
Trafohaus//Lehre
Prof.in Dr.in Claudia Bade
Beschreibung
Der Podcast läuft seit dem 9. April 2020. Im Durchschnitt veröffentlichen wir eine Folge pro Monat. Keine Folge ist länger als 30 Minuten.
Der Podcast wird von der Hochschuldidaktik Sachsen (HDS) produziert. Die HDS unterstützt mit ihren Angeboten Lehrende in Sachsen bei der Professionalisierung ihrer Lehrtätigkeit und dient der Gestaltung und der Verbesserung der Lehr- und Lernkultur an den Hochschulen Sachsens.
Wir freuen uns über Anregungen und Themenvorschläge per Mail an geschaeftsstelle@hd-sachsen.de!
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

Trafohaus//Lehre, Folge 105: Erziehung nach Auschwitz: Lernen für die Zukunft?
Einführung in die Diskussion
In dieser Episode sprechen die Hosts Tom Glö und sein Co-Host über die Bedeutung von Hochschullehre und deren Verbindung zu historischen Themen, insbesondere Adornos Werk "Erziehung nach Auschwitz". Sie reflektieren darüber, wie sich diese Themen auf die Hochschuldidaktik heute auswirken.
Gute Hochschullehre
Tom definiert gute Hochschullehre als eine, die einen relevanten Bezug zur Lebensrealität der Lernenden hat und die Fähigkeit zur kritischen Reflexion fördert. Diese Lehre sollte auch helfen, komplexe Themen zu entmystifizieren und ein besseres Verständnis zu schaffen.
Historische Relevanz von Adorno
Die Hosts diskutieren Adornos Texte im Kontext der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie betonen, dass die Themen von damals, wie die Willensbildung und die Bedeutung von Demokratie, auch heute noch relevant sind, insbesondere im Hinblick auf die Krisen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist.
Politische Bildung in der Hochschullehre
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Rolle der politischen Bildung an Hochschulen. Die Hosts sind sich einig, dass Hochschulbildung über Fachwissen hinausgehen und zur aktiven Teilnahme an einer demokratischen Gesellschaft beitragen sollte.
Kritisches Denken und Selbstreflexion
Ein weiteres Thema ist die Förderung von kritischem Denken und Selbstreflexion in der Hochschullehre. Die Hosts argumentieren, dass diese Fähigkeiten essentiell sind, um den Herausforderungen der modernen Welt zu begegnen, und identifizieren Zeitmangel als ein Hindernis für deren Entwicklung.
Schlussfolgerungen
Die Episode schließt mit der Überlegung, dass eine tiefere Auseinandersetzung mit Adornos Ideen und deren Anwendung auf die Hochschuldidaktik sowohl für Lehrende als auch für Lernende von hohem Wert sein kann. Ein Aufruf zur aktiven Teilnahme an der Diskussion wird ausgesprochen.

Trafohaus//Lehre, Folge 104: TU Dresden goes Hoyerswerda
Lehre als interdisziplinäres Miteinander
Teilnehmerinnen diskutieren eine Lehre, die von Augenhöhe, Mitgestaltung und gemeinsamer Entdeckung geprägt ist. Der Fokus liegt darauf, Studierende aktiv einzubinden, statt Vorlesungen als Königsformat zu verwenden. Projektarbeit bildet dabei das Kernelement, in dem Studierende Inhalte gemeinsam erarbeiten, Feedback geben und echte gesellschaftliche Bezüge herstellen. Die Lernkultur betont Partizipation, Praxisnähe und die Entwicklung sozialer sowie fachlicher Kompetenzen jenseits reiner Wissensvermittlung.
Projektbasiertes Arbeiten als Kernverständnis
Ein zentraler Aspekt ist die enge Verzahnung von Lehre und Forschung in realen Räumen wie Hoyerswerda. Studierende arbeiten an konkreten Formaten, entwickeln eigenständig Lösungen und bringen Ergebnisse in die Breite, indem sie mit Bürgerinnen und lokalen Akteurinnen in Austausch treten. Dadurch entstehen neue Entwürfe und Lernprozesse, die sich von klassischen Lehrformaten deutlich unterscheiden und Lernende stärker in den Gestaltungsprozess einbeziehen.
Herausforderungen, Transparenz und Beziehungsarbeit
Wesentliche Themen umfassen die Unwägbarkeiten partizipativer Prozesse, inklusiven Zugang, sowie transparente Bewertung. Lehrende navigieren Lebensrealitäten der Studierenden, pflegen offenen Dialog und sorgen dafür, dass Teilhabe gelingt, ohne formale Drucksituationen zu verstärken. Die Lehre wird als Beziehungsarbeit verstanden, in der Vertrauen, Feedback und offener Austausch zentrale Rollen spielen.
Forschung und Lehre als zusammenhängende Kräfte
Forschendes Lernen und Lehren werden als zwei Seiten derselben Medaille gesehen. Forschung liefert Impulse für Lernformen, Studierende bringen aktuelle Perspektiven ein, und Lehre schafft Raum für angewandte Untersuchungen. Der Blick auf Campusstrukturen, Stadt- und Raumverbund, sowie Lebenswelten der Menschen bilden gemeinsame Themen, die Lehre wie Forschung nachhaltig bereichern.

Trafohaus//Lehre, Folge 103: Ein Lehrpreis und ein Riss in der Lehre
Was gute Hochschullehre ausmacht
Gute Hochschullehre wird als Kombination aus Abenteuer und Verzauberung beschrieben. Lehrende sollen Inhalte in Erlebnisse verwandeln, sodass Studierende neben Wissensvermittlung auch Momente der Erkenntnis erleben – aha, wow oder verwirrende Einsichten. Diese Haltung geht über rein methodische Kompetenzen hinaus und interpretiert Lehre als eine Form der Sinnstiftung, die Interesse weckt und bleibende Eindrücke hinterlässt.
Umsetzung im Unterricht
Der Referent setzt auf ein Flip- Classroom-Modell und eine stark lehrbegleitende Rolle. Inhalte werden nah an Lebenswelten herangetragen, Lernprozesse selbstgesteuert gestaltet und individuelle Lernrückmeldungen gegeben. Externe Dozierende arbeiten vernetzt mit, um gemeinsam modulübergreifende Ziele zu erreichen. Wichtige Bausteine sind digitale Exkursionen, Quizze, Texte und reflektierendes Feedback, das auf einzelne Studierende eingeht.
Herausforderungen im Wandel
Es gibt einen spürbaren Weltenriss zwischen traditionellen Lehrformen und den heutigen Lebenswelten der Studierenden. Digitale Medien, kurze Aufmerksamkeitsspannen und neue Lernkulturen verlangen neue Ansätze, etwa Closed Reading und Endgeräte-Pausen. Die Praxis zeigt, dass Modelle, die früher funktionierten, heute oft nicht mehr greifen, weshalb Anpassung, Transparenz und kollegiale Zusammenarbeit zentral bleiben.
Transformationspotenzial
Als großes Zukunftsthema wird radikale Offenheit für neue Lernformen gesehen. Dazu gehört der konsequente Einsatz generativer KI in Lernprozessen, um Lernenden mehr Freiheit zu geben. Ergänzend wird experimentell mit scripteden Realities gearbeitet, um Lernanlässe emotional zu verstärken und komplexe Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Ziel ist eine Lernkultur, die sich dauerhaft weiterentwickelt.