte Inspektion sichtbar werden.

Diffenzialdiagnosen und Warnsignale

Zu den Hauptkategorien gehören virale Exantheme, bakterielle Hautinfektionen, Arzneimittelreaktionen und seltene nicht-infektiöse Causes. Wichtige Red Flags sind Patechien, Mundschlussveränderungen, Konjunktivitis, starke Schmerzen und Hautablösung. Diese Hinweise führen zu einem raschen, differenzierten Vorgehen und einer engen klinischen Beobachtung.

Oberflächliche bakterielle Hautinfektionen

Bei Erysipel spricht man typischerweise klinisch und behandelt mit Penicillin; Abweichungen treten bei Phlegmon oder nekrotisierender Fasziitis auf, wo frühzeitig breitbandige oder chirurgische Maßnahmen nötig sein können. Clindamycin kann ergänzend eingesetzt werden, um Toxine zu hemmen. Der Verlauf wird primär klinisch bewertet, Laborwerte dienen unterstützend, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

Mykobakterien der Haut: Biopsie und Labor

Chronische Hautknoten oder ulzerationen erfordern Biopsie und eine gezielte Labordiagnostik. Eine native Gewebeprobe ist essenziell, paraffinierte Präparate reichen oft nicht aus. Labor und Dermatopathologie müssen zusammenarbeiten, um Kulturen und PCR-Analysen auf Mykobakterien, inklusive schnell wachsender Arten wie Mycobacterium marinum, durchzuführen.

Ganzkörper- und Schleimhäute-Check bei Exanthemen

Bei Exanthemen erfolgt eine umfassende Untersuchung von Haut, Mundschleimhäuten, Hände, Füße und Kopfhaut. Einzelne Fotos ermöglichen keine sichere Diagnose; der gesamte Körperbefund liefert wesentliche Hinweise. Teledermatologie stößt an Grenzen, da subtile Befunde oft nur durch direkte Inspektion sichtbar werden.

Diffenzialdiagnosen und Warnsignale

Zu den Hauptkategorien gehören virale Exantheme, bakterielle Hautinfektionen, Arzneimittelreaktionen und seltene nicht-infektiöse Causes. Wichtige Red Flags sind Patechien, Mundschlussveränderungen, Konjunktivitis, starke Schmerzen und Hautablösung. Diese Hinweise führen zu einem raschen, differenzierten Vorgehen und einer engen klinischen Beobachtung.

Oberflächliche bakterielle Hautinfektionen

Bei Erysipel spricht man typischerweise klinisch und behandelt mit Penicillin; Abweichungen treten bei Phlegmon oder nekrotisierender Fasziitis auf, wo frühzeitig breitbandige oder chirurgische Maßnahmen nötig sein können. Clindamycin kann ergänzend eingesetzt werden, um Toxine zu hemmen. Der Verlauf wird primär klinisch bewertet, Laborwerte dienen unterstützend, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

Mykobakterien der Haut: Biopsie und Labor

Chronische Hautknoten oder ulzerationen erfordern Biopsie und eine gezielte Labordiagnostik. Eine native Gewebeprobe ist essenziell, paraffinierte Präparate reichen oft nicht aus. Labor und Dermatopathologie müssen zusammenarbeiten, um Kulturen und PCR-Analysen auf Mykobakterien, inklusive schnell wachsender Arten wie Mycobacterium marinum, durchzuführen.

#18 Ich hab da ´was gefunden - Fallstricke der mikrobiologischen Diagnostik

06.02.2026

Die Bedeutung der klaren Fragestellung

Ein zentraler Punkt in der Diagnostik ist, eine präzise Frage zu stellen. Ohne diese wird die Diagnostik oft fehlerhaft interpretiert. Eine gut definierte Indikation ist entscheidend für die Qualität der Diagnostik.

Einführung von Professor Holger Rohde

Professor Holger Rohde, Facharzt für Mikrobiologie, ist der Gast dieser Episode. Er hat umfangreiche Erfahrung in der molekularen Diagnostik und ist an Antibiotic Stewardship sowie Diagnostic Stewardship beteiligt.

Blutkultur-Diagnostik

Blutkulturen sind das Herzstück der infektiologischen Diagnostik. Eine einmalige Punktionsstelle zur Entnahme mehrerer Flaschen erhöht die Sensitivität und kann Kontaminationen reduzieren. Es wird empfohlen, mindestens 40 bis 60 Milliliter Blut zu gewinnen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

Molekulare Diagnostik

Molekulare Verfahren, wie PCR, bieten schnellere Ergebnisse und sind vorteilhaft für schwer kultivierbare Erreger. Diese Methoden sollten jedoch nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur klassischen Diagnostik betrachtet werden.

Serologie und deren Stellenwert

Die Serologie hat in der modernen Diagnostik an Bedeutung verloren, da alternative Tests oft präziser sind. Sie bleibt jedoch in bestimmten Fällen, wie bei Borrelien- oder Syphilis-Infektionen, relevant.

Wichtige Hinweise für Kliniker

Fehler in der Diagnostik können durch unklare Indikationen oder falsche Probenentnahmen entstehen. Kliniker sollten die Bedeutung von Transportzeiten und die Wahl des Entnahmematerials berücksichtigen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Episode behandelt wesentliche Punkte der mikrobiologischen Diagnostik, einschließlich der Bedeutung von Indikationsstellungen, der Nutzung von Blutkulturen, molekularer Diagnostik und Serologie. Zukünftige Diskussionen könnten spezifische Fallstricke und Herausforderungen in der Diagnostik vertiefen.

Die Bedeutung der klaren Fragestellung

Ein zentraler Punkt in der Diagnostik ist, eine präzise Frage zu stellen. Ohne diese wird die Diagnostik oft fehlerhaft interpretiert. Eine gut definierte Indikation ist entscheidend für die Qualität der Diagnostik.

Einführung von Professor Holger Rohde

Professor Holger Rohde, Facharzt für Mikrobiologie, ist der Gast dieser Episode. Er hat umfangreiche Erfahrung in der molekularen Diagnostik und ist an Antibiotic Stewardship sowie Diagnostic Stewardship beteiligt.

Blutkultur-Diagnostik

Blutkulturen sind das Herzstück der infektiologischen Diagnostik. Eine einmalige Punktionsstelle zur Entnahme mehrerer Flaschen erhöht die Sensitivität und kann Kontaminationen reduzieren. Es wird empfohlen, mindestens 40 bis 60 Milliliter Blut zu gewinnen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

Molekulare Diagnostik

Molekulare Verfahren, wie PCR, bieten schnellere Ergebnisse und sind vorteilhaft für schwer kultivierbare Erreger. Diese Methoden sollten jedoch nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur klassischen Diagnostik betrachtet werden.

Serologie und deren Stellenwert

Die Serologie hat in der modernen Diagnostik an Bedeutung verloren, da alternative Tests oft präziser sind. Sie bleibt jedoch in bestimmten Fällen, wie bei Borrelien- oder Syphilis-Infektionen, relevant.

Wichtige Hinweise für Kliniker

Fehler in der Diagnostik können durch unklare Indikationen oder falsche Probenentnahmen entstehen. Kliniker sollten die Bedeutung von Transportzeiten und die Wahl des Entnahmematerials berücksichtigen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Episode behandelt wesentliche Punkte der mikrobiologischen Diagnostik, einschließlich der Bedeutung von Indikationsstellungen, der Nutzung von Blutkulturen, molekularer Diagnostik und Serologie. Zukünftige Diskussionen könnten spezifische Fallstricke und Herausforderungen in der Diagnostik vertiefen.

#17 Neues aus den Leitlinien – Globale Leitlinie zu Diagnose und Mangement der Candidiasis

02.01.2026

Einführung und Vorstellung

Matthias Pletzen begrüßt Prof. Oliver Corneli, einen Experten für Hämatologie, Onkologie und Infektiologie, um über invasive Pilzinfektionen, insbesondere Candida-Infektionen, zu sprechen. Corneli ist bekannt für seine Arbeiten in diesem Bereich und hat internationale Leitlinien erstellt.

Epidemiologie der invasiven Pilzinfektionen

Die Diskussion beginnt mit der Epidemiologie invasiver Pilzinfektionen, insbesondere der neu entdeckten Candida auris, die sich durch ihre Übertragbarkeit und Resistenz gegen Antimykotika auszeichnet. Corneli erklärt, dass die Sterblichkeit bei Candida auris ähnlich wie bei Candida albicans ist, jedoch die Therapieoptionen eingeschränkt sein können.

Diagnostische Herausforderungen

Der Goldstandard für die Diagnose invasiver Candida-Infektionen bleibt die Blutkultur, jedoch gibt es Herausforderungen wie lange Wartezeiten auf Ergebnisse. Schnelltests wie das Beta-D-Glucan haben einen hohen negativen prädiktiven Wert, sind aber nicht immer zuverlässig.

Management und Behandlung

Die Behandlung invasiver Candida-Infektionen erfordert oft eine Fokussuche, insbesondere bei anhaltender Kandidämie. Corneli betont die Wichtigkeit, alle Zugänge zu wechseln und gegebenenfalls ein Echokardiogramm durchzuführen, um Endokarditis auszuschließen.

Prophylaxe und Risikogruppen

Prophylaxe gegen Candida-Infektionen wird in der Hämatologie nicht allgemein empfohlen, außer in bestimmten Hochrisikogruppen. Eine Studie zeigt, dass Fluconazol bei mehrfach operierten Patienten von Nutzen sein kann.

Wichtige Takeaways für Kliniker

1. Bei Verdacht auf Kandidämie schnell ein Echinokandin starten. 2. Jedes Resistogramm, auch von Folgeblutkulturen, überprüfen. 3. Bei positiver Blutkultur am fünften Tag die Quelle suchen und interdisziplinär arbeiten.

Einführung und Vorstellung

Matthias Pletzen begrüßt Prof. Oliver Corneli, einen Experten für Hämatologie, Onkologie und Infektiologie, um über invasive Pilzinfektionen, insbesondere Candida-Infektionen, zu sprechen. Corneli ist bekannt für seine Arbeiten in diesem Bereich und hat internationale Leitlinien erstellt.

Epidemiologie der invasiven Pilzinfektionen

Die Diskussion beginnt mit der Epidemiologie invasiver Pilzinfektionen, insbesondere der neu entdeckten Candida auris, die sich durch ihre Übertragbarkeit und Resistenz gegen Antimykotika auszeichnet. Corneli erklärt, dass die Sterblichkeit bei Candida auris ähnlich wie bei Candida albicans ist, jedoch die Therapieoptionen eingeschränkt sein können.

Diagnostische Herausforderungen

Der Goldstandard für die Diagnose invasiver Candida-Infektionen bleibt die Blutkultur, jedoch gibt es Herausforderungen wie lange Wartezeiten auf Ergebnisse. Schnelltests wie das Beta-D-Glucan haben einen hohen negativen prädiktiven Wert, sind aber nicht immer zuverlässig.

Management und Behandlung

Die Behandlung invasiver Candida-Infektionen erfordert oft eine Fokussuche, insbesondere bei anhaltender Kandidämie. Corneli betont die Wichtigkeit, alle Zugänge zu wechseln und gegebenenfalls ein Echokardiogramm durchzuführen, um Endokarditis auszuschließen.

Prophylaxe und Risikogruppen

Prophylaxe gegen Candida-Infektionen wird in der Hämatologie nicht allgemein empfohlen, außer in bestimmten Hochrisikogruppen. Eine Studie zeigt, dass Fluconazol bei mehrfach operierten Patienten von Nutzen sein kann.

Wichtige Takeaways für Kliniker

1. Bei Verdacht auf Kandidämie schnell ein Echinokandin starten. 2. Jedes Resistogramm, auch von Folgeblutkulturen, überprüfen. 3. Bei positiver Blutkultur am fünften Tag die Quelle suchen und interdisziplinär arbeiten.