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CONVOCO! Podcast gibt Einblicke in Wirtschaft, Politik, Recht, Wissenschaft, Kultur sowie Medien-Plattformen und ermöglicht damit einen freien und interdisziplinären Gedankenaustausch zu gesellschaftlich relevanten Fragen. - CONVOCO! Podcast offers insights into economy, politics, law, science, culture and media and enables a free and interdisciplinary exchange of ideas regarding questions of social relevance.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#166 Was sind strategische Zivilklagen? - Gerhard Wagner & Corinne Flick

11.09.2026

Einführung in strategische Zivilklagen

Corinne Flick und Gerhard Wagner diskutieren die Konzepte hinter strategischen Zivilklagen, die sowohl individuelle Ansprüche als auch politische Ziele verfolgen. Ein Beispiel ist eine Klage eines peruanischen Grundstückseigentümers gegen RWE wegen Klimaschäden, die zwar abgewiesen wurde, aber dennoch das Anliegen der Kläger, unterstützt durch eine NGO, inhaltlich bejaht hat.

Definition und Zielsetzung

Wagner erklärt, dass Zivilprozesse oft individuelle Rechte durchsetzen sollen, während strategische Zivilklagen auch darauf abzielen, politische Verantwortung zu thematisieren oder den Klimawandel zu anerkennen. Diese Klagen sind Teil einer breiteren politischen Agenda, die über den unmittelbaren rechtlichen Streit hinausgeht.

Historische Entwicklung

Die Wurzeln strategischer Klagen liegen in den 1960er Jahren in den USA, insbesondere in der Bürgerrechtsbewegung, wo Organisationen wie die NAACP Klagen zur Gleichstellung einreichten. Neben Klimaklagen sind auch andere Themen wie Datenschutz betroffen.

Politische Einordnung

Beide politischen Spektren nutzen strategische Prozessführung, um politische Ziele zu erreichen. Wagner erwähnt auch die Verwendung solcher Klagen durch rechtsgerichtete Gruppen, um zuvor etablierte Rechte zu infrage zu stellen.

Missbrauch von Klagen?

Wagner sieht strategische Klagen nicht als Missbrauch, sondern als legitimes Mittel, um politische Anliegen zu verfolgen. Gerichte sollten jedoch nicht aktiv in politische Debatten eingreifen, sondern Entscheidungen basierend auf dem geltenden Recht treffen.

Leitentscheidungsverfahren

Das neue Leitentscheidungsverfahren wurde eingeführt, um Unternehmen vor einer Flut von Klagen zu schützen. Dies geschah im Kontext des VW-Dieselskandals, wobei Klagen zurückgenommen wurden, um ein höchstrichterliches Urteil zu verhindern.

Aktivismus und SLAPP-Klagen

Es wird diskutiert, ob Gerichte aktivistisch handeln, insbesondere im Fall der Klimaklage. SLAPP-Klagen werden als Gegenmaßnahme zu Einschüchterungsversuchen gegen kritische Stimmen betrachtet, wobei die EU Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Klagen ergriffen hat.

Fazit und Ausblick

Wagner schließt mit der Beobachtung, dass strategische Prozessführung die politische Polarisierung widerspiegelt und ein Forum für die Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Konflikte bietet. Richter müssen jedoch vorsichtig agieren und sich ihrer Rolle in der politischen Debatte bewusst sein.

Einführung in strategische Zivilklagen

Corinne Flick und Gerhard Wagner diskutieren die Konzepte hinter strategischen Zivilklagen, die sowohl individuelle Ansprüche als auch politische Ziele verfolgen. Ein Beispiel ist eine Klage eines peruanischen Grundstückseigentümers gegen RWE wegen Klimaschäden, die zwar abgewiesen wurde, aber dennoch das Anliegen der Kläger, unterstützt durch eine NGO, inhaltlich bejaht hat.

Definition und Zielsetzung

Wagner erklärt, dass Zivilprozesse oft individuelle Rechte durchsetzen sollen, während strategische Zivilklagen auch darauf abzielen, politische Verantwortung zu thematisieren oder den Klimawandel zu anerkennen. Diese Klagen sind Teil einer breiteren politischen Agenda, die über den unmittelbaren rechtlichen Streit hinausgeht.

Historische Entwicklung

Die Wurzeln strategischer Klagen liegen in den 1960er Jahren in den USA, insbesondere in der Bürgerrechtsbewegung, wo Organisationen wie die NAACP Klagen zur Gleichstellung einreichten. Neben Klimaklagen sind auch andere Themen wie Datenschutz betroffen.

Politische Einordnung

Beide politischen Spektren nutzen strategische Prozessführung, um politische Ziele zu erreichen. Wagner erwähnt auch die Verwendung solcher Klagen durch rechtsgerichtete Gruppen, um zuvor etablierte Rechte zu infrage zu stellen.

Missbrauch von Klagen?

Wagner sieht strategische Klagen nicht als Missbrauch, sondern als legitimes Mittel, um politische Anliegen zu verfolgen. Gerichte sollten jedoch nicht aktiv in politische Debatten eingreifen, sondern Entscheidungen basierend auf dem geltenden Recht treffen.

Leitentscheidungsverfahren

Das neue Leitentscheidungsverfahren wurde eingeführt, um Unternehmen vor einer Flut von Klagen zu schützen. Dies geschah im Kontext des VW-Dieselskandals, wobei Klagen zurückgenommen wurden, um ein höchstrichterliches Urteil zu verhindern.

Aktivismus und SLAPP-Klagen

Es wird diskutiert, ob Gerichte aktivistisch handeln, insbesondere im Fall der Klimaklage. SLAPP-Klagen werden als Gegenmaßnahme zu Einschüchterungsversuchen gegen kritische Stimmen betrachtet, wobei die EU Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Klagen ergriffen hat.

Fazit und Ausblick

Wagner schließt mit der Beobachtung, dass strategische Prozessführung die politische Polarisierung widerspiegelt und ein Forum für die Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Konflikte bietet. Richter müssen jedoch vorsichtig agieren und sich ihrer Rolle in der politischen Debatte bewusst sein.

#165 Welche Sicherheit kann der Staat noch versprechen? - Ursula Schröder & Corinne Flick

10.07.2026

Definition von Sicherheit

Ursula Schröder beschreibt Sicherheit nicht als festen Zustand, sondern als ein kontinuierliches Streben nach einem besseren Zustand. Sie unterscheidet zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit, wobei Letztere auch in sicheren Gesellschaften oft als unzureichend empfunden wird. Ihr umfassender Sicherheitsbegriff schließt militärische, soziale und demokratische Aspekte ein.

Einfluss von Krisen auf das Sicherheitsgefühl

Die Vielzahl an Krisen, einschließlich des Ukraine-Konflikts, hat das Sicherheitsgefühl in Deutschland gesenkt. Obwohl die Menschen besorgt sind, zeigt der Angstindex, dass die Besorgnis über bestimmte Bedrohungen wie den Klimawandel abgenommen hat. Diese Wahrnehmung ist oft nicht direkt an objektive Bedrohungen gekoppelt.

Veränderung des staatlichen Schutzversprechens

Schröder argumentiert, dass das Schutzversprechen des Staates neu verhandelt werden muss, da sich die Herausforderungen verändert haben. Der Staat kann Sicherheit nicht alleine garantieren; die Bevölkerung muss aktiv an Schutzmaßnahmen teilnehmen. Insbesondere in Krisensituationen wird die Eigenverantwortung der Bürger betont.

Gemeinschaftliche Verantwortung und Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz in Deutschland erfordert eine stärkere Einbeziehung der Bevölkerung. Viele sind sich nicht bewusst, dass sie im Krisenfall selbst für ihre Versorgung verantwortlich sind, und diese Verantwortung muss klar kommuniziert werden. Ehrenamtliche Helfer spielen eine entscheidende Rolle im Katastrophenschutz.

Inklusion und Gerechtigkeit im Bevölkerungsschutz

Die Gerechtigkeitsfrage im Bevölkerungsschutz wird angesprochen, da vulnerable Gruppen oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Es ist wichtig, diese Gruppen in die Krisenprävention und Evakuierungspläne einzubeziehen.

Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Diskurses

Schröder betont die Bedeutung eines offenen, kontroversen gesellschaftlichen Diskurses über zukünftige Herausforderungen und Strategien. Dabei sollten positive Zukunftsentwürfe und die Vorstellungskraft gefördert werden.

Resilienz und Veränderung

Resilienz sollte als Fähigkeit verstanden werden, aus Krisen zu lernen und Strukturen zu verändern, um zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen. Es ist wichtig, neue Wege zu finden, um auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren.

Föderalismus und Verantwortung

Schröder diskutiert die Vor- und Nachteile des föderalen Systems in Deutschland. Während eine dezentrale Organisation Resilienz fördern kann, ist eine stärkere zentrale Koordination nötig, um einheitliche Strategien zu entwickeln und lokale Lösungen zu skalieren.

Definition von Sicherheit

Ursula Schröder beschreibt Sicherheit nicht als festen Zustand, sondern als ein kontinuierliches Streben nach einem besseren Zustand. Sie unterscheidet zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit, wobei Letztere auch in sicheren Gesellschaften oft als unzureichend empfunden wird. Ihr umfassender Sicherheitsbegriff schließt militärische, soziale und demokratische Aspekte ein.

Einfluss von Krisen auf das Sicherheitsgefühl

Die Vielzahl an Krisen, einschließlich des Ukraine-Konflikts, hat das Sicherheitsgefühl in Deutschland gesenkt. Obwohl die Menschen besorgt sind, zeigt der Angstindex, dass die Besorgnis über bestimmte Bedrohungen wie den Klimawandel abgenommen hat. Diese Wahrnehmung ist oft nicht direkt an objektive Bedrohungen gekoppelt.

Veränderung des staatlichen Schutzversprechens

Schröder argumentiert, dass das Schutzversprechen des Staates neu verhandelt werden muss, da sich die Herausforderungen verändert haben. Der Staat kann Sicherheit nicht alleine garantieren; die Bevölkerung muss aktiv an Schutzmaßnahmen teilnehmen. Insbesondere in Krisensituationen wird die Eigenverantwortung der Bürger betont.

Gemeinschaftliche Verantwortung und Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz in Deutschland erfordert eine stärkere Einbeziehung der Bevölkerung. Viele sind sich nicht bewusst, dass sie im Krisenfall selbst für ihre Versorgung verantwortlich sind, und diese Verantwortung muss klar kommuniziert werden. Ehrenamtliche Helfer spielen eine entscheidende Rolle im Katastrophenschutz.

Inklusion und Gerechtigkeit im Bevölkerungsschutz

Die Gerechtigkeitsfrage im Bevölkerungsschutz wird angesprochen, da vulnerable Gruppen oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Es ist wichtig, diese Gruppen in die Krisenprävention und Evakuierungspläne einzubeziehen.

Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Diskurses

Schröder betont die Bedeutung eines offenen, kontroversen gesellschaftlichen Diskurses über zukünftige Herausforderungen und Strategien. Dabei sollten positive Zukunftsentwürfe und die Vorstellungskraft gefördert werden.

Resilienz und Veränderung

Resilienz sollte als Fähigkeit verstanden werden, aus Krisen zu lernen und Strukturen zu verändern, um zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen. Es ist wichtig, neue Wege zu finden, um auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren.

Föderalismus und Verantwortung

Schröder diskutiert die Vor- und Nachteile des föderalen Systems in Deutschland. Während eine dezentrale Organisation Resilienz fördern kann, ist eine stärkere zentrale Koordination nötig, um einheitliche Strategien zu entwickeln und lokale Lösungen zu skalieren.

#164 What Can Venezuela Teach Us About Democracy? - Isadora Zubillaga & Corinne Flick

26.06.2026

Einführung und Kontext

Corinne Flick begrüßt Isadora Zubillaga, eine engagierte Verfechterin der Demokratie in Venezuela. Zubillaga, die von 2019 bis 2023 als Botschafterin der demokratischen Übergangsregierung Venezuelas in Frankreich tätig war, teilt ihre Erfahrungen und die aktuelle Situation in Venezuela.

Rolle und Engagement für Demokratie

Zubillaga betont, dass der Kampf für Demokratie in Venezuela über 27 Jahre andauert und von der Zivilbevölkerung geführt wird. Sie arbeitet eng mit Maria Corina Machado zusammen, die die Nobelpreisgewinnerin 2024 ist und eine bedeutende Rolle bei der Mobilisierung von Bürgern für demokratische Wahlen spielt.

Der aktuelle Zustand Venezuelas

Die gegenwärtige Situation ist geprägt von Instabilität, aber es gibt einen Plan zur Wiederherstellung der Demokratie, der von der US-Regierung unterstützt wird. Zubillaga spricht über die Notwendigkeit eines Wahlkalenders und die Bedeutung der internationalen Unterstützung.

Herausforderungen und Hindernisse

Eine der größten Herausforderungen ist die Zeit; die Bevölkerung braucht schnelle Fortschritte, um Frustration zu vermeiden. Zudem ist Korruption ein ernstes Problem, das angegangen werden muss, um Vertrauen und Stabilität zurückzugewinnen.

Die Bedeutung der Zivilgesellschaft

Zubillaga hebt hervor, dass die Beteiligung der Zivilgesellschaft entscheidend ist, um Demokratie zu bewahren. Bildung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl sind essenziell, um Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

Internationale Dimension

Die Einmischung von ausländischen Akteuren hat die Situation in Venezuela verschärft. Zubillaga warnt vor den Gefahren des internationalen Einflusses und betont die Notwendigkeit, dass Demokratien sich selbst schützen müssen.

Wirtschaftliche Perspektiven

Die wirtschaftliche Zukunft Venezuelas erfordert Diversifizierung über Öl hinaus. Zubillaga sieht Möglichkeiten in den Bereichen Agrarwirtschaft, Tourismus und Infrastruktur und betont die Rolle der Diaspora bei der Wiederbelebung der Wirtschaft.

Schlussfolgerung

Zubillaga schließt mit der Hoffnung, dass Venezuela den Weg zur Demokratie zurückfindet. Sie betont die Wichtigkeit von Gemeinschaft, Bildung und moralischer Integrität in der politischen Führung, um eine nachhaltige Zukunft aufzubauen.

Einführung und Kontext

Corinne Flick begrüßt Isadora Zubillaga, eine engagierte Verfechterin der Demokratie in Venezuela. Zubillaga, die von 2019 bis 2023 als Botschafterin der demokratischen Übergangsregierung Venezuelas in Frankreich tätig war, teilt ihre Erfahrungen und die aktuelle Situation in Venezuela.

Rolle und Engagement für Demokratie

Zubillaga betont, dass der Kampf für Demokratie in Venezuela über 27 Jahre andauert und von der Zivilbevölkerung geführt wird. Sie arbeitet eng mit Maria Corina Machado zusammen, die die Nobelpreisgewinnerin 2024 ist und eine bedeutende Rolle bei der Mobilisierung von Bürgern für demokratische Wahlen spielt.

Der aktuelle Zustand Venezuelas

Die gegenwärtige Situation ist geprägt von Instabilität, aber es gibt einen Plan zur Wiederherstellung der Demokratie, der von der US-Regierung unterstützt wird. Zubillaga spricht über die Notwendigkeit eines Wahlkalenders und die Bedeutung der internationalen Unterstützung.

Herausforderungen und Hindernisse

Eine der größten Herausforderungen ist die Zeit; die Bevölkerung braucht schnelle Fortschritte, um Frustration zu vermeiden. Zudem ist Korruption ein ernstes Problem, das angegangen werden muss, um Vertrauen und Stabilität zurückzugewinnen.

Die Bedeutung der Zivilgesellschaft

Zubillaga hebt hervor, dass die Beteiligung der Zivilgesellschaft entscheidend ist, um Demokratie zu bewahren. Bildung und ein starkes Gemeinschaftsgefühl sind essenziell, um Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

Internationale Dimension

Die Einmischung von ausländischen Akteuren hat die Situation in Venezuela verschärft. Zubillaga warnt vor den Gefahren des internationalen Einflusses und betont die Notwendigkeit, dass Demokratien sich selbst schützen müssen.

Wirtschaftliche Perspektiven

Die wirtschaftliche Zukunft Venezuelas erfordert Diversifizierung über Öl hinaus. Zubillaga sieht Möglichkeiten in den Bereichen Agrarwirtschaft, Tourismus und Infrastruktur und betont die Rolle der Diaspora bei der Wiederbelebung der Wirtschaft.

Schlussfolgerung

Zubillaga schließt mit der Hoffnung, dass Venezuela den Weg zur Demokratie zurückfindet. Sie betont die Wichtigkeit von Gemeinschaft, Bildung und moralischer Integrität in der politischen Führung, um eine nachhaltige Zukunft aufzubauen.