
Damals – Geschichte und Geschichten aus dem Landkreis Böblingen
Hansjörg Jung und Hans-Jörg Zürn
Beschreibung
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Veröffentlichungshistorie
Episodenübersicht

43. Die Sindelfinger und ihre Weinberge
Einführung in den Weinbau von Sindelfingen
Im Podcast diskutieren Hansjörg Jung und Hansjörg Zürn mit Thomas Speer, dem ehemaligen Gartenabendsleiter in Sindelfingen, über die Geschichte des Weinbaus in der Region. Trotz der Bekanntheit Sindelfingens durch die Automobilindustrie, gibt es eine faszinierende Geschichte des Weinbaus, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht.
Geschichte des Weinbaus
Der Weinbau in Sindelfingen begann um 1420 und erreichte bis zum Dreißigjährigen Krieg seinen Höhepunkt. Danach erlebte die Region eine starke Abnahme des Weinbaus aufgrund von Krieg und Pest. Historische Weinberge wie die Sonnenhalde sind Überreste dieser Zeit.
Weinsorten und Anbaupraktiken
In der Blütezeit wurden vor allem die Sorten Elbling und Heuschrebe angebaut. Der Weinbau war häufig in kleinen Parzellen organisiert, was eine Herausforderung für die Qualitätssicherung darstellte. Thomas Speer bewirtschaftet heute ein kleines Weinbergstück und experimentiert mit modernen, pilzwiderstandsfähigen Sorten.
Die Herausforderungen des Weinbaus
Der Weinbau in Sindelfingen stagnierte nach dem 30-jährigen Krieg, da die Prioritäten der Bevölkerung sich verlagerten. Auch die klimatischen Bedingungen boten keine optimalen Voraussetzungen. Der Mangel an Erfahrung und die Zerstörung der Infrastruktur trugen ebenfalls zur Rückentwicklung bei.
Weinproduktion heute
Aktuell ist der Weinbau in Sindelfingen und Umgebung meist eine Liebhaberei, mit nur wenigen Hektar Anbaufläche. Die Tradition des Weinbaus wird jedoch von einigen Enthusiasten, wie Thomas Speer, am Leben gehalten. Es gibt Gelegenheiten, die Weine zu probieren und sich über den Weinbau zu informieren.

42. Die Martinskirche in Sindelfingen
Einleitung
In dieser Episode wird die Martinskirche in Sindelfingen, ein historisches Wahrzeichen und eine der ältesten Kirchen in Baden-Württemberg, thematisiert. Der Gast, Emanuel Rühle, ehemaliger CDU-Stadtrat und Architekt, teilt seine Kenntnisse zur Entstehungsgeschichte und Renovierung der Kirche.
Entstehungsgeschichte der Martinskirche
Die Martinskirche hat eine lange Geschichte, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht. Rühle erklärt, dass das Weihe-Datum auf den 3. Juli 1083 datiert ist, obwohl die Kirche älter ist. Die ursprüngliche Holzkirche könnte bereits 400 Jahre vorher existiert haben. Bauliche Veränderungen und die Einflüsse von Grafen der Welfen werden ebenfalls angesprochen.
Archäologische Funde
1960er Jahre kam es zu bedeutenden archäologischen Grabungen, bei denen ein Münzschatz entdeckt wurde. Dieser war Teil der Stabilisierungsmaßnahmen für die Kirche. Der Schatz, bestehend aus Silbermünzen, wird heute im Landesmuseum aufbewahrt.
Renovierung und Denkmalpflege
Rühle beschreibt seine Rolle in der Renovierung der Martinskirche in den 1970er Jahren. Die Renovierung sollte behutsam erfolgen, um den historischen Charakter der Kirche zu bewahren. Er berichtet auch von der Notwendigkeit, Glocken zu gießen und die baulichen Maßnahmen, die zur Verbesserung der Klangqualität führten.
Besondere Merkmale der Kirche
Das Westportal der Martinskirche wird als besonders wertvoll hervorgehoben. Ursprünglich Teil der Michaelskapelle, zeigt es eindrucksvolle Ornamente und stellt den Zugang zur Kirche dar. Rühle spricht auch über die Veränderungen im Glockenturm und die Herausforderungen, die während des Zweiten Weltkriegs auftraten.
Schlussfolgerung
Die Martinskirche ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein bedeutendes historisches und kulturelles Erbe für die Stadt Sindelfingen. Rühle schließt das Gespräch mit der Feststellung, dass die Kirche ein starkes Symbol für die Gemeinschaft ist.

41. Magstadt in voller Blüte
Einführung und Gastvorstellung
Im Podcast sprechen Hansjörg Jung und Hansjörg Zürn mit Erwin Stegmüller, dem Vorsitzenden des Heimatgeschichtsvereins Markstadt, über die blühende Vergangenheit der Gemeinde Markstadt, die einst mit acht Steinbrüchen und zwei Brauereien aufwarten konnte.
Die Industrialisierung in Markstadt
Um 1900 erlebte Markstadt einen wirtschaftlichen Aufschwung mit 196 selbständigen Bürgern und war die drittreichste Gemeinde im Landkreis Böblingen. Die Industrialisierung brachte zahlreiche Betriebe und eine Verdopplung der Einwohnerzahl mit sich.
Steinbrüche und deren Bedeutung
In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Markstadt mehrere Steinbrüche, die Sandstein und Muschelkalk förderten. Diese Materialien wurden nicht nur lokal verwendet, sondern auch nach Stuttgart exportiert, was zur wirtschaftlichen Blüte beitrug.
Das soziale Gefüge und die Wohnsituation
Die Zuwanderung von Arbeitern führte zur schnellen Vergrößerung des Ortes. Die Gemeinde und die Betriebe ermöglichten es den Arbeitern, in der Nähe ihrer Arbeitsstätten zu wohnen, was die Entwicklung von Markstadt förderte.
Brauereien und Gaststätten
Markstadt hatte zwei bedeutende Brauereien, die im 19. Jahrhundert um die Vorherrschaft kämpften. Trotz des geschäftlichen Wettbewerbs waren die Markstädter auch gesellig und besuchten zahlreiche Gaststätten, die oft mit Metzgereien und Bäckereien verbunden waren.
Vereinsleben und Bankwesen
Die wirtschaftlichen Veränderungen führten zur Gründung von Vereinen und einer eigenen Gewerbebank in Markstadt, die von den Gewerbetreibenden ins Leben gerufen wurde, um den finanziellen Bedürfnissen der Gemeinde gerecht zu werden.