Auswandern Thailand Podcast
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Auswandern Thailand Podcast

FS Consulting Co., Ltd.

Beschreibung

In unserem Podcast "Auswandern Thailand Podcast" geht es um das Auswandern nach sowie Leben und Arbeiten in Thailand. Wir sprechen ausführlich über Bürokratie, Visa, Aufenthaltsrecht, Krankenversicherung, Unternehmensgründung und geben wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Neustart. Deutsche Auswanderer, Unternehmerinnen und Unternehmer berichten in spannenden Interviews von ihren persönlichen Erfahrungen, Erfolgen und Herausforderungen. Wir zeigen, wie Sie sich in Thailand Schritt für Schritt eine langfristige Existenz aufbauen können, ehrlich, informativ und praxisnah. Bekannte Persönlichkeiten aus Pattaya und Thailand sind regelmäßig als Gäste dabei und geben exklusive Einblicke in ihr Leben. Unser Ziel ist es, Ihnen fundierte Orientierung und konkrete Hilfe auf Ihrem Weg nach Thailand zu bieten, ganz gleich ob Sie noch in der Planungsphase sind oder bereits vor Ort leben. Jetzt auch wöchentlich mit einem neuen Video bei Youtube.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

#93 – Senioren nach Thailand holen? Dieser Mann macht's möglich!

17.10.2026
Folge 93 des Auswandern Thailand Podcast entstand nicht im Studio, sondern in der Seniorenresidenz Homely Senior Living am Stadtrand von Pattaya. Stefan Fabbro und Wolfgang Payer sind dort bei René zu Gast, der die Anlage leitet. Wolfgang kennt den gebürtigen Niederländer seit über zehn Jahren, weil er in dessen Hotel einst Sprachunterricht gegeben hat. René lebt seit mehr als 40 Jahren in Thailand und blickt auf eine lange Karriere in der Hotellerie zurück. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="_sVCCMy8_PA" caption="Senioner nach Thailand holen? Dieser Mann macht's möglich!"] Vom Kreuzfahrtschiff in die Hotellerie Nach der Hotelfachschule in den Niederlanden fuhr René mit Holland America Cruises um die Welt und lernte dabei auch Thailand kennen. Die Hotels waren hier viel größer und luxuriöser als in seiner Heimat, und die Pagen trugen 1982 noch traditionelle Thai-Uniformen. Er schrieb alle Hotels des Landes an und fand nach sechs Monaten eine Stelle im Siam Bayshore. Es folgten Stationen bei der Montien-Gruppe, auf der Insel Guam, bei der Eröffnung des Holiday Inn Silom, zwei Jahre in Kuala Lumpur sowie im Menam Riverside und im Pathumwan Princess. Zwanzig Jahre im Thai Garden Resort Über viele Jahre hielt René Kontakt zu Herrn Niehaus, dem Besitzer des Thai Garden Resort in Pattaya und früheren Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt. Als dieser ihn bat, das Hotel zu übernehmen, zog René mit seiner Familie nach Pattaya, wo die Kinder mit Strand und großem Garten aufwachsen konnten. Das Hotel wurde für 120 Tage geschlossen und mit Küche, Empfang, Wegen und Swimmingpools von Grund auf erneuert. Dank seiner guten Beziehungen zu Reiseveranstaltern wie TUI, Dertour und Schauinsland wurde das Thai Garden zur größten deutschsprachigen Enklave in Pattaya, die zudem das deutsche Konsulat beherbergte. Pattaya im Wandel der Jahrzehnte Als René ankam, gab es in Pattaya im Wesentlichen die Beach Road, und in Jomtien stand das Gras hoch. Mit jedem neuen Hotel, Kondo und Einkaufszentrum fürchtete man das Ende des Wachstums, doch gebaut wird bis heute. Aus dem überschaubaren Badeort ist eine multikulturelle Stadt mit Krankenhäusern, Spezialisten, Restaurants und Freizeitangeboten aller Art geworden. Den Ruf als Rotlichtstadt wird Pattaya nach seiner Einschätzung allerdings nie ganz los, auch wenn viele Besucher nach dem ersten Aufenthalt hängen bleiben. Arbeiten mit Arbeitsgenehmigung Früher musste ein Ausländer nachweisen, dass er etwas kann, was ein Thailänder nicht kann, etwa drei Sprachen fließend sprechen. Das Verfahren lief mit vielen Stempeln und Papieren, während die Arbeitsgenehmigung heute nur noch eine Karte im Kreditkartenformat ist. Thailand schützt nach wie vor bestimmte Berufe für die eigene Bevölkerung, was René ausdrücklich richtig findet. Führungspositionen in der Hotellerie wurden zudem kaum ausgeschrieben, sondern über Headhunter aus Hongkong und persönliche Beziehungen vergeben. Wie aus Pool-Villen eine Seniorenresidenz wurde Die Besitzerfamilie des Homely betreibt ein Bauunternehmen und hatte einst auch das Thai Garden renoviert. Auf einem Gelände von rund 160.000 Quadratmetern baute sie 55 Pool-Villen und vermietete die Anlage an eine koreanische Reiseagentur. Als diese in der Covid-Zeit die Schlüssel zurückgab und der deutsche Ehemann der Besitzerin einen Schlaganfall erlitt, wurde Pflegepersonal für ihn eingestellt. Bald fragten Nachbarn nach Betreuung für Angehörige, und so entstand die Seniorenresidenz, deren Gründer heute als Bronzestatue über das Gelände blickt. Was 2.000 Euro im Monat abdecken Neben den Pool-Villen gibt es inzwischen auch Zimmer mit etwa 40 Quadratmetern, die aus umgebauten Villen entstanden sind. Für rund 2.000 Euro im Monat erhalten Bewohner Zimmer, Strom, Wasser, Reinigung, Wäscheservice, Internet, eine wöchentliche Massage und mehrmals im Monat einen Fahrdienst zum Einkaufen. Im Preis enthalten sind außerdem Frühstücksbuffet mit Koch, Mittag- und Abendessen mit fünf westlichen und zwei thailändischen Gerichten sowie ein High Tea am Nachmittag. Rund um die Uhr sind Pfleger im Haus, und jeden Sonntag kommt ein Arzt des Bangkok Pattaya Hospital zur Visite in die Zimmer. Visum, Bankkonto und 90-Tage-Meldung inklusive Ein Punkt, der viele Zuseher interessiert, ist die Bürokratie rund um den Aufenthalt. Die Bewohner reisen in der Regel mit einem Touristenvisum ein, und die Residenz übernimmt danach die komplette Papierarbeit vom Visum über die Eröffnung des Bankkontos bis zur 90-Tage-Meldung. Damit stellt das Haus sicher, dass niemand versehentlich in einen Overstay gerät, und verwahrt dafür auch die Reisepässe. Diese Leistungen sind im Grundpreis enthalten, sodass sich die Bewohner um Behördengänge nicht mehr kümmern müssen. Pflegestufen von betreut bis rund um die Uhr Neben dem selbstständigen Wohnen bietet die Residenz betreutes Wohnen an, bei dem das Personal stündlich nach den Bewohnern sieht und dreimal täglich den Blutdruck misst. Für Menschen mit Demenz gibt es eine Betreuung durch Caregiver und als letzte Stufe eine Pflege rund um die Uhr, jeweils gegen Aufpreis. Derzeit kümmern sich 77 Angestellte um 32 Bewohner aus den USA, Kanada, der Schweiz, Deutschland, Belgien, Australien, Italien und Thailand. Während Pflegebedürftige in Deutschland oft stundenlang warten, ist hier nach Renés Worten innerhalb von fünf Minuten jemand zur Stelle. Krankenhaus, Kaution und Patientenverfügung Bei Einzug verlangt die Residenz eine medizinische Kaution von 200,000 Baht, weil thailändische Krankenhäuser in der Regel Vorkasse verlangen und nachts nicht immer ein Angehöriger erreichbar ist. Eine Patientenverfügung, etwa zum Verzicht auf Wiederbelebung, wird dokumentiert und vom Personal beachtet. Kein Bewohner geht allein ins Krankenhaus, und mit dem Phyathai Hospital in Bowin besteht eine Vereinbarung zu günstigeren Konditionen. Pflegekosten rechnet die Residenz direkt mit dem Bewohner ab, der eine mögliche Erstattung selbst mit seiner Versicherung in der Heimat klären muss. Ausflüge, Haustiere und Besuch von Angehörigen Ein Monatsprogramm bietet zweimal täglich Aktivitäten wie Bowling, Tischtennis, Kochen oder Nähen, wobei niemand zur Teilnahme gezwungen wird. Einmal pro Woche geht es zum Einkaufen, auch mit Rollstuhlfahrern, und viermal im Jahr reist eine Gruppe unter dem Motto Homely on Tour durchs Land. Kleine Hunde und Katzen sind willkommen, ebenso Paare, auch wenn derzeit alle Bewohner alleinstehend sind. Besuchende Angehörige können bei freien Kapazitäten direkt in der Anlage übernachten. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

Folge 93 des Auswandern Thailand Podcast entstand nicht im Studio, sondern in der Seniorenresidenz Homely Senior Living am Stadtrand von Pattaya. Stefan Fabbro und Wolfgang Payer sind dort bei René zu Gast, der die Anlage leitet. Wolfgang kennt den gebürtigen Niederländer seit über zehn Jahren, weil er in dessen Hotel einst Sprachunterricht gegeben hat. René lebt seit mehr als 40 Jahren in Thailand und blickt auf eine lange Karriere in der Hotellerie zurück.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="_sVCCMy8_PA" caption="Senioner nach Thailand holen? Dieser Mann macht's möglich!"]

Vom Kreuzfahrtschiff in die Hotellerie

Nach der Hotelfachschule in den Niederlanden fuhr René mit Holland America Cruises um die Welt und lernte dabei auch Thailand kennen. Die Hotels waren hier viel größer und luxuriöser als in seiner Heimat, und die Pagen trugen 1982 noch traditionelle Thai-Uniformen. Er schrieb alle Hotels des Landes an und fand nach sechs Monaten eine Stelle im Siam Bayshore. Es folgten Stationen bei der Montien-Gruppe, auf der Insel Guam, bei der Eröffnung des Holiday Inn Silom, zwei Jahre in Kuala Lumpur sowie im Menam Riverside und im Pathumwan Princess.

Zwanzig Jahre im Thai Garden Resort

Über viele Jahre hielt René Kontakt zu Herrn Niehaus, dem Besitzer des Thai Garden Resort in Pattaya und früheren Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt. Als dieser ihn bat, das Hotel zu übernehmen, zog René mit seiner Familie nach Pattaya, wo die Kinder mit Strand und großem Garten aufwachsen konnten. Das Hotel wurde für 120 Tage geschlossen und mit Küche, Empfang, Wegen und Swimmingpools von Grund auf erneuert. Dank seiner guten Beziehungen zu Reiseveranstaltern wie TUI, Dertour und Schauinsland wurde das Thai Garden zur größten deutschsprachigen Enklave in Pattaya, die zudem das deutsche Konsulat beherbergte.

Pattaya im Wandel der Jahrzehnte

Als René ankam, gab es in Pattaya im Wesentlichen die Beach Road, und in Jomtien stand das Gras hoch. Mit jedem neuen Hotel, Kondo und Einkaufszentrum fürchtete man das Ende des Wachstums, doch gebaut wird bis heute. Aus dem überschaubaren Badeort ist eine multikulturelle Stadt mit Krankenhäusern, Spezialisten, Restaurants und Freizeitangeboten aller Art geworden. Den Ruf als Rotlichtstadt wird Pattaya nach seiner Einschätzung allerdings nie ganz los, auch wenn viele Besucher nach dem ersten Aufenthalt hängen bleiben.

Arbeiten mit Arbeitsgenehmigung

Früher musste ein Ausländer nachweisen, dass er etwas kann, was ein Thailänder nicht kann, etwa drei Sprachen fließend sprechen. Das Verfahren lief mit vielen Stempeln und Papieren, während die Arbeitsgenehmigung heute nur noch eine Karte im Kreditkartenformat ist. Thailand schützt nach wie vor bestimmte Berufe für die eigene Bevölkerung, was René ausdrücklich richtig findet. Führungspositionen in der Hotellerie wurden zudem kaum ausgeschrieben, sondern über Headhunter aus Hongkong und persönliche Beziehungen vergeben.

Wie aus Pool-Villen eine Seniorenresidenz wurde

Die Besitzerfamilie des Homely betreibt ein Bauunternehmen und hatte einst auch das Thai Garden renoviert. Auf einem Gelände von rund 160.000 Quadratmetern baute sie 55 Pool-Villen und vermietete die Anlage an eine koreanische Reiseagentur. Als diese in der Covid-Zeit die Schlüssel zurückgab und der deutsche Ehemann der Besitzerin einen Schlaganfall erlitt, wurde Pflegepersonal für ihn eingestellt. Bald fragten Nachbarn nach Betreuung für Angehörige, und so entstand die Seniorenresidenz, deren Gründer heute als Bronzestatue über das Gelände blickt.

Was 2.000 Euro im Monat abdecken

Neben den Pool-Villen gibt es inzwischen auch Zimmer mit etwa 40 Quadratmetern, die aus umgebauten Villen entstanden sind. Für rund 2.000 Euro im Monat erhalten Bewohner Zimmer, Strom, Wasser, Reinigung, Wäscheservice, Internet, eine wöchentliche Massage und mehrmals im Monat einen Fahrdienst zum Einkaufen. Im Preis enthalten sind außerdem Frühstücksbuffet mit Koch, Mittag- und Abendessen mit fünf westlichen und zwei thailändischen Gerichten sowie ein High Tea am Nachmittag. Rund um die Uhr sind Pfleger im Haus, und jeden Sonntag kommt ein Arzt des Bangkok Pattaya Hospital zur Visite in die Zimmer.

Visum, Bankkonto und 90-Tage-Meldung inklusive

Ein Punkt, der viele Zuseher interessiert, ist die Bürokratie rund um den Aufenthalt. Die Bewohner reisen in der Regel mit einem Touristenvisum ein, und die Residenz übernimmt danach die komplette Papierarbeit vom Visum über die Eröffnung des Bankkontos bis zur 90-Tage-Meldung. Damit stellt das Haus sicher, dass niemand versehentlich in einen Overstay gerät, und verwahrt dafür auch die Reisepässe. Diese Leistungen sind im Grundpreis enthalten, sodass sich die Bewohner um Behördengänge nicht mehr kümmern müssen.

Pflegestufen von betreut bis rund um die Uhr

Neben dem selbstständigen Wohnen bietet die Residenz betreutes Wohnen an, bei dem das Personal stündlich nach den Bewohnern sieht und dreimal täglich den Blutdruck misst. Für Menschen mit Demenz gibt es eine Betreuung durch Caregiver und als letzte Stufe eine Pflege rund um die Uhr, jeweils gegen Aufpreis. Derzeit kümmern sich 77 Angestellte um 32 Bewohner aus den USA, Kanada, der Schweiz, Deutschland, Belgien, Australien, Italien und Thailand. Während Pflegebedürftige in Deutschland oft stundenlang warten, ist hier nach Renés Worten innerhalb von fünf Minuten jemand zur Stelle.

Krankenhaus, Kaution und Patientenverfügung

Bei Einzug verlangt die Residenz eine medizinische Kaution von 200,000 Baht, weil thailändische Krankenhäuser in der Regel Vorkasse verlangen und nachts nicht immer ein Angehöriger erreichbar ist. Eine Patientenverfügung, etwa zum Verzicht auf Wiederbelebung, wird dokumentiert und vom Personal beachtet. Kein Bewohner geht allein ins Krankenhaus, und mit dem Phyathai Hospital in Bowin besteht eine Vereinbarung zu günstigeren Konditionen. Pflegekosten rechnet die Residenz direkt mit dem Bewohner ab, der eine mögliche Erstattung selbst mit seiner Versicherung in der Heimat klären muss.

Ausflüge, Haustiere und Besuch von Angehörigen

Ein Monatsprogramm bietet zweimal täglich Aktivitäten wie Bowling, Tischtennis, Kochen oder Nähen, wobei niemand zur Teilnahme gezwungen wird. Einmal pro Woche geht es zum Einkaufen, auch mit Rollstuhlfahrern, und viermal im Jahr reist eine Gruppe unter dem Motto Homely on Tour durchs Land. Kleine Hunde und Katzen sind willkommen, ebenso Paare, auch wenn derzeit alle Bewohner alleinstehend sind. Besuchende Angehörige können bei freien Kapazitäten direkt in der Anlage übernachten.

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#92 – Selbstständig in Thailand

10.10.2026
Vom Urlaubstraum zur eigenen Firma In Folge 92 des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer über die Selbstständigkeit in Thailand. Viele Auswanderer träumen zunächst nur davon, in einem exotischen Land zu leben, und stellen erst später fest, dass sie hier auch ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Wer noch kein Rentner ist und kein ausreichendes Kapital mitbringt, stößt als Angestellter schnell an Grenzen, weil viele Berufe für Ausländer verboten sind. Aus diesem Grund rutschen nach Einschätzung von Stefan sehr viele Ausländer eher aus Mangel an Alternativen in die Selbstständigkeit als aus echter Überzeugung. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="0exHtUQpKMw" caption="Vom Urlauber zum Geschäftsmann - Warum in Thailand so viele ihr Glück versuchen!"] Ein schwieriger Arbeitsmarkt für Ausländer Wer Stellenportale wie JobsDB durchsieht, findet abseits von Positionen mit Masterabschluss oder speziellen Qualifikationen kaum passende Angebote. Eine Anstellung für 25,000 Baht ohne Arbeitsgenehmigung ist nach Ansicht der beiden keine Grundlage, um sich in Thailand nachhaltig etwas aufzubauen. Wolfgang kam ursprünglich als Angestellter einer Sprachschule nach Bangkok und hatte keineswegs vor, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Erst die Erfahrung, dass dort vieles nicht nach seinen Vorstellungen lief, brachte ihn auf die Idee, es selbst besser zu machen. Arbeitsgenehmigung und Firmengründung Grundsätzlich erhält jeder, der in Thailand ein Unternehmen gründet und Arbeitsplätze schafft, auch eine Arbeitsgenehmigung. Dafür hält der Ausländer in der Regel 49 Prozent der Gesellschaftsanteile, ist Direktor, stellt vier thailändische Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig ein und bringt zwei Millionen Baht Stammkapital ein. Dann gibt es auch ein passendes Non-Immigrant-B-Visum, sofern kein Heiratsvisum vorhanden ist. Anders als Thailänder, die vieles über die eigene Steuernummer abrechnen dürfen, müssen Ausländer eine Company Limited gründen und sich mit doppelter Buchführung, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Quellensteuer auseinandersetzen. Freiheit hat ihren Preis Flexible Arbeitszeiten, ein gutes Einkommen und das Gefühl, der eigene Chef zu sein, klingen verlockend. Wolfgang erinnert sich jedoch an die ersten fünf bis sechs Jahre mit Arbeitstagen von zwölf bis fünfzehn Stunden und ohne freie Wochenenden. Bis man Mitarbeitern genug vertraut, um ihnen das Geschäft auch einmal zu überlassen, vergehen Jahre. Hinzu kommen in Thailand ein fremdes Rechtssystem und kulturelle Unterschiede, die gerade die Führung von Mitarbeitern zu einer großen Herausforderung machen. Wer mit Bananen bezahlt, bekommt Affen Viele Gründer kalkulieren mit dem Mindestlohn von etwa 12,000 Baht und wundern sich dann über die Leistung ihres Personals. Qualifizierte Fachkräfte verdienen eher 25,000 bis 50,000 Baht im Monat und erwarten zu Recht mehr als einen Getränkebonus. Zwar sind die Startkosten in Thailand niedriger als in Europa, doch die erzielbaren Preise liegen oft weit unter europäischem Niveau. Wer gutes Personal braucht, aber die entsprechenden Einnahmen nicht erzielt, gerät schnell in Schwierigkeiten. Marketing und die lange Nebensaison Für Wolfgang war nicht die Bürokratie und auch nicht die Suche nach Mitarbeitern die größte Hürde, sondern die Vermarktung seiner Schule. Viele Restaurants verdienen von November bis Januar gutes Geld und stehen von Mai bis August fast ohne Gäste da. Wer in der Hochsaison wie ein König lebt und keine Rücklagen für die ruhigen Monate bildet, ist ab April oft verschwunden. Stefan setzt deshalb bewusst auf die Expat-Community, also auf Menschen, die das ganze Jahr über im Land leben. Den Wettbewerb kennen Noch vor der Eröffnung seiner Sprachschule fuhr Wolfgang mit seiner damaligen Freundin auf dem Moped durch die Stadt und besuchte die anderen Sprachschulen. Er fragte nach Preisen, schaute sich Klassenräume an und verschaffte sich so ein Bild davon, auf welchem Niveau er antreten und welches er übertreffen musste. Als Ausländer konkurriert man dabei häufig mit Einheimischen, die geringere Verwaltungskosten und weniger steuerliche Pflichten haben. Wer nur auf demselben Niveau anbietet, bleibt einer von vielen. Alleinstellungsmerkmal statt Marktlücke Eine echte Marktlücke werden Gründer nach Ansicht von Stefan kaum finden, und wenn doch, wird sie innerhalb kurzer Zeit kopiert. Entscheidend ist ein Alleinstellungsmerkmal, also etwas, das man besser kann als die anderen und wofür Kunden auch bereit sind, den einen oder anderen Baht mehr zu bezahlen. Stefan stellt sich jede Woche die Frage, warum ein Kunde gerade zu FS Consulting kommen sollte. Konkurrenten mit Dumpingpreisen verschwinden zwar oft nach einigen Monaten, doch schon bald eröffnet der nächste mit demselben Konzept. Was die Goldshops in Chinatown lehren Wolfgang nennt die Goldshops in der Chinatown von Bangkok als Beispiel, wo ein Geschäft neben dem anderen liegt und trotzdem alle gut überleben. Jedes dieser Geschäfte hat seine Stammkundschaft, weil zwischen Inhaber, Angestellten und Kunden über die Jahre ein Vertrauensverhältnis gewachsen ist. Kunden wissen, dass sie dort nicht betrogen werden und dass Fehler fair in Ordnung gebracht werden. Auch wer wie Wolfgang Sprachkurse verkauft, die meist nur einmal gebucht werden, profitiert von zufriedenen Kunden, die ihn weiterempfehlen. Der Traum von der eigenen Bar Häufig entsteht die Idee zur Selbstständigkeit im Urlaub, wenn man in einer gut besuchten Bar am Strand sitzt und glaubt, das selbst noch besser zu können. Dazu kommt die Hoffnung, dass Landsleute automatisch kommen, sobald die Bundesliga läuft, oder das Rezept der Großmutter für die beste Currywurst. Solche Ideen sind nach Ansicht der beiden zu wenig, denn in Thailand kennt einen zunächst niemand und alles beginnt bei null. Für Kunden ist der Inhaber selbst verantwortlich und nicht die Mitarbeiterin, die auf Provision für Getränke hofft. Bekanntheit braucht Zeit und Online-Präsenz Werbung im Farang-Magazin, Online-Auftritte, Veranstaltungen und Netzwerktreffen sind eine Aufgabe ohne Ende. Bei FS Consulting dauerte es über ein Jahr, bis das Unternehmen schwarze Zahlen schrieb, und anfangs gab es für jede Aussage Gegenwind, weil schlicht niemand den Gründer kannte. Heute holt Stefan viele Kunden bereits online ab, bevor sie überhaupt nach Thailand reisen, etwa über YouTube, Beratungsgespräche, Terminreservierungen oder Antworten in der Facebook-Gruppe. Auch Google-Bewertungen spielen eine wichtige Rolle, weil sich Interessenten daran orientieren. Die Grenzen der Arbeitserlaubnis Eine Arbeitserlaubnis berechtigt nicht zu jeder Tätigkeit. Sie gilt nur für die jeweilige Firma, den jeweiligen Ort und den eingetragenen Beruf. Ein Geschäftsführer darf Mitarbeiter anleiten, Kunden beraten und Bilanzen unterschreiben, aber weder kassieren noch putzen noch eine Glühbirne wechseln, denn diese Tätigkeiten sind Thailändern vorbehalten. Fällt der Kassierer aus, muss ein anderer thailändischer Mitarbeiter einspringen, und eine Arbeitsgenehmigung bei einer Firma erlaubt keine Mitarbeit bei einer anderen. Vorsicht beim thailändischen Partner Viele Gründer schreiben Lizenzen, Mietvertrag und Bankkonto auf einen thailändischen Partner und glauben, damit von den Behörden in Ruhe gelassen zu werden. Es gibt jedoch genügend Fälle, in denen der Partner den Ausländer eines Tages vor die Tür gesetzt hat. Wer eine Freundin oder einen Bekannten nur deshalb zum Geschäftsführer macht, weil er Thai spricht, unterschätzt zudem, wie wenig auch Einheimische mit Steuern und Gewerberecht vertraut sind. Hinzu kommt, dass Nominee-Konstruktionen derzeit streng kontrolliert werden und Firmen ohne nachweisbare Einlage geschlossen werden können. Realistisch planen und Reserven halten Der internationale Tourismus konzentriert sich auf wenige Monate, die Kosten laufen aber zwölf Monate im Jahr weiter. Stefan empfiehlt Unternehmern daher Rücklagen, mit denen sie und ihre Familie mindestens zwei Jahre ohne Geschäftseinnahmen leben können, zusätzlich zum Notgroschen für eine mögliche Heimreise. Wer gestern seinen Hausstand verkauft hat und heute in Thailand ein Unternehmen gründen will, scheitert nach seiner Erfahrung mit hoher Wahrscheinlichkeit. Gründer sollten außerdem damit rechnen, dass verärgerte Konkurrenten die Immigration auf sie aufmerksam machen. Netzwerk, Leidenschaft und ein realistischer Blick Geschäfte entstehen zwischen Menschen und nicht zwischen Firmen, deshalb sind Kontakte, Stammtische und Gruppentreffen ein wichtiger Baustein. Wer dort nur hingeht, um etwas zu verkaufen, wird von den Menschen schnell durchschaut, denn sie merken, ob jemand authentisch ist. Wolfgang und Stefan wollen niemanden entmutigen und sind selbst der Beweis, dass Selbstständigkeit in Thailand funktionieren kann. Sie raten aber dazu, die rosarote Brille abzunehmen, das Risiko nüchtern zu prüfen und nur dann zu gründen, wenn man wirklich für die Sache brennt. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

Vom Urlaubstraum zur eigenen Firma

In Folge 92 des Auswandern Thailand Podcast sprechen Stefan Fabbro und Wolfgang Payer über die Selbstständigkeit in Thailand. Viele Auswanderer träumen zunächst nur davon, in einem exotischen Land zu leben, und stellen erst später fest, dass sie hier auch ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Wer noch kein Rentner ist und kein ausreichendes Kapital mitbringt, stößt als Angestellter schnell an Grenzen, weil viele Berufe für Ausländer verboten sind. Aus diesem Grund rutschen nach Einschätzung von Stefan sehr viele Ausländer eher aus Mangel an Alternativen in die Selbstständigkeit als aus echter Überzeugung.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="0exHtUQpKMw" caption="Vom Urlauber zum Geschäftsmann - Warum in Thailand so viele ihr Glück versuchen!"]

Ein schwieriger Arbeitsmarkt für Ausländer

Wer Stellenportale wie JobsDB durchsieht, findet abseits von Positionen mit Masterabschluss oder speziellen Qualifikationen kaum passende Angebote. Eine Anstellung für 25,000 Baht ohne Arbeitsgenehmigung ist nach Ansicht der beiden keine Grundlage, um sich in Thailand nachhaltig etwas aufzubauen. Wolfgang kam ursprünglich als Angestellter einer Sprachschule nach Bangkok und hatte keineswegs vor, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Erst die Erfahrung, dass dort vieles nicht nach seinen Vorstellungen lief, brachte ihn auf die Idee, es selbst besser zu machen.

Arbeitsgenehmigung und Firmengründung

Grundsätzlich erhält jeder, der in Thailand ein Unternehmen gründet und Arbeitsplätze schafft, auch eine Arbeitsgenehmigung. Dafür hält der Ausländer in der Regel 49 Prozent der Gesellschaftsanteile, ist Direktor, stellt vier thailändische Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig ein und bringt zwei Millionen Baht Stammkapital ein. Dann gibt es auch ein passendes Non-Immigrant-B-Visum, sofern kein Heiratsvisum vorhanden ist. Anders als Thailänder, die vieles über die eigene Steuernummer abrechnen dürfen, müssen Ausländer eine Company Limited gründen und sich mit doppelter Buchführung, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Quellensteuer auseinandersetzen.

Freiheit hat ihren Preis

Flexible Arbeitszeiten, ein gutes Einkommen und das Gefühl, der eigene Chef zu sein, klingen verlockend. Wolfgang erinnert sich jedoch an die ersten fünf bis sechs Jahre mit Arbeitstagen von zwölf bis fünfzehn Stunden und ohne freie Wochenenden. Bis man Mitarbeitern genug vertraut, um ihnen das Geschäft auch einmal zu überlassen, vergehen Jahre. Hinzu kommen in Thailand ein fremdes Rechtssystem und kulturelle Unterschiede, die gerade die Führung von Mitarbeitern zu einer großen Herausforderung machen.

Wer mit Bananen bezahlt, bekommt Affen

Viele Gründer kalkulieren mit dem Mindestlohn von etwa 12,000 Baht und wundern sich dann über die Leistung ihres Personals. Qualifizierte Fachkräfte verdienen eher 25,000 bis 50,000 Baht im Monat und erwarten zu Recht mehr als einen Getränkebonus. Zwar sind die Startkosten in Thailand niedriger als in Europa, doch die erzielbaren Preise liegen oft weit unter europäischem Niveau. Wer gutes Personal braucht, aber die entsprechenden Einnahmen nicht erzielt, gerät schnell in Schwierigkeiten.

Marketing und die lange Nebensaison

Für Wolfgang war nicht die Bürokratie und auch nicht die Suche nach Mitarbeitern die größte Hürde, sondern die Vermarktung seiner Schule. Viele Restaurants verdienen von November bis Januar gutes Geld und stehen von Mai bis August fast ohne Gäste da. Wer in der Hochsaison wie ein König lebt und keine Rücklagen für die ruhigen Monate bildet, ist ab April oft verschwunden. Stefan setzt deshalb bewusst auf die Expat-Community, also auf Menschen, die das ganze Jahr über im Land leben.

Den Wettbewerb kennen

Noch vor der Eröffnung seiner Sprachschule fuhr Wolfgang mit seiner damaligen Freundin auf dem Moped durch die Stadt und besuchte die anderen Sprachschulen. Er fragte nach Preisen, schaute sich Klassenräume an und verschaffte sich so ein Bild davon, auf welchem Niveau er antreten und welches er übertreffen musste. Als Ausländer konkurriert man dabei häufig mit Einheimischen, die geringere Verwaltungskosten und weniger steuerliche Pflichten haben. Wer nur auf demselben Niveau anbietet, bleibt einer von vielen.

Alleinstellungsmerkmal statt Marktlücke

Eine echte Marktlücke werden Gründer nach Ansicht von Stefan kaum finden, und wenn doch, wird sie innerhalb kurzer Zeit kopiert. Entscheidend ist ein Alleinstellungsmerkmal, also etwas, das man besser kann als die anderen und wofür Kunden auch bereit sind, den einen oder anderen Baht mehr zu bezahlen. Stefan stellt sich jede Woche die Frage, warum ein Kunde gerade zu FS Consulting kommen sollte. Konkurrenten mit Dumpingpreisen verschwinden zwar oft nach einigen Monaten, doch schon bald eröffnet der nächste mit demselben Konzept.

Was die Goldshops in Chinatown lehren

Wolfgang nennt die Goldshops in der Chinatown von Bangkok als Beispiel, wo ein Geschäft neben dem anderen liegt und trotzdem alle gut überleben. Jedes dieser Geschäfte hat seine Stammkundschaft, weil zwischen Inhaber, Angestellten und Kunden über die Jahre ein Vertrauensverhältnis gewachsen ist. Kunden wissen, dass sie dort nicht betrogen werden und dass Fehler fair in Ordnung gebracht werden. Auch wer wie Wolfgang Sprachkurse verkauft, die meist nur einmal gebucht werden, profitiert von zufriedenen Kunden, die ihn weiterempfehlen.

Der Traum von der eigenen Bar

Häufig entsteht die Idee zur Selbstständigkeit im Urlaub, wenn man in einer gut besuchten Bar am Strand sitzt und glaubt, das selbst noch besser zu können. Dazu kommt die Hoffnung, dass Landsleute automatisch kommen, sobald die Bundesliga läuft, oder das Rezept der Großmutter für die beste Currywurst. Solche Ideen sind nach Ansicht der beiden zu wenig, denn in Thailand kennt einen zunächst niemand und alles beginnt bei null. Für Kunden ist der Inhaber selbst verantwortlich und nicht die Mitarbeiterin, die auf Provision für Getränke hofft.

Bekanntheit braucht Zeit und Online-Präsenz

Werbung im Farang-Magazin, Online-Auftritte, Veranstaltungen und Netzwerktreffen sind eine Aufgabe ohne Ende. Bei FS Consulting dauerte es über ein Jahr, bis das Unternehmen schwarze Zahlen schrieb, und anfangs gab es für jede Aussage Gegenwind, weil schlicht niemand den Gründer kannte. Heute holt Stefan viele Kunden bereits online ab, bevor sie überhaupt nach Thailand reisen, etwa über YouTube, Beratungsgespräche, Terminreservierungen oder Antworten in der Facebook-Gruppe. Auch Google-Bewertungen spielen eine wichtige Rolle, weil sich Interessenten daran orientieren.

Die Grenzen der Arbeitserlaubnis

Eine Arbeitserlaubnis berechtigt nicht zu jeder Tätigkeit. Sie gilt nur für die jeweilige Firma, den jeweiligen Ort und den eingetragenen Beruf. Ein Geschäftsführer darf Mitarbeiter anleiten, Kunden beraten und Bilanzen unterschreiben, aber weder kassieren noch putzen noch eine Glühbirne wechseln, denn diese Tätigkeiten sind Thailändern vorbehalten. Fällt der Kassierer aus, muss ein anderer thailändischer Mitarbeiter einspringen, und eine Arbeitsgenehmigung bei einer Firma erlaubt keine Mitarbeit bei einer anderen.

Vorsicht beim thailändischen Partner

Viele Gründer schreiben Lizenzen, Mietvertrag und Bankkonto auf einen thailändischen Partner und glauben, damit von den Behörden in Ruhe gelassen zu werden. Es gibt jedoch genügend Fälle, in denen der Partner den Ausländer eines Tages vor die Tür gesetzt hat. Wer eine Freundin oder einen Bekannten nur deshalb zum Geschäftsführer macht, weil er Thai spricht, unterschätzt zudem, wie wenig auch Einheimische mit Steuern und Gewerberecht vertraut sind. Hinzu kommt, dass Nominee-Konstruktionen derzeit streng kontrolliert werden und Firmen ohne nachweisbare Einlage geschlossen werden können.

Realistisch planen und Reserven halten

Der internationale Tourismus konzentriert sich auf wenige Monate, die Kosten laufen aber zwölf Monate im Jahr weiter. Stefan empfiehlt Unternehmern daher Rücklagen, mit denen sie und ihre Familie mindestens zwei Jahre ohne Geschäftseinnahmen leben können, zusätzlich zum Notgroschen für eine mögliche Heimreise. Wer gestern seinen Hausstand verkauft hat und heute in Thailand ein Unternehmen gründen will, scheitert nach seiner Erfahrung mit hoher Wahrscheinlichkeit. Gründer sollten außerdem damit rechnen, dass verärgerte Konkurrenten die Immigration auf sie aufmerksam machen.

Netzwerk, Leidenschaft und ein realistischer Blick

Geschäfte entstehen zwischen Menschen und nicht zwischen Firmen, deshalb sind Kontakte, Stammtische und Gruppentreffen ein wichtiger Baustein. Wer dort nur hingeht, um etwas zu verkaufen, wird von den Menschen schnell durchschaut, denn sie merken, ob jemand authentisch ist. Wolfgang und Stefan wollen niemanden entmutigen und sind selbst der Beweis, dass Selbstständigkeit in Thailand funktionieren kann. Sie raten aber dazu, die rosarote Brille abzunehmen, das Risiko nüchtern zu prüfen und nur dann zu gründen, wenn man wirklich für die Sache brennt.

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#91 – Ladyboys in Thailand: Wir stellen die Fragen, die sich sonst keiner traut!

03.10.2026
In Folge 91 des Auswandern Thailand Podcast widmen sich Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einem Thema, über das in Thailand viel gesprochen und wenig gefragt wird. Zu Gast ist Bussaba Sriprasan, genannt Jeans, eine 35-jährige Thailänderin und Kathoey, die seit rund 30 Jahren in Pattaya lebt. Wolfgang und Stefan führten das Interview auf Thailändisch, eine zweite Tonspur im YouTube-Video liefert die deutsche Übersetzung. Im Podcast gibt es nur die deutsche Tonspur. Ziel des Gesprächs ist es, Ausländern zu zeigen, wie Transfrauen in Thailand leben und wie man ihnen mit Respekt begegnet. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="LS929VlWlyg" caption="Ladyboys in Thailand – Wir stellen die Fragen, die sich sonst keiner traut!"] Die deutsche Tonspur wurde mit KI erzeugt. Mit acht Jahren war die Richtung klar Jeans kam mit etwa vier Jahren aus Bangkok nach Pattaya und ging hier auch zur Schule. Schon mit acht Jahren spielte sie lieber mit Freundinnen und Papierpuppen als mit Jungs, die ihr zu grob waren, und mit acht oder neun verliebte sie sich in einen Mitschüler. Eine Spielfigur namens Valentine wurde zu ihrem Vorbild, denn so hübsch wollte sie später auch sein. Heimlich trug sie den Lippenstift ihrer Schwester und ihrer Mutter auf und benutzte ein Handtuch als langes Haar. Hormone vom gesparten Schulgeld Ihren Eltern vertraute sie sich mit etwa 13 Jahren an, nach fünf Jahren des Schweigens. Ein Freund riet ihr damals zu Hormonen, doch ihre Mutter gab ihr nur 40 Baht Taschengeld. Weil es in der Schule kostenloses Essen gab, legte Jeans jeden Tag 20 Baht zurück und verkaufte zusätzlich kopierte Hausaufgaben für fünf bis zehn Baht pro Blatt an Mitschüler. Als Buddhistin sah sie in ihrer Situation lange eine Frage des Karmas, heute stellt sie sich die Frage nach dem Warum nicht mehr. Enge Uniform, roter Lippenstift und kaum Mobbing In der Mittelstufe trug Jeans knallroten Lippenstift und kaufte die Schuluniform für Jungen bewusst eine Nummer kleiner. Die Lehrer verboten Make-up und Frauenkleidung, weil die Schule als staatliche Einrichtung strenge Regeln hatte. Ihre Mutter akzeptierte sie von Anfang an, der Stiefvater hielt sich heraus. Gemobbt fühlte sie sich nach eigener Aussage nie, Spitznamen nahm sie gelassen, und für viele Mitschüler war sie als Helferin bei den Hausaufgaben schlicht unverzichtbar. Abgelehnt bei Wohnung und Arbeit Deutlich schwieriger wurde es nach der Schule. Mit etwa 20 Jahren erhielt Jeans nach eigenen Worten Absagen bei Unterkünften und bei vielen Stellen, als Kassiererin wurde sie mit 22 ausdrücklich wegen ihrer Identität abgelehnt. Ein Vorgesetzter holte sie schließlich in eine andere Abteilung, in der sie nicht mit Geld zu tun hatte und sich bis zu einer guten Position hocharbeitete. Ihre Kollegen fürchteten anfangs, Transfrauen seien grundsätzlich aggressiv oder unehrlich, ein Bild, das ihrer Ansicht nach vor allem durch Medienberichte entsteht. Als Immobilienmaklerin in Pattaya Heute arbeitet Jeans seit gut zwei Jahren als Immobilienmaklerin bei Oasis Real Estate, freiberuflich, aber mit festen fünf Arbeitstagen pro Woche. Im Verkauf sieht sie für Transfrauen und andere LGBT-Menschen gute Chancen, weil dort Selbstbewusstsein und Gesprächsgeschick zählen. Thailändische und ausländische Kunden konzentrieren sich nach ihrer Erfahrung auf das, was sie präsentiert. Manche bemerken erst bei der Anzahlung, wenn sie ihren Ausweis sehen, dass sie mit einer Transfrau verhandelt haben. Die bewusste Entscheidung gegen die große Operation Lange wollte Jeans unbedingt eine vollständige Geschlechtsangleichung und hatte das Geld dafür bereits beisammen. Sie entschied sich dennoch nur für eine Brustoperation, weil sie ihrem damaligen thailändischen Partner die Pflege danach nicht zutraute und die dauerhafte Nachsorge nicht in ihr Leben passte. Ein italienischer Freund bestärkte sie später mit dem Satz, dann könne er gleich eine biologische Frau daten. Seit sie mit 28 begonnen hat, Ausländer zu daten, ist der Wunsch nach der Operation in den Hintergrund getreten. Thailändischer oder ausländischer Partner Am wichtigsten in einer Beziehung ist für Jeans ein passender Lebensstil. Ein thailändischer Partner hat den Vorteil der gemeinsamen Sprache, Konflikte lassen sich schneller lösen. Mit Ausländern bleibt dagegen manchmal nur das Schweigen, wenn im Streit das Englisch nicht reicht. Dennoch schätzt sie die offene Denkweise ausländischer Partner, die weniger an Traditionen und kulturelle Erwartungen gebunden sind, und beobachtet zugleich, dass die thailändische Gesellschaft in den letzten zehn Jahren deutlich offener geworden ist. Kathoey, Ladyboy oder Transfrau Bei der Frage nach dem richtigen Begriff ist Jeans pragmatisch. Sie selbst bezeichnet sich als Kathoey, weil das Wort in Thailand gängig ist, in der Community gilt Sao Praphet Song als besonders höflich und respektvoll. Transgender hält sie eher für einen medizinischen Begriff, der im Alltag unter Freunden fremd wirkt. Ob ein Wort verletzt, hängt nach ihrer Erfahrung vor allem davon ab, wer es in welcher Situation benutzt. Vorurteile und was wirklich dahintersteckt Am meisten stört Jeans, wenn Männer sie ungefragt ansprechen, dann nachfragen, ob sie ein Ladyboy sei, und das Ganze als Witz auf ihre Kosten behandeln. Das häufigste Missverständnis sei, dass Transfrauen aggressiv oder unehrlich seien, dabei kennt sie vor allem eher introvertierte Menschen. Wo es doch zu Diebstählen kommt, sieht sie die Wurzel in der schwierigen Jobsuche und im Druck, in Pattaya ohne Geld kein soziales Leben führen zu können. Früher hätten viele Transfrauen bei 10.000 bis 15.000 Baht Monatsgehalt einen großen Teil für Hormone ausgegeben, die es heute nach ihren Worten kostenlos über ein staatliches Programm gibt. Selbstliebe statt Kampf gegen die Gesellschaft Ihre wichtigste Botschaft richtet Jeans an andere Transfrauen. Wer von der Gesellschaft Akzeptanz erwartet, sollte sich zuerst selbst akzeptieren, denn wer sich selbst nicht liebt, kann kaum erwarten, von anderen geliebt zu werden. Sie selbst nahm früher so viele Hormone, dass ihre Gesundheit litt, und zog sich aus Angst vor Blicken zurück. Heute ist sie nach eigener Aussage glücklicher als je zuvor und stolz darauf, so sein zu können, wie sie ist. [mg8p_podcast][mg8p_podcast_latest]

In Folge 91 des Auswandern Thailand Podcast widmen sich Stefan Fabbro und Wolfgang Payer einem Thema, über das in Thailand viel gesprochen und wenig gefragt wird. Zu Gast ist Bussaba Sriprasan, genannt Jeans, eine 35-jährige Thailänderin und Kathoey, die seit rund 30 Jahren in Pattaya lebt. Wolfgang und Stefan führten das Interview auf Thailändisch, eine zweite Tonspur im YouTube-Video liefert die deutsche Übersetzung. Im Podcast gibt es nur die deutsche Tonspur. Ziel des Gesprächs ist es, Ausländern zu zeigen, wie Transfrauen in Thailand leben und wie man ihnen mit Respekt begegnet.

[mg8p_podcast][mg8p_podcast_abo][mg8p_youtube ytid="LS929VlWlyg" caption="Ladyboys in Thailand – Wir stellen die Fragen, die sich sonst keiner traut!"] Die deutsche Tonspur wurde mit KI erzeugt.

Mit acht Jahren war die Richtung klar

Jeans kam mit etwa vier Jahren aus Bangkok nach Pattaya und ging hier auch zur Schule. Schon mit acht Jahren spielte sie lieber mit Freundinnen und Papierpuppen als mit Jungs, die ihr zu grob waren, und mit acht oder neun verliebte sie sich in einen Mitschüler. Eine Spielfigur namens Valentine wurde zu ihrem Vorbild, denn so hübsch wollte sie später auch sein. Heimlich trug sie den Lippenstift ihrer Schwester und ihrer Mutter auf und benutzte ein Handtuch als langes Haar.

Hormone vom gesparten Schulgeld

Ihren Eltern vertraute sie sich mit etwa 13 Jahren an, nach fünf Jahren des Schweigens. Ein Freund riet ihr damals zu Hormonen, doch ihre Mutter gab ihr nur 40 Baht Taschengeld. Weil es in der Schule kostenloses Essen gab, legte Jeans jeden Tag 20 Baht zurück und verkaufte zusätzlich kopierte Hausaufgaben für fünf bis zehn Baht pro Blatt an Mitschüler. Als Buddhistin sah sie in ihrer Situation lange eine Frage des Karmas, heute stellt sie sich die Frage nach dem Warum nicht mehr.

Enge Uniform, roter Lippenstift und kaum Mobbing

In der Mittelstufe trug Jeans knallroten Lippenstift und kaufte die Schuluniform für Jungen bewusst eine Nummer kleiner. Die Lehrer verboten Make-up und Frauenkleidung, weil die Schule als staatliche Einrichtung strenge Regeln hatte. Ihre Mutter akzeptierte sie von Anfang an, der Stiefvater hielt sich heraus. Gemobbt fühlte sie sich nach eigener Aussage nie, Spitznamen nahm sie gelassen, und für viele Mitschüler war sie als Helferin bei den Hausaufgaben schlicht unverzichtbar.

Abgelehnt bei Wohnung und Arbeit

Deutlich schwieriger wurde es nach der Schule. Mit etwa 20 Jahren erhielt Jeans nach eigenen Worten Absagen bei Unterkünften und bei vielen Stellen, als Kassiererin wurde sie mit 22 ausdrücklich wegen ihrer Identität abgelehnt. Ein Vorgesetzter holte sie schließlich in eine andere Abteilung, in der sie nicht mit Geld zu tun hatte und sich bis zu einer guten Position hocharbeitete. Ihre Kollegen fürchteten anfangs, Transfrauen seien grundsätzlich aggressiv oder unehrlich, ein Bild, das ihrer Ansicht nach vor allem durch Medienberichte entsteht.

Als Immobilienmaklerin in Pattaya

Heute arbeitet Jeans seit gut zwei Jahren als Immobilienmaklerin bei Oasis Real Estate, freiberuflich, aber mit festen fünf Arbeitstagen pro Woche. Im Verkauf sieht sie für Transfrauen und andere LGBT-Menschen gute Chancen, weil dort Selbstbewusstsein und Gesprächsgeschick zählen. Thailändische und ausländische Kunden konzentrieren sich nach ihrer Erfahrung auf das, was sie präsentiert. Manche bemerken erst bei der Anzahlung, wenn sie ihren Ausweis sehen, dass sie mit einer Transfrau verhandelt haben.

Die bewusste Entscheidung gegen die große Operation

Lange wollte Jeans unbedingt eine vollständige Geschlechtsangleichung und hatte das Geld dafür bereits beisammen. Sie entschied sich dennoch nur für eine Brustoperation, weil sie ihrem damaligen thailändischen Partner die Pflege danach nicht zutraute und die dauerhafte Nachsorge nicht in ihr Leben passte. Ein italienischer Freund bestärkte sie später mit dem Satz, dann könne er gleich eine biologische Frau daten. Seit sie mit 28 begonnen hat, Ausländer zu daten, ist der Wunsch nach der Operation in den Hintergrund getreten.

Thailändischer oder ausländischer Partner

Am wichtigsten in einer Beziehung ist für Jeans ein passender Lebensstil. Ein thailändischer Partner hat den Vorteil der gemeinsamen Sprache, Konflikte lassen sich schneller lösen. Mit Ausländern bleibt dagegen manchmal nur das Schweigen, wenn im Streit das Englisch nicht reicht. Dennoch schätzt sie die offene Denkweise ausländischer Partner, die weniger an Traditionen und kulturelle Erwartungen gebunden sind, und beobachtet zugleich, dass die thailändische Gesellschaft in den letzten zehn Jahren deutlich offener geworden ist.

Kathoey, Ladyboy oder Transfrau

Bei der Frage nach dem richtigen Begriff ist Jeans pragmatisch. Sie selbst bezeichnet sich als Kathoey, weil das Wort in Thailand gängig ist, in der Community gilt Sao Praphet Song als besonders höflich und respektvoll. Transgender hält sie eher für einen medizinischen Begriff, der im Alltag unter Freunden fremd wirkt. Ob ein Wort verletzt, hängt nach ihrer Erfahrung vor allem davon ab, wer es in welcher Situation benutzt.

Vorurteile und was wirklich dahintersteckt

Am meisten stört Jeans, wenn Männer sie ungefragt ansprechen, dann nachfragen, ob sie ein Ladyboy sei, und das Ganze als Witz auf ihre Kosten behandeln. Das häufigste Missverständnis sei, dass Transfrauen aggressiv oder unehrlich seien, dabei kennt sie vor allem eher introvertierte Menschen. Wo es doch zu Diebstählen kommt, sieht sie die Wurzel in der schwierigen Jobsuche und im Druck, in Pattaya ohne Geld kein soziales Leben führen zu können. Früher hätten viele Transfrauen bei 10.000 bis 15.000 Baht Monatsgehalt einen großen Teil für Hormone ausgegeben, die es heute nach ihren Worten kostenlos über ein staatliches Programm gibt.

Selbstliebe statt Kampf gegen die Gesellschaft

Ihre wichtigste Botschaft richtet Jeans an andere Transfrauen. Wer von der Gesellschaft Akzeptanz erwartet, sollte sich zuerst selbst akzeptieren, denn wer sich selbst nicht liebt, kann kaum erwarten, von anderen geliebt zu werden. Sie selbst nahm früher so viele Hormone, dass ihre Gesundheit litt, und zog sich aus Angst vor Blicken zurück. Heute ist sie nach eigener Aussage glücklicher als je zuvor und stolz darauf, so sein zu können, wie sie ist.

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