Denkfabrik Medizin
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Denkfabrik Medizin

Dr. Ingo Krenz & Dr. Andreas Klinge

Beschreibung

In diesem Podcast geht es um das ärztliche Denken. Insbesondere um Aspekte, wie Ärzte eine Diagnose stellen und was auf dem Weg der Diagnosestellung für Fallstricke und häufige Denkfehler auftreten können.

Dazu gehören so spannende Fragen wie:
- wie werden Diagnosen gestellt oder gar gemacht?
- was sind die Unterschiede zwischen Mustererkennung und analytischem Denken?
- welche Tests setzen wir zur Diagnosefindung ein und wie bewerten wir die Ergebnisse?
- und nicht zuletzt: wie gehen wir mit der Neigung unseres Gehirns um, Denkfehlern aufzusitzen?

Mit all diesen Fragen beschäftigen wir uns im Podcast. Dabei stellen wir immer ein Fallbeispiel aus unserer eigenen Praxis vor.

Wir beide, Ingo Krenz und Andreas Klinge sind Internisten aus Hamburg. Nachdem wir unsere Weiterbildung in Hamburger Krankenhäusern absolviert haben, sind wir beide seit mehr als 20 Jahren in der Praxis tätig. Ingo mit einem Schwerpunkt in der Nephrologie und Andreas mit einem Schwerpunkt in der Diabetologie.

Der Podcast erscheint alle 4 Wochen und richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner. Wir denken dabei an ärztliche Kolleginnen und Kollegen, die am Denken und den Fehlermöglichkeiten, die dabei auftreten können, interessiert sind.
Wir denken aber auch an Studierende in den klinischen Semestern, die gerade dabei sind, das Diagnosestellen zu erlernen.

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Veröffentlichungshistorie

Episodenübersicht

Folge 47: Wenn die Evidenz schweigt – wie Ärzte trotzdem handeln können

01.10.2026
Wir sind große Fans evidenzbasierter Medizin. Aber was tun, wenn es für die Situation einer Patientin schlicht keine Studie gibt? Andreas bringt die Geschichte einer jungen Frau mit, die seit ihrer Kindheit einen Typ-1-Diabetes hat und über die Jahre viele schwere Komplikationen bekommen hat. Eine kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantation sollte die Wende bringen. Die Niere geht schon am Tag nach der Operation verloren, das Pankreas arbeitet, und sie braucht kein Insulin mehr. Doch dann steigt das HbA1c langsam an, bei hohem C-Peptidspiegel. Im Arztbrief steht plötzlich „Typ-2-Diabetes“, dazu die Empfehlung für drei neue Medikamente. Ist das wirklich ein Typ-2-Diabetes? Was macht Tacrolimus mit dem Zuckerstoffwechsel? Und warum haben fast alle Menschen nach einer Pankreastransplantation erhöhte Insulinspiegel? Andreas und Ingo tasten sich vorsichtig voran. Sie wägen Metformin, SGLT2-Hemmer, GLP-1-Rezeptoragonisten, DPP-4-Hemmer, Basalinsulin und Bewegung gegeneinander ab. Dabei merken sie, dass sie plötzlich pathophysiologisch argumentieren. Was pathophysiologisch plausibel ist, muss klinisch noch lange nicht richtig sein. Es geht auch um Action Bias und den ärztlichen Beschützerinstinkt. Es geht um den Mut, einer Patientin zu sagen: „Das weiß ich nicht, ich muss darüber nachdenken.“ Und es geht um die Frage, was KI-Tools wie OpenEvidence leisten und was nicht. Am Ende gibt es einen Blick über den Tellerrand in die Soziologie. Hartmut Rosa hat ein interessantes Buch geschrieben, dass auch uns Mediziner betrifft. Jetzt reinhören und mitdenken. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de Links und Tipps Folge 23 – Ist das Typ-2-Diabetes? – Hintergrund zur Unterscheidung Typ 1 / Typ 2 / Typ 1,5 Folge 26 – Ärztliche Denkfehler mit Matthias Janneck – mehr zu Action Bias und anderen kognitiven Verzerrungen

Wir sind große Fans evidenzbasierter Medizin. Aber was tun, wenn es für die Situation einer Patientin schlicht keine Studie gibt? Andreas bringt die Geschichte einer jungen Frau mit, die seit ihrer Kindheit einen Typ-1-Diabetes hat und über die Jahre viele schwere Komplikationen bekommen hat. Eine kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantation sollte die Wende bringen. Die Niere geht schon am Tag nach der Operation verloren, das Pankreas arbeitet, und sie braucht kein Insulin mehr. Doch dann steigt das HbA1c langsam an, bei hohem C-Peptidspiegel. Im Arztbrief steht plötzlich „Typ-2-Diabetes“, dazu die Empfehlung für drei neue Medikamente.

Ist das wirklich ein Typ-2-Diabetes? Was macht Tacrolimus mit dem Zuckerstoffwechsel? Und warum haben fast alle Menschen nach einer Pankreastransplantation erhöhte Insulinspiegel? Andreas und Ingo tasten sich vorsichtig voran. Sie wägen Metformin, SGLT2-Hemmer, GLP-1-Rezeptoragonisten, DPP-4-Hemmer, Basalinsulin und Bewegung gegeneinander ab. Dabei merken sie, dass sie plötzlich pathophysiologisch argumentieren. Was pathophysiologisch plausibel ist, muss klinisch noch lange nicht richtig sein.

Es geht auch um Action Bias und den ärztlichen Beschützerinstinkt. Es geht um den Mut, einer Patientin zu sagen: „Das weiß ich nicht, ich muss darüber nachdenken.“ Und es geht um die Frage, was KI-Tools wie OpenEvidence leisten und was nicht. Am Ende gibt es einen Blick über den Tellerrand in die Soziologie. Hartmut Rosa hat ein interessantes Buch geschrieben, dass auch uns Mediziner betrifft.

Jetzt reinhören und mitdenken.

Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de

Links und Tipps

Folge 23 – Ist das Typ-2-Diabetes? – Hintergrund zur Unterscheidung Typ 1 / Typ 2 / Typ 1,5

Folge 26 – Ärztliche Denkfehler mit Matthias Janneck – mehr zu Action Bias und anderen kognitiven Verzerrungen

Folge 46: Wirklich psychisch bedingt? – Diagnosen am Übergang von Körper und Seele, mit Hans-Ulrich Schmidt

15.09.2026
Manchmal sitzt eine Patientin mit Schluckbeschwerden und Gewichtsverlust in der Praxis – und der Überweisungsschein für die Gastroskopie ist schon fast ausgestellt. Dann fällt dem Arzt auf, dass sie seltsam traurig wirkt. Ein kurzes Nachfragen genügt: Die Mutter hat gerade die Diagnose Ösophaguskarzinom bekommen. Braucht diese Patientin wirklich eine Spiegelung – oder etwas ganz anderes? In dieser Folge ist wieder Dr. Hans-Ulrich Schmidt zu Gast, Psychosomatiker am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist Mitherausgeber des Buches „Wirklich psychisch bedingt?" (Schattauer Verlag, inzwischen in 2. Auflage), das er gemeinsam mit Ulrich Lamparter und einem großen Kreis von Kolleginnen und Kollegen verfasst hat – darunter auch Beiträge von Andreas und Ingo. Das Buch bildet den Ausgangspunkt für eine Diskussion, die weit über eine Buchvorstellung hinausgeht: Wie stellt man eigentlich eine psychosomatische Diagnose – positiv oder per Ausschluss? Wie viel Ungewissheit müssen Ärztinnen und Ärzte aushalten können? Und warum ist eine somatische Diagnose für viele Patientinnen und Patienten entlastend, eine psychische dagegen noch immer belastend? Buchhinweis: Hans Ulrich Schmidt & Ulrich Lamparter (Hrsg.), „Wirklich psychisch bedingt?“ – Somatische Differenzialdiagnosen in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie Schattauer Verlag – ISBN 978-3608401844

Manchmal sitzt eine Patientin mit Schluckbeschwerden und Gewichtsverlust in der Praxis – und der Überweisungsschein für die Gastroskopie ist schon fast ausgestellt. Dann fällt dem Arzt auf, dass sie seltsam traurig wirkt. Ein kurzes Nachfragen genügt: Die Mutter hat gerade die Diagnose Ösophaguskarzinom bekommen. Braucht diese Patientin wirklich eine Spiegelung – oder etwas ganz anderes?

In dieser Folge ist wieder Dr. Hans-Ulrich Schmidt zu Gast, Psychosomatiker am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist Mitherausgeber des Buches „Wirklich psychisch bedingt?" (Schattauer Verlag, inzwischen in 2. Auflage), das er gemeinsam mit Ulrich Lamparter und einem großen Kreis von Kolleginnen und Kollegen verfasst hat – darunter auch Beiträge von Andreas und Ingo.

Das Buch bildet den Ausgangspunkt für eine Diskussion, die weit über eine Buchvorstellung hinausgeht: Wie stellt man eigentlich eine psychosomatische Diagnose – positiv oder per Ausschluss? Wie viel Ungewissheit müssen Ärztinnen und Ärzte aushalten können? Und warum ist eine somatische Diagnose für viele Patientinnen und Patienten entlastend, eine psychische dagegen noch immer belastend?

Buchhinweis:

Hans Ulrich Schmidt & Ulrich Lamparter (Hrsg.), „Wirklich psychisch bedingt?“ – Somatische Differenzialdiagnosen in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie Schattauer Verlag – ISBN 978-3608401844

Folge 45: Am Nebentisch sitzt 2026

01.09.2026
Ingo war im Urlaub. Und weil er auch dort nicht aufhören kann zu beobachten, hat er vier Beobachtungen auffälliger Menschen mitgebracht – vom Hotelfrühstück, aus dem Café und vom Marktplatz. Eine junge Frau mit einem kleinen Gerät am Arm. Ein Mann mittleren Alters, dessen Atmung man schon von weitem hört. Eine junge Frau im Rollstuhl mit einem kunstvollen Verband. Und ein älterer Herr, der aufhören kann, sich zu kratzen. Kann Andreas aus diesen flüchtigen Beobachtungen – ohne Anamnese, ohne Labor, ohne Befund – eine Diagnose ableiten? Und wie viel verrät ein Mensch, ohne es zu wissen? Jetzt reinhören und mitdenken. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de

Ingo war im Urlaub. Und weil er auch dort nicht aufhören kann zu beobachten, hat er vier Beobachtungen auffälliger Menschen mitgebracht – vom Hotelfrühstück, aus dem Café und vom Marktplatz. Eine junge Frau mit einem kleinen Gerät am Arm. Ein Mann mittleren Alters, dessen Atmung man schon von weitem hört. Eine junge Frau im Rollstuhl mit einem kunstvollen Verband. Und ein älterer Herr, der aufhören kann, sich zu kratzen.

Kann Andreas aus diesen flüchtigen Beobachtungen – ohne Anamnese, ohne Labor, ohne Befund – eine Diagnose ableiten? Und wie viel verrät ein Mensch, ohne es zu wissen?

Jetzt reinhören und mitdenken.

Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter kommentare@denkfabrikmedizin.de