
Der Fall
Jasmine Helbling, Eric Facon | Beobachter
Beschreibung
Der Podcast «Der Fall» ergänzt die Geschichten aus der gleichnamigen Beobachter-Rubrik mit Hintergründen. Journalistinnen und Journalisten schildern im Gespräch mit Eric Facon die eindrücklichen Schicksale der Betroffenen – wie Menschen sich aufraffen, sich wehren und weitermachen, wenn das Leben alles über den Haufen wirft. Die Beobachter-Rechtsexpertinnen Katharina Siegrist und Katrin Reichmuth klären juristische Fragen und ordnen die Fälle rechtlich ein. Ein True-Crime-Podcast der anderen Art.
Verantwortlich für den Podcast ist der Journalist Eric Facon, ein langjähriger Mitarbeiter von Radio SRF.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Rettete zwei Männer aus zugefrorenem See: Prix-Courage-Kandidat André Wyss
Mutige Rettung aus dem Eis
André Weiss erzählt von einem schicksalhaften Freitag im Februar, als er zwei Männer aus einem zugefrorenen See rettete. Trotz seiner eigenen Unsicherheiten beim Schwimmen handelte er schnell und entschlossen, um die beiden Touristen vor dem Ertrinken zu bewahren. Diese heldenhafte Tat brachte ihm eine Nominierung für den «Prix Courage» des Beobachters ein.
Der Tag der Rettung
André schildert, wie er an diesem Freitag ein ungutes Gefühl hatte, das sich bald bewahrheitete, als er die Männer im Wasser sah. Mit improvisierten Mitteln wie Kabeln und seiner Entschlossenheit gelang es ihm, die beiden in Sicherheit zu bringen. Die Rettungskräfte waren schnell zur Stelle, und André selbst kehrte danach zurück in seinen Alltag.
Ein bescheidener Held
Im Gespräch mit Journalistin Céline Salustio wird deutlich, dass André trotz seines heldenhaften Handelns bescheiden bleibt. Er reflektiert über den Mut, den viele Menschen heutzutage vermissen, und spricht sich für mehr Zivilcourage aus. Er betont, dass es wichtig ist, in Notfällen sofort zu handeln, anstatt nur zuzusehen.

Kämpft gegen Hass und Tabus: Prix-Courage-Kandidatin Lea Blattner
Leas Weg zur Selbstakzeptanz
Lea Blattner, aufgewachsen in einer freikirchlichen Umgebung, kämpfte jahrelang mit ihrer sexuellen Orientierung. Sie lebte in der Angst, dass ihre Liebe zu Frauen als Sünde angesehen wird. Trotz ihrer inneren Konflikte wurde sie später Co-Präsidentin der jungen EVP, was zu einer Welle von Hass und Drohungen führte.
Erfahrungen mit Konversionstherapie
Um ihre Homosexualität zu "heilen", unterzog sich Lea acht Jahre lang einer Konversionstherapie, die in der Psychologie stark umstritten ist. Diese Therapie führte zu immensem Druck und inneren Kämpfen, da sie ständig ihre Gefühle hinterfragen musste.
Der Bruch mit der Vergangenheit
Die Corona-Pandemie gab Lea die Möglichkeit, ihre Lebensweise zu hinterfragen. Sie fand Unterstützung in queeren Gemeinschaften und lernte, dass ihre Identität akzeptabel ist. Dies führte zu ihrem Coming-out und einem Bruch mit der EVP, aus der sie schließlich austreten musste.
Mut und öffentliche Sichtbarkeit
Leas Coming-out wurde von teils positiven, teils negativen Reaktionen begleitet, einschließlich Morddrohungen. Trotz der Risiken trat sie für ihre Überzeugungen ein und wurde für den Prix Courage nominiert, was ihren Mut und ihre Widerstandsfähigkeit unterstreicht.
Ein neues Leben
Nach dem Wechsel zur Grünen Partei erfährt Lea bedingungslose Unterstützung und kann offen über ihre Ansichten sprechen. Sie sieht den Glauben nun als positive Ressource und setzt sich aktiv für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz in der Gesellschaft ein.

Alois Kappeler will den Staat wegen Völkermords verklagen
Einführung in die Geschichte
Alois Kappeler teilt seine traumatische Geschichte, in der er als Kind aufgrund seiner Herkunft als Jenischer von seinen Eltern getrennt und in verschiedene Heime gesteckt wurde. Der Podcast beleuchtet die dunkle Vergangenheit der Schweiz in Bezug auf die Behandlung der Jenischen und die Anerkennung dieser Taten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Persönliche Erlebnisse von Alois Kappeler
Alois beschreibt seine Erfahrungen in den Heimen, die geprägt waren von Misshandlungen und Isolation. Er erzählt von seinem Vormund, Josef Schelbert, der über Jahrzehnte Macht über sein Leben hatte und jeglichen Kontakt zu seiner Familie untersagte, um die Jenische ihrer Kultur zu berauben.
Rechtsfragen und mögliche Klage
Die Diskussion dreht sich um die Möglichkeit einer Staatshaftungsklage gegen den Kanton Schweiz, um die Verantwortlichen für die erlittenen Ungerechtigkeiten zur Rechenschaft zu ziehen. Die Anwältin Nina Burri erklärt, dass trotz der langen Zeitspanne die Verbrechen nicht verjährt sind, wenn sie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit klassifiziert werden.
Forderungen der Jenischen
Die Jenischen Verbände fordern eine umfassende Untersuchungskommission und Entschädigungen für die Betroffenen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Der Bundesrat hat bisher nur eine allgemeine Entschuldigung ausgesprochen, ohne konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
Schlussfolgerung
Der Podcast endet mit Alois' Gedanken über die tiefen emotionalen Wunden, die die erlittenen Erfahrungen hinterlassen haben, und den anhaltenden Druck, den er aufgrund seiner Vergangenheit spürt. Es wird deutlich, dass es an der Schweiz ist, Verantwortung zu übernehmen und die notwendigen Schritte zur Wiedergutmachung einzuleiten.